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Vorfrühlings-Tour in den Rhein-Auen bei Wyhl

7 Februar 2011 3 Kommentare

Es ist nun schon das zweite Mal in diesem Winter, daß uns kräftiges Tauwetter aus den Schneeschuhen zwingt. Selbst am Feldberg-Gipfel schmilzt die weiße Pracht dahin, und das Anfang Februar!
„Wenn aber selbst ganz oben nichts mehr geht, vielleicht sollten wir dann einfach mal wieder nach
ganz unten sehen?“, meint Claudia schmunzelnd und schlägt vor, in die Rheinebene zu fahren.

Man muss das Datum dann einfach mit dazu nennen, wenn man die Außentemperatur-Anzeige im Auto abliest: 17,5°C am 6. Februar 2011, (15.00 Uhr)!

Klima-Erwärmung? Keine Ahnung, aber für einen Vorfrühlings-Spaziergang einfach nur klasse! Überall hört man plötzlich wieder Vögel zwitschern und es ist kaum zu glauben, auch die Bienen sind schon unterwegs!
Nachdem wir in den letzten zwei Monaten fast ausschließlich nur auf Schneeschuhen im Hochschwarzwald unterwegs gewesen sind, ist das hier für uns nun ein unglaublicher Kontrast, den wir unseren Freunden auf Rainer & Claudia natürlich nicht vorenthalten wollen!

Während wir dem Höllental nach Freiburg hinunter folgen, kleben unsere Augen dann auch ziemlich fest am Außenthermometer. Es ist gerade mal 10.00 Uhr und die Anzeige ist bereits von (+) 4,0°Cin Neustadt, auf 9,5°C gestiegen. Und unterwegs nach Riegel und Wyhl, steigt sie sogar noch weiter. Eigentlich auch kein Wunder, denn inzwischen haben wir schon gute 800 Höhenmeter abgebaut, der Rhein liegt hier im Breisgau ja nur auf etwa 160m (ü. Meereshöhe).

Wir parken unser Auto auf dem kleinen Wanderparkplatz am Rande des Auwaldes, kurz hinter Wyhl und beobachten erst einmal vier Rehe auf dem angrenzenden Acker, die sich völlig unbeeindruckt zeigen.
Von hier aus führt dann ein bequemer Weg zuerst etwas am Waldrand entlang, bevor uns ein Wegweiser (Naturlehrpfad) in den Wald hinein führt. Auf vielen Schildern wird hier die heimische Flora und Fauna beschrieben und vieles davon versetzt sogar uns in Erstaunen. So haben wir beispielsweise bisher noch nie die weibliche Blüte des Haselnuss-Strauches gesehen. (Siehe Foto Oben!) Sie ist wunderschön, aber so winzig, dass man sie wirklich nur sehen kann, wenn man ganz gezielt nach ihr sucht!

Vorbei an einem kleinen Weiher, führt der Weg nun als schmaler Pfad zwischen beeindruckend alten Bäumen hindurch. Irgendwo hämmert ein Specht und wir müssen uns immer wieder daran erinnern, es ist noch Vorfrühling. So stammt das einzige Grün dann auch von unzähligen Misteln und „immergrünem“ Efeu, das manche Bäume bis in die Kronen hinauf überwuchert. Aber das wird sich wohl sehr bald ändern, denn die Zweige einiger Bäume tragen bereits selbst schon dicke Knospen und auch am Boden drückt erstes, zartes Grün, durch das verrottete Laub.

Bald erreichen wir wieder die ursprüngliche Straße, die hier direkt zum Rhein führt. Wir überqueren auf ihrer Brücke aber nur ein Altwasser mit beachtlicher Strömung und halten uns dann gleich wieder links, in den Wald hinein. Hier könnte nun eine Karte (oder der Googlemap-Ausdruck!) nützlich sein, denn wo der Naturlehrpfad im 90° Winkel nach rechts abknickt, gehen wir erst mal gerade aus, in Richtung Rhein. Wo sich der Weg dann teilt, halten wir uns rechts und erreichen – durch wunderschöne, lichtdurchflutete Auwälder – wieder die Straße.

Hier ist ein weiterer, kleiner Parkplatz, auf dem man das Auto ebenfalls abstellen kann, wenn man am Rhein entlang spazieren gehen möchte (Ideal mit Kinderwagen!). Wir gehen hinauf, zum Hochwasserdamm, wo einige Bänke zur Rast laden und packen unser Vesper aus.

Dass hier immer etwas abfällt, das wissen die vielen Schwäne inzwischen aber wohl auch ganz gut und werden teilweise sogar richtig zudringlich. (Unbedingt etwas altes Brot zum Füttern mitnehmen!) Claudia bringt es dann natürlich nicht übers Herz, ihr Vesper selbst zu essen und beginnt, mit einigen Schwänen zu teilen: Was für ein Fehler!
Wie auf Kommando stehen sie nun nämlich plötzlich alle da und bedrängen Claudia, der nun gar nicht mehr so wohl in ihrer Haut ist, wie ich ihr deutlich ansehen kann! (Habt Ihr schon mal einem ausgewachsenem Schwan auf kürzeste Distanz in die Augen geschaut?) Die Tiere sind jedoch nur untereinander etwas agressiv (Futterneid), daher lasse ich sie erst mal zappeln und fotografiere lieber.

Nach einiger Zeit schlendern wir dann weiter und folgen nun einfach dem Rhein aufwärts (nach links). Als zwei Lastkähne vorbeifahren, winkt Claudia hinüber und erhält prompt Antwort.

Wo wir das Kieswerk erreichen, halten wir uns links und gehen über den schmalen Steg in Richtung der Kieshalden. Am Kieswerk vorbei kommen wir wieder auf den Weg, der uns schon zuvor zum Rheinufer gebracht hat. Auf ihn schwenken wir nun wieder (rechts) ein und folgen ihm zurück bis an den Punkt, an dem wir den Naturlehrpfad vorhin verlassen haben. (Nicht verpassen!)

Scharf links führt uns der schmale Pfad hier wieder in dichteren Auwald hinein und zu vielen kleinen Altwasser-Armen, die wir auf idyllischen Brücklein und Stegen überwinden. Der nun folgende Abschnitt ist der schönste Teil des Naturlehrpfades und wer ab und zu mal aufmerksam ins Wasser schaut, der wird dort sogar Muschelschalen im klaren Wasser sehen können.

Im Frühjahr wird hier wieder alles voll mit Bärlauch sein und ein unglaublicher Duft nach Knoblauch wird dann wieder den ganzen Wald durchziehen. Aber bitte immer dran denken, wir befinden uns hier in einem Naturschutz-Gebiet!

Nun brauchen wir nur noch den Schildern des Naturlehrpfades zu folgen, um wieder zu unserem Auto zurück zu gelangen. Irgendwann verlassen wir dann auch wieder den dichteren Wald und kommen auf einen breiteren Waldweg. Hier sind ein paar Bienenkästen aufgestellt, an deren Ausflugs-Löchern bereits reges Treiben herrscht. Die zurückkehrenden Arbeiterinnen tragen sogar schon gelbe „Höschen„, wie man die große Pollenansammlung an ihren Hinterbeinen nennt. Die werden sie wohl von den Haselnuß-Kätzchen haben, denn sonst blüht ja weit und breit noch nichts.

Nach wenigen Metern erreichen wir einen weiteren, mit Pappeln gesäumten Hochwasserdamm. Hier sind die Bäume überall so voller Misteln, daß Miraculix ganz bestimmt seine Freude daran gehabt hätte! Ich begnüge mich damit, Claudia unter einem besonders schönen Exemplar einen Kuss zu geben, dann schlendern wir gemütlich weiter, zum Parplatz mit unserem Auto.

Unser Fazit: Wenn es „oben“ zum Schneeschuh-Wandern schon zu wenig, aber für das normale Wandern noch zu viel Schnee hat, dann ist diese Vorfrühlings-Tour eine tolle Alternative!

Ausgangspunkt: Ein kleiner Parkplatz am Rande des Auwaldes, etwas außerhalb von Wyhl a. K.
Eigentlich keine richtige Wanderung, eher ein gemütlicher Spaziergang mit einer „Strecke“ von 6,3 Kilometer und ganzen 26(!) Höhenmetern im Anstieg. Allerdings sollte man schon etwas trittsicher sein, um die vielen Brücklein sicher zu bewältigen.
Trotzdem der kurzen Strecke haben wir drei(!) Stunden für diese Tour gebraucht, weil es unterwegs einfach so vieles zu bestaunen und zu genießen gab – dass wir uns diese Zeit einfach genommen haben!

Tipp: Mit Kinderwagen lieber direkt an den Rhein ausweichen (ebenfalls sehr schön!).

Empfohlene Hintergrund-Karte für den Garmin: Topographische Karte Süddeutschland, 1:25.000

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg i. Br./Kaiserstuhl, 1:50.000 ISBN-13:978-3-89021-598-3

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]


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3 Kommentare »

  • Lia Leicht sagt:

    Mir gefällt eure Seite sehr gut. Danke für die Anregungen.

  • Lia Leicht sagt:

    Eure Website gibt tolle Anregungen. Danke

  • Rainer (author) sagt:

    Hallo Lia! Schön, dass Dir Rainer & Claudia gefällt!

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