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WI – 5. Etappe: Vom Wiedener Eck nach Todtnau-Fahl

30 August 2011 Kein Kommentar

Das Piepsen des Garmin holt uns recht unsanft in die Realität zurück: Es ist Mittwoch und die 5. Südsteig-Etappe steht an – vom Wiedener Eck nach Fahl!
Eigentlich ist es im Bett ja gerade viel zu angenehm um es zu verlassen, aber Claudia kennt mal wieder kein Pardon: „Aufstehen, abstauben, Frühstück..!“ Dem habe ich natürlich nur wenig entgegen zu setzen und begebe mich daher auch artig ins Bad – Zähne putzen und Katzenwäsche!

Bereits kurz nach halb Acht betreten wir den Speisesaal im Berghotel Wiedener Eck. Und auch hier ist schon wieder alles für den frühen Wanderer vorbereitet, sogar Rühreier und Spiegeleier werden schon bereit gehalten! Selbst die liebenswerte Bedienung von gestern ist schon wieder hier, da kann doch überhaupt nichts mehr schiefgehen! Nein, heute Morgen bitte noch keinen Cognac, nur etwas Kaffee..!

Nach einem ausgiebigen Frühstück unterhalten wir uns dann noch ein paar Minuten sehr nett mit der Fam. Wissler, den Inhabern. Sie sind wohl richtige Fans unserer Wander-Berichte und als wir ihnen von den fehlenden Schildern gestern, und unserem daraus resultierenden Verlaufen erzählen, verspricht Herr Wissler sofort, sich persönlich um die Ausschilderung zu kümmern.

Zum Abschied erhalten wir von ihm dann sogar jeder noch ein Döschen selbstgemachte Wildschweinbratwurst und ein Paar gerauchte Wildschwein Bergbeisser, als Marschverpflegung. Lecker..! (Er ist passionierter Jäger!) Abschließend begleitet er uns noch persönlich vor das Haus und zeigt uns dort, wo der Südsteig nun weiter führt.

Wir haben auch heute wieder richtig Glück mit dem Wetter, denn es ist einfach perfekt! Nicht eine einzige Wolke ist am Himmel zu sehen, als wir dem Wiedener Eck den Rücken kehren und dem lieblichen Wiesenweg folgen. Nur ziemlich heiß wird es wohl wieder werden. Aber das macht nichts, denn auch heute freuen wir uns unterwegs auf eine Einkehr: Am Knöpflesbrunnen!

Die Generalrichtung der heutigen Etappe führt uns auf unserer Südsteig-Runde nun zuerst mal wieder zurück nach Osten, bis nach Fahl, am Fuß des Feldbergs. Allerdings ist das heute – bis hinüber zum Todtnauer Wasserfall – mal wieder völliges Neuland für uns! Und so sind wir natürlich auch gleich doppelt gespannt, was uns unterwegs erwartet. Natürlich freuen wir uns riesig darauf, auch diese „Ecke“ des Schwarzwaldes nun mal kennen zu lernen! Der Knöpflesbrunnen markiert dann gleichzeitig den südlichsten Punkt unserer Tagestour.

Der Weg, vom Wiedener Eck weg, verläuft nun erst mal fast völlig eben dahin. Über liebliche Weiden führt er uns lange Zeit durch den Hang, hoch über der Ortschaft Wieden. In diesem Bereich sehen wir viele wunderschöne Silberdisteln stehen. Leider komme ich mit der Kamera aber nicht direkt an sie heran, so dass ich mir nur ein einzelnes Exemplar mit dem Tele heran hole.
Wo unser Blick nach Süden frei ist, schälen sich inzwischen sogar die Schweizer Alpen zart aus dem Dunst in der Ferne. Vielleicht werden sie im Laufe des Tages ja noch klarer heraus kommen..?

Inzwischen folgen wir einem breiten Forstweg, auf dem sich schattige Passagen mit sonnigen Abschnitten abwechseln. An einem Bänklein mit hübscher Aussicht, hinunter ins Tal, mache ich eine kurze Pause und entferne ein Steinchen aus dem Strumpf! Weiß der Geier, wie der da hinein gekommen ist..?
Claudia macht noch ein Foto davon und setzt sich dann neben mich, in den Schatten. Grinsend zieht sie zwei Äpfel aus ihrem Rucksack und hält mir einen davon hin.
„Sind noch aus der Obstschale auf dem Zimmer..! (Wiedener Eck)“, schmunzelt sie.

Ich greife natürlich ebenfalls zu und so hören wir uns anschließend dann auch erst mal eine Weile nur gegenseitig beim Apfelessen zu. Allerdings genießen wir natürlich auch die phantastische Aussicht, hinunter ins Tal.
Abschließend werfe ich noch mal einen Blick in die 50.000er Karte und versuche den weiteren Wegverlauf zu erahnen. Wir haben vom gestrigen Malheuer natürlich gelernt und setzen uns nun deutlich kürzere Zwischenziele. Sollten wir den Weg trotzdem mal kurzzeitig verlieren, dann müssten wir so eigentlich wieder viel leichter auf ihn zurück finden.

Ich stelle erst später, zu Hause fest, dass wir von diesem Vormittag eigentlich viel zu wenige Fotos haben. Das liegt aber einfach daran, dass mich der – zwar sehr schöne, aber in diesem Bereich leider auch – recht eintönige Wanderweg nicht besonders zum Fotografieren motiviert. (Siehe Fotos unten..!) Er bietet uns zwar – als ausgeschilderter Panoramaweg – teilweise wirklich unglaublich schöne Aussichten und Tiefblicke, aber der Weg selbst führt uns leider – nur als breite „Wanderautobahn“ – hinüber, zum Knöpflesbrunnen.

Und an einer Abzweigung, unmittelbar vor dem Knöpflesbrunnen, geht dann für einen Augenblick sogar wieder die schon bekannte Raterei los: Wohin denn jetzt..?
Inzwischen ziemlich durstig, habe ich gerade überhaupt keine große Lust mehr, nun noch einmal die Karte heraus zu holen und den eigenen Standort zu bestimmen. Das Wanderidee-Zeichen weist uns hier aber gleich nach links, was eigentlich falsch sein müsste! Und der Knöpflesbrunnen selbst, ist hier nun gar nicht mehr ausgeschildert, klasse..!
Ein anderer Wanderer sieht wohl unser Zögern an der Abzweigung und fragt im Vorbeigehen lachend:
„Na.., zur Tränke..?“
„Klar..!“
„Da lang..!“ Ohne stehenzubleiben zeigt er mit ausgestrecktem Zeigefinger vor der Brust vorwärts und 200 Meter weiter haben wir die bewirtschaftete Hütte (Liegt im toten Winkel einer Senke!) dann ebenfalls erreicht.

Im Biergarten ist es jetzt – zwölf Uhr mittags – brechend voll und wir sind wirklich dankbar, als uns eine nette Dame zwei Plätze im Schatten ihres Sonnenschirmes anbietet. In der Sonne hält man es inzwischen nämlich kaum mehr aus!
Zur Feier des Tages bestelle ich mir ein eiskaltes Hefeweizen und Claudia ein großes Radler. Und ich ziehe auch noch meine Stiefel aus, denn die Füße scheinen inzwischen ebenfalls zu kochen..!

Nach etwa einer halben Stunde ziehen wir dann weiter und sind oben, wieder an der Abzweigung von vorhin angekommen froh, nun endlich von den harten Wanderpisten herunter zu kommen. Gut gelaunt folgen wir dem Schild der Wanderidee nun über weiche, traumhaft zu gehende Wiesenpfade, in den Wald hinein.
Der nächste Kilometer ist nun wieder vom Feinsten und endet an einem hübschen Schwarzwald-Brunnen, wo sich Claudia dankbar Gesicht und Hände kühlt..!

Ab hier müssen wir nun gewaltig Höhe abbauen, bis hinunter nach Todtnau, fast volle 400m! Der erste Abstieg findet dabei noch relativ angenehm im Wald statt, dann wechselt der Pfad aber leider auf ein geteertes Sträßchen ohne Schatten, das jetzt in der Nachmittagshitze fast zu kochen scheint! Ich schieße noch ein paar Fotos mit dem Tele, dann folgen wir ihm hinunter, bis nach Aftersteg und durch die Ortschaft hindurch, auf die L 126, die uns dann wieder ein paar Meter hinaufführt, zum Parkplatz am Todtnauer Wasserfall.

Hier ist jetzt, in der Ferienzeit, natürlich mächtig „was los“..! So beeilen wir uns dann auch, Deutschlands höchsten (natürlichen!) Wasserfall möglichst rasch zu passieren und dort nur schnell noch ein Erinnerungsfoto an die Südsteigtour zu schießen. Wir wohnen ja nicht weit von hier und kennen ihn daher von anderen Wanderungen bereits bestens.

Gleich hinter der großen Kaskade des Wasserfalls ziehen wir dann auch wieder über den schmalen Pfad (Wasserfallsteig) aufwärts. Den verbleibenden Weg bis zum Hotel kennen wir nun wieder ganz genau und brauchen daher auch keines, der hier nun wieder fehlenden(!) Schilder. (TIPP: Immer nur noch dem Wasserfallsteig in Richtung Fahl folgen, er führt direkt am Hotel Lawine vorbei!)

Ein kurzer Anstieg noch, dann geht es wieder bis zur Talsohle des Wiesentales abwärts. Immer angenehm im Waldschatten, folgen wir dem schmalen Weg hinunter, in Richtung Todtnau, bleiben dann aber etwas über dem Städtchen und besuchen dort kurz das Kriegerdenkmal. Das übergroße Schwert erinnert an die gefallenen Söhne der umliegenden Gemeinden aus beiden Weltkriegen.
Vom Kriegerdenkmal aus hat man einen tollen Blick, hinunter auf Todtnau. Leider steht die Sonne gerade in einem Winkel, der von hier aus keine Aufnahme zulässt, da sie sich in zu vielen Dächern spiegelt.

Wir ziehen weiter und passieren auch noch das Freibad. Hier tanzt bei diesem Wetter natürlich „der Bär“, Liegewiese und Beckend sind bestens gefüllt!
Zudem ist hier auch noch ein Kletterfelsen, an dem man den Aktiven von unten zuschauen kann. Wir beobachten kurz eine Gruppe Jugendlicher, die unter Anleitung eines Ausbilders trainiert, sich ins Sicherungs-Seil fallen zu lassen: Kleine Mädchen (vielleicht 10 Jahre alt!), die ohne sichtlich Angst zu haben, immer wieder in die Tiefe springen..!

Wir folgen dem Wasserfallsteig immer weiter, und erreichen dann den Gamsblick, kurz vor den ersten Häusern von Fahl! Hier hat jemand eine Bank aufgestellt, von der aus man immer wieder ein wildes(!), aber recht standorttreues Gämsen-Rudel, von etwa 20 Tieren, beobachten kann. Sie haben die Scheu vor Menschen inzwischen so ziemlich abgelegt und lassen sich sogar am hellichten Tag fotografieren, solange man sie nicht zu sehr bedrängt!
Leider sind heute aber mal wieder keine da, so dass wir für diesen Artikel froh sind, auf ältere Aufnahmen im Fotoarchiv zurückgreifen zu können! Sie stammen vom 22. 08. letzten Jahres, als wir den Wasserfallsteig gewandert sind! Die Aufnahmen wurden morgens, etwa um 10.00 Uhr (im Beisein von ungefähr noch 10 anderen Wanderern) geschossen!

Von hier aus sind es nun nur noch fünf Minuten, bis zum Akzent-Hotel Lawine. Ein Schild weist uns dort über einen schmalen Wiesenpfad steil hinunter und unten über einen Bach (die junge Wiese!). Dann haben wir unser Tagesziel erreicht!

Auch hier werden wir wieder überaus herzlich begrüßt und auf unser hübsches Zimmer geführt. Aber auch heute legen wir hier nur kurz unser Gepäck ab und ziehen noch schnell die Wanderstiefel aus, bevor wir uns wieder hinaus setzen, in den schattigen Biergarten und dort erst mal ein großes, eiskaltes Ascho (Apfelschorle) trinken! Dann gehen wir Duschen und umziehen und nehmen im feinen Restaurant zum Abendessen Platz.

Auch Doris und Frank zählen zu den exklusiven Naturpark-Wirten, was ein kleiner Gruß aus der Küche gleich mal ganz dick unterstreicht: Eigentlich nur eine kleine Rinderbrühe, sozusagen als Probiererle, aber was für eine!!! Man schmeckt diesen kleinen, feinen Unterschied halt einfach! Oder ist es vielleicht auch nur die Liebe, mit der hier gekocht wird..?
Ein kleiner Tipp: Unterhaltet Euch mit Frank einfach mal über sein Kräutergärtle, dann werdet Ihr schnell merken, wieviel Ahnung er von frischen Kräutern hat..!

Wir essen auch heute wieder Wild und sind dann auch einmal mehr beeindruckt von der regionalen Küche! Rehschnitzel mit Rotkraut, Hausgemachten Spätzle und – auch hier wieder – schier mit einem halben Wald voll frischer Pilze auf dem Teller! Superlecker..!

Nein, Abnehmen funktioniert unterwegs wohl irgendwie anders..! (Ist uns inzwischen aber auch längst egal, so wie wir verwöhnt werden..!)
Wir sitzen dann auch noch lange mit den beiden zusammen und unterhalten uns über den Südsteig und als ich endlich die aktuellen Fotos vom Tag, per Email verschicke, ist es mal wieder kurz vor Eins! Claudia schläft schon lange..!

Fazit fünfte Etappe, Wiedener Eck – Todtnau-Fahl:

23,0 Kilometer mit 638 Höhenmeter im Anstieg. Unser Garmin zeichnete folgende Daten auf: 23,1 Kilometer mit 653 Höhenmeter im Anstieg und 822(!) Höhenmeter im Abstieg. Dauer:  ca. 9,0 Std. (Gemütlich und mit vielen Foto-Stopps!) Achtung: Die Etappe ist ebenfalls wieder sehr anstrengend, durch den insgesamt gewaltigen An-, und Abstieg!

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]



Größere Kartenansicht 


WI – 4. Etappe: Vom Notschrei zum Wiedener EckWI – 6. Etappe: Von Todtnau-Fahl nach Todtmoos

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