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Zugspitztour, 3. Etappe: Reintalangerhütte – Partnachklamm – Garmisch-Partenkirchen

27 August 2013 5 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 4 von 4 in der Serie Unsere Zugspitztour

IMG_4651In der Reintalangerhütte ist abends wohl noch lange (mit Hüttenmusik) gefeiert worden. Wir haben jedoch oben, unter dem Dach, davon nichts mehr mitbekommen. Morgens um Sechs gibt’s dann aber den musikalischen Weckruf, für den die DAV-Hütte längst berühmt ist. Aufstehen und kurze Katzenwäsche, weil im Waschraum schon wieder ein riesen Gedränge herrscht. Dann packen wir die Rucksäcke und gehen hinunter zum Frühstück.

IMG_4639Das Frühstück ist fast identisch mit dem in der Knorrhütte – einfacher DAV-Standard eben. Was übrig ist, packt Claudia gleich zwischen zwei Brotscheiben, als Vesper für unterwegs. In der Küche gibt’s dafür kostenlos Papiertüten. Dann suchen wir im Trockenraum unsere Stiefel zusammen und machen uns abmarschbereit. Draußen scheint endlich mal wieder die Sonne!
Vor der Hütte halten wir uns gleich rechts und folgen so dem Weg von gestern wieder ein Stück zurück, bis zum Schild „Ursprung“. Bevor wir vollends hinunterwandern, nach Garmisch-Partenkirchen, wollen wir nämlich unbedingt noch dem Partnach-Ursprung einen Besuch abstatten.
Dabei interessiert uns aber IMG_4645weniger der immer wieder erwähnte, „beeindruckende“ Wasserfall, sondern vielmehr der etwas versteckt dahinter liegende „Quelltopf“ der Partnach. Mit unglaublicher Kraft drücken hier ihre Wassermassen (Ø 1.460l/sec.)  aus breiten Spalten an die Oberfläche und machen deutlich, daß an dieser Stelle wohl der Höhlenbach eines großen Karstsystems das Tageslicht erblickt. Nein, die Partnach entsteht nicht wie üblich, langsam und aus vielen, kleinen Quellen. Sie ist vielmehr – und ganz urplötzlich – einfach da!

Claudia steigt gemeinsam mit mir hinunter, und schaut sich den deutlichen Wasserberg ebenfalls aus der Nähe an, der sich über der Hauptaustrittsstelle bildet. Er ist immerhin gute 15 zentimer hoch, so stark drückt das Wasser hier aus dem Berg!

IMG_4647Noch ein paar Fotos, dann machen wir uns wieder auf den Rückweg, zur Reintalangerhütte. Dort herrscht vor dem Eingang nun aber endgültig der große Trubel. Inzwischen drängen nämlich auch die „Langschläfer“ zum Aufbruch und wir sind eigentlich nur froh, dass der große „Run“ in die andere Richtung stattfindet: Zum Zugspitz-Gipfel!

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Die eigentliche DAV-Zugspitztour startet in Garmisch-Partenkirchen mit der ersten Übernachtung hier, in der Reintalangerhütte. Am zweiten Tag wird dann – vorbei an der Knorrhütte – aufgestiegen zum Gipfel, mit anschließender Rückkehr und einer zweiten Übernachtung in der Knorrhütte. Und der dritte Wandertag führt von der Knorrhütte aus, über das „Gatterl“, hinunter nach Ehrwald. Genau umgekehrt also, wie wir die Tour wandern. Und das verschafft uns nun auch (zuerst einmal) einen ziemlich ruhigen Abstieg!

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Über uns spannt sich ein wolkenloser, blauer Himmel und der herrliche Sonnenschein wärmt nun buchstäblich auch unsere Seele. Nach so viel Wind, Regen und sogar Schnee am Zugspitzgipfel, ist es einfach nur wunderbar, endlich mal wieder die Wärme der Sonne auf dem Gesicht zu spüren! Gutgelaunt wandern wir daher durch das Reintal abwärts, immer in Richtung Garmisch-Partenkirchen.

IMG_4657Im Augenblick sind wir hier noch völlig alleine unterwegs. Nur das Rauschen der Partnach leistet uns Gesellschaft. So können wir nicht nur das Wandern auf diesem phantastischen Pfad in vollen Zügen genießen, der uns hier mit mächtigen Bergflanken zu beiden Seiten beeindruckt, sondern auch völlig ungestört fotografieren, ohne dabei jemanden zu behindern.

Manchmal weiß man garnicht, wo man zuerst hinschauen soll, nach oben, oder nach unten. Die Kämme des Hochblassen (links) und des Hochwanner (rechts) ziehen den Blick schon magisch hinauf. Aber direkt vor uns, am Wegrand stehen Silberdisteln und Enziane! Immer wieder bleiben wir daher stehen, um wirklich alles in uns aufnehmen zu IMG_4653können. Fast so, als ob wir Angst hätten, unterwegs irgend etwas zu übersehen, gar oder auszulassen!

Rechts, etwas abseits unseres Weges sehen wir irgendwann ein großen Wasserfall. Dort hat sich die Partnach erneut ihren Weg durch den anstehenden Fels gebahnt, bevor sie wohl gute dreißig Meter hinunter stürzt, zurück in den Talgrund.
Wir überqueren einen kleinen Bachlauf, der ihr von links zuströmt und bewundern in seinem Bett die tiefen, kreisrunden Gumpen. Diese werden von im Hochwasser schnell kreisenden Steinen aus dem Karstgestein geschliffen, wenn die sich fast auf der Stelle drehen.

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Etwas weiter unten sitzt ein junges Pärchen am Bach, das wohl ebenfalls dieses wunderbare Idyll genießt. Freundlich winken sie zu uns herauf, als wir sie passieren. Dann kommen uns erste Mountain-Biker von unten entgegen, denen wir gutgelaunt Platz machen. Sie bedanken sich genauso freundlich und zeigen uns damit mal wieder: Es geht doch auch miteinander..!

IMG_4672 Kurz darauf passieren wir dann die Bockhütte, in deren Garten bereits einige Wanderer rasten. Wir wechseln über eine Brücke auf die andere Seite der Partnach und folgen dann dem hier nun etwas breiter werdenden Weg, in lebendigem Auf und Ab. Inzwischen wandern wir schon wieder durch einen alten Mischwald mit Ebereschen und mächtigem Bergahorn, aber auch mit vielen hohen Fichten und Tannen.

IMG_4694Schon bald nimmt uns dann aber wieder ein richtig breiter Wirtschaftweg auf, der uns zügig zum Eingang der Partnachklamm führt. Entlang des Wegrandes gibt es bis dorthin jedoch auffallend viele Enziane. Am Anfang noch im Schatten und voller Tau, sind ihre Blütenkelche noch fast geschlossen. Aber kaum steht die Sonne hoch genug, dann öffnen sich die Blüten schnell wieder und bilden natürlich phantastische Motive für jede Kamera.

Aber wir erleben auch noch eine weitere, handfeste Überraschung: Hier wachsen sogar Orchideen! Mehrere Exemplare des Großen Zweiblatt, und sogar einen wunderschön blühenden Fliegenragwurz finden wir. Der steht aber leider so ungünstig im Schatten, das wir ihn hier nicht zeigen können. Schade..!

Dann erreichen wir endlich die Partnachklamm. (Achtung, sie ist gebührenpflichtig – 3,50 Euro). Allerdings wird erst an ihrem Ende kassiert, kurz vor Garmisch-Partenkirchen. Trotzdem ist ein Besuch in ihr natürlich Pflicht (und den Eintritt allemal wert!), außerdem ist es ja auch der kürzeste Weg zum Ziel unserer Dreitages-Tour: Garmisch-Partenkirchen!

Ein Tipp zu den Fotos unten: Öffnet das erste Foto durch einfaches Anklicken, dann könnt Ihr die Bilder in voller Größe in der Lightbox anschauen!

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Der Eingang zur Klamm führt durch einen engen Tunnel. Da wir aus dem Sonnenlich ins Dunkel treten, sehen wir erst mal so gut wie gar nichts. Es wäre also sehr sinnvoll, eine Stirnlampe, oder eine Taschenlampe mitzunehmen! Immer wieder führen Passagen nämlich durch völlige Dunkelheit. Zudem wäre eine Jacke sinnvoll, die einen vor dem „Dauerregen“ schützt, der an manchen Stellen in der Klamm herrscht. Wer mit einigermaßen zufriedenstellender Ausbeute fotografieren möchte, der bräuchte hier eigentlich unbedingt ein Stativ (Langzeitbelichtungen), zudem sehr viel Zeit und gute Nerven! (Leider wird in der Klamm auf Fotografen nämlich kaum Rücksicht genommen!)

IMG_4742Hinter der Klamm stellen wir dann fest, dass wir inzwischen eigentlich kräftigen Hunger, und auch ziemlich Durst haben. Wir suchen uns daher ein gemütliches Plätzchen an der Partnach, wo Claudia ihr Brot aus der Reintalangerhütte mit mir teilt. Dazu gibt es den kalt angerührten Tee vom Morgen, der nun wunderbar dazu passt.

Hier packe ich die Kamera endgültig weg, denn auf unserem Weg zum Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen erwarte ich eigentlich keine weiteren Fotomotive mehr. Von dort aus fahren wir dann nach Ehrwald und wandern ein letztes Mal hinauf, zum Parkplatz der Ehrwalder Almbahn, wo unser Auto auf uns wartet. Und hier endet dann einmal mehr ein ganz phantastisches Wanderabenteuer: Unsere Zugspitztour..!

Fazit der 3. Tagesetappe: Zum Ausklang der Tour eine zwar beschauliche, aber auch sehr interessante Wanderung mit teilweise unheimlich intensiven Eindrücken! Trotzdem eine richtige Bergtour, wie die Zahlen (und der Muskelkater am nächsten Tag!) beweisen.

Strecke: 15,0 Kilometer mit 278 Höhenmeter im Anstieg, und 921 Höhenmeter im Abstieg!


Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]

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Größere Kartenansicht 


Zugspitztour, 2. Etappe: Knorrhütte – Gipfel – Reintalangerhütte

5 Kommentare »

  • Guido sagt:

    Toll gemacht! Herzlichen Glückwunsch! Danke fürs Mitlesendürfen und für die schönen Bilder 🙂

  • Rainer (author) sagt:

    Immer wieder gerne Guido! Herzliche Grüße (auch von Claudia!), Rainer

  • Manu sagt:

    Wow, die Klamm ist ja der Wahnsinn!! Tolle Tour und auch hier wieder tolle Fotos,…

  • Auf Schneeschuhen von Bernau nach Oberried | Rainer & Claudia sagt:

    […] Etappe: Stollenbacher Hütte – Oberried Erneut ist uns Petrus wohlgesonnen. Über 7,1 Kilometer Strecke und 707 Höhenmeter führt uns die […]

  • Lipp Thomasen sagt:

    Schöne Fotos und ein guter Beitrag!
    Da wir in Rein in Taufers in Südtirol im Urlaub waren, haben wir Reintal gegoogelt und sind zu diesem Beitrag gekommen.
    Müssen wir unbeding einmal machen.
    Bg Thomas

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