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„Zuhausebleib – Wetter“..?

7 Mai 2010 2 Kommentare

„Hm…“, brummte Claudia beim Frühstück nur. Und dann noch: „Wird schon wieder aufhören..!“ Gemeint war der Dauerregen.

Diesem Zweck-Optimismus vermochte ich mich zwar nicht recht anzuschließen, aber „raus“ wollte ich eigentlich auch mal wieder. Schon seit dem 1. Mai regnete es nun fast ununterbrochen und wir konnten seither keines, der ursprünglichen geplanten Themen, mehr in die Tat umsetzen. Da kam mir eine Idee:

Warum nicht einfach mal die Flucht nach „vorne“ antreten und dieses „Sau-Wetter“ für unsere Zwecke ausnützen..?

Wann fotografiert man denn am besten einen Wasserfall? Natürlich dann, wenn er sehr viel Wasser führt und zudem auch noch das Licht, beispielsweise durch Regen und/oder Nebel, so schlecht ist, dass die deswegen erforderlichen, langen Belichtungszeiten, das stürzende Wasser kräftig „zerfließen“ lassen!

Von beidem haben wir derzeit genügend und Claudia ist sofort begeistert, als ich sie in meine Gedanken einweihe! Bei schönem Wetter kann schließlich jeder fotografieren! Aber unter den augenblicklichen Bedingungen..?

Auch ich beeile mich plötzlich, raus zu kommen! Eigentlich hatte mir mal wieder nur ein richtiger Grund gefehlt. Und den habe ich mir mit meiner Idee gerade eben selbst geschaffen! Aber für welchen Wasserfall sollen wir uns entscheiden? In Frage kämen ja drei, die leicht zu erreichen wären: Zweribachfall, Fahler -, und Todtnauer Wasserfall.

Wir entscheiden uns spontan für den Todtnauer Wasserfall, der mit 97 m, der höchste, natürliche Wasserfall, ganz Deutschlands ist! Er steht seit 1987 unter Denkmalschutz zählt zu den 10 schönsten Naturdenkmälern.

Auch heute sind wir wieder mal mit „großem Gepäck“ unterwegs, um unsere Muskulatur auf den Westweg einzustimmen. Außerdem sind wir gespannt, ob unsere „Deuter“ – auch ohne Regenhülle – dem Dauer-Nieselregen trotzen werden.

Vom Parkplatz aus folgen wir kurz der Straße aufwärts und schwenken dann auf den breiten Wanderweg ein, der an einem Kiosk (Imbiss) vorbei, zum Wasserfall führt. Auch hier führte der Dauerregen dazu, dass die Natur nun buchstäblich „explodiert“! Das intensive Maigrün der Buchenblätter fasziniert uns und lässt uns immer wieder innehalten. Dann schälen sich, links des Weges, plötzlich ein paar richtige Giganten aus dem Nebel – uralte Buchen!

Insgesamt bieten sich dem Besucher drei verschiedene Rundwege (ca. 3,5 Km Länge) an, die alle sehr gut ausgeschildert sind und um den Wasserfall herum führen. Aber am meisten beeindruckt der natürlich von ganz unten.

Wie erwartet, führten der mehrtägige Dauerregen, sowie die Schneeschmelze am Feldberg, zu einer guten Schüttung. Gleichzeitig sind aber auch die nassen Felsen wirklich spiegelglatt! Beim Herumklettern und Fotografieren unbedingt gut Aufpassen!

Nach etwa zwei Stunden, intensiver Foto-„Arbeit“ habe dann aber auch ich genug und dränge zum Abbruch! Die Bedingungen sind deutlich schlimmer, als erwartet! Immer wieder steht die Kamera auf dem Stativ im Regen und kann während der langen Belichtungszeiten kaum geschützt werden, da der Wind den Niesel teilweise, schon fast waagerecht durch die Luft treibt. Von wegen, es gibt kein „schlechtes Wetter“..! Obwohl ich die Kamera selbst, so gut es geht, mit einer Plastiktüte schütze, Objektiv und Display sind immer wieder völlig nass und ich komme mit dem abtrocknen kaum noch hinterher! Und das Stativ? Da wird wohl etwas Rost nicht ganz zu verhindern sein..!

Egal, das war mir dieses Foto-Erlebnis wert und die letzten Bedenken wischte dann zu Hause die Bild-Ausbeute weg!

(Foto-) Ausrüstung ist für mich Werkzeug, das nur einem Zweck dient: etwas zu produzieren! Und in diesem Fall sind das nun eben mal wieder Fotos gewesen, die vielleicht etwas aus dem „Üblichen“ heraus ragen. Aber war denn nicht genau das auch unser Ziel gewesen..?

Unser Fazit: (Bei trockenem Wetter!) ein toller Ausflug, für die ganze Familie. Die Kleinen vielleicht etwas kürzer an der Leine halten, dann kann ihnen eigentlich nichts passieren! Die Runde um den Todtnauer Wasserfall ist eigentlich keine Wanderung, sondern vielmehr ein kleiner, kurzweiliger Abenteuer-Spaziergang über insgesamt 3,5 km, mit einem Höhenunterschied von ca. 100 Meter.)

Mit dem Kinderwagen lieber gleich „hinten herum“ hinauf gehen und den steilen Treppen-Anstieg, entlang des Wasserfalls auslassen! Dieser schattige Weg führt zuerst unterhalb des Wasserfalls hindurch und dann durch den Wald hinauf zum Steg, über dem Wasserfall.

Ein Tipp noch für stimmungsvollere Fotos: Erst ab einer Belichtungszeit, die länger(!) ist, als 1/30 sec. „zerfließt“ auf dem Bild das Wasser (Stativ!). Bei kürzeren Belichtungszeiten wird es hingegen „eingefroren“, was die Stimmung nicht annähernd ausdrücken kann!

Google-Maps

2 Kommentare »

  • Manu sagt:

    Sind zum Glück schöne Bilder geworden. Da Du mich bei dem Wetter nicht „raus“ bekommst, bin ich froh, dass Du Fotos gemacht hast. Danke!
    P.S.: Schade, dass es solange dauert, bis wir uns wieder sehen. Trotzdem einen schönen Muttertag meiner Mama am Sonntag 😉

  • Rainer sagt:

    Respekt, Respekt, welche grandiose Landschaft Du mit Deinen Bildern und Worten wieder eingefangen hast! Da kann jeder Stubenhocker neidisch werden. Hier kann man die Urgewalten beim Lesen richtig spüren und wie Claudia sich freut, ebenso!!!

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