Home » Allgemein

WI – 9. Etappe, von Rothaus nach Titisee

6 September 2011 Kein Kommentar

Sonntag, 21. 08. 2011 – die letzte Nacht auf dem Südsteig ist vorbei – leider! Also anziehen, noch ein schnelles Frühstück im Brauereigasthof Rothaus, dann geht es wieder nach Hause! Allerdings müssen wir zuvor noch die letzte Wanderidee-Etappe, von Rothaus nach Titisee bewältigen. Denn erst dort, am Maritim TitiseeHotel, parkt unser Auto.
Noch einmal liegen also 21,5 Kilometer mit 643 Höhenmeter vor uns – und auch für heute sind wieder über 30° C angekündigt..!

Das Frühstück lässt auch im Brauereigasthof Rothaus wirklich keine Wünsche offen! (Nein, es gibt jetzt noch keine Tannenzäpfle, aber ich hätte mir schon gerne welche für unterwegs eingepackt..!)
Auch heute beginnt Claudia erst mal mit einem reichhaltigen Müsli, bevor sie sich einer Tasse Kaffee und einem Brötchen mit Käse widmed. Ich bin da wie immer etwas direkter und halte mich gleich an Wurst und Käse.

Während wir frühstücken, bereitet uns eine nette, junge Dame aus dem Service bereits einen Liter Tee für unterwegs zu. Inzwischen hat sich das eingependelt. (Ein Tipp: Gleich schon immer am Abend vorher nachfragen, wie das in den einzelnen Wanderidee-Gästehäuser gehandhabt wird!)

Auch hier stellen wir dann unser Gepäck noch einmal in die Lobby, bevor wir uns herzlich verabschieden und die Schluss-Etappe unter die Wanderstiefel nehmen. Es wird zum Maritim TitiseeHotel zurück gebracht werden, wo wir es später an der Rezeption abholen können.

Draußen, direkt vor der Türe bekommen wir dann gleich schon mal einen Vorgeschmack auf das, was uns heute erwartet: Die vergangene Nacht war wohl eine „Tropennacht“ gewesen (So bezeichnet man Nächte, deren Temperatur nicht unter 20° C absinkt), denn es hat überhaupt nicht abgekühlt. Schon jetzt fühlt man sich wieder, wie in einer Waschküche..!

Claudia stiefelt gleich voran und ich folge ihr hinunter, zu den Quellen der Brauerei Rothaus (Die hat uns Oliver gestern noch gezeigt!). Dann folgen wir dort der Landstraße in Richtung Faulenfürst.
Um diese Zeit herrscht hier sonntags noch kein Verkehr und die einzigen Geräusch stammen derzeit noch von freundlichen Kühen, die unmittelbar neben der Straße grasen. So kommt es auch bald zu netten „Zwiegesprächen“ mit Claudia..!

Wir folgen der Straße etwa für anderthalb Kilometer, dann führt uns ein Wegweiser rechts von ihr herunter.
So folgen wir nun zuerst mal einem Waldrand, bevor uns dann ein lichter Mischwald aufnimmt. Irgendwann treffen wir hier auf einige Hundefreunde, die ihre Lieblinge trainieren. Und das wohl recht erfolgreich, denn wir bemerken sie erst, als wir eigentlich schon mitten unter ihnen sind.

Immer noch im Wald, passieren wir Faulenfürst und befinden uns nun bereits „Auf der Höhe„, und damit auch schon hoch droben, über dem Schluchsee.

Das lässt sich dann aber leider auch nicht mehr überhören, denn von der B 500, unten am See, hören wir bereits hier oben immer wieder die hochdrehenden Motoren, vieler Biker. Schade.., denn da steht man nun sogar noch mehrere Kilometer weit entfernt und zudem mitten im Wald, und bekommt trotzdem die Phon derartig um die Ohren geschlagen..!
Nein, das bitte nicht falsch verstehen: Auch ich habe den „Einser“ in der Tasche und liebe schwere Maschinen! Aber man kann eben fahren, oder man kann auch „fahren„..! Und dafür habe ich dann überhaupt kein Verständnis mehr!

Wir wechseln nun immer wieder zwischen breiteren Wirtschaftswegen und schmalen Wanderpfaden hin und her und überqueren dann irgendwann die Kreisstraße Schluchsee – Bonndorf. Längere Zeit ziehen wir nun erst mal so in gemütlichem Auf-, und Ab dahin und treffen immer wieder auch einige Pilzsammler. Klar, dass mein Wunderfitz Claudia wieder mal bei jedem ins Körbchen kucken möchte, so ergeben sich aber auch immer wieder nette Fachsimpeleien..!

Seit wir die Straße überquert haben, hält sich der Südsteig nun überwiegend auf breiteren Wegen und senkt sich hinter Hinterhäuser dann auch schon ganz sachte dem Städtchen Lenzkirch entgegen.
Inzwischen ist es richtig heiß geworden und wir sind froh, vorläufig noch im Waldschatten gehen zu können! Aber ich mache mir langsam auch schon meine Gedanken, über die Durchquerung von Lenzkirch. Dann haben wir zwar schon gute zwei Drittel dieser Schluss-Etappe geschafft, aber wir werden wohl auch genau in der größten Mittags-Hitze, mitten durch das Städtchen hindurch müssen!

Wir machen irgendwann eine kurze Pause und ich sehe mir den weiteren Streckenverlauf noch mal etwas genauer auf der Karte an, dann ziehen wir los, zum Endspurt..!

Inzwischen führt unser Weg bereits deutlich steiler abwärts und wir können die Häuser von Lenzkirch nun auch schon sehen. Dann erreichen wir den ersten Asphalt und ich nehme beide Stöcke in die rechte Hand. Am Sportplatz teilt sich unser Weg dann wieder mal: Die Schilder weisen uns nach links, laut Karte geht es jedoch wieder mal geradeaus hinunter und in das Städchen hinein!
Eigentlich kann ich so etwas recht sportlich sehen, aber unter den augenblicklichen Bedingungen möchte ich mich eigentlich viel lieber nur noch irgendwo in einen Kühlschrank verziehen..!
Unten in Lenzkirch angekommen, sehen wir dann, dass es wohl deutlich angenehmer gewesen wäre, den Schildern zu folgen. Sie hätten uns nämlich über eine schattige Passage herunter geführt, während wir leider, der sehr steilen Straße, durch die pralle Sonne gefolgt sind!
Naja, man sollte eben kein allzu großes Vertrauen, in eine vierzig Jahre alte Wanderidee-Karte haben (so alt ist die wirklich, und wir sind ja sogar noch dankbar, dass wir sie überhaupt haben..!)!

Dann verlaufen wir uns bei der Durchquerung des Städtchens aber gleich noch ein zweites Mal, weil wir mal wieder nicht aufpassen! Ich orientiere mich also irgendwann noch einmal neu und drehe dann stinkig um. Claudia im Schlepp, fluche ich laut über meine eigene Dummheit: Ein ganzer Kilometer, heißer asphalt zusätzlich.., so ein sch..ß Hobby..!

Und was dann kommt, ist auch nicht gerade dafür gemacht, meinen Zorn schneller verrauchen zu lassen. Vor uns liegt nun nämlich ein Berg ohne Ende! Ein Anstieg, der sich wohl auch jederzeit mit dem Farrenkopf in Hausach messen könnte, nur noch schlimmer: Genauso steil, genauso lang – nur eben in der prallen Sonne und zudem auch noch auf Asphalt! Oben fehlt mir dann sogar die Luft, um noch laut fluchen zu können und auch Claudia hat inzwischen wohl ebenfalls die richtige „Betriebs-Temperatur“ erreicht (siehe Foto unten!)..!

„Oben“, meint aber eigentlich noch nicht wirklich oben – nur endlich „oben“ im Schatten und „oben“, am Ende der Asphaltstrecke..! Aber wir sind wenigstens wieder auf ungeteerten Wanderwegen und im Waldschatten unterwegs!

Um sich die Qualität dieses Anstieges wirklich zu verdeutlichen, muss man sich das Höhendiagramm unten einmal genauer anschauen: Das war bisher nämlich nur der allererste Anstieg, gerade aus der Senke heraus (Lenzkirch) und bis zur ersten Zacke – alles andere liegt nun noch vor uns!

Dabei waren wir ja eigentlich ganz gut für den Hochfirst-Aufstieg präpariert, als wir heute morgen auf diese Schluss-Etappe gestartet sind: Nur haben wir eben nicht mit dieser Hitze in Verbindung mit Asphalt gerechnet! Seid also bitte gewarnt, wenn Ihr diese Etappe nachwandert und nehmt Euch unbedingt auch genügend Flüssigkeit dafür mit!

Der restliche Anstieg ist dann wieder ganz „normal“: Im Waldschatten führen uns gut zu gehende Wanderwege weiter aufwärts. Zudem wird der Hochfirst-Gipfel auch nicht direkt überschritten, vielmehr führt uns der Südsteig nun – oberhalb von Saig – an ihm vorbei und dann auch gleich wieder, über schmale Waldpfade abwärts, bis zum Titisee.

Bald haben wir dann das See-Niveau wieder erreicht und sehen schon von Weitem unser Hotel am Ufer liegen. Claudia springt hier natürlich gleich noch einmal ins Wasser, während ich unseren Autoschlüssel mit der Parkkarte hole (lagerte im Hotelsafe) und schon mal unser Gepäck einlade. Und als Claudia dann ebenfalls kommt, fahren wir nur noch die letzten Meter hinauf, nach Waldau und sind auch mächtig stolz auf das, was wir in den letzten neun Tagen geleistet haben..!

Autofahrer Achtung: Mit dem heutigen Wissen würden wir wirklich jedem empfehlen, hier noch einmal zu übernachten und sich lieber einmal mehr verwöhnen zu lassen, als nun „fix und fertig“ ins Auto zu steigen, und so vielleicht einen Unfall zu riskieren! Erstens habt Ihr Euch das jetzt wirklich verdient(!) – und Zweitens, stecken Euch jetzt ja nicht nur die 21,5 Kilometer von heute in den Knochen, sondern die gesamte Wanderidee-Strecke von 180 Kilometern..! 

Fazit neunte und letzte Etappe, Rothaus – Titisee:

21,5 Kilometer mit 643 Höhenmeter im Anstieg. Unser Garmin zeichnete folgende Daten auf: 22,0 Kilometer mit 576 Höhenmeter im Anstieg und 702 Höhenmeter im Abstieg. Dauer:  ca. 8,5 Std. (Gemächlich und mit vielen Hitze-Stopps!) Achtung: Diese Etappe ist (unter normalen Bedingungen!) eigentlich nicht übermäßig anstrengend! Eine gewisse Grundkondition sollte jedoch schon vorhanden sein!

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]

Unbenannt-2


Größere Kartenansicht 


WI – 8. Etappe, von Höchenschwand nach Rothaus

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.