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Vom Stollenbacher Hof zum Feldberg-Gipfel

24 Januar 2011 Ein Kommentar
 Dieser Artikel ist Teil 8 von 13 in der Serie Die schoensten Schneeschuh-Touren am Feldberg

Endlich hat es wieder etwas geschneit, so dass wir die Dokumentation unserer Schneeschuh-Touren am Feldberg fortsetzen können. Als beim Sonntags-Frühstück dann auch noch überwiegend blauer Himmel zu sehen ist, steht die Tour für heute fest:
Es wird die zweite Streckenwanderung des Winters auf Schneeschuhen werden, vom Stollenbacher Hof, über Tote Mann – Hüttenwasen – Immisberg – Feldberggipfel, zum „Haus der Natur“.

Der Wetterbericht hatte uns gestern lediglich „…einzelne, sonnige Abschnitte im Süden...“ vesprochen. Auf den Bildern könnt Ihr aber sehen, was daraus geworden ist: – 10°C bei Kaiserwetter..!

Kurz vor Neun bekommen wir dann auch gerade noch einen Parkplatz, als wir unser Auto am Feldberg, hinter dem Haus der Natur abstellen. Ein Freund fährt uns anschließend zum Stollenbacher Hof, da der mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen ist.

Dann sind wir auf uns alleine gestellt und es gilt zurück zu kommen, zu unserem Auto, drüben am Feldberg!
Eine Streckenwanderung auf Schneeschuhen anzugehen, ist immer etwas ganz besonderes: Einmal gestartet, weiß man nämlich, dass man nun „durch“ muss! Denn anders, als bei Rundwanderungen bringt Umdrehen nichts, da das Auto schließlich drüben, am Ende der Route steht. Und im Gegensatz zu einer normalen Streckenwanderung (im Sommer) weiß man im Winter auf Schneeschuhen nie, was einen unterwegs so alles erwartet!

Heute sind wir jedoch ziemlich gelassen, denn die Bedingungen sind fast optimal. Der Schnee ist verharscht und die MSR-Lightnings greifen super. Nur ab und zu brechen wir durch die eisige Oberfläche hindurch und sinken etwas in das weichen Puder, unmittelbar darunter.

Am Stollenbacher Hof folgen wir dem ausgeschilderten Wanderweg zum Feldberg (5,0 Kilometer). Er führt zuerst etwas vom Skihang weg, dreht am Waldrand jedoch nach links, Richtung Erlenbacher-Hütte. An der Kuppe können wir den Hof sehen, halten uns nun jedoch erneut Links. Ab hier kann man jetzt eigentlich nichts mehr falsch machen: Einfach immer nur „bergauf“ gehen, das führt einen unfehlbar zum Gipfel des „Tote Mann“ (1.321m).

Kurz vor dem Wäldchen befindet sich rechts ein im Winter ungenutzter Viehstall, vor dem ich ein kleines Schauspiel bemerke, das mich sofort fesselt. Offensichtlich ist an einer Tränke ein Wasserrohr geplatzt, denn es sprüht Wasser in die Luft, um dann zu impossanten Eisgebilden zu gefrieren. Claudia testet gleich mal die Griffigkeit der Lightnings auf blankem Eis, als sie sich etwas näher heran wagt um das Schauspiel noch besser sehen zu können. Aber auch unter diesen Bedingungen halten unsere MSR vorbildlich. Wir schießen noch ein paar Fotos, dann ziehen wir weiter.

Das Wäldchen umgehen wir rechts und haben oben, auf der Kuppe einen tollen Blick hinüber, zum Feldberggipfel (1.493m).

„Wir kommen gleich..!“, lacht Claudia ausgelassen und winkt fröhlich hinüber.

Bei diesem Aufstieg zum „Toten Mann“ kann man sich getrost immer den angenehmsten Weg aussuchen (je nach Schneelage), so lange man nur bergauf geht. Irgendwann geht es dann plötzlich nur noch bergab (im Wäldchen) und man ahnt, dass man den Gipfel nun wohl überschritten hat!

Kurz unter dem unscheinbaren Gipfel befindet sich rechts eine kleine Jagdhütte, die wir links passieren und den auffallenden Felsen, kurz vor dem Waldrand ansteuern. Hier machen wir eine erste, kurze Rast und trinken etwas Tee, denn der Aufstieg hier herauf, geht einem schon etwas in die Beine. Aber auch die tolle Aussicht, die man von hier aus hat, ist ein kurzes Innehalten wert. Über den „Napf“ (Feldberghalde) blicken wir hinüber, zu Stübenwasen, Notschrei und Schauinsland. Sogar die schneebedeckten Gipfel der Vogesen sind heute wunderbar zu erkennen – phantastisch!

Auch der Tee hat gut getan. Obwohl uns nicht kalt ist, waren Mund und Hals vor Anstrengung doch ziemlich ausgetrocknet. Da ist ein heißer Tee genau das Richtige.

Dann überwinden wir die paar letzten Meter zum Waldrand und folgen den Skispuren der Tourengeher in den Wald hinein. Dieser Verbindungsweg ist im Faltblatt „Wintersport im Naturschutzgebiet Feldberg“ zur Begehung ausdrücklich frei gegeben, man sollte ihn jedoch nicht verlassen, um Wild nicht zu bedrängen. Zudem ist es sinnvoll, immer etwas nach hinten zu „sichern“, da Tourengeher auf dem schmalen, kontinuierlich abwärts führenden Pfad nur schwerlich bremsen können! Aufpassen!

Dieser Waldpfad verbindet den Tote Mann-Gipfel mit der Wiese des Hüttenwasen am Feldberg und es dauert auch nicht lange, bis wir den Waldrand erreichen und erneut eine phantastische Aussicht geniesen: Von hier aus haben wir nicht nur einen direkten Blick auf den Feldberggipfel und die hinaufführende Wiese zum Immisberg, sondern auch hinüber ins Zastler Loch. Sogar die Zastler-Hütte ist von hier aus gut zu sehen.

„Ist das nicht irre..?“, fragt Claudia leise und kann den Blick nicht losreißen. Aber auch zwei Skitourengeher stehen ziemlich andächtig da und geniesen das unglaubliche Panorama.

Dann treten wir hinaus, in die Sonne und folgen erst mal dem ausgetretenen Schneepfad, der entlang des Waldrandes sanft abwärts führt. Claudia bewundert noch kurz die Tourengeher, die ihre Spuren in den Tiefschnee der Hüttenwasen-Wiese ziehen, dann folgt auch sie mir zum Sattel hinunter. Hier trennen sich die „Wege“ nun und während wir einmal mehr hinauf ziehen, zum Immisberg (1.373m), führt ein weiterer (ebenfalls für die Winterbegehung freigegebener) Waldpfad hinüber, zur Zastler-Hütte.

Wir klappen unsere Steighilfen aus und „klettern“ die Falllinie hinauf, zum Gipfel des Immisberges. Dieser Eintausender steht völlig im Schatten des Feldberges, wahrscheinlich auch der Grund, warum ihn kaum einer kennt. Dabei ist er doch sogar noch 50m höher, wie der Tote Mann.

Unsere alten Spuren, an der Westseite des „Höchsten“, sind inzwischen natürlich längst vergangen, dafür gibt es viele Neue im verharschten Schnee! Und es sollte dringend weiterschneien, denn zwischen ihnen hat der Wind sogar schon an einzelnen Stellen den blanken Boden frei gelegt. Wir sehen nicht nur etwas Gras und Moos, sondern sogar auch einige niedere Preiselbeer-Zweige. Daher sollte man bei diesen Bedingungen auch ganz besonders vorsichtig sein und diese Stellen umgehen, damit man mit den Schneeschuhen keinen überflüssigen Schaden anrichtet. Nicht vergessen: Wir befinden uns hier in einem Naturschutz-Gebiet!

Aber selbst an den scharfen Strukturen, die der eisige Wind hier in den verharschten Schnee treibt, können wir uns erfreuen und ich knie mich hin, um ein paar Fotos zu machen! Und aus dieser ungewohnt niederen und nahen Perspektive, fühlt man sich dann gleich auch an ganz andere Orte versetzt.

Wir konzentrieren wir uns aber auf den Schlussanstieg über die Feldberg-Westflanke. Da der Wind hier oben immer stärker wird, schlage ich Claudia vor, schon im Lee der kleinen Hütte, die sich knapp unterhalb des Gipfels befindet, zu rasten. Beide haben wir inzwischen kräftigen Hunger und oben, auf der freien Fläche des Gipfels, dürfte es für ein Vesper wohl viel zu kalt und ungemütlich werden.

„Warum habe ich nur gewusst, dass Du gleich genau das vorschlagen würdest..?“, grinst Claudia und zieht wieder in die Falllinie, nun aber in Richtung Hütte. Sie kennt mich natürlich und hatte kurz angehalten, weil sie mich – wegen des kräftigen Windes – nicht verstehen konnte.

Wir erreichen die kleine Kate und legen im Lee der Südseite unsere Rucksäcke ab. Ich verteile das Vesper und schenke uns Tee ein, aber um ausgiebig zu rasten ist es inzwischen selbst in der Sonne zu kalt geworden. Die Temperatur dürfte inzwischen deutlich unter – 10°C gefallen sein und die Hütte ist viel zu klein, um ein wirksamer Windschutz zu sein. Also: Schneller essen und rasch weiter ziehen!

Ich schieße noch ein paar Fotos, dann brechen wir wieder auf.

Schon nach kurzer Zeit erreichen wir dann den Gipfel und wie erwartet, bläst hier oben ein eiskalter, kräftiger Wind. Aus diesem Grund ist das Gipfel-Roundell heute auch menschenleer, was bei einem derart blauen Himmel, sonntags(!) eigentlich kaum vorstellbar ist! Aber selbst der festgewalzte Schnee der Straß zur Wetterwarte ist hier teilweise schon fortgeweht worden.

So machen wir auch nur noch zwei Fotos im Abstieg, dann ziehen wir auf dem schnellsten Weg hinunter, in Richtung „Haus der Natur“.
Erst weiter unten, im Lee der Südseite, stoßen wir dann auf die oben vermissten Sonntagsausflügler und sehen auch bald die endlos langen Schlangen, an den Liften. Nein, nach der herrlichen Ruhe am Toten Mann und am Hüttenwasen, tut einem dieser Rummel hier schon fast physisch weh und wir suchen nur noch rasch nach unserem Auto, um ihm entfliehen zu können!

Trotzdem – es war eine ganz tolle Tour, die wir (bei diesem Wetter!) nur jedem empfehlen können! So muss man das Schneeschuh-Wandern einmal erleben dürfen, um nie wieder von ihm loszukommen!

Unser Fazit: 8,7 Kilometer mit 519 Höhenmeter im Anstieg und 313 Höhenmeter im Abstieg. Eine tolle Tour, die (sehr gemütlich und mit vielen Fotopausen) in etwa 5 Std. für jede durchschnittliche Kondition (abhängig von der Schneebeschaffenheit!) zu bewältigen ist.

Ist der Anstieg zum Höchsten erst geschafft, dann geht es nur noch bergab. Bei schlechter Sicht oder viel Neuschnee sollte man diese Tour jedoch ebenfalls lieber verschieben, da sie sehr anstrengend werden kann.

Besonderheiten: Im Winter bitte unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Empfohlene Hintergrund-Karte für den Garmin: Topographische Karte Süddeutschland, 1:25.000

Empfohlene Winter-Wanderkarte: Faltblatt Wintersport im Naturschutzgebiet Feldberg (siehe oben) und Freizeitkarte 505, Freiburg i. Br./Kaiserstuhl, 1:50.000 ISBN-13:978-3-89021-598-3

Hier geht’s zu den derzeit verfügbaren Feldberg-Webcams (28!)

Hier findet Ihr die aktuellen Schneeberichte

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Gipfel-Überschreitung vom St. Wilhelmer TalVon Todtnau über den Feldberg-Gipfel

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