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Vom Notschrei zum Feldberg-Gipfel

8 Februar 2011 Kein Kommentar
 Dieser Artikel ist Teil 11 von 13 in der Serie Die schoensten Schneeschuh-Touren am Feldberg

Vom Notschrei über den Stübenwasen zum Feldberg-Gipfel, und dann weiter zum „Haus der Natur“. Auf diese Tour haben wir uns schon lange gefreut, hatten aber stets auch etwas Respekt vor ihr!
Die Route verläuft immer „oben“, auf dem Kamm und folgt dem „Westweg“ des Schwarzwald-Vereins. Aber jetzt muss man sich manchmal schon richtig anstrengen, um auch nur ein Wegzeichen von ihm zu finden. Im Winter ist eben vieles anders..!

Wir parken unser Auto wieder einmal am „Haus der Natur“, am Feldberg und lassen uns dann von einem Freund zum Notschrei bringen. So haben wir die Möglichkeit, ohne jeden Zeitdruck zum Auto zurück zu wandern.
Als wir hinter dem gleichnamigen Hotel die Schneeschuhe anlegen, scheint bereits die Sonne und wir sind guter Dinge. Leider wird dieses Wetter heute aber nicht all zu lange anhalten.

Direkt hinter den Gebäuden beginnt der Westweg, der den Winter über aber wohl Langlauf-Loipe ist. Wir sehen in diesem Anfangsbereich nun auch keine Wegezeichen (Rote Raute) mehr und vermuten daher bald, dass sie den Winter über entfernt werden!

Nun, ganz so einfach lassen wir uns unseren Lieblings-Wanderweg natürlich nicht „wegnehmen“, als Ersatz muss da eben die extrem breite Loipe zur Orientierung herhalten. Aber es ist natürlich auch hier für uns wieder nur selbstverständlich, dass wir uns auf ihr äußerst vorsichtig und umsichtig bewegen. Unsere Lightnings hinterlassen sogar noch geringere Spuren im gewalzten Schnee, als die Skier der Skater. Und wir bewegen uns natürlich zudem stets ganz am Rand, um niemanden der „anderen Fakultät“ zu behindern.
Ihr seht, es geht durchaus auch miteinander! Allerdings sollte man sich schon vor(!) dieser Tour erkundigen, ob vielleicht gerade ein Biathlon-, oder Langlauf-Wettbewerb ansteht. Denn Hochleistungssportler können für Schneeschuh-Wanderer auf ihrer Rennstrecke (auch im Training!) wohl nur sehr wenig Verständnis zeigen!

Wir folgen dieser Autobahn nun bis zum Biathlon-Schießstand, dann sehen wir auch schon wieder die ersten Wegzeichen des Westweges und lassen uns von ihnen auch schnellstmöglich von der FIS-Loipe wegführen, in Richtung Stübenwasen-Gasthaus.
Hier ist noch ein Netz zur Strecken-Begrenzung, an dem wir uns vorbeizwängen, dann befinden wir uns auch schon wieder auf dem ganz normalen Winterwanderweg (Westweg).

Er führt uns nun zuerst einmal ein gutes Stück durch den Winterwald, bevor er rechts auf einen schmaleren Pfad wechselt. Dieser ist wohl schon eher das, von dem Schneeschuh-Wanderer träumen. Aber „wandern“ bedeutet schließlich, in der Natur zu „gehen“, um ein bestimmtes, sich selbst gestecktes Ziel zu erreichen. Und das „Schneeschuh-Wandern“ macht dabei ja nicht zur Bedingung, dass dies nur noch durch unberührten „Tiefschnee“ zu erfolgen hat..!

Wir passieren bald noch eine Kreuzung mit mehreren Loipen, an der wir in ein sehr nettes Gespräch mit einem Langläufer kommen. Ihr seht, so wie man in den Wald hinein schreit..!

Kurz vor dem Gasthaus Stübenwasen geht es noch einmal rechts den Berg hinauf. Wir umgehen die Loipe über einen schmalen, bereits ausgetretenen Schneeschuh-Pfad und ziehen dann am Gasthof vorbei, in Richtung Stübenwasen. Hier ist man nun leider wieder gezwungen, auf die gewalzte Loipe zurück zu kehren. Diese ist jedoch so breit, dass man sich auch hier nicht zwangsläufig, gegenseitig behindern muss.

Inzwischen zieht das Wetter aber immer weiter zu und die Sonne ist für uns meist nur noch zu erahnen. Wir genießen unsere Tour jedoch trotzdem, denn auch diese Stimmung hat „etwas“..! Langsam wird der Anstieg dann immer fühlbarer und wir sehen vor uns schon die bereits vom Sommer her bekannten, typischen Freiflächen des Stübenwasen-Gipfels.

Der Stübenwasen ist wohl ebenfalls eines der Stiefkinder im Schatten des Feldberges. Obwohl auch er ein ordentlicher Eintausender (1.386m) ist, bemerkt man seinen unscheinbaren Gipfel eigentlich nur in den Beinen. Denn  kaum hat man ihn erreicht (dort, wo es dann einfach nicht mehr höher hinauf geht), schaut man auch schon wieder hinüber, zum „Höchsten“ (1.493m).

Oben angekommen, erhascht Claudia dann auch gerade noch einen kurzen Blick, auf ihre geliebte Alpenkette, bevor es völlig zuzieht und zu allem Überfluss sogar anfängt zu schneien – wir haben heute wirklich alle Wetter!

Noch ein paar Bilder „im Wetter“, dann ziehen wir weiter, Richtung St. Wilhelmer-Hütte. Heute freuen wir uns beide darauf, Baldur und Gabi mal kurz die Füße unter den Tisch strecken zu dürfen.
Zuerst geht es nun aber wieder ein kurzes Stück bergab bis hinüber zum Sattel, zwischen Stübenwasen und Feldberg, auf Höhe der Todtnauer-Hütte.

Dann rufe ich aber zuerst einmal Claudia zurück, die wohl gerade mal wieder in ihren „Trott“ gefallen ist. Das geschieht relativ leicht, wenn es lange Zeit nur eintönig dahin geht. Und mehr Eintönigkeit, als bei diesem S..wetter, geht ja wohl kaum noch. Man schaltet irgendwann einfach nur noch ab und nimmt dann auch nicht mehr all zu viel, um sich herum wahr. Mein Zuruf „reißt“ Claudia jedoch sofort heraus und sie kommt die paar Meter, lachend und mit einem Kopfschütteln, zu mir zurück.

Der Schneefall hat für einen kurzen Augenblick aufgehört, so dass wir links hinaus können, auf die kleine, natürliche Aussichts-Kanzel direkt über dem „Napf“. Das wollte ich natürlich nicht versäumen.

Bei klarem Wetter gewährt die Kanzel einem einen phantastischen Blick hinüber zur St. Wilhelmer-Hütte und auf den Feldberg-Gipfel. Sogar die kleine Hütte ist von hier aus zu sehen, an der wir noch vor wenigen Tagen Windschatten für unser Vesper gesucht hatten.

Aber kaum habe ich mein Foto gemacht, da fängt es auch schon wieder kräftig an zu schneien und die Sicht entschwindet.
Wir gehen zurück, auf die Loipe und wählen dann links die steilere Variante für den restlichen „Abstieg“, hinunter zum Sattel. Der Fußwanderweg wäre hier eigentlich rechts herum gegangen und ein paar Meter länger.
Dann stehen wir am Wegedreieck und ziehen zielstrebig die paar letzten Meter hinauf, in Richtung St. Wilhelmer-Hütte und Jagertee.

Inzwischen habe ich die Kaputze hochgezogen und die Brille gewechselt. Die Sportbrille schützt die optischen Gläser besser vor Schnee und Regen und dient zudem auch noch als Windschutz für die Augen. So „verpackt“ erreichen wir nach wenigen Minuten den Schutz der St. Wilhelmer -Hütte.

Drinnen gibt es dann wieder das übliche „Hallooo..!“, als die Beiden uns erkennen. Bei diesem Wetter ist natürlich auch bei ihnen nicht viel los, so dass Gabi sogar Zeit findet, sich etwas zu uns zu setzen.

Aus einem Jagertee werden irgendwann Zwei, was dem anschließenden Anstieg zum „Höchsten“ aber keinen Abbruch tut.

„Den Aufstieg machen Deine Schneeschuhe inzwischen doch wirklich schon fast alleine, oder..?“, frotzelt Baldur nur. „Klar..!“, muss ich lachen. Es ist inzwischen schon der elfte Gipfelaufstieg in diesem Winter!

Dann wird es aber wieder ernst, Endspurt: Vor dem Haus ziehen wir die Schneeschuhe an und stapfen dann direkt in die Falllinie, hinauf zum Gipfel. Wir können ihn im Augenblick zwar noch nicht sehen, aber „aufwärts“ führt uns in direkter Luftlinie zu ihm, wie wir wissen!
Die beiden winken uns noch hinterher und selbst „Emma“, ihr Hütehund, sieht uns heute ganz fasziniert nach.

Oben angekommen, halten wir uns dann auch nicht lange auf, zu sehen gibt es bei diesem Wetter ohnehin nichts. Auf direktem Weg machen wir uns auf, in Richtung Grüblesattel und bald sind wir beide wieder in unserem „Trott“: In dieser Waschküche gibt es nach so vielen Gipfelbesuchen auch nichts mehr, das man nun noch hätte bereden müssen – Routine!

Am Grüblesattel angekommen, schält sich der Wegweiser erst erwartet spät aus dem Nebel. Noch ein Foto mit Claudia, dann entscheiden wir uns für den Weg über den Seebuck.

Erneut stapfen wir in den dichten Nebel hinein, nur geführt von den Orientierungs-Stangen, die hier ziemlich dicht stehen. Dann schält sich plötzlich der alte Fernseh-Turm auf dem Seebuck aus dem Nebel. Aber genauso schnell, wie er erschienen ist, ist er dann auch schon wieder verschwunden! Die Wolkenfetzen treiben hier oben inzwischen recht zügig vorbei und es herrscht eine ziemlich „frische Brise“.

Wortlos überschreiten wir den Seebuck und stapfen dann hinunter, in Richtung „Haus der Natur“ und Parkplatz. Irgendwann fällt mir dabei auf, dass wir heute unterwegs überhaupt nichts gevespert haben, denn mein Magen beschwert sich plötzlich hörbar.

„Jagertee alleine reicht ihm also doch nicht..!“, stellt Claudia lachend fest und überholt mich.

Kurz darauf stehen wir dann unten, neben unserem Auto und ziehen die Schneeschuhe aus. Auf dem Heimweg holen wir noch das versäumte Vesper nach und sind beide so richtig happy: Das war nämlich wieder einmal – trotz des Wetters – ein supertoller Schneeschuh-Wandertag gewesen!

Es gibt nämlich wirklich kein schlechtes Wetter….

Unser Fazit: Auf Schneeschuhen eine recht anstrengende, aber traumhaft schöne Tour über den Höhenkamm des Stübenwasen. Das Höhendiagramm verdeutlicht den kontinuierlichen Anstieg bis zum Feldberg-Gipfel, der abhängig von der Schneelage, doch einiges an Kondition erfordert.

Unbedingt auf die Loipen Rücksicht nehmen und diese Tour keinesfalls während einer Woche mit Langlauf-, oder Biathlon-Wettkämpfen durchführen.

Streckenwanderung mit 11,7 km und mit 489 Höhenmetern im Anstieg. Dauer: 5 bis 6 Std.

Gute Kondition und etwas Erfahrung auf Schneeschuhen sind erforderlich, die Strecke ist jedoch nicht übermäßig schwierig, da viel auf gewalzten Wegen/Loipen gegangen wird.
Unbedingt an Heißgetränk und Vesper denken. Einkehrmöglichkeit: Gasthaus Stübenwasen, Todtnauer-Hütte und St. Wilhelmer-Hütte. Es sind unbedingt zwei Autos erforderlich, da die anschließende Rückkehr mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Auto zu lange dauern würde!

Besonderheiten: Im Winter bitte unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Empfohlene Hintergrund-Karte für den Garmin: Topographische Karte Süddeutschland, 1:25.000

Empfohlene Winter-Wanderkarte: Faltblatt Wintersport im Naturschutzgebiet Feldberg (siehe oben) und Freizeitkarte 505, Freiburg i. Br./Kaiserstuhl, 1:50.000 ISBN-13:978-3-89021-598-3

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