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Westweg-Trek: 10. Etappe

27 Juni 2010 2 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 10 von 16 in der Serie Westweg-Trek 2010

1. Juni 2010,

„Schweizerhof“ – Weißtannenhöhe – Fürsatzhöhe – Titisee – Winterhalde: 21,5 km.

In dieser Nacht haben wir – ganz im Gegensatz zur Vorherigen – mal wieder so richtig, erholsam geschlafen. Und ausnahmsweise hat es auch nicht geregnet. Als wir aus dem Zelt schauen, empfängt uns dann eine tolle Stimmung – der Morgen-Nebel hält sich noch zwischen den Bäumen!

Wir frühstücken gut gelaunt und packen zusammen, während schon wieder das „Guten Morgen..!“ der ersten Wanderfreunde, vom Weg her, zu uns herüber schallt. Dann ziehen auch wir los, in Richtung „Schweizerhof„, einem weithin bekannten Gasthof. Claudias Knie ist über Nacht wieder etwas abgeschwollen, trotzdem übernehme ich einige „schwerere“ Ausrüsrungs-Gegenstände von ihr, um sie etwas zu entlasten. Irgendwann müssen wir heute auch noch einkaufen. Vielleicht in Titisee?

Immer links der B-500 passieren wir das Lachenhäusle und überqueren die Schwarzwald-Hochstraße dann am Ruheckle. Vorsicht, man muss die Straße in einer Kurve überschreiten!

Unterwegs habe ich dann die spontane Idee, (über’s Handy) August – unseren Nachbar – anzurufen. Wenn er mit uns kurz nach Neustadt, zum Einkaufen, fahren könnte, wären wir heute alle Sorgen los. Claudia ist begeistert und wir haben sogar Glück und erreichen ihn. Wir verabreden uns für etwas später, im „Schweizerhof“.

Im Gasthof sind wir persönlich bekannt und dürfen daher auch unsere Rucksäcke mit den Wanderstöcken deponieren. Dann fahren wir mit August hinunter nach Neustadt. Im Supermarkt besorgen wir uns Zucker, eingepacktes Brot, Dauerwürste und Landjäger, ein paar 5 Minuten Terrinen und im Sportgeschäft dann auch noch eine Kartusche Camping-Gas, als Reserve. Die Erste hat uns volle 7 Tage gehalten, was mich sehr erstaunte.

Ich möchte hier auch noch unbedingt erwähnen, dass das Einkaufen unterwegs immer(!) sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, was man für die jeweilige Tagesetappe, entsprechend einkalkulieren sollte.

Anschließend geht es dann wieder zurück in den „Schweizerhof“. Wir verstauen unseren Einkauf und essen noch eine Erbsensuppe, dann ziehen wir weiter. (Persönliche Anmerkung: der „Schwizerhof“, wie er hier allgemein genannt wird, ist bekannt für seine gute, preiswerte Küche und große Portionen!)

Von hier aus könnten wir nun unser Haus sehen, läge es nicht – etwas blickgeschützt – in einem Seitental. Aber wir sind natürlich „eisern“ und gehen weiter. So erreichen wir dann auch schon nach kurzer Strecke das „Süße Häusle“, an dem wir die B-500 erneut überqueren müssen. Es ist weithin bekannt durch sein Gartentürchen, durch das hier jeder Westweg-Wanderer hindurch muss!

Bequeme Wege führen uns nun hinauf zum Doldenbühl, über dem Gasthof Thurner. Hier folgen wir nun, über länger Strecken, dem Thurner-Panorama-Rundweg, der Westweg hält sich jedoch immer links und auf Distanz zur Schwarzwald-Hochstraße. So erreichen wir bald die Wegespinne Eckershöhe, mit einem einladenden Bänkchen, auf dem man sogar mit dem großen Rucksack Platz hat.

Wir halten uns am Wegweiser links und folgen dem Weg nun noch etwas weiter hinauf, zur Weißtannenhöhe und dann weiter, zur Fürsatzhöhe.

Es ist schon Abend, als wir endlich den Ort Titisee erreichen. Der Westweg führt uns links am Golfplatz vorbei, unter der B-31 hindurch, in den Ort hinein. Kurz vor dem See befindet sich dann der wichtige Wegweiser, der dem Westweg- Wanderer auf dem Weg nach Basel die Wahl zwischen der östlichen, oder der westlichen Variante lässt. Die Östliche führt über Bärental – Hochkopf – Hasel – Degerfelden, nach Basel. Wir wählen jedoch die westliche Variante, über Hinterzarten – Wiedener Eck – Hochblauen – Wollbach, weil wir bisher noch nie auf dem Blauen waren. Er war früher einfach zu weit südlich, um ihn – von Stuttgart aus – im Rahmen eines Tagesausfluges zu erreichen.

Wir folgen den Hinweis-Schildern der westlichen Variante zum See hinunter und machen hier noch einmal kurz Rast. Dann brechen wir zum Endspurt auf. Unterwegs müssen wir aber noch irgendwo Trinkwasser organisieren, mal sehen, vielleicht am Campingplatz.

Es ist schon kurz nach 20.00 Uhr, die Campingplatz-Wärter machen gerade Feierabend, als wir freundlich nachfragen und – als wäre es ganz selbstverständlich – dürfen wir uns auch hier wieder bedienen.

Dann geht es noch einmal steil hinauf und Claudia frotzelt: „Na klar, der all‘ abendliche Endspurt..! Warum geht das eigentlich nie eben?

Sie hat Recht! Jeden Abend haben wir bisher ein steiles Stück zum Abschluss gehabt. Und heute ist es sogar ganz besonders gemein: der Pfad führt, immer entlang dem Campingplatz, unglaublich steil hinauf. Und das Allerschlimmste, man sieht schon von ganz unten, bis ganz hinauf und weiß so immer, wie weit es noch ist!  Schon wieder ein Berg ohne Ende und das zusätzliche Wasser drückt uns wieder gewaltig..!

Dann sind wir irgendwann oben und ich verspreche Claudia: „Das nächste, schöne Plätzchen, gehört uns..!“ Sie nickt nur wortlos, es wird auch schon langsam dunkel.

Ich kann ich mein Versprechen schnell halten. Nur etwa 50m vom Weg entfernt, liegt ein moosig-weiches, ebenes Plätzchen am Waldrand. Wir müssen nur noch ein paar Tannenzapfen aufheben, die uns nachts vielleicht drücken könnten, dann bauen wir unser Zelt auf. Das geht inzwischen recht zügig, da wir bereits einige Übung (auch bei Sauwetter!) haben und uns die Arbeit stets aufteilen.

Auch heute macht Claudia wieder „die Betten“, während ich „die Küche“ und das Abendessen vorbereite. Heute gibt es leckere Indian Curry-Nudeln, von Knorr. Auch die sind in 5 Minuten fertig und haben zudem noch etwas „Bums“ im Geschmack! Dazu gibt es leckeren Roibusch-Tee in tollem Schwarzwald-Ambiente – was will man mehr?

Dafür würde wohl mancher viel Geld bezahlen..!“ meint Claudia etwas später dazu als sie, erfrischt und umgezogen, ihren Tee schlürft. Ich habe ihr inzwischen auch ein neues Blasenpflaster auf den Fuß geklebt, nachdem ich die Haut ihrer offenen Blase entfernt und die Wunde desinfiziert habe. Auch ihr Knie ist leider wieder ziemlich dick.

Die üblichen, kleinen „Wehwehchen“ eben. Inzwischen Alltag, auf unserer Abenteuer-Tour durch den Schwarzwald. Auch, dass es draußen schon wieder anfängt zu regnen…

 


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2 Kommentare »

  • Manu sagt:

    Man da konnte man doch geradezu darauf warten, dass vor Eurem Zelt Tiere vorbeihirschen. Super toll bisher. Ich freu mich schon auf die restlichen Etappen.

  • Rainer sagt:

    Ich glaube, dass dies die gefährlichste Etappe für Euch war, mit der Versuchung eine Nacht mal wieder im eigenen Bett zu schlafen, aber mann- und frauhaft habt Ihr der Versuchung wiederstanden und seid weitergezogen auf Euerem Treck südwärts. Das Abendbild am Titisee ist super.

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