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WI – 8. Etappe, von Höchenschwand nach Rothaus

5 September 2011 2 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 8 von 9 in der Serie Schwarzwaldwanderidee

Auch im Dorf am Himmel haben wir wunderbar geschlafen und sind wieder mal die Ersten beim Frühstück. Dabei hätten wir heute doch eigentlich ganz gelassen auch noch eine Stunde länger im Bett bleiben können, denn die Etappe ist recht kurz: Nur 14 Kilometer sind es bis nach Rothaus, dem heutigen Etappen-Ziel!
Claudia hat mir jedoch schon gestern Abend vom dortigen Schlüchtsee vorgeschwärmt und auch davon, dass sie da heute Abend unbedingt rein will! (Na denn..!)

Das Frühstücksbuffet in Porten’s Hotel Fernblick läßt, einmal mehr, keine Wünsche offen! Und auch das Südsteig-Wetter spielt heute noch einmal so richtig mit: Blauer Himmel und Sonnenschein..!

Wir frühstücken ganz gemütlich und besprechen nebenher noch kurz die heutige Etappe. Aber eigentlich gibt es da nicht viel zu besprechen, so kurz wie die ist! Von Höchenschwand aus, führt sie uns über die Schwarza-Talsperre und Schönenbach, nach Rothaus. Dort freut sich Claudia schon seit gestern auf ein Bad im Schlüchtsee. (Und ich mich auf ein Tannenzäpfle, oder zwei..!) Ja, wir sind eigentlich beide, recht leicht zufrieden zu stellen!
Der General-Kurs unserer Südsteig-Runde richtet sich nun wieder nach Norden und umrundet noch den Schluchsee auf seiner Ostseite, bevor sich der Kreis der Schwarzwaldwanderidee dann morgen – am Titisee – im Hotel Maritim, schließen wird.

Nach dem Frühstück packen wir zusammen und stellen unser Gepäck auch hier wieder – für den Gepäcktransfer – in die Lobby.
Also diese Idee mit dem Gepäck-Transfer ist wirklich genial und wird auch von uns Trekking-Freaks inzwischen durchaus geschätzt: Man hat so nämlich die Möglichkeit, buchstäblich mehr Klamotten auf die Tour mitzunehmen, als man tragen kann! Oder würdet Ihr vielleicht – ohne diesen Service – auch das Laptop mitschleppen, um unterwegs aktuelle Fotos vom Tag zu bearbeiten und diese Berichte vorzubereiten? Wohl kaum..! Und: Das Hotel am Ziel der jeweiligen Tagesetappe ist ja ebenfalls immer für uns reserviert – und zwar ohne, dass wir uns noch extra darum kümmern müssten!
Trotzdem erleben wir hier auf dem Südsteig gerade ein unglaubliches Wander-Abenteuer, das wir so eigentlich gar nicht erwartet hätten! Gepäck-Transfer, das war in unseren Augen bisher doch eher was für „Luschen“..!

Diesbezüglich haben wir inzwischen aber kräftig umgedacht, denn die erste Schwarzwaldwanderidee liegt heute – nach 40 Jahren(!) – wohl mehr im Trend, denn jeh! Zudem hat sie sich inzwischen weltweit durchgesetzt.
Wohl nicht umsonst, denn wir sind von der Idee und ihrem Service nun auch schon seit einigen Tagen überzeugt und waren ganz bestimmt auch nicht das letzte Mal, auf diese Weise, unterwegs gewesen..!

Am Himmel ist inzwischen kein Wölkchen mehr zu sehen und wir ahnen bereits, dass das wohl auch heute wieder eine richtige Hitzeschlacht werden wird. Schon jetzt sind wir froh, im Waldschatten unterwegs sein zu können und dabei ist es ja noch nicht mal ganz Zehn!
Noch hält sich hier die angenehme, feuchte Kühle der vergangenen Nacht zwischen den Bäumen, aber wir ahnen bereits, wie dämpfig und schwül es wohl werden wird, wenn die Temperatur nun noch um ein paar Grad steigt.

Aber die Natur profitiert auch von dieser Witterung: Wenn es so warm und trocken ist, wie in den letzten Tagen, dann sind vor allem die großen Waldameisen sehr aktiv. Überall wuselt es auf den Waldwegen nur so von ihnen und auch auf ihren Nadelhaufen, herrscht emsiges Treiben. Die werden derzeit wohl täglich um einiges höher!

Aber auch noch einer andere Insektenart gefällt dieses Wetter wohl recht gut, und lässt sie derzeit sehr aktiv sein – Wespen! Immer wieder stoßen wir unterwegs auf ihre Erdnester, ja sogar in unmittelbarer Wegnähe (Vorsicht!). Aber auch immer wieder auf Spuren, nächtlicher Zerstörung: Dachse (und wohl auch Füchse) lieben ihre Waben mit den Larven und nehmen dafür sogar Stiche in die empfindliche Nase in Kauf, um sie auszugraben. Immer wieder sehen wir nämlich frisch ausgebuddelte Erdlöcher und daneben, leere, geplünderte Waben liegen..!

Bisher waren wir auf der heutigen Etappe (leider) fast ausschließlich auf breiten Wirtschaftwegen unterwegs gewesen. Dann erreichen wir am Schwarzastausee auch noch die Straße und folgen ihr ein paar Meter, bis zur Staumauer. Ein schnelles Foto und wir ziehen weiter, immer auf der Suche nach Schatten. Wo wir nämlich auf Asphalt gehen müssen, ist es in der Sonne schon jetzt fast unerträglich!
Wir umrunden die Talsperre im Westen und folgen an ihrem Ende einem Wirtschaftsweg steil aufwärts. Endlich sind wir wieder im Schatten! Nach einem halben Kilometer dann die Erlösung: Hier dürfen wir auch mal wieder auf schmale, weiche Waldpfade wechseln..!

An einem hübschen, abgelegenen Hof vorbei, führt uns zunächst ein recht angenehm zu gehender Graspfad aufwärts. Der wird dann aber bald etwas rustikaler und hat auch sonst noch einige kleine „Hindernisse“ parat, bevor uns Waldarbeiter endlich wieder mal vor eine richtige Aufgaben stellen: Sie haben nämlich auch alle Bäume mit den Wander-Schildern umgemacht! Und wenn Waldarbeiter mit ihren Erntemaschinen erst mal auf Wanderwege losgelassen werden, dann ist das auch so eine Sache: Ob das nämlich ursprünglich mal ein schmaler Pfad, oder vielleicht schon immer ein verkommener Fußballplatz war, das ist dann auch für uns nicht mehr so ohne Weiteres zu erkennen..!

Auf jeden Fall stehen Claudia und ich plötzlich mal wieder mitten im Wald und wissen nur noch eines: Wir müssen auf jeden Fall weiter „hinauf“, dort oben ist nämlich irgendwo Schönenbach..!

Irgendwie schaffen wir es dann tatsächlich in den hübschen Weiler hinauf und auch Claudia hat endlich wieder ein kühlendes „Gewässer“ gefunden: Den Dorfbrunnen..!

Leider sind auch in diesem Bereich wieder alle Wege asphaltiert und der Teer ist mittlerweile so weich geworden, dass Claudia mit ihren Stöcken tiefe Löcher hineinsticht.
Wir trösten uns mit Galgenhumor und gegensätzlichen Frotzeleien über die Hitze und den ungemütlichen Weg hinweg und schießen sogar noch ein paar Fotos, von wunderschön blühenden Erika.

Wir haben auch heute, in Porten’s Hotel Fernblick in Höchenschwand, wieder sehr freundlich einen Liter Tee, zum Mitnehmen bekommen, aber wir versuchen den Vorrat einzuteilen und trinken daher auch heute wieder viel zu wenig!
Bei dieser Hitze benötigt der Körper (unter Anstrengung) einfach deutlich mehr Schweiß um sich zu Temperieren und es geht daher auch nicht darum, nun einfach weniger zu trinken, um so vielleicht weniger schwitzen zu müssen, sondern vielmehr darum, dem Organismus genügend Flüssigkeit zur Verdunstung zur Verfügung zu stellen, damit trotz des Transpirierens das Blut nicht dicker wird..!
Irgendwo muss er das Wasser für die erforderliche Kühlung ja herholen, und da alle Flüssigkeiten des Organismus untereinander im ständigen Austausch stehen, ist das dann oft, die nicht zu unterschätzende Konsequenz! Und was dann wohl die feinen Herzkranz-Gefäße machen, die vielleicht ohnehin nicht mehr die Besten waren..?

„Da werde ich wohl nachher ein paar Tannenzäpfle mehr brauchen, um den enormen Wasserverlust wieder auszugleichen..!“, erkläre ich Claudia toternst.
„Nix, da! Ein paar Ascho tun’s auch und zu viel Bier ist bei der Hitze ohnehin nicht gut..!
„Nicht zu viele! Nur ein paar..!“
„Nix da..!“

Gleichzeitig lachen wir los! Klar, dass wir diese Diskussion nicht ernst geführt haben und mich im Brauereigasthof Rothaus  absteigen zu lassen, ohne mir dort ein paar Tannenzäpfle extra zu „erlauben“, das würde wohl nicht mal Claudia über’s Herz bringen..!

Ab einem Wanderparkplatz müssen wir für etwa einen Kilometer noch einmal entlang der Straße gehen. Danach nimmt uns wieder ein schattiger Waldweg auf und führt uns in Richtung Brünlisbach, kurz vor Rothaus. Wir beißen uns die letzten Kilometer, zur schon lange sichtbaren Brauerei hinauf und ich weiß nicht recht, ob es nur die Vorfreude ist, aber oben klebt mir dann so richtig die Zunge am Gaumen! (Birgit hilf..!)

Wir begeben uns zur Rezeption und werden von dort aus gleich in den schattigen Biergarten geführt, wo uns bereits Oliver Rumpf empfängt. Und hier bekomme ich nun auch endlich mein erstes Tannenzäpfle! Aber auch für Claudia hat Oliver sofort das Richtige parat: Biggi, eine Rothaus-Bionade aus Gerstenmalzwürze, mit Sanddorn und Orangensaft! Natürlich ohne Alkohol – Claudia ist begeistert..!

Nach dem Bier und einer kurzen Besichtigung zur Orientierung mit Oliver, dem Geschäftsführer, beziehen wir unser hübsches Zimmer. Dort wird Claudia sofort aktiv: Sie packt die Badesachen und drängelt an den Schlüchtsee, einen wunderschön gelegenen Badeweiher. Duschen fällt heute also (erst mal) aus..!
Der Schlüchtsee ist wirklich nur ein Katzensprung von der Brauerei-Gaststätte entfernt und da wir – aufgrund der kurzen Etappe – sehr früh dran sind, schlendern wir die anderthalb Kilometer auch ganz gemütlich hinunter..!

Unser Weg führt uns dabei direkt am Hüsli vorbei, dem Filmwohnhaus von Prof. Brinkmann in der Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“. Es ist inzwischen längst ein Museum und wir beschließen, ihm noch einen Extra-Besuch abzustatten. Auch der Naturpfad (Schlühüwanapark), der uns vollends zum Weiher hinunter führt, ist ein paar Extrazeilen (und Fotos) wert! Bitte beachtet dazu den weiterführenden Beitrag, unten – ganz am Ende dieses Tages!

Am Schlüchtsee angekommen, waren wir beide ausgesprochen schnell im Wasser und es tat nur gut, uns das Salz einmal auf natürliche Weise von der Haut zu spülen..! (Das Wasser ist hier unglaublich weich!)
Und ehrlich – auch wenn ich hier kein Beweisfoto liefern kann, ich war ebenfalls im Wasser gewesen..! Nur nicht so lange, wie Claudia und auch nicht so weit von der Kamera weg, wie sie..! Die lag nämlich in dieser Zeit – recht unbehütet – am Ufer.

Nach unserem Bade-Ausflug wandern wir dann zurück, zum Hotel und bereiten uns gemütlich auf’s Abendessen vor. Ganz langsam knurrt uns nämlich beiden der Magen.

Im Restaurant ist schon ein hübscher Tisch für uns reserviert und wir bleiben unseren Getränken vom Nachmittag auch am Abend treu: Tannenzäpfle und Biggi!
Dazu holten wir uns einen feinen Vorspeisenteller vom Buffet. Anschließend noch eine wunderbare, mit Käse überbackene Zwiebelsuppe, dann bedienen wir uns zum Hauptgericht am Salat-Buffet: Beide haben wir uns für Rinderbraten entschieden – eine wirklich gute Wahl, denn anschließend sind wir beide mal wieder kurz vor dem Platzen..!

Etwas später kommt auch Oliver noch mal vorbei und kredenzt uns einen echten „Weltmeister“: Einen klaren Bier-Brand, der sich international – im direkten Vergleich – unter 26 Konkurenten durchgesetzt hat, daher sein Name. Er ist klar, gut und brennt auch im Hals noch einmal ganz ordentlich! Ein echter Weltmeister halt..!

Wir sitzen noch lange zusammen und unterhalten uns über die Wanderidee und den Südsteig und als wir endlich aufs Zimmer gehen, trennen sich auch unsere Wege wieder: Claudia geht schlafen, und ich bearbeite mal wieder die aktuellen Fotos und verschicke sie auf Facebook und per Email an einige Tourismus-Gesellschaften..!

Fazit achte Etappe, Höchenschwand – Rothaus:

14,0 Kilometer mit 433 Höhenmeter im Anstieg. Unser Garmin zeichnete folgende Daten auf: 14,7 Kilometer mit 512 Höhenmeter im Anstieg und 535 Höhenmeter im Abstieg. Dauer:  ca. 5,0 Std. (Gemütlich und mit vielen Foto-Stopps!) Achtung: Die Etappe ist nicht besonders anstrengend, erfordert aber etwas Orientierungsvermögen (Durch freundliche Holzfäller)!

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]



Größere Kartenansicht

Zusatz-Info zur 8. Südsteig-Etappe mit der Schwarzwaldwanderidee

Wenn man auf dem Südsteig mit Kindern unterwegs ist, dann ist diese Etappe eigentlich ideal, um vielleicht noch einen Extra-Tag, zum Verschnaufen einzuschieben. Warum hier nicht einfach mal die Seele baumeln lassen? Kein Ort bietet unterwegs so viel Interessantes, für Jung und Alt, wie Rothaus! Zum Beispiel bei einer exclusiven Brauerrei-Besichtigung:

Ein Besuch bei Biergit und dem Tannenzäpfle..!







Oder..:

Die Älteren werden sich wohl noch an die Fernseh-Serie „Die Schwarzwaldklinik“ erinnern?
Hier, im wunderschönen Hüsli hat damals Prof. Brinkmann gewohnt..! Zumindest wurden hier die Außen-, und Innenaufnahmen zur Serie gedreht.
Inzwischen ist das Hüsli längst Museum und kann von jedem Besichtigt werden! Seht selbst:






Oder..:

Vom Hüsli weg, hinunter zum wunderschönen Schlüchtsee, einem idyllisch gelegenen Badeweiher, führt der Naturpfad „Schlühüwanapark“. Ein wahres Eldorado für die Kleinen..!






Und anschließend vielleicht noch ein gemeinsames, erfrischendes Bad, im herrlich gelegenen Schlüchtsee..?

Ihr werdet ganz bestimmt das Richtige für Euch finden und wir wünschen Euch viel Freude und Erholung dabei..!


WI – 7. Etappe, von Todtmoos nach HöchenschwandWI – 9. Etappe, von Rothaus nach Titisee

2 Kommentare »

  • Winfried Hemberger sagt:

    Liebe Claudia, lieber Rainer,

    ich habe mich sehr über eure interessanten Etappenberichte gefreut. Sie sind sehr gefühlvoll, auch die Fotos geben einen wunderbaren Einblick.

    Habe vor 40 Jahren den Westweg gelaufen. Damals hatte ich die Schnauze gestrichen voll, aber jetzt habe ich richtig appetit bekommen.

    Liebe Grüße

    Winfried

  • Rainer sagt:

    Lieber Winfried,

    herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar! Es freut uns immer, wenn es uns gelingt, andere zu motivieren, „raus“ zu gehen..! Worte wie Deine, sind für uns immer noch das größte Kompliment und einmal mehr die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein..!
    Ganz liebe Grüße, Rainer

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