Home » Allgemein

Wieviel Rucksack braucht man(n/frau) eigentlich..?

26 August 2009 3 Kommentare

Und was gehört da dann unbedingt (nicht) hinein?

Claudias "deuter 40+10 SL", unterwegs immer für eine Überraschung gut..!

Claudias "deuter 40+10 SL" ist unterwegs immer für eine Überraschung gut..!

Dieses Thema erlaube ich mir mal, mit einem leichten Schmunzeln anzugehen, denn das „richtige“ Packen von Rucksäcken scheint für manche Menschen inzwischen wirklich zur „Religion“ geworden zu sein! Jedes einzelne Teil wird mit der Küchenwaage ganz genau gewogen und das Gewicht peinlichst notiert. Ist dann die festgelegte Obergrenze irgendwann erreicht, oder vielleicht bereits leicht überschritten, dann wird es oft so richtig spannend und man ahnt ja nicht einmal, welche Anstrengungen nun unternommen werden, um der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen! In diesem „Stadium“ des Packens hält man oft besser etwas Abstand! Und sollten Sie, vielleicht irgendwo auf einer Hütte, oder in einem Gasthaus einmal zufällig dazu stoßen, wenn gerade über dieses Thema debattiert wird, dann halten Sie sich am Besten einfach ganz ‚raus, so kommen Sie auch bestimmt in nichts „hinein“!

Claudia meinte zum richtigen Rucksack-Packen nur locker: „Eigentlich sollte das doch ganz einfach sein. Man gehorcht der Logik und packt nur das ein, was man unterwegs auch unbedingt braucht..!“Als Antwort habe ich ihr dann ihre Handtasche auf den Tisch gekippt, was ganz spontan zu einem vergnügten Aufschrei führte: „Hach, nein..! Diese Ohrringe suche ich nun schon seit fast zwei Jahren..!“

Ihr seht, die individuellen Vorstellungen, von „unterwegs unbedingt brauchen“ gehen recht weit auseinander und vor allem unsere Damen scheinen davon doch manchmal ihre ganz eigenen Vorstellungen zu haben!

Aber nun mal wieder etwas ernster und zurück zum Thema: wer unsere Seite besucht, der wird wohl kein Extrembergsteiger sein. Auch kein Outdoor-Freak, der gerade auf dem Appalachen-Trail in Nordamerika unterwegs ist. Vielmehr reden wir hier von interessanten Wochenend-Ausflügen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb – mit und ohne Kinderwagen, vom Wandern mit Kindertragen, von Abenteuer-Touren mit der ganzen Familie und anderen, spannenden Ein-Tages-Exkursionen, die meist ohne großen Aufwand möglich sind.

Die Rucksackgröße für solche Tages-Touren variiert nun natürlich genauso, wie der möglicher Inhalt. Muss beispielsweise ein einziger Rucksack für mehrere Personen ausreichen, oder hat jeder seinen eigenen dabei? Wieviele Kinder sind daraus zu versorgen? Fragen, die doch immer nur ganz individuell und der reinen Logik gehorchend, zu beantworten sind! Und wieder andere „wandern“ ja ohnehin immer nur mit Handy und EC-Karte, wozu also überhaupt ein Rucksack?

Ich erinnere mich noch sehr genau an meine eigenen Kindertage. Damals habe ich das Wandern gehasst, weil ich unterwegs immer richtig Durst leiden musste! Nie war genügend zu Trinken dabei! Daraus habe ich gelernt und dann für mich entschieden, dass etwas mehr an Gewicht zu tragen viel, viel angenehmer ist, als ständig Durst leiden zu müssen. An ein paar Kilo mehr auf dem Rücken gewöhnt man sich überraschend schnell und so haben Claudia und ich im Sommer immer jeweils(!) 1,5l leicht gesüßten Tee dabei. Außen, seitlich am Rucksack ist er am Besten aufgehoben, weil man ihn da stets griffbereit hat. Tee ist überhaupt das ideale Wander-Getränk. In leichten PET-Flaschen kann er (je nach Außentemperatur) kalt, warm, oder auch lauwarm genossen werden. Lauwarm gewordenes Mineralwasser, oder auch lauwarmes „Ascho“ hingegen, schmecken überhaupt nicht mehr! Der aufgelöste Zucker des Tees geht zudem recht schnell ins Blut, und bietet dem Organismus so immer wieder etwas zusätzlichen „Brennstoff“! Daher zum Süßen stets nur reinen Zucker und niemals Süßstoff verwenden!

Was natürlich ebenfalls unbedingt(!) in jeden Rucksack hinein gehört, ist Wetterbekleidung – und zwar für alle Teilnehmer einer Tour! Auch bei uns im Hochschwarzwald und auf der Alb gibt es manchmal extreme Wetterumschläge. Schon ein überraschend aufziehendes Gewitter an einem Hochsommertag kann einen richtig „kalt“ erwischen! Und wer nun keine Möglichkeit hat, Schutz zu suchen und sich kleidungsmässig anzupassen, der kann plötzlich ganz schön „alt“ aussehen! Vor allem mit Kindern darf einem so etwas auf gar keinen Fall passieren!

Ein paar Stichworte vielleicht noch zum restlichen Inhalt:

Vesper natürlich. Wir tragen auch hier zum persönlichen Genuss lieber immer etwas schwerer. Ein paar Radieschen, Tomatenschnitze, Gurkenscheiben und einige Streifen Paprika und ein gekochtes Ei, jeweils mit Salz bestreut, schmecken zum Wurstbrot nicht nur sehr lecker, sondern helfen auch dem Körper seinen Salzverlust durch das Schwitzen schneller wieder auszugleichen.

Eine halbe Rolle, ungebleichtes Toiletten-Papier, kann ebenfalls von großem Nutzen sein und ist zudem im Wald auch weitaus diskreter, als gebleichte Tempo-Taschentücher. Es verrottet auch deutlich schneller!

Und zum Abschluss noch eine kleine Geschichte, die auf den Punkt ausdrückt, um was es eigentlich geht:

Claudia und ich waren mit ihrer Mutter durch die Gertelbachschlucht im Bühlertal gewandert. Über Oberen Plättig und die Adenauer-Kapelle erreichten wir die Herta-Hütte und machten dort Pause im tollen Sonnen-Untergang, mit herrlicher Aussicht hinab, ins Bühlertal. Irgendwann erschien noch ein weiteres Wanderer-Ehepaar, beide mit größerem Rucksack. Bald holte er einen Gaskocher heraus und kochte dann mit einer original italienischen Espresso-Kanne, aus Mineralwasser, Espresso! Claudia und ich meinten dazu nur: „Kompliment, das hat mal so richtig Stil!“

Der anschließende Kommentar meiner Schwiegermutter: „Das wäre mir wirklich schon zu blöd, das alles mitzuschleppen, bloß für ’ne Tasse Kaffee..!“

Richtig! Dem Einen wäre es einfach nur zu blöd, der andere weiß es hingegen zu schätzen und kann diesen (besonderen!) Augenblick dann auch so richtig genießen. Und wir gehören halt ebenfalls zu letzteren Sorte! So überrascht mich Claudia dann am Ende einer leichten Fototour auch schon mal mit einer guten Flasche Rotwein aus dem Rucksack – natürlich im stilvollen Glas genossen, siehe Foto.

Alles reine Einstellungssache eben und für die „Küchenwagenrechner“ natürlich immer nur viel zu schwer. Aber im Sonnenuntergang auf einem herrlichen Schwarzwaldgipfel den Rotwein im entsprechenden Glas funkeln zu sehen, das ist schon mal richtig klasse! Was darf so viel Lebens-Qualität also wiegen?

 

3 Kommentare »

  • Tobi und Sandra sagt:

    Es ist richtig schön zu Lesen und zu Sehen wie gut es Euch geht!!!
    ( Wir beobachten Euch weiterhin 😉 )

    Ganz liebe Grüße,

    Tobi & Sandra

  • knall kopf sagt:

    hi, der rucksack ist immer noch viel zu groß, weil das rückenteil einfach noch zu lang ist. passt zu viel rein…. ={;-))=

    gruss comici (db)

  • Rainer sagt:

    Diesen Artikel hatte ich bereits verinnerlicht; aber vielicht gibt es zwischenzeitlich von Dir neuere Erkenntnisse. Ich glaube auch, dass Du weist was ich für unseren Bedarf gerne möchte. Lasse uns bei Gelegenheit darüber reden.

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.