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Von Hinterzarten nach Breitnau

6 Mai 2011 Ein Kommentar

Bahnhof Hinterzarten – Löffeltal – Hofgut Sternen – Ravenna-Schlucht – Piketfelsen – Breitnau – obere Ravenna – Hinterzarten
Mittelschwere Rundwanderung über 14,8 Kilometer und insgesamt 487 Höhenmeter. Dauer: ca. 5 Std.

Ungeübte Wanderer werden am nächsten Tag vielleicht etwas ihre Oberschenkel-Muskulatur spüren, denn vor allem der Aufstieg zum Piketfelsen kostet einige „Körner“. Dafür belohnt uns oben dann aber auch ein fast unglaubliches Höllental-Panorama.

Wir parken unser Auto hinter dem Bahnhof und wandern dann erstmal – entlang der Hauptstraße – durch ganz Hinterzarten. Unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke folgen wir dann der Straße links hinauf, in Richtung Alpersbach. Ab hier sind nun sowohl das Löffeltal, als auch das Hofgut Sternen sehr gut beschildert.

Der Wegweiser führt uns schon bald wieder rechts hinunter. Ab jetzt geht’s immer parallel zur Bahnlinie abwärts. Ein bequemer Wirtschaftsweg, der in diesem Bereich auch Bestandteil des Heimatpfades ist, führt uns im Löffeltal an zwei historischen Sägen vorbei. Die Erste ist eine sogenannte Klopfsäge, die Zweite eine Hochgangsäge. Auf Tafeln werden sowohl ihre Geschichte, als auch die Unterschiede anschaulich dargestellt.

In diesem Bereich passieren wir zudem noch zwei Bäche, die recht beeindruckend von links oben, die steile Talseite zu uns herunterstürzen. Danach erreichen wir die B 31 am Hofgut Sternen und unterqueren die Bundesstraße durch einen Fußgängertunnel.

Dieser Teil unserer Wanderung ist sehenswert mit Informationen angereichert – unter anderem durch den Nachbau einer historische Telegrafenleitung, entlang der Bahnlinie. Leider leidet das Gebiet um das Hofgut Sternen jedoch sehr unter der Nähe zur B 31. So besuchen wir nur kurz noch die große Kuckucksuhr (Sehenswert: Zur vollen Stunde tanzen lebensgroße Figuren in regionalen Trachten über den Balkon!) und sind danach froh, wieder unter dem Ravenna-Viadukt hindurch, dem Straßenlärm entfliehen zu können. Nur einen kurzen Abstecher, hinauf auf den“Galgenhügel“, gönnen wir uns noch, um von dort aus die Höllentalbahn zu fotografieren. (Foto oben!)

Hinter der Eisenbahnbrücke (Die Höllentalbahn ist übrigens die steilste Bahnstrecke Deutschlands!) steigt der Weg auf der rechten Talseite dann steil an und verlässt so die Ravenna, den namensgebenden Wildbach, erst mal. Neben einem Teich werden wir oben von Schautafeln auf die alten Widerlager, der einstigen (historischen) Ravenna-Brücke aufmerksam gemacht.
Danach geht es dann aber erst einmal völlig eben dahin, was dem Talgrund mit der Ravenna im Verlauf Gelegenheit gibt, ebenfalls wieder auf unser Höhenniveau empor zu steigen.

Raven ist übrigens eine altdeutsch Bezeichnung für Rabe. Ravenna-Schlucht bedeutet also Raben-Schlucht!

Schon ein paar Meter weiter erreichen wir dann auch die erste Holzbrücke und wechseln zum ersten Mal die Talseite. Drüben schießen wir kurz zwei Bilder, dann geht’s auch schon wieder über die nächste Brücke zurück, auf die rechte Seite.
Das Tal wird nun immer enger und die Wände rasch steiler und höher, wir sind im schönsten Teil der Ravenna-Schlucht angekommen. Ein beeindruckendes Rauschen erfüllt hier die Luft und ich muss Claudia die Kommandos schon ziemlich laut zurufen, um brauchbare Fotos zu bekommen!

Auf einem schmalen Steg queren wir nun ein Stück senkrechter Schluchtwand, nur ein paar Meter über dem Bach und haben gerade noch Glück, mit dem Licht.
Das Fotografieren ist hier unten oft ziemlich schwierig, weil die gewaltigen Kontraste, zwischen Schattenbereichen und sonnigen Abschnitten, kaum mehr zu überbrücken sind. Fällt dann auch noch etwas Sonne direkt auf die weiße Gischt einer kleinen Gefällstufe, kann man sich das Auslösen getrost schenken, denn dieses Foto wird in jedem Fall unbrauchbar sein!
Trotzdem gelingt uns eine recht gute Fotostrecke, um Euch die wilde Schönheit der Ravenna-Schlucht hier zu zeigen. Diesbezüglich sucht sie nämlich wirklich ihresgleichen im ganzen Schwarzwald!

Nach einer Rechtskurve, etwas hinter dem hübschen Steg, sehen wir im Schluchtverlauf dann den größten Wasserfall der Ravenna-Schlucht. Zwei weitere, steile Treppen und ein paar zusätzliche Meter Weg bringen uns auch direkt über ihn und ich möchte an vor dieser Stelle sogar ein wenig warnen: Vorsicht bei Nässe, es ist hier unglaublich rutschig! Und bitte nehmt hier auch Eure Kinder (nur für ein paar Meter!) an die ganz, ganz kurze Leine!

Danach geht es dann zwar immer noch wildromantisch, aber schon wieder weitaus ungefährlicher weiter. Wir wechseln die Schluchtseite noch zwei weitere Male, dann führt uns erneut eine steile Treppe hinauf, auf einen breiteren, nun sehr bequem zu gehenden Weg. Er führt uns nach kurzer Strecke an eine historische Mühle, die über ein Wasserrad angetrieben wird. Jedes Jahr, am sogenannten Mühlentag (dieses Jahr an Pfingsten), kann man sie sogar in Betrieb bewundern!
Wir nehmen die Einladung des Bänkleins an ihrer Stirnseite gerne an und machen hier eine kurze Rast. Ein Vesperbrot und ein paar Schlucke Tee, dann geht’s auch schon wieder weiter.

Nun wird die Schlucht zusehends sanfter und ihre steilen Wände flachen sich wieder ab, zu einem lieblichen Tal. Nach nur kurzer Strecke erreichen wir dann, direkt hinter dem Ravenna-Stüble (Kiosk mit Selbstbedienung), ihr oberes Ende.
Hier halten wir uns links und können uns am Wegweiser (Karte) noch mal orientieren. Dann nehmen wir den steilen Stich in Angriff, der nun direkt vor uns, und in der prallen Sonne liegt.

„Na denn..!“, meint Claudia nur, als müsste sie Anlauf nehmen, und zieht dann auch schon los. Je schneller wir oben wieder den Waldschatten erreichen, umso besser!
Irgendwann muss ich kurz anhalten, und „schieße“ ihr einfach hinterher..! Die kurze Kontrolle zeigt, das Foto ist gut geworden, der kurze Verschnaufer hat sich also gelohnt! Nur noch schnell die Kamera wegpacken und dem (lieben!) Zornröschen auch schon wieder brav hinterher-„hecheln“..!

Im kühlen Schatten des Hochwaldes geht es sich dann gleich wieder bedeutend leichter. Aber dieser steile Anstieg ist lang und kostet ordentlich „Körner“! Wer sich vielleicht einmal das Höhendiagramm (unten) anschauen möchte, der kann leicht sehen, dass hier über dreihundert Höhenmeter zu überwinden sind, bis wir endlich oben sind.

Unterwegs kommt dann rechts noch ein Bänkchen, von dem aus wir einen schönen Blick hinüber haben, nach Breitnau.
„Nein.., ich möchte hier noch keine Pause machen..!“, antworte ich Claudia und schlucke unausgesprochen hinunter, dass mir der verbleibende Anstieg noch so im Nacken sitzt, dass ich ihn vorher unbedingt hinter mich bringen möchte!

Dann sind wir endlich oben und ich habe wieder einmal Gelegenheit, bei Claudia einen guten Eindruck zu machen. Um sie nämlich auf einem Thron-artig ausgesägten Baumstamm besser ablichten zu können, knie ich mich vor sie hin, was natürlich prompt zwei vorbeigehende Wanderer zu entsprechenden Bemerkungen verleitet!
Anschließend gehen wir dann natürlich ebenfalls nach vorne zum Piketfelsen, mit seiner phantastischen Aussicht.

Hier kommen wir mit einer freundlichen Dame ins Gespräch, die wir schon zuvor, unten, in der Ravenna-Schlucht getroffen haben. Auch sie ist ziemlich beeindruckt  von den unglaublichen Tiefblicken hier oben, hinunter ins Höllental. Aber auch von dem tollen Panorama, drüben auf der anderen Talseite. Wir sehen von Hinterzarten (ganz links), bis hinüber zum Hinterwaldkopf (ganz weit rechts).
„Und dort oben..“, erklärt ihr Claudia dann irgendwann schmunzelnd, „gehen wir immer mal wieder ganz fein Wild-Essen..!“ Sie zeigt hinüber zum Gasthof Engel, ganz oben in Alpersbach – ein echter Geheimtipp!

Nach einer Weile trennen sich unsere Wege dann wieder und wir schießen noch ein paar letzte Fotos, für diesen Bericht. Danach ziehen auch wir wieder weiter.
Nun müssen wir auf dem herführenden Wanderweg zuerst wieder ein paar Meter zurück, in Richtung Ravenna-Schlucht. Am ersten Wegweiser halten wir uns dann aber sofort links, in Richtung Breitnau.

Die gelbe Raute führt uns hier nun zuerst einmal sanft durch den Waldschatten abwärts, dann an einem Wegweiser aber gleich wieder links hinauf, in Richtung Breitnau. Ab sofort sind wir überwiegend auf Asphalt unterwegs, was mich zum Murren bringt. Claudia lacht nur und so ziehen wir eine kurze Schleife durch das hübsche Städtchen Breitnau und folgen dann dem geteerten Feldweg gleich wieder in Richtung Süden, zur oberen Ravenna-Schlucht.

Erst kurz vor der Schlucht gibt es wieder etwas Schatten (unbedingt Sonnenhut mitnehmen!), dann werden wir erneut über steile Holztreppen und romantische Brücklein geführt. Die obere Ravenna-Schlucht ist aber nicht nur kürzer, sondern auch „zahmer“, als der untere Teil. Nach kurzer Strecke erreichen wir schon wieder Asphalt und dann auch das bereits bekannte Ravenna-Stüble.

An der Abzweigung halten wir uns nun links, in Richtung Hinterzarten und folgen breiten, meist asphaltierten Fahrwegen zurück, zum Bahnhof.

Unser Fazit: Eine ganz tolle, aber etwas anstrengende Rundwanderung. Der steile Aufstieg wird aber durch ein phantastisches Panorama, oben am Piketfelsen belohnt! Nicht mit Kinderwagen machbar, Kindertrage jedoch möglich!
Eine gute Grundkondition und Trittsicherheit sind empfohlen, unbedingt auch an Wetterschutz denken! (Sonnenhütchen!)
Einkehr im Hofgut Sternen, Ravenna-Stüble, Breitnau und nach Rückkehr auch in Hinterzarten möglich. (Wer etwas Glück hat, kann hier sogar Claudia in Fischer’s Bäckerei und Konditorrei begegnen! Sie betreut die Filiale in Hinterzarten.)

Strecke: 14,8 Kilometer und insgesamt 487 Höhenmeter. Dauer: ca. 5 Std.

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 506, Titisee-Neustadt – Naturpark Südschwarzwald 1:50.000

ISBN 978-3-89021-599-0

Empfohlener Wanderführer: – keiner –

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Ein Kommentar »

  • Lutz Kunzlelmann sagt:

    Super Wanderung, haben den Piketfelsen von der Kaiserwacht bestiegen.
    Dadurch die Tour etwas länger aber nicht so steil.

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