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Vom Notschrei zum Feldberggipfel

1 Juli 2011 2 Kommentare

Es war wieder einmal ein Morgen, an dem einen das Wetter nicht wirklich zum Wandern einlud: Triest, kühl und grau und das Gras zudem auch noch nass vom Regen der vergangenen Nacht.
Daher suchten wir einmal mehr nach einer Schlechtwetter-Lösung und entschieden uns spontan für die Tour vom Notschrei, über den Stübenwasen, zum Feldberggipfel. Von dort aus wollen wir dann weiter, zum Haus der Natur.

Heute werden wir seit längerer Zeit wieder einmal von August, dem Vater unserer Vermieter begleitet und verfügen somit auch über zwei Autos. Das ist optimal für diese Streckenwanderung. Der Notschrei ist zwar ebenfalls recht gut mit öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen, die Fahrt vom Feldberger Hof dorthin, dauert mit dem Bus jedoch ewig.

Wir parken unser Auto also am Feldberger Hof, unserem heutigen Wanderziel, und fahren dann mit August hinüber, zum Notschrei. Direkt neben dem Hotel, parken dort wir das zweite Auto auf dem großen Wanderparkplatz.
Dann ziehen wir los, in Richtung Biathlon-Stadion (Schießstand). Dazu folgen wir jedoch nicht der geteerten Straße, sondern halten uns einfach auf den breiten Loipen-Autobahnen aufwärts.

Hinter dem Stadion stoßen wir dann auf das Zeichen des Westweges (rote Raute) und folgen ihm in den Wald hinein. Ein relativ breiter Weg führt hier sanft aufwärts, bis uns ein Wegweiser nach rechts, auf einen schmaleren Waldweg (Stübenwasen) schickt.

Aber auch bei Nässe ist dieser Weg gut zu gehen, und ohne dass man dabei ständig das Wasser von irgendwelchen Sträuchern abstreift. Irgendwann erreichen wir dann das Berggasthaus Stübenwasen und halten uns nun rechts, aufwärts.

Hier finden wir jetzt auch wieder die für den Stübenwasen so typische Landschaft: Weite, freie Grashügel, gesäumt von jungem Fichtenwald. Dazwischen der breite, immer aufwärts führende Wanderweg, mit einer phantastischen Aussicht auf der rechten Seite, hinüber zum Belchen. Später können wir dann auch noch mal einen kurzen Blick hinunter erhaschen, nach Todtnauberg.

Nachdem wir den unscheinbaren Gipfel (immerhin 1.386m!) passiert haben, zieht sich auch der Wald auf der linken Seite etwas zurück und ein schmaler Pfad führt uns nach nur wenigen Metern zu einem phantastischen Aussichtspunkt, hoch über dem Napf!
Wie von einem Balkon aus übersehen wir von hier aus nun nicht nur den ganzen Napf-Kessel, bis hinüber zum St. Wilhelmer Tal (links), sondern zudem auch noch den gesamten Feldbergkamm, vom Höchsten (Gipfel), bis hinüber zum Seebuck mit dem alten Fernsehturrm. Und direkt vor uns, am Anstieg zum Gipfel, wartet schon – gut sichtbar – die St. Wilhelmer Hütte auf uns.

Zuvor nehmen wir aber noch mal auf einem Bänklein Platz und vespern die mitgebrachten Brote. Eine kleine Gruppe Wanderer grüßt höflich vom Weg herüber und wünscht uns einen guten Appetit.
„Hört auf zu betteln..!“, rufe ich gutgelaunt zurück und winke dabei gleichzeitig dankend. Der Witz kommt an und alles lacht.

Danach ist es nur noch ein kurzes Stück bergab, dann passieren wir bereits die Abzweigung zur Todtnauer Hütte. Hier hat es linker Hand wieder unglaublich viele blühende, gelbe Enzian auf der Weide und Claudia kann sich daran wieder kaum satt sehen! Und von weiter oben tönt bereits wieder das sanfte Kling-Klong der Kuhglocken zu uns herüber. Jungrinder, die den Sommer über hier oben weiden.

Wir statten auch heute Gabi und Baldur einen kurzen Besuch ab und genehmigen uns bei ihnen noch einen Verdauungs-Kaffee. Ein Blick zum Himmel unterstützt diese Entscheidung auch noch zusätzlich etwas, denn es sieht fast so aus, als ob da gleich noch ein kräftiger Guss von oben käme.
Irgendwie haben wir dann aber doch noch Glück, denn der bleibt aus. Dafür übernimmt Baldur drinnen dann aber spontan Claudias Kamera und portraitiert zuerst mal sich, und dann auch noch uns.

Nach einem zusätzlichen Verdauungs-Schnaps, gesponsort von August, ziehen wir dann weiter und Claudia freundet sich beim Aufstieg zum Gipfel mit einer jungen Kuh an. Ich schieße ein paar Bilder von den Beiden, dann ziehen wir vollends hinauf, zum Höchsten.

Dieser (offizielle) Name entstand vermutlich deshalb, weil der Feldberg insgesamt vier(!) Gipfel hat: Seebuck, Baldenweger Buck, Mittelbuck und Höchster! Und schon unten, am Haus der Natur befindet sich inzwischen ein Felsentor (Westweg-Tor) das sich das Tor zum Höchsten nennt.

Oben, am Gipfel ist es auch heute wieder nicht besonders gemütlich und die Fernsicht ist auch nicht wirklich eine. Claudia und August suchen zwar ganz interessiert nach irgendwelchen Gipfeln, die sich heute fast alle jedoch im Dunst verbergen. So schieße ich auch hier nur noch ein paar Pflichtfotos und dränge dann weiter.

Über den Grüblesattel und den Fernskiwanderweg ziehen wir von hier aus wieder abwärts, zum Haus der Natur und unserem Auto.

Unbedingt erwähnen möchte ich hier aber noch, dass es immer wieder hochinteressant für uns ist, mit einem „alten Hochschwarzwälder“ auf Tour zu gehen: Was August unterwegs an Insider-Infos für uns parat hat, das ist kaum zu glauben und ich kann allen Wanderfreunden nur dringend empfehlen, sich möglichst ähnlichen Anschluss zu suchen! Was da manchmal ganz spontan an wissenswerten Details auftaucht, das findet man ganz bestimmt in keinem Lexikon. Danke August, wir werden Dir immer gerne wieder, gute Zuhörer sein!

Unser Fazit: Ein wunderschöner und recht geruhsamer Feldbergaufstieg. Am Wochenende sind im Bereich des Stübenwasen leider auch viele Mountainbiker unterwegs, die Strecke ist jedoch breit genug um „gefahrlos“ nebeneinander leben zu können.

Strecke: Streckenwanderung vom Notschrei zum Feldberger Hof / Haus der Natur. 13,25 Kilometer, 488 Höhenmeter im Anstieg, 324 im Abstieg. Dauer ca. 4 bis 5 Stunden (gemütlich), mit Kindertrage möglich! Keine besondere Kondition, oder ausgesprochene Trittsicherheit erforderlich!

Kleidung: Neben Regenjacken und Regenhosen gehört dazu am Feldberg – neben einem Pulli – auch immer ein Sonnenhütchen! Wer in kurzen Hosen loszieht, der sollte unbedingt auch eine lange Hose zum Wechseln einpacken. Am Feldberg gibt es auch im Sommer – vor allem nach Gewittern – teilweise heftige Temperaturstürze!

Einkehr: Am Notschrei (Hotel), Gasthaus Stübenwasen, St. Wilhelmer Hütte / Todtnauer Hütte, diverse Lokale am Feldberger Hof.

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg im Breisgau – Naturpark Südschwarzwald 1:50.000 ISBN 978-3-89021-598-3.

Empfohlener Wanderführer: Faszination Feldberg (5,-€). Zu erhalten im Haus der Natur (auch am Wochenende geöffnet) oder im Buchhandel. ISBN-13:978-3-9810632-1-9

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Vom Höllental zum FeldberggipfelÜber den Alpinen Pfad zum Feldberggipfel

2 Kommentare »

  • Baldur sagt:

    Servus Rainer , mir hän vielicht de glich Frisör , i sin aber trotzdem immer no besser us wie Du .
    Grüssle vom Höggschde
    Baldur

  • Rainer sagt:

    Erst mal die Übersetzung:
    Guten Tag Rainer, wir haben vielleicht den gleichen Friseur, ich sehe aber trotzdem immer noch besser aus wie Du..!

    Antwort: Das ist wahrscheinlich nur eine vorübergehende Halluzination, aufgrund der dünnen Luft dort oben, am Höchsten! Hast Du aber schon ein Hirnödem durch den anhaltenden Sauerstoffmangel ausschließen lassen..? 😉

    Lieben Gruß, Rainer

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