Home » Allgemein

Vom Bhf. Wiehre zum Schauinsland-Gipfel

31 August 2013 5 Kommentare

IMG_4771Gleich unser erster Aufstieg hat es so richtig in sich: Knackige 1.104 Höhenmeter sind vom Bahnhof Wiehre aus, bis hinauf zum Gipfel zu bewältigen! Und damit toppt er auch gleich unsere beiden Zugspitz-Etappen, mit 780 und 992 Höhenmetern! Da der Weg aber fast durchgehend im Schatten von Bäumen liegt, ist er auch im Sommer recht angenehm zu gehen. (Trotzdem genügend Flüssigkeit mitnehmen..!)

IMG_4743Wir sind bereits um Neun am Bahnhof Wiehre und parken unser Auto vor der Musikschule. Dann noch kurz den Garmin stellen (der hat im Bergschatten Probleme, sich einzuloggen!) und ab geht’s. Wir folgen der Türkenlouisstraße ein paar Meter nach Westen, bevor uns die gelbe Raute links aufwärts führt: Kybfelsensteig steht auf den weißen Schildern.
Der Kybfelsen ist ein mächtiger Gneisfelsen, 500 Meter über Günterstal. Längst ist er ein beliebter Pausenplatz mit herrlicher Aussicht, und nur wenige wissen, dass er einst auch eine Burg trug. Auch wir planen dort eine erste Rast.

IMG_4765Dass wir hier über die Nordflanke des Schauinsland aufsteigen, hat leider auch Einfluss auf das Fotografieren: Durch den Bergschatten und das dichte Blätterdach kommt nämlich – trotz blauem Himmel – nur wenig Licht am Boden an und ich muss sogar die ISO-Empfindlichkeit der Canon erhöhen. Allerdings kann das beim Wandern selbst auch wieder ein großer Vorteil sein: An heißen Sommertagen bewegt man sich nämlich (bis hinauf zum Gipfel!) fast immer unter einem schattigen Blätterdach!

Leider hat hier heute aber auch der Garmin erhebliche Probleme, genügend Geländepunkte für einen guten Track zu setzen und ich bin letztlich sogar gezwungen, für diesen Bericht die GPS-Aufzeichnung vom letzten Mal zu verwenden (Was aber keinen Unterschied in der Wegführung macht!).
Schon nach kurzer Strecke passieren wir links einen kleinen Pavillon und können im Gegenlicht sehen, wie auf seinem Dach bereits der Tau der Nacht verdunstet. Es dampft..!

IMG_4745IMG_4746IMG_4748

Dann führen uns aber erst mal schmalere Pfade, steil und düster aufwärts und der Verkehr von Freiburgs Innenstadt bleibt auch akustisch immer weiter zurück. Bald ist davon nur noch ein verwaschenes Nuscheln zu hören, das von hellen Klackern der Metallspitzen unserer Stöcke im steinigen Grund übertönt wird. Ansonsten ist es hier völlig still. Nicht einmal Vögel sind zu hören!
IMG_4761Dann bleibt der Wald aber einmal nur kurz zurück wir stehen sofort in herrlichem Sonnenschein. Von einem Felsen aus können wir hinüber sehen, zum Schönberg. Leider ist das Wetter heute aber sehr diesig, so dass wir keine richtige Fernsicht haben. Selbst den nahen Kaiserstuhl kann ich im Dunst nur errahnen. Dann nimmt uns aber auch schon wieder ein dichtes Blätterdach auf und fordert mich mit der Canon mächtig! Daher hier für alle Fotofreunde auch mal wieder ein paar Insider-Tipps, für solche Lichtverhälnisse:

IMG_4750Bei 200 ISO und f 2,8 komme ich gerade mal auf 1/8 sec.!  Diese Verschluss-Geschwindigkeit ist zu langsam, um noch frei aus der Hand zu fotografieren. Unter 1/30 sec. droht dabei alles zu verwackeln! Ich helfe mir, indem ich die Kamera auf den Stockgriffen auflege und Claudia muss dann eben auch mal absolut ruhig halten, damit wir brauchbare Bilder für diesen Bericht bekommen!

Dann wird es langsam besser, denn je höher wir kommen, um so später wird es natürlich. So steigt dann gleichzeitig auch die Sonne immer höher. Außerdem nutze ich immer möglichst helle Weg-Passagen zum Fotografieren. Stellen also, die nicht ganz im Schatten liegen.
Allerdings ergibt sich nun durch die höher steigende Sonne dann bald ein weiteres Problem: Der Kontrast zwischen schattigen und sonnigen Passagen wird jetzt nämlich ebenfalls immer größer und verlangt so ein feines Spiel zwischen Zeit und Blende.

IMG_4754Um Überbelichtungen zu vermeiden wird die Belichtung dabei grundsätzlich immer erst in den hellen Bildbereichen gemessen und dann in den schattigen Stellen (manuell) über den Blitz aufgehellt. Dazu gilt es stets eine Blendeneinstellung zu finden, die dem Blitz zwar genügt, ihm aber keine Dominanz erlaubt. Das würde nämlich sehr „künstlich“ aussehen, weil dabei die eigentliche Atmosphäre meist völlig vom (viel zu hellen) Blitzlicht „erschlagen“ wird! Daher ist es unter derart schwierigen Licht-Verhältnissen auch oft von Vorteil, alle Automatik-Programme einfach auszuschalten, und völlig manuell zu arbeiten. (Dann schießt man bei unveränderter Verschlusszeit halt mal ein paar Fotos mit unterschiedlicher Blendenzahl. Irgend eines wird schon passen..!)

Kurz vor dem Kybfelsen erreichen wir noch eine beeindruckende, nach Osten gerichtete Felsscharte, die jetzt – in der Morgensonne – natürlich ebenfalls im Gegenlicht liegt. Also auch hier noch einmal das gleiche Spiel – und das Ergebnis kann sich doch ebenfalls wieder sehen lassen (unten).

IMG_4769Dann erreichen wir in einer kleinen Senke den Kybfelsen. Der Gneisbrocken ist nach Westen ausgerichtet und versteckt sich von dieser Stelle aus hinter einer Kuppe. Erst wenn man rechts den kleinen Stich hinauf geht, steht man direkt auf ihm.
Er bietet uns nun aber eine herrliche Aussicht hinunter, nach Frbg.-Günterstal und ich kann Claudia unten im Tal sogar die Straßenbahn zeigen, mit der wir später wieder zum Stadtteil Wiehre zurück fahren werden (Titelbild, ganz oben!).

IMG_4775IMG_4776IMG_4780

Eine Kurze Rast, dann ziehen wir wieder weiter, denn der Aussichtsfelsen liegt ebenfalls noch teilweise im Schatten. So ist es auf ihm immer noch recht kühl und feucht.
Ein paar Schritte zurück bringen uns wieder auf den schmalen Trampelpfad, der hinüber führt, zum Schauinsland. Er schneidet nun durch die westliche Flanke erst mal ein paar Höhenmeter abwärts, bevor er ein wirklich schönes Pausenplätzchen erreicht, den „Sohlacker“ .

IMG_4782Claudia kann natürlich nicht widerstehen und legt sich auch gleich auf ein bequemes, weil auf die Körperform zugesägtes Bänklein.
Geh‘ doch schon mal vor..!„, meint sie dann mit einem Schmunzeln und räkelt sich erst mal in der Sonne.
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein..!“ höre ich sie dann noch zufrieden murmeln, als ich mich schon umgedreht habe.
Ein paar Meter weiter finde ich die nächste, blaue Raute dann etwas versteckt an einem Baum und folge ihr (jetzt wieder aufwärts). Auch IMG_4784dieser Pfad ist nun gewohnt schmal und verlangt ebenfalls Aufmerksamkeit. Da er ebenfalls wieder überwiegend im Schatten liegt, ist er ziemlich feucht und damit auch potentiell rutschig.

Jetzt im Hochsommer ist die Vegetation natürlich bereits voll entwickelt, so dass die Pfade zudem stark verwachsen sind. Mehrfach schließt sich dass Blätterdach sogar, fast einem grünen Tor ähnlich, unmittelbar über unseren Köpfen. Leider sieht man an diesen Stellen im Gestrüpp dann aber auch nicht immer seine Füße, so dass hier gleich doppelte Vorsicht geboten ist!
Wer jetzt seine Augen offen hält, findet hier aber auch viele, reife Brombeeren und wenn man nur die aus den etwas sonnigeren Passagen pflückt, erwischt man auch die richtig Süßen!

IMG_4788IMG_4786IMG_4785

Machst Du hier mal ein Foto von mir..?“ frage ich Claudia irgendwann und muss dann erst mal warten, bis sie endlich die Hände wieder leergefuttert hat, um die Kamera heraus zu holen! Die Stöcke unter den linken Arm geklemmt, war sie aus der linken Hand nämlich kräftig am Brombeeren-Naschen..!

IMG_4797-2IMG_4790-2

Dann kommen wir in eine Passage, in der bereits einige Exemplare der Kanadischen Goldrute blühen. Klar, dass hier auch viele, fleißige Bienen am Nektar-Sammeln sind – also Vorsicht beim allzu dichten Vorbeistreifen.
Irgendwann erreicht unser Pfad einen breiten Wirtschaftsweg, auf dem wir uns links halten. Aber schon nach wenigen Metern werden wir bereits wieder rechts hinauf, in die Halde geführt (Den Wegweiser auf der linken Wegseite beachten!).

IMG_4805IMG_4801IMG_4803

Eine kurze Stelle ist mit einem hässlich-blauen Geländer gesichert, was Claudia prompt zu einer Bemerkung veranlasst:
Ob diese Farbe wohl gerade im Sonder-Angebot war..?„, mutmaßt sie nämlich sarkastisch.
Dann erreichen wir wieder die breiteren Forstwege, die uns die letzten Höhenmeter hinaufführen.

IMG_4812Dieser „obere Bereich“ ist nun nicht mehr allzu lang, aber dafür recht unangenehm zu gehen. Er ist breit, steil und steinig und zieht uns nun auch noch die letzten Körner aus den Beinen (nicht vergessen: 1.104 Höhenmeter!).
Ziemlich geschafft sitzen wir dann aber kurz darauf oben, auf dem Gipfel unter dem Eugen-Keidel-Turm auf einem Bänklein und machen erst mal ausgiebig Rast. Ein doppeltes Vesperbrot von Claudia und einige Schlucke gesüßten Tee bringen die Lebensgeister aber schnell wieder zurück.

P1070839P1070836P1070840

Anschließend schlendern wir vollends die paar Meter hinüber, zur Bergstation der Seilbahn und lösen dort die Talfahrt: 17,- Euro für beide. Die Schauinslandbahn bringt uns dann rasch hinunter, zur Talstation am Bohrer, zwischen Horben und Günterstal. Hier wartet bereits der städtische Bus auf uns, mit dem wir vollends nach Günterstal fahren. P1070842
Dort steigen wir dann in die ebenfalls schon wartende Straßenbahn um und lassen uns die wenigen Stationen zur „Holbeinstraße“ bringen (Bus und Straßenbahn zusammen ein Ticket: 2,20 pro Person). Von hier aus sind es nun nur noch wenige Meter zu Fuß, zurück durch die Türkenluisstraße, bis zum Bahnhof Wiehre, und unserem Auto.

Unser Fazit: Ein stiller, aber sehr anstrengender Anstieg! Gut zum „Höhenmeter-Trainieren“ geeignet! (Wir waren vor unserer Zugspitztour dafür auch einmal hier!) Ideal an heißen Sommer-Tagen, da der Aufstieg durchweg im Waldschatten verläuft!

Strecke 11,2 Kilometer, 1.104 Höhenmeter im Anstieg(!), 156 Höhenmeter im Abstieg! Dauer: ca. 5,5 Std.

Kosten für Rückfahrt: Schauinslandbahn einfach (Berg-, oder Talfahrt) 8,50 Euro. Bus u. Straßenbahn zurück nach Freiburg: 2,20 (Jeweils pro Person).


Download-GPS-Track[urldisplaymode=nomap]

HD-Wiehre-Schauinsland


Größere Kartenansicht 

5 Kommentare »

  • Guido sagt:

    Euer Bericht hat mir wieder sehr gut gefallen; herrliche ‚action‘-Bilder auch. Hab nicht gewusst, dass man auf einer relativ so kurzen Strecke soviele Höhenmeter machen kann im Schwarzwald. Irgendwie lockt die Freiburger Rotbratwurst immer mehr 😉 LG

  • Ulrike sagt:

    Meine Lieblingstour !

    Immer wieder wandere ich gerne die Strecke da ich das alles vor der Haustüre habe. Sohlacker ist mein Lieblingsplatz wenn ich mal schnell eine Nordic Walking Runde laufe.Gerne genieße ich die Stille dort und natürlich auf der Baumliege die ist noch gar nicht so lange da aber einer tolle Idee.

    Guido, Freiburt liegt am Fuße des Schwarzwald und da kann man einige Höhenmeter in kuzer Zeit bewältigen.

  • Rainer (author) sagt:

    Hallo Ulrike, auch wenn wir von Titisee-Neustadt herunter kommen, betrachten wir den Schauinsland noch als unseren „Vorgarten“! (Ich bin ja Freiburger! 🙂 ) Aber wir wohnen hier im Breisgau natürlich schon an einem herrlichen Fleckchen Erde..!

  • Frank-Rainer Wolter sagt:

    Hallo Claudia und Rainer,
    vor ein paar Monaten hattet ihr berichtet aus persönlichen Gründen aufzuhören. Jetzt schaue ich auf eure Seite und stelle fest, ihr seid wieder da. Das freut mich. Was ist passiert?
    Gruß Rainer Wolter

  • Manu sagt:

    So einen Baumstamm möchte ich auch!!

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.