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Felsen, Höhlen und Ruinen – Teil I.

12 September 2009 3 Kommentare

Auf traumhaften Pfaden zu den schönsten Aussichtsfelsen im „Naturpark Obere Donau“

Claudia auf dem Knopfmacherfels. Blick Donau-abwärts bis Kloster Beuron

Schon der Verlauf unserer ersten Exkursion durch das obere Donautal weckt Erwartungen:

Knopfmacherfelsen – Schloss Bronnen – Ruine Kallenberg – Ziegelhütte, und von dort über Laibfelsen und Stiegelesfels zurück zum Knopfmacherfelsen. Eine recht kurzweilige Wanderung mit unglaublichen Tiefblicken. Und drei weitere werden folgen..!

(Anmerkung: um die jeweils beste Darstellung zu gewährleisten, verwendeten wir für diesen Artikel Fotos von verschiedenen Touren.)

Man sollte rechtzeitig da sein, um sonntags am Knopfmacherfelsen einen halbwegs schattigen Parkplatz zu ergattern. Und wenn noch kein Bus mit Ausflüglern da ist, kommt man auf dem schmalen Aussichtsfelsen meist auch ohne Gedränge bis nach vorne. Ab und zu muss man mal ein paar Minuten warten, bis man dran ist, aber das ist dieses Erlebnis allemal wert.

Der ganze Aussichtsfelsen ist Geländergesichert und bietet uns gleich zu Beginn phantastische Tiefblicke, auf den ersten Verlauf unserer Wanderung. Unten, im Tal, sehen wir Donau-aufwärts bis zum Jägerhaus, unserem geplanten Donau-Übergang. Und auch Schloss Bronnen, direkt auf der Anhöhe gegenüber (Foto unten), ist deutlich zu erkennen. Aber auch in der anderen Richtung, Donau-abwärts, bietet sich einem ein herrliches Panorama und man sieht im leichten Morgendunst bis Kloster Beuron (Foto oben).

(Achtung Fotografen: das Licht ist hier nachmittags deutlich günstiger, als am Vormittag!)

Blick vom Knopfmacherfels hinüber zu Schloss Bronnen. Unten im Tal das "Jägerhaus" mit DonauübergangWir gehen die paar Meter zurück zum Parkplatz und folgen dann gleich dem breiten Wanderweg, der links, unterhalb des Restaurants, vorbei führt. Er bringt uns bequem hinunter, Richtung Donau. Aber schon nach wenigen hundert Metern heißt es aufgepasst, denn unmittelbar nach der ersten Wege-Gabel, schickt uns ein roter Pfeil (links, am Baum!) hinab, auf einen leicht zu  übersehenden Trampelpfad. Ihm folgen wir nun durch dichten Verwuchs (Hier wachsen Einbeeren!) abwärts, bis wir wieder auf den breiten Wanderweg treffen. Auf ihm erreichen wir dann rasch das Donau-Ufer und müssen uns nun entscheiden, ob wir den traditionellen Übergang – über die Steine – nehmen möchten, oder doch lieber den neu errichteten Steg benutzen wollen. Vorsicht, die Steine sind bei Nässe recht rutschig und auch nur bei absolutem Niedrigwasser zu begehen, während der neue Steg auch bei höheren Wasserständen sicher sein dürfte. Früher wurde man an dieser Stelle durchaus manchmal genötigt, den geplanten Wanderverlauf zu ändern! Wir machen es heute aber traditionell und stehen dann nach wenigen Metern oben, auf dem Donau-Radweg.

Der neu erbaute Steg über die Donau 20090910-Donautal-Ruine Kallenberg 002 20070617-Beuron - Höhlen-Tour 045 Auf ihm halten wir uns rechts, biegen jedoch unmittelbar nach dem Jägerhaus wieder nach links. Hier führt nun der schmale Trampelpfad steil durch die Wiese hinauf, zur Jägerhaushöhle. Die kleine Grotte wurde, durch außergewöhnlichen Funde aus der Steinzeit, überregional bekannt.

Von hier aus müssen wir nun zunächst ein paar Schritte zurück und folgen dann dem schmalen Pfad, der sich links, über Erdtreppen, hinauf zieht. Direkt über uns, jedoch noch nicht zu sehen, trohnt bereits Schloss Bronnen. Dieser Teil des Weges ist Bestandteil des „Donauberglandweges„, einem Premium-WanderwegDie größte Grotte unter Schloss Bronnen überrascht mit einem beachtlichen Portal der Schwäbischen Alb und natürlich auch dem entsprechend gepflegt und beschildert. Er führt uns, immer entlang der Felswand, zu vier Grotten. Drei von ihnen sind frei zugänglich, die Vierte ist nur kletternd erreichbar. Dafür wartet aber eine von ihnen, die „Bronnenhöhle„, mit einem recht beachtlichen Portal auf und könnte damit auch schon mal als Wetterschutz dienen. Zudem ist sie natürlich ein tolles Fotomotiv (siehe Foto rechts!). Nach zuletzt recht steilem Aufstieg, erreichen wir oben wieder den breiteren Hauptwanderweg und stehen fasziniert unter der Zufahrt von Schloss Bronnen (Leider nicht zu besichtigen, da in Privatbesitz!). Während sich Waden-, und Schenkel-Muskulatur noch etwas vom Aufstieg erholen können, erkunden wir inzwischen eine weitere, kleine Höhle, direkt am Wegrand (Folgende Fotos!). Fasziniert blicken wir hoch, zur Zufahrt zu Schloss Bronnen Claudia vor einer kleine Höhle, direkt am Wegrand bei Schloss Bronnen 20070617-Beuron - Höhlen-Tour 011 Dann kehren wir „Schloss Bronnen“ den Rücken und wandern, immer hoch über dem Tal, Donau-aufwärts, Richtung „Ruine Kallenberg„. Schon bald erreichen wir, neben der sogenannten „Fuchsklamm“, die ersten markannten Felsen. Von hier aus können wir nun auch erstmals wieder direkt hinüber sehen, zu unserem Ausgangspunkt, dem Knopfmacherfelsen. Hier erlauben wir uns eine Rast einzulegen, um zu „vespern“.

Unser erstes Vesper. Gegenüber der Knopfmacherfels. 20090910-Donautal-Ruine Kallenberg 032 20090910-Donautal-Ruine Kallenberg 013 Es folgen nun immer weitere, meist namenlose Aussichtsfelsen, verbunden durch herrliche Trampelpfade, im schattigen Wald. Ein andauerndes „Auf und Ab“, ohne groß anzustrengen. Dann, wir haben gerade ein kleines Seitental gequert, führt ein romantischer Trampelpfad, in engen Serpentinen, den steilen Waldhang hinauf. Oben weist nur ein unscheinbares Schild auf eine „Aussicht“ hin: die pure Untertreibung! Ein kurzer Weg zurück (ca. 50m) führt nämlich zu einem versteckten Bänklein, mit herrlichem Blick zurück, bis nach „Schloss Bronnen“. Von hier aus können wir nun fast die gesamte, bisher gewanderte Strecke überblicken!

Nach einem leichtem Bergauf bringt uns dann irgendwann ein kleiner, aber wirklich lohnender Abstecher nach rechts, auf den „Kohlstattfelsen“. Von hier aus sehen wir auch zum ersten Mal die „Ruine Kallenberg“ vor uns, das eigentliche (Umkehr-)Ziel unserer Wanderung. Blick zurück, von der Ruine Kallenberg. In der Bildmitte, oben auf dem Felsen, Schloss Bronnen!Wir gehen wieder zurück und folgen dann immer weiter dem beschilderten Pfad, in Richtung Ruine Kallenberg. Dabei achten wir nun jedoch unbedingt auf einen Pfeil in hellroter Leuchtfarbe, der irgendwann, scharf rechts hinunter weist. Er ist einfach an eine Fichte, rechts am Wegrand, gemalt. Ein unscheinbarer Trampelpfad verlässt hier, offenbar völlig in die falsche Richtung, den „Donauberglandweg“ für einen Kilometer, kehrt dann jedoch wieder auf ihn zurück. Und wer sich traut, vielleicht auch mal ein paar Meter „abseits“ der ausgeschilderten „Premium-Pfade“ zu gehen, dem möchten wir diesen kurzen Abstecher ans Herz legen! Der wirklich schmale Pfad überwindet schon bald, in wilden Serpentinen, eine kleine Schlucht und führt uns dabei durch den wohl romantischsten Teil dieser Wanderung. An einem kurzen Stück ist er sogar leicht ausgesetzt (was man aber so erst richtig sieht, wenn man schon daran vorbei ist!).

Bald stößt dann von links wieder der ausgeschilderte Premium-Wanderweg hinzu und weist uns hinauf, zur „Ruine Kallenberg“. Achtung: hier gibt es im Innenhof mehrere Büsche von „Tollkirschen„, daher vielleicht immer auch mal einen zusätzlichen Blick für die „Kids“ übrig haben! Und vielleicht sogar selbst mal genauer hinsehen, denn neben reifen Früchten findet man nicht nur noch grüne Kirschen, sondern gleichzeitig auch ihre wunderschönen Blüten. Alle Fruchtstadien, nebeneinander an einer Pflanze, das ist in Deutschland recht selten!

Vollreife Tollkirschen an der "Ruine Kallenberg" Neben reifen Früchten - die Blüten der Tollkirsche Und noch ein weiteres, echtes Kleinod fanden wir unterwegs: der Bittere-, oder Gefranste Enzian!Von hier halten wir uns rechts hinab und stolpern bald ein steiniges Seitental hinunter, bis zum „Donau-Radweg“. Ihm folgen wir den letzten Kilometer zur „Ziegelhütte“, einem kleinen Gehöft mit Imbiss. Hier gönnen wir uns noch eine gute(!) Tasse Kaffee, bevor wir, kurz vor den Versickerungsstellen bei Fridingen, wieder die Donau überschreiten (Brücke), um drüben den erneuten Anstieg, zurück in Richtung „Stiegelesfels“, in Angriff nehmen.

Über Grasmatten erreichen wir auf halber Höhe ein Bänklein neben einem kleinen Kreuz, das zum Verweilen einlädt. Von hier aus sieht man wunderschön zurück, auf die Donaubrücke, über die wir gerade gekommen sind. Der Weg zieht nun weiter den Grashang hinauf und schwenkt dann weiter oben, an einem Skilift, nach rechts in den Wald. Bald treten wir aber wieder aus ihm heraus und befinden uns auf dem „Laibfelsen“. Auch hier lädt ein Bänklein zum Erholen, nach dem steilen Anstieg, aber Claudia drängt. Sie will endlich zum „Stiegelesfels“!

Noch einmal führt uns der Weg, über Steine und Wurzeln, holprig hinauf, vorbei an einigen aussichtsreichen Stellen mit beeindruckenden Tiefblicken und verlässt oben dann den Wald, über eine saftige Wiese. (Wer danach sucht, wird hier Silberdisteln finden!)

Vor uns liegt nun eine idyllische Kapelle, an der Claudia noch nie vorbei gekommen ist. Sie muss einfach kurz hinein! Dann noch die letzten hundert Meter über das fast ebene Plateau und wir stehen auf dem „Stiegelesfels“. Zwei gemütlich Bänke nötigen einen hier (gemeinsam mit einer gewaltigen Aussicht!) einfach zum Pausemachen! Aber seht doch selbst..!

20070613-Beuron - Ruine Kallenberg 138

Der Blick zurück, auf die Donaubrücke, über die wir gerade gekommen sind. Claudia auf dem "Laibfelsen" Links vom "Stiegelesfels" sind weitere Aussichtsfelsen. Über Claudia, auf der anderen Talseite - "Ruine Kallenberg" Von hier aus schlendern wir dann, über breite Fahrwege zurück, zum „Knopfmacher„. Hier lohnt sich dann eine abschließende Einkehr, der Eiskaffee ist Klasse! Aber auch Kaffee und Kuchen sind nicht „ohne“!

Unser Fazit: eine unglaublich spannende Hammer-Tour, mit vielen und teilweise recht steilen Anstiegen! (600 Höhenmeter werden wohl schon zusammenkommen!) Das Hoch und Runter geht natürlich kräftig in die Beine, daher sollte für diese Tour vielleicht schon eine gewisse „Grundkondition“ und Trittsicherheit vorhanden sein! Schwindelfreiheit ist hingegen nicht erforderlich, und auch eine eventuelle Höhenangst ist kein Problem, da man ja nie ganz an die ausgesetzten „Abgründe“ vor muss!

Augen auf, für eine sehr abwechslungsreiche Natur: wir haben unterwegs drei Mal, direkt am Wegrand Enzian gefunden! Dazu recht viele, unterschiedliche Orchideen-Arten. Und wenn Ihr viel, viel Glück habt, dann seht Ihr unterwegs vielleicht sogar ein paar Gämsen! Nein, das ist kein Witz, denn die gibt es hier wirklich! Claudia und ich haben sogar selbst schon welche gesehen (und das erste Mal für Rehe gehalten, weil wir nicht mit Gämsen gerechnet haben!).

Aber leider ist auch diese Tour wieder mal nichts für Kinderwagen! Allerdings wäre der Stiegelesfels in umgekehrter Richtung vom „Knopfmacher“ aus, durchaus mit dem Kinderwagen zu erreichen (Siehe Googlemaps!). Er sollte dazu vielleicht etwas größere Räder haben. Erst nach der Wiese, an „Claudias“ Kapelle, ist dann überhaupt kein Durchkommen mehr.

Daddys, mit einer Rücken-Trage, sollten für die ganze Tour eine gut trainierte Beinmuskulatur haben! Auch unbedingt genügend Getränke mitnehmen, denn eine Einkehr ist nur am Jägerhaus, an der Ziegelhütte und dann erst wieder am „Knopfmacher“ möglich!

Wir würden zudem die Benutzung von Wanderstöcken empfehlen! Rutschgefahr bei Nässe!

Googlemaps

 

3 Kommentare »

  • Manu sagt:

    Ja ja, die Familie Haas in Ihrem Element 😉
    Schöner Bericht und noch schönere Bilder!
    Grüßle aus Stuttgart, die Dodd’l

  • Rainer sagt:

    Bevor ich mich an Teil II heran wage, muß ich unbedingt erst diesen Teil lesen. Eine Landschaft zum verlieben mit all seiner Wildheit. Wie mögen die Leute nur vor 500 – 600 Jahren hier gelebt haben, ohne die Segnungen ( oder auch Fluch ) der modernen Zivilisation?

  • Ulrike sagt:

    Diese Wanderung habe ich 2011 unternommen. Ich war begeistert, allerdingst musste ich mit den Öffentlichen Verkehrtsmittel 6 Stunden Fahrzeit rechnen,3 Std. Hinfahrt und 3 Std. Zurückfahrt. Da es Pfingsten war dachte ich mir ich könnte in der Jugendherberge Burg Wildenstein übernachten, leider alles ausgebucht. So habe ich das Obere Donautal drei Tage hintereinander besucht. Pro Tag hatte ich ca.5 Stunden Wanderzeit zur Verfügung.Es ist eine traumhafte Gegend die ich noch nicht kannte und hier im Wander Blog fand.

    Werde diese Wanderung wiederholen aber dies mal mit Übernachtung in der Jugendherberge Burg Wildenstein.

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