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Über den „Walter-Wochner-Steig“ zum Feldberg-Pass

5 November 2010 3 Kommentare

Wir haben ihn immer wieder vom Auto aus betrachtet und jedes Mal auf’s Neue beschlossen, ihn irgendwann einmal zu gehen. Zugegeben, es hat lange gedauert, aber nun war es endlich so weit!

Der Walter-Wochner-Steig führt von Bärental aus hinauf, zum Caritas-Haus am Feldberg-Pass und scheint – unter den Wanderpfaden – ein echtes „Aschenputtel“ zu sein. Völlig zu Unrecht, wie wir feststellen durften..!

Das führen wir auf die unmittelbare Nachbarschaft zur B 317 zurück. Der Steig folgt ihr schließlich auf seiner gesamten Länge von 4,5 Kilometer und ist dabei kaum einmal weiter entfernt, als 50 Meter! Und Hand auf’s Herz: Der dadurch erwartete Verkehrslärm schreckte auch uns ab! Nun durften wir aber feststellen, dass das gar nicht so schlimm ist, wie eigentlich gedacht!

Wir stellen unser Auto auf dem großen Lidl-Parkplatz in Bärental ab und folgen dann der Bundesstraße etwas in Richtung Feldberg. Schon nach dem Überqueren der B 500 (Richtung Schluchsee), sehen wir die ersten Schilder des Schwarzwaldvereins. Kein Wunder, schließlich verläuft hier auch die Ostvariante des Westweges!

Schon nach wenigen Meter zieht der Walter-Wochner-Steig links hinauf, entfernt sich jedoch nicht wesentlich von der Bundesstraße. Hier trennt sich auch der Westweg von ihm und wir wissen, dass wir über diesen wieder nach Bärental zurückkehren werden.

Kurz hat man das Gefühl, durch die Vorgärten einzelner Häuser zu wandeln, dann verlässt unser Pfad aber die letzten Ausläufer von Oberbärental. Angenehm zu gehen, zieht er kontinuierlich durch den Hang aufwärts.

Bisher fällt uns der Verkehrslärm kaum auf. Dafür aber die vielen, herbstlich gefärbten Heidelbeer-Büsche. Und auch noch eine weitere, weitaus seltenere Beere gedeiht hier prächtig: Die Preiselbeere! Tief ins Moos geduckt, sind sogar jetzt noch Vereinzelte zu sehen.

Dass der Walter-Wochner-Steig gerade erst frisch renoviert worden ist, beweist hier auch eine nagelneue Sitzbank. Von ihr aus kann man direkt hinüber sehen, zum „Höchsten“ – die Straße versteckt sich derweil im toten Winkel.

Etwas weiter möchte ich gerne ein Foto von Claudia mit der Straße im Hintergrund machen. Als der Bildaufbau steht, warten wir noch auf ein Auto, das ich unbedingt mit im Bild haben möchte. Und wir warten, und warten..!

Irgendwann muss Claudia lachen und dreht sich zur Straße hin um: „Wollen die uns etwa ver..schen?“, fragt sie mich belustigt. Es kommt nämlich plötzlich überhaupt kein Auto mehr. So geht das dann auch für mehrere Minuten, bis ich die Kamera endlich wieder wegpacke!

„Klar..!“, kommentiert Claudia dann nur belustigt das Auto, das unmittelbar darauf um die Kurve kommt.

Der Steig bleibt nun immer etwas oberhalb der Straße und wird von einigen Bächlein überquert. In einer weiten Rechtskurve der Bundesstraße (Bushaltestelle) verzweigt sich der Pfad dann und wird vorübergehend etwas breiter. Die Schilder „Radfahren verboten“ sollten unbedingt beachtet werden, denn der Pfad wird hier nun zunehmend nasser und somit auch weicher. Links, aus dem Hang, tritt an mehreren Stellen Quellwasser aus, das leider nicht überall richtig abfließen kann und sich daher großflächig auf dem Weg sammelt. In diesen Bereichen wird der Walter-Wochner-Steig ziemlich tief, und ganz zwangsläufig auch etwas morastig.

Wo im Schwarzwald aber Schatten und viel Wasser ist, da gedeiht natürlich auch Moos und Claudia ist völlig fasziniert, von den dichten Teppichen, hier überall am Wegrand.

Dann wird der Weg aber endgültig zum „Steig“. Frisch renovierte Treppen und Stege führen uns noch höher hinauf, direkt über die Bundesstraße. Wir sind ihr nun so nahe, dass wir fast auf die Autos hinunter spucken könnten! In diesem Bereich geben auch einige Drahtseil-Geländer zusätzliche Sicherheit.

Ohne dass es uns bewusst geworden ist, hat sich diese Nähe zur Straße hier ganz plötzlich zum abenteuerlichen Bestandteil unserer Wanderung integriert. Sie stört also nicht mehr, sondern gehört inzwischen längst „dazu“!

Immer wieder bleiben wir stehen und sehen hinüber, zum Höchsten mit dem Funkturm. Aber auch die gewaltigen Felsen des Feldsee-Kars sind von hier aus sehr schön einzusehen. Der Weg führt inzwischen so steil über der Straße entlang, dass es uns der Winkel sogar erlaubt, bis ganz hinunter zum Raimarti-Hof, zu sehen.

Der Weg bleibt dann auch bis zum Schluss „oben“ und führt in leichtem Anstieg hinüber, zur Wege-Verzweigung am Caritas-Haus (Bushaltestelle).

Hier halten wir uns links und folgen dem Westweg (Ostvariante) zurück, nach Bärental. Dieser führt in einer weiten Linkskurve um den Hochkopf herum und damit auch weit weg, von jedem Straßenlärm.

Hoch über der Albschlucht dahin ziehend, genießen wir unglaubliche Tiefblicke, hinunter nach Menzenschwand. Aber auch hinüber zum Herzogenhorn und zum Spießhorn. Dann teilt sich auch dieser breite Wanderweg und wir halten uns erneut links, Richtung Zweiseenblick.

Hier führt nun ein wunderschöner Pfad durch ganz typischen Hochschwarzwald. Auf einem Steg wird sogar ein kleines Hochmoor überwunden, bevor wir den Aussichtsfelsen am Zweiseenblick, hoch über der Bärhalde, erreichen. Früher konnte man von hier aus sowohl den Titisee, als auch den Schluchsee sehen. Inzwischen verdecken leider hochgewachsene Bäume den Blick zum Schluchsee. Aber trotzdem haben wir immer noch eine tolle Aussicht, über die Täler und Gipfel des Hochschwarzwaldes!

Dann folgen wir den Zeichen des Westweges hinunter nach Bärental, wo eine überraschend schöne Wanderung zu Ende geht!

Wir werden den Walter-Wochner-Steig bestimmt wieder besuchen. Wahrscheinlich sogar schon sehr bald – auf Schneeschuhen nämlich!

Unser Fazit: Im positiven Sinne kurz und heftig! 4,0 Kilometer hin und 5,0 zurück – das schaffen eigentlich alle in der Familie. Und wenn vielleicht mal doch nicht: Unterwegs (auf den ersten vier Kilometern!) sind gleich zwei Bushaltestellen (Linie Feldberg – Bärental), die recht gut frequentiert sind!

Die Tour ist ziemlich kurzweilig, was auch die ständige „Nähe“ zur B 317 (positiv!) mit einschließt! Sowohl während des Aufstiegs zum Caritas-Haus, als auch auf dem Rückweg über den Westweg, genießen wir immer wieder unglaublich schöne Aussichten. Eine ideale Tour, um auch echte „Wandermuffel“ einmal raus zu locken!

Dauer: ca. 3 bis 4 h (Sehr gemütlich!) – Strecke: 10,9 km – 388 Höhenmeter im Anstieg!

(Bitte nicht mit Kinderwagen versuchen!)

Empfohlener Wanderführer: Rother, Schwarzwald Süd. (ISBN -13: 978-3-7633-4217-4)

Empfohlene Karten: Freizeitkarte 505, 1:50.000 Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, (ISBN 3-89021-598-3)

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HD-Walter-Wochner-Steig

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3 Kommentare »

  • Chris sagt:

    Die Fotos sind ja echt super! Was für eine Aussicht. Hat sich gelohnt! Nicht nur euer Trip sondern auch den Bericht zu lesen.

    Macht immer wieder Spaß hier zu lesen (leider fehlt oft die Zeit, weil man das hier nicht einfach so überfliegen kann)

    Viele Grüße

  • Rainer sagt:

    Danke Chris! Aber Vorsicht: Noch ein paar Berichte, und Du fängst das Wandern ebenfalls an!

  • Walter Wochner sagt:

    Hallo Claudia, hallo Rainer,
    vielen Dank für den sehr ausführlichen und tollen Bericht. Ich freue mich, dass Euch beiden der „Walter Wochner-Steig“ so gut gefallen hat. Ich selbst laufe den Weg immer wieder. Es hat sich gelohnt, diesen Weg über 25 Jahre zu betreuen.
    Nun hilft mir immer wieder unser Wegewart Dieter Knöbel. Wir wollen den Weg naturnah als Steig erhalten. Die Aussichten sind doch zu jeder Jahreszeit und ganz besonders in den Abendstunden, bei Sonnenuntergang, einfach nur wunderbar.

    Die sehr objektive Beschreibung, unterlegt mit herrlichen Bildern werde ich natürlich ausdrucken. Vielen Dank!

    Ich wünsche Ihnen noch viele schöne Wanderungen im Hochschwarzwald.

    Walter Wochner
    Feldberg
    Wanderwart: Schwarzwaldverein Feldberg

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