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Westweg-Trek: Wir sind unterwegs..!

18 Mai 2010 8 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 16 von 16 in der Serie Westweg-Trek 2010

Hier könnt Ihr unser Westweg-Trekking nun immer ganz aktuell mitverfolgen! Wanderstrecke: Pforzheim – Basel, 285 Kilometer.

Als Trekking bezeichnet man das Zurücklegen einer längeren Strecke mit Gepäck, über einen längeren Zeitraum und unter weitgehendem Verzicht auf eventuell vorhandene Infrastruktur. Das bedeutet: Wir verzichten unterwegs ganz bewusst auf jede Übernachtung in warmen Gasthöfen und Hotels, sondern schlafen ausschließlich draußen, im Zelt – oder auch in Schutzhütten.

Wir werden hier jedoch täglich einen kurzen Lagebericht, direkt aus der „Pampa“, abgeben. So könnt Ihr auf der Übersichtskarte unsere jeweiligen Tagesetappen stets mitverfolgen und wisst dann immer ganz genau, wo wir uns gerade befinden und wie wir vorankommen!

Nach unserer Rückkehr wird es dann natürlich wieder einen richtig großen und auch sehr detaillierten Bericht, über die einzelnen Tagesetappen geben und wie gewohnt, auch wieder mit vielen, tollen Bildern. Und wir versprechen Euch heute schon: So ausführlich und umfangreich ist bisher ganz bestimmt noch nie über eine Westweg-Wanderung berichtet worden..!

Bis dahin aber erst einmal viel Freude, mit den aktuellen „Lageberichten“,

Rainer und Claudia

Hier noch die „üblichen“ Tagesetappen des Westweges mit einem Streckenverlauf in Stichworten. An diese Tagesetappen werden wir uns aber kaum halten können, da wir unterwegs ganz andere Prioritäten haben werden, wie z. B. die Beschaffung von Trinkwasser, das Auffinden geschützter Schlafplätze und natürlich die Ergänzung von Verpflegung – schließlich werden wir nun, voraussichtlich für 2 1/2 Wochen, kein richtiges Dach mehr „über dem Kopf“ haben!

Und hier geht’s nun endlich los:

Sonntag, den 23. Mai 2010 – 1. Etappe:

Es ist so weit! 6.00 Uhr aufstehen, Katzenwäsche, Frühstück – 7.30 Uhr Abfahrt. August Spiegelhalter ist so freundlich, uns an den Bahnhof Titisee zu bringen. Der Zug fährt um 8.08 Uhr, über Freiburg und Karlsruhe. Zweimal umsteigen, Ankunft Pforzheim Hbf: 10.25 Uhr.

10.40Uhr ab Hbf Pforzh. 11.30 Start Westweg am Kupferhammer, Dill-Weisenstein. Neuenbürg, Dreimarkstein, Schutzhütte-21Uhr. Kein Netz! Ziel erreicht, aber kaputt!

Montag, den 24. Mai 2010 – 2. Etappe:

Dreimarkstein – Hohlohsee. Hammer-Etappe: 20,5km. Sehr heiß, wenig Schatten. Viel Asphalt u. breite Wirtschaftswege! Unterwegs kein Trinkwasser. Übernachtung am Hohlohsee in Kaiser-Wilhelm-Hütte, sehr schön und ruhig.

Dienstag, den 25. Mai 2010 – 3. Etappe:

Hohloh-Turm – Wegscheid-Hütte. Tolle Hütte, direkt am Kaiser-Wilhelm-Turm, gut geschlafen! Weg nun vorerst eben durch Hochwald, dann aber steil bergab über Wurzelpfade. Kurze Pause am Latschigfelsen, dann weiter hinab, nach Forbach. Als ein Gewitter herauf zieht, kehren wir ein und laden die Akkus auf. Es bleibt trocken und die Sonne sticht wieder, als wir steil hinauf ziehen, Richtung Badener Höhe. Nach 400 Höhenmetern kommt die Wetterfront zurück und wir beschließen, lieber in der Wegscheidhütte zu bleiben. 18 Uhr und „nur“ 13 km – aber egal!

Mittwoch, den 26. Mai 2010 – 4. Etappe:

Wegscheid-Hütte – Hornisgrinde, 19 km. Super geschlafen! Aufstieg zur Badener Höhe (1002m) anstrengend, aber sehr idyllisch. Fotos leider nicht möglich, wegen Wetter. Weiter über Sand, Hundseck u. Untersmatt, zur Hornisgrinde. Hier keine(!) Schutzhütten u. es schüttet aus Kübeln. Um 21.10 Uhr bauen wir notgedrungen unser Zelt auf, um etwas Schutz zu haben. Der Regen peitscht unser „Denali II“ die ganze Nacht, aber es hält dem Sauwetter stand und wir haben es warm und trocken! Abenteuer Westweg-Trek – so wollten wir es haben!

Donnerstag, den 27. Mai 2010 – 5. Etappe:

Hornisgrinde – Mummelsee – Ruhestein – Schliffkopf, 16 km. Es pisst ohne Ende u. d. Abstieg zum Mummelsee ist höllisch rutschig! Im Taucheranzug gehts weiter, zur Darmstätter Hütte – Boxenstop u. Handy laden. Am Ruhestein gehts dann noch mal richtig hoch u. anschließend hinüber zum Schliffkopf. Am Hotel ergänzen wir Wasser u. suchen uns eine einfache Hütte. Abendessen, 8 Uhr schlafen (wie tot).

Freitag, den 28. Mai 2010 – 6. Etappe:

Schwabenrank-Hütte – Zuflucht – Alexanderschanze – Glaswaldsee – Hark, 25 km! Wetter ist zuerst schön, dann wieder starker Regen. Wir gehen etwa 9 km im „Taucheranzug“ und schlagen unser Zelt, gegen 21 Uhr, am Waldrand einer Viehweide auf. 6 Tage – 120 km.

Samstag, den 29. Mai 2010 – 7. Etappe:

Hark – Glaswaldsee – Hausach – Farrenkopf, 21,5 km. Endlich herrscht besseres Wetter, heiter bis wolkig, nicht zu heiß und trocken. Dafür geht es nun nur noch hoch und runter. Einkaufen in Hausach, dann hinauf zum Farrenkopf – Übernachtung in der Schutzhütte.

Sonntag, den 30. Mai 2010 – 8. Etappe:

Farrenkopf – Hauenstein – Wilhelmshöhe – Blindenhöhe. Sehr gut geschlafen. Wir brechen erst um 12 Uhr auf, es gießt mal wieder. Zunächst noch vergnügliches Auf und Ab, dann strammes Berg u. Tal. Die härteste Etappe bisher, 17 km! Um 21 Uhr schlagen wir unser Zelt am Waldrand auf und eleben eine stürmische Regennacht mit wenig Schlaf, aber unser Denali hält.

Montag, den 31. Mai 2010 – 9. Etappe:

Blindenhöhe – Blindensee – Martinskapelle – Brend – Kalte Herberge, 20,5 km. In der Nacht kaum geschlafen, Orkan und wolkenbruchartiger Regen, wir bleiben trocken, aber es ist saukalt. Zelt mal wieder nass einpacken und Marsch zur Martinskapelle, Donauquelle. Über den Brend, an die B 500, wir sind fast „zu Hause“. Etwa 1 km nach der Kalten Herberge schlagen wir unser Zelt im Wald auf, zum ersten Mal nicht im Regen.

Dienstag, den 1. Juni 2010 – 10. Etappe:

Kalte Herberge – Weißtannen-Höhe – Titisee, 21,5 km: Wir haben gut geschlafen und marschieren zum „Schweizer Hof“. Hier deponieren wir unser Gepäck und fahren nach Neustadt, zum Einkaufen. Anschließend weiter, in Richtung Titisee. Wir ergänzen am Campingplatz unsere Wasservorräte und schlagen gegen 21 Uhr unser Zelt im Wald auf. Inzwischen haben wir beide Blasen und bei Claudia ist ein Knie bedenklich geschwollen.

Mittwoch, den 2. Juni 2010 – 11. Etappe:

„Königsetappe“, Oberzarten – Feldberggipfel – Stübenwasen – Notschrei, 23,5 km: Nachts leichter Regen und kalt, aber gut geschlafen. Da Claudias Knie noch immer dick ist, nehme ich ihr Gepäck ab. Strammer Anstieg, oben „null“ Sicht und saukalt! Am Notschrei-Hotel ergänzen wir Wasser und suchen uns einen Schlafplatz im Wald.

Donnerstag, den 3. Juni 2010 – 12. Etappe:

Notschrei – Wiedener Eck – Belchen – Haldenhof, 20,0 km. Gut geschlafen, aber alles klamm, da wieder neblig und kalt. Claudias Knie ist etwas besser. Der lange Aufstieg zum Belchen, in dichtem Nebel und auf schmalen Trampelpfaden, ist fast gespenstisch – wunderschön! Oben leider auch keine Aussicht. Auf breiten Wegen hinunter, zum Haldenhof, dort Wasser ergänzen. Nach etwa einem Kilometer suchen wir uns im Wald ein ruhiges Plätzchen. Bis Basel sind es noch 41 km.

Freitag, den 4. Juni 2010 – 13. Etappe:

Spähnplatz – Blauen – Ruine Sausenburg – Kandern, 19,5 km. Ruhige Nacht, dann endlich blauer Himmel und Sonnenschein. Idyllischer Aufstieg zum Blauen, oben tolle Sicht in die Rheinebene. Kräftezehrender Abstieg nach Kandern, es müssen gut 700 Höhenmeter auf 9,5 km Strecke abgebaut werden. Einkaufen und Platz für die Nacht suchen. Noch 24,5 km bis Basel. (Entfernungs-Angben des Schwarzwaldvereines differieren etwas!)

Samstag, den 5. Juni 2010 – 14. Etappe:

Wolfsschlucht – Wollbach – Burgruine Rötteln – Tumringen – Basel, 24,5 km. Die Nacht ist etwas unruhig, da noch andere Wandergruppen, spät in unserem Pavillon nächtigen wollten. Morgens ziehen wir gleich durch die wilde Wolfsschlucht. Sie erinnert ungemein an die Wutach-Schlucht, ist aber natürlich um einiges kürzer. Als wir den schattigen Wald verlassen müssen, wird es sehr heiß und wir quälen uns zur Ruine Rötteln. Dort kurze Pause und dann weiter, über Tumringen nach Basel. Der Asphalt kocht und erst die letzten Kilometer, entlang der Wiese, spenden uns wieder etwas Schatten. Um 19.00 Uhr betreten wir den Bahnhof Basel und sitzen um 19.21 Uhr im ICE nach Freiburg. Völlig kaputt, aber auch genauso stolz!

(Ausführlicher Bericht folgt!)

Rainer & Claudia


 


Westweg-Trek: Was gut war..,

8 Kommentare »

  • Markus Reisgies sagt:

    Solli Rainer, Servus Claudia!

    Liebe Grüße aus Karlsruhe und Frankfurt! von den zwei Wanderjungs die eigentlich aus Lörrach kommen und den Weg „verkeht herum“ gemacht haben.

    Wir haben einfach das perfekte Zeitfenster für unere letzte Tour gehabt, Fr. bis Di, kein einziger Regentropfen und dafür jede Menge Sonne!
    Aber ich weis ungefähr wie es euch grad gehen könnte, auf den letzen Touren (Korsika, Irland) hat es nämlich auch immer kräftig geschütttet.

    Aber ich glaube ihr seid dir richtigen um so was durchzuziehen,
    alles Gute und Segen und „Glück auf“ für die kommenden Tage,

    Markus

  • Alexander W. sagt:

    Hallole ihr zwei beiden!

    Tja, ich würd mal sagen, dass ihr ab sofort die Überholspur ganz für euch alleine habt… 😉 Aber langweilig wird es euch ja trotzdem nie, da bin ich mir ganz sicher!

    Bin mit gemischten Gefühlen gestern wieder zu Hause angekommen. Einerseits happy, dass die „erste Etappe“ so prima geklappt hat, andererseits ist es schade, dass es erst später weiter geht – gerade jetzt, wo ich Schwarzwaldluft gerochen habe. Na ja, kommt Zeit, kommt (weitere) Tat!

    Habt ihr den Lidl bzw. Aldi auf dem Weg durch Hausach auch gesehen?? Würde mich fast wundern, wenn ihr nicht einen Abstecher dahin gemacht habt… Der Getränkemarkt direkt am Bahnhof (!!) hatte ja fieser Weise prompt schon geschlossen!!

    Glückwunsch zur Besteigung des Berges der Berge! Ich hoffe, ihr hattet eine angenehme Nacht dort oben.

    Ich werde im Laufe der Woche immer wieder mal auf eurer Seite vorbeischaun. Bis dahin wünsche ich euch viele neue Abenteuer, nette Wandersleut, heile Füße und natürlich kein allzu nasses Wetter!

    Liabs Grüßle,
    Alex

  • Carl sagt:

    Hallo ihr Beiden,

    wir wünschen Euch für den restlichen Westweg viel Glück und gutes Wetter.
    Gespannt werden wir in Zukunft Eure weiteren Touren auf Eurer Seite verfolgen.

    Danke für den tollen Abend auf dem Farrenkopf.

    Lieber Gruß,
    Carl und Nanette

  • Baldur sagt:

    Hallo Ihr 2,hoffe ihr habt noch einen Schlafplatz gefunden Richtung Notschrei.Wünsche euch noch viel Spass auf eurer Tour.
    Baldur von der St.Wilhelmer Hütte

  • Alexander W. sagt:

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

    (Bin sehr gespannt auf Euren Bericht!)

    Alexander

  • Schlegel sagt:

    Hallo Ihr Zwei,

    die zwei Pforzheimer vom Weithäusleplatz (Pfingstmontag) gratulieren Euch herzlich für diese grandiose Leistung. Wir haben Eure Tour fast täglich im Internet verfolgt.

    Glückwünsch und liebe Grüße
    Bärbel und Werner

  • Andrea Brand sagt:

    Hallo ihr Beiden,
    herzlichen Glückwunsch zu Eurer erfolgreichen Tour auf dem Westweg. Wir haben uns am Farrenkopf, Blindenhöhe und kurz nach der kalten Herberge gesehen (die mit den blauen Rucksäcken und ich mit großem roten Regencape :-)). Wir waren nur unwesentlich früher am Badischen Bahnhof (Sa. nachmittag 12.15) und haben uns überlegt, wo ihr wohl seid, nachdem wir uns aus den Augen verloren hatten. Schön, dass wir auf diesem Weg erfahren, dass ihr gut angekommen seid.
    Am Blauen hatten wir eine tolle Übernachtung, abends und morgens gute Fernsicht und ein wunderschöner Sonnenunter- und -aufgang! So konnten wir erahnen, was uns am Feldberg und Belchen an Aussicht nicht vergönnt war. Wir haben noch eine Nacht in Weil übernachtet und uns am Sonntag ausführlich in Basel umgesehen. Schön wars!
    liebe Grüße
    Andrea und Reiner

  • Rainer sagt:

    Zurück von der Waterkant habe ich heute Deine Kurzberichte gelesen. Diese machen Lust auf mehr; auf jeden Fall herzlichen Glückwunsch zu Eurer Westweg-Tour. Was Euch nicht umbringt, macht Euch nur noch härter. Freue mich schon auf den großen Bericht, der sicherlich spannend zu lesen ist und auf ein baldiges Wiedersehen.
    Euer Sontagswanderer Rainer mit Anhang

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