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Von St. Märgen, nach St. Peter und zurück

30 April 2011 Kein Kommentar

P1110537 580x326 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurückOstersonntag, morgens um Neun. In St. Märgen ist da um diese Zeit noch nicht viel los und wir können uns in aller Ruhe einen Parkplatz suchen. Etwas später dürfte das dann wohl schon etwas schwieriger werden, da hier fast alle Parkmöglichkeiten zu Cafés, Hotels, oder Pensionen gehören.

Gleich neben dem Hotel Hirschen (an der Hauptstraße) führt uns dann die gelbe Raute des Schwarzwaldvereins aufwärts. Wir folgen dem geteerten Sträßchen hinauf, in Richtung Rankmühle und lassen so die letzten Häuser des Städtchens schnell hinter uns.

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Rasch sind wir daher auch über das Höhenniveau von St.Märgen hinaus gekommen und unser erster Blick zurück, reicht dann auch schon bis hinüber, zum Feldberg. Sogar seine letzten Schneereste können wir dort noch erkennen.

Kurz darauf nähern wir uns einer Wege-Kreuzung, die uns geradeaus, zum Panoramaweg, und rechts herum zur Rankmühle führt. Ihre mit Stroh gedeckte Dachhälfte (nur eine Seite!) ist bereits von hier aus gut zu erkennen.

Wir folgen aber dem breiten Wanderweg weiter aufwärts und passieren oben noch einen kleinen Weiher, bevor uns unser Weg links herum, am Wald entlang führt. Bald leitet er uns dann aber in den Hochwald hinein und etwas später passieren wir linker Hand eine kleine Lichtung, mit einem Schwarzwald-Brünnele, Wassertret-Stelle, Vespertisch mit Bänken und einer Kinderschaukel.

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Noch immer ist uns bisher nicht eine Menschenseele begegnet und wir genießen diese unglaubliche Ruhe im Wald, immer noch für uns ganz alleine.

Der Pfad führt uns hier nun immer weiter in Richtung Westen und hält sich dabei oberhalb einer Weide, mit wunderschöner Aussicht hinunter, auf St. Märgen.

Wo der Pfad dann auf den von unten heraufkommenden Wirtschaftsweg trifft, haben Bildhauer einen ganz besonderer Sitzplatz geschaffen und Claudia liest die Inschrift auf dem Granit leise vor:

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NIMM PLATZ

SCHAU DAS GRÜN

DER BÄUME

RIECHE DEN DUFT

DER BLÜTEN

LAUSCHE DEM GESANG

DER VÖGEL

FÜHLE DIE FORMEN

DES LEBENS

GENIESSE DEN

GESCHMACK

FRISCHEN WASSERS

UNSERE GRÖSSTEN

ERLEBNISSE SIND NICHT

DIE LAUTESTEN

SONDERN UNSERE

STILLSTEN STUNDEN

JEAN PAUL

“Ja.., wie wahr..!”, meint sie danach nur und ich möchte dem auch wirklich nichts hinzufügen.

Vielleicht etwas stiller, als bisher schon, wandern wir danach weiter aufwärts und erreichen bald die historische Schanze. Ein Schild erzählt uns ihre Geschichte und verdeutlicht so auch, wie viele Kriege wir eigentlich in den letzten 200 Jahren geführt haben..!

P1110526 300x168 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurückWir reißen uns von diesen Gedanken los und erreichen oben dann wieder die freie Fläche des Panoramaweges.

“Menschen..!”, höre ich da Claudia plötzlich leise schmunzeln und sehe ebenfalls auf. Ein Japanisches Ehepaar ist völlig begeistert von der Landschaft hier im Hochschwarzwald und bittet uns, doch ein Foto von ihnen zu machen. Das tun wir natürlich gerne und nachdem wir auch noch ein paar freundliche, Worte in Englisch mit ihnen gewechselt haben, ziehen sie glücklich weiter.

Die ganzen Wiesen hier oben, sind gelb gesprenkelt. Noch sind zwar die Blüten des Löwenzahns von der Nacht her geschlossen, so dass wir ihre ganze Blütenpracht leider noch gar nicht bewundern können. Aber sie sind schon sichtlich dabei, sich wieder zu öffnen. Und wenn später dann erst die Sonne so richtig herauskommt, dann wird das wohl auch wieder ganz schnell geschehen! (Vergleicht dazu vielleicht einmal die Fotos vom heutigen Morgen, mit denen vom Nachmittag!)

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Wir werden inzwischen von einem lieblichen Pfad erneut durch ein kleines Waldstück geführt und erreichen hier die Ibenbachquelle. Sie ist ebenfalls in einem hübschen Schwarzwaldbrünnele gefasst und plätschert lebhaft vor sich hin. Zudem laden hier ein Tisch und Bänken im Waldschatten zum Verweilen, und so natürlich auch zum Vespern ein.

Ob man ihr Wasser trinken kann? Nun, wir werfen zu dieser Frage eigentlich immer nur einen prüfenden Blick “aufwärts”: Ist Weidewirtschaft im Einzugs-Gebiet eines Brunnens/einer Quelle, dann lautet die Antwort Nein! Wenn nicht, dann trinken wir aber meistens davon! (Das ist jedoch nicht allgemeinverbindlich und gilt daher auch nur für uns!)

P1110536 580x326 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurückSchon ein paar Meter weiter werden wir dann wieder aus diesem Wäldchen heraus geführt und erreichen – zurück auf dem Panoramaweg – die kleine Kapfenkapelle. Auch hier laden Bänke zum Verweilen und an Wochenenden ist man hier oben natürlich nur ganz, ganz selten alleine! (Zumindest etwas später, am Tag!)

Der Blick reicht – auch von hier aus – wieder bis zu den höchsten Schwarzwaldgipfeln hinüber und wenn man etwas Glück hat, dann kann man in der Ferne sogar die Vogesen erkennen.

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Wir ziehen weiter und genießen vor allem die tolle Aussicht hinab, in die vor uns liegenden Täler. Auch hier sind die Weiden überall gelb gesprenkelt und unser Wiesenweg, entlang des Waldrandes federt zudem bei jedem Schritt, was man beim Gehen natürlich als sehr angenehm empfindet.

Rechts, entlang des Waldrandes sind inzwischen auch die unzähligen Waldameisen schon wieder aktiv. Hier hat es viele, große Ameisenhügel und kaum kommt die Sonne etwas heraus, dann “wuselt” es auf ihnen nur so.

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Claudia bleibt plötzlich stehen und betrachtet sich die Nadeln einer kleine Weißtanne genauer. Sie hat die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der neuen Triebe bemerkt. Bei den Jüngeren ist noch eine feine Schutzhülle über den Nadeln, die dann irgendwann aufgesprengt wird und die jungen Triebe frei gibt.

Wir ziehen weiter und halten uns am “Vogesenblick” links. Hier (Holzkreuz) sind wir auch am Karfreitag schon aus dem Wald heraufgekommen, als wir von den Zweribachfällen herüber gewandert sind. Heute folgen wir jedoch zum ersten Mal dem Wiesenweg nach Westen, in Richtung St. Peter. Auch er führt uns, wie auch schon der Weg hierher, immer am Waldrand entlang.

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Sehr angenehm zu gehen, wechselt er etwas später dann immer wieder zwischen Wiesen und kurzen Waldstücken, folgt dabei aber stets der Kante der Hochfläche. Und als uns der Wald wieder einmal auf eine Lichtung entlässt, stehen wir plötzlich vor der kleinen Vogesenkapelle.

Genauso plötzlich ist Claudia dann auch wieder in ihr verschwunden! (Klar, dass sie auch da einfach wieder hineinsehen muss!)

Im Eingang der kleinen Kapelle ist ihre Entstehungsgeschichte festgehalten, die wirklich lesenswert ist!

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Der Weiterweg bleibt seinem anmutigen Gesicht vorerst treu, zieht nun aber erstmals wieder sachte abwärts, in Richtung St. Peter. Bald verlässt er jedoch den Wald endgültig führt uns nun über Weiden hinab, in das hübsche Klosterstädtchen.

P1110566 300x168 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurückHier ist inzwischen mächtig was los und wir sehen daher auch nur zu, dass wir rasch wieder aus dem Trubel hinaus kommen. Claudias Idee, auch noch schnell in die Klosterkirche hinein zu sehen, teile ich inzwischen nicht mehr, verspreche ihr jedoch, mit ihr extra mal zum Fotografieren hierher zu fahren.

Dann folgen wir der gelben Raute auch schon wieder zwischen den gepflegten Häusern aufwärts, aus St. Peter heraus.

Inzwischen ist die Sonne etwas heraus gekommen und sofort ist uns ordentlich warm geworden. Die Fleecepullis sind daher auch längst im Rucksack verschwunden. Inzwischen kommen uns nun auch vereinzelt Wanderer entgegen. Trotzdem sind wir hinauf nach Oberibental, wieder fast völlig alleine unterwegs. Nur einem netten Ehepaar, mit dem wir an einem Wegekreuz kurz ins Gespräch kommen sind, klagen wir unser “Leid”: Dass wir nämlich bisher überhaupt noch keine Ostereier gefunden haben..!

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Der Spaß kommt an, danach ziehen wir aber leider auch schon wieder völlig alleine weiter, hinauf zur Römerstraße.

Inzwischen haben sich hier die Löwenzahnblüten wieder völlig geöffnet und Claudia kann sich einen weiteren Seitenhieb auf den Osterhasen auch nicht lange verkneifen:

“Wenn der Osterhase hier nur gelbe Eier versteckt hat..,” meint sie nämlich plötzlich und toternst, “dann haben wir ohnehin keine Chance, überhaupt welche zu finden!”

Ich muss natürlich lachen, aber sie hat Recht: Die Wiesen leuchten inzwischen wieder in einem fast unglaublichen Gelb und wir können uns daran auch kaum satt sehen!

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Oben, an der Römerstraße angekommen, halten wir uns dann links und folgen dem geteerten Sträßchen etwa einen Kilometer über die Felder, bis zum Waldrand. Dort leitet uns die gelbe Raute dann wieder etwas steiler, rechts hinauf und hält uns nun immer zwischen den Bäumen und dem Elektrozaun, der angrenzenden Weide. Auch hier können wir uns kaum an dem intensiven Gelb der Täler sattsehen und um ein Haar wäre ich deshalb sogar an einem wichtigen Wegweiser vorbei gelaufen.

P1110587 300x168 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurück“Wachtbühl..!”, ruft Claudia da aber gerade noch rechtzeitig und hat damit auch schlagartig, meine ungeteilte Aufmerksamkeit!

Diesen Wachtbühl habe ich nämlich bei der Vorbereitung unserer Tour verzweifelt gesucht. Ich konnte ihn aber noch nicht einmal auf der 1:25.000er Karte finden und da er in der Wegbeschreibung als wichtiger Wege-Punkt angegeben ist, war ich inzwischen sogar schon etwas verunsichert, ob wir uns überhaupt noch auf dem richtigen Weg befinden.

Ein Ziel zu erreichen, ist nämlich immer das Eine. Es dann aber auch noch auf dem “richtigen” Weg zu erreichen, das andere..!

Genau an diesem Wachtbühl, führt uns dann ein schmaler Pfad hinunter, in Richtung Ohmnkapelle. Und eben über diese Ohmenkapelle wollen wir ja später wieder zurückkehren, nach St. Märgen. Wir sind also richtig!

Hätten wir diesen Pfad verpasst, dann wäre das aber nicht einfach nur ein “Verlaufen” gewesen, sondern wir hätten auch wirklich etwas versäumt. Dieser Wegabschnitt ist nämlich noch einmal traumhaft-schön zu gehen!

Als schmaler Pfad führt er zuerst direkt durch den Wald, später dann durch eine steile Waldhalde. Und prompt bleibt Claudia einmal mehr stehen und macht mich auf die jungen Triebe einer Weißtanne aufmerksam.

Sie hat Recht: Hier (etwas tiefer gelegen) sind die Tannen-Sprösslinge schon viel weiter entwickelt, als noch heute morgen, oben am Panoramaweg!

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Irgendwann stoßen wir danach noch auf ein paar wirklich urige Baumstümpfe. (Siehe Foto!) Gut, dass man sie oberhalb der Verwachsungen abgesägt hat, um diese für die Wanderer zu erhalten!

Auf den kleinen Waldlichtungen sehen wir aber auch wieder etwas kritischer zum Himmel hinauf. Dort ziehen sich die grauen Wolken inzwischen nämlich bedenklich zusammen und Claudia hofft, dass wir vielleicht doch noch trocken ans Auto kommen. Aber daraus wird nichts! Wir erreichen gerade noch die Ohmenkapelle, da öffnet der Himmel seine Schleußen.

P1110599 580x326 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurück“Das Ostergeschenk an die Natur..!”, meint Claudia nur und hat Recht. Es war viel zu trocken in den letzten Wochen und eine derart hohe Waldbrand-Gefahr, hat man im April wohl nur sehr selten!

Wir machen noch ein paar Fotos von Inneren der Ohmenkapelle, dann ziehen wir die Regenjacken an und schlagen uns, durch einen inzwischen kräftigen Landregen, zu unserem Auto durch.

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“Jetzt ist endlich auch wieder der ganze Blütenstaub aus der Luft herunter gewaschen!”, meint Claudia im Auto dann nur noch – mit einem Seitenhieb auf ihren Heuschupfen – und putzt sich einmal genüsslich die Nase.

P1030988 300x168 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurückUnser Fazit: Eine überraschend schöne Tour, die wir hinter ihrer Beschreibung so eigentlich gar nicht erwartet hatten!

Nicht mit dem Kinderwagen machbar, aber mit Kindertrage möglich!

Strecke: Von St. Märgen über den Panoramaweg nach St. Peter und von dort über Oberibenbach und die Ohmenkapelle wieder zurück, nach St. Märgen.

17,1 Kilometer, Dauer: 6-7 Stunden (gemütlich!), 518 Höhenmeter.

Einkehr: In St. Peter, abschließend auch in St. Märgen möglich!

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg – Kaiserstuhl 1:50.000


ISBN 978-3-89021-598-3

Empfohlener Wanderführer: - keiner -

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]

HD St. Maergen nach St. Peter 580x200 Von St. Märgen, nach St. Peter und zurück


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