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Über den Feldbergsteig

7 Juni 2011 Kein Kommentar

Endlich mal wieder am Feldberg – Claudia und ich hatten ja schon fast „Entzugs-Erscheinungen“! Nun, ganz so schlimm war’s natürlich nicht, aber auf dem Parkplatz, am Haus der Natur fiel uns dann doch auf, dass wir hier das letzte Mal noch auf Schneeschuhen unterwegs gewesen waren!

Höchste Zeit, dem „alten Mann“ mal wieder unsere Aufwartung zu machen..!

Als ich den Rucksack schultere, ist es kurz vor  Neun. Die Sonne scheint und im Auto sind uns auf dem Außenthermometer bereits 15,5°C angezeigt worden. Über uns verteilen sich nur ein paar lockere Schleierwolken, aber für den Nachmittag sind heftige Gewitter angekündigt! Wir werden sehen…

Um diese Zeit ist hier noch nicht viel los und wir gehen’s daher auch gelassen an. Zuerst betrachten wir uns das (neue!) Tor zum Höchsten und die Beschilderung von Westweg und Feldbergsteig. Das ist sehr schön geworden, hier hat man sich richtig Mühe gegeben!
Dann gehen wir noch die paar Meter zum „Feldberg-Garten“, direkt hinter dem Haus der Natur. Dort hat man in mehreren Beeten, die am Feldberg heimische Flora kultiviert und sehr informativ beschildert. Die Anlage macht auch in diesem Jahr wieder einen äußerst gepflegten Eindruck und ist recht übersichtlich.

Von hier aus folgen wir dann dem breiten Fußweg aufwärts, in richtung Seebuck. Am geteerten Fahrweg halten wir uns oben links und wandern bis zum auffallenden Schilderbaum. Hier ziehen nun Westweg und Feldbergsteig gemeinsam, über einen hübschen Trampelpfad, rechts den Wald hinauf.
Ab hier sollte eigentlich in jeder Wandergruppe zumindest ein Feldberg-Führer (Faszination Feldberg) vorhanden sein. Er ist im Haus der Natur zu erstehen (5,- €) und beinhaltet die ausführlichen Beschreibungen zu allen Markierungen entlang des Wegrandes: Eine Ausgabe die sich wirklich lohnt!

Immer wieder stoßen wir nun auf kleine Steinpyramiden am Wegrand, die farbige Täfelchen mit Nummern tragen. Diese Nummern sind dann im Wanderführer nachzuschlagen und verraten uns interessante Dinge, die man am Feldberg vielleicht so gar nicht erwartet hätte: Oder haben Ihr etwa gewusst, dass das Fettkraut (oben rechts) eine fleischfressende Pflanze ist?

Langsam wird der Anstieg nun flacher und wir sehen auch schon die Spitze des alten Fernseh-Turmes, oben auf dem Seebuck, über die Kuppe luken. Der Seebuck ist nur einer, von insgesamt vier(!) Feldberggipfel (Höchster 1.493m, Seebuck, Baldenweger Buck und Mittelbuck). Hier oben hat es noch unzählige Exemplare des Gelben Enzians, der jetzt unmittelbar vor der Blüte steht.

Noch vor wenigen Jahren stand der gelbe Enzian kurz vor der Ausrottung, da man aus seiner Wurzel den berühmten Schnaps brennt! Inzwischen ist er im Naturschutzgebiet Feldberg aber wieder recht häufig geworden.

Wir folgen dem Pfad unterhalb der Seilbahn hindurch und halten uns dann am Bismarck-Denkmal links. Um die Boden-Erosions-Schäden wieder regenerieren zu lassen, sind hier inzwischen alle „Abkürzungen“ abgesperrt und wir halten uns natürlich daran. Daher nehmen wir den kleinen Umweg auch gerne in Kauf und ziehen erst hier oben hinüber, zum alten Feldbergturm.
Heute wollen wir seiner Aussichtsplatform erstmals ebenfalls einen Besuch abstatten und fahren daher mit dem Aufzug hinauf (2,50 €/Person).

Heute ist auch hier oben noch nicht viel los und wir können die Aussicht in aller Ruhe genießen und tolle Fotos schießen.

Claudia ist zudem mächtig stolz, ihre Höhenangst so gut im Griff zu haben! Zwar hat sie hier oben immer noch etwas Angst, aber inzwischen beherrscht sie diese Angst, anstatt – wie früher – von ihr beherrscht zu werden. Ein deutliches Zeichen dafür, dass man wirklich trainieren kann, mit einer vorhandenen Höhenangst zurecht zu kommen! Während ich fotografiere, umrundet sie die Aussichtsplattform einmal selbstständig.

Ein Tipp vielleicht noch für alle Westweg-Wanderer: Sollte es am Seebuck gerade regnen, dann findet Ihr oben am Feldbergturm einen trockenen und windgeschützten Raum, (mit WC!) um gemütlich Rast zu machen! (Vergesst aber bitte nicht, dass der Eintritt (incl. Aufzugfahrt) 2,50€ kostet!)

Dann fahren wir wieder hinunter und wandern zurück, zum Bismarck-Denkmal. Ein obligatorischer Blick noch hinunter, zum Feldsee, dann folgen wir dem Feldbergsteig hinüber, zum Grüblesattel und ziehen von dort aus vollends hinauf, zum Höchsten.

Unterwegs ergattern wir aber auch noch einen tollen Blick hinüber, in die Quellregion der „Ur-Donau“ . Hier entspringt ein Bächlein, das kurz darauf über einen Wasserfall hinab stürzt, zum Feldsee. Von dort aus fließt es dann als „Seebach“ zum Titisee und auf seiner gegenüberliegenden Seite wieder heraus. Nun heißt das Bächlein bereits „Gutach“. Und schon wenig später wird daraus, durch die Vereinigung mit der Haslach, die Sagen-umwobene „Wutach“ werden! Aber das weiß hier oben natürlich kaum einer.

Durch das Fotografieren haben wir schon wieder viel Zeit verloren und ein Blick zurück könnte einem inzwischen Angst machen: Jetzt kommt sie nämlich langsam, die Touristen-Lawine. Ausflügler, die mit dem Lift heraufgefahren sind und nun zunehmend die breite Wander-Autobahn zwischen Seebuck und Höchsten füllen.

Wir beeilen uns, um noch dem Gipfel einen kurzen Höflichkeits-Besuch abzustatten und treffen hier das nette Pärchen von vorhin wieder. Mit ihnen haben wir uns schon unten, am Westweg-Tor, kurz unterhalten. Auch sie wollen in die St. Wilhelmer Hütte und so steigen wir gemeinsam zu Baldur und Gabi, den Herdern hinab.
Natürlich gibt es dann drinnen wieder ein riesen: „Halloooh“, schließlich haben haben wir uns nun ebenfalls schon seit dem Winter nicht mehr gesehen. Aber den beiden geht es gut und als wir ihnen erzählen, dass wir uns nun wieder öfter sehen werden, weil wir derzeit unsere schönsten Touren am Feldberg dokumentieren möchten, freuen sie sich natürlich ebenfalls!

Nach zwei ziemlich „langen“ Apfel-Schorle ziehen wir weiter und umrunden den Feldberggipfel nun im Westen. An der ersten Abzweigung verlassen wir den breiten Weg und folgen dem Feldbergsteig in Richtung Zastler-Loch. Als schmaler, sehr idyllischer Pfad führt er uns hier im Waldschatten durch weite Farn-, und Heidelbeer-Felder.
An einer weiteren Abzweigung, hoch über dem Tal halten wir uns dann erneut rechts, und und sehen schon von hier oben die Zastlerhütte und das dahinter liegende Skiheim. Bald queren wir hier nun auch die Lawinenbahn des Zastler-Hanges und schon ein kurzer Blick rechts hinauf, zeigt uns den steilen Nordhang von unten.

Hier gehen im Winter nur noch Lebensmüde, denn genau über uns hängen dann jedes Jahr die gewaltigen Gipfelwechten. Lawinen am Feldberg?
Nun, wer das vielleicht nicht glauben mag, der soll sich ruhig einmal den Bewuchs des steilen Hanges genauer anschauen: Bäume haben hier nämlich keine Chance mehr! Nur noch kleinere Büsche und schlanke, elastische Schluchtweiden können sich hier im Winter noch unter diesen Naturgewalten hinweg-ducken.

Kurz darauf erreichen wir die Zastler Hütte und ein erstes Grummeln am Himmel scheint die Wettervorhersage zu bestätigen: Es braut sich ein Gewitter zusammen..!
Claudia und ich überlegen kurz, ob wir die Regensachen gleich herausholen sollen, aber bis zur Baldenweger Hütte werden wir es wohl noch trocken schaffen. Das ist jedoch ein Irrtum, denn trotz einer deutlich erhöhter Marschgeschwindigkeit ist der Regen wieder mal schneller. Unter dem Schutz eines Baumes holen wir dann doch die Jacken heraus.

Am Naturfreunde-Haus vorbei erreichen wir die Baldenweger Hütte, aber das Wetter scheint irgendwie genauso unentschlossen zu sein, wie wir. Also ziehen wir weiter, worauf Petrus dann wohl auch nur gewartet hat: Denn kaum richtig an der Hütte vorbei, geht es dann auch gleich so richtig los..! Aber was soll’s, wir sind ja entsprechend angezogen und haben die Regenhosen sogar noch in Reserve!
Schade ist eigentlich nur, dass unter den dicken Wolken dann auch immer gleich das Licht verschwindet und so im Wald auch kaum noch gute Fotos möglich sind!

Und es wird in diesen Bereich bei Nässe auch so richtig glatt auf dem Feldbergsteig: Die vielen idyllischen Stege werden – erst einmal nass – nämlich genauso rutschig, wie die vielen Wurzeln auf den schmalen Pfaden! Aber das hält uns nicht davon ab, diesen Abschnitt trotzdem zu genießen. Der Weg führt hier nun durch eine Schlucht hinab, zum breiten Wirtschaftsweg, der vom Rinken kommt und zum Raimartihof führt.
Immer wieder überqueren wir auf Stegen und schmalen Brücklein, kleine Bäche. Nur schade, dass wir kaum noch fotografieren können: Claudia muss inzwischen bei jedem Bild völlig still halten und ich habe teilweise kaum mehr eine Verschlusszeit von 1/15 sec. Das ist aus der Hand aber kaum mehr zu fotografieren!

Kurz bevor wir unten ankommen wird es dann noch dunkler und ich muss sogar die Regenhülle über die Kameratasche ziehen. Aber manche Dinge können auch im Regen sehr schön sein und dafür möchte ich Euch nun gerne ebenfalls noch zwei Beispiele zeigen. Wir fanden zuerst blühenden Goldmohn und dann auch noch einen großen Grasfrosch! Und für beide Fotos habe ich dann die Kamera sogar im strömenden Regen wieder ausgepackt!
Kurz bevor wir den Raimartihof erreichen, kommt dann sogar wieder die Sonne heraus – was für ein Aprilwetter im Juni..!

An einem großen Waldameisen-Hügel halten wir an: Die fleißigen Tiere haben sich vom Regen in keiner Weise beirren lassen, denn auf dem Ameisenbau geht es immer noch „rund“..!

Kurz darauf erreichen wir dann den Raimartihof und genießen dort eine Tasse Kaffee und ein Stück Heidelbeer-Kuchen mit Sahne. Den krönenden Abschluss bietet anschließend noch die Umrundung des Feldsees, bevor wir wieder steil hinaufgeführt werden, zum Haus der Natur, wo unser Auto parkt.

Und trotz des kurzzeitigen Regens sind wir uns oben dann alle einig: Es war ein toller Tag auf einer ganz tollen Wanderung: Über den Feldbergsteig..!

Unser Fazit: Eine ganz tolle Tages-Tour, die mit einer durchschnittlichen Grundkondition von jedem zu bewältigen ist.
Strecke: Offiziell 12,0 Kilometer, unser Garmin wies jedoch 16,2 Kilometer mit 577 Höhenmeter im Anstieg aus.
Dauer: > 5 Std.!

Start/Ende: Am Haus der Natur, dort auch großer Parkplatz (Gebührenpflichtig 4,-€/Tg.)! Die Strecke ist durchgehend und hervorragend beschildert!

Einkehr: Unterwegs in der St. Wilhelmer Hütte, Zastler Hütte, Naturfreunde-Haus, Baldenweger Hütte und nach der Rückkehr zum Parkplatz in allen Kneipen neben dem Haus der Natur. (Ruhetage der einzelnen Hütten beachten!)

Achtung: Unbedingt an Wetterbekleidung denken!

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg im Breisgau – Naturpark Südschwarzwald 1:50.000 ISBN 978-3-89021-598-3.

Empfohlener Wanderführer: Faszination Feldberg (5,-€). Zu erhalten im Haus der Natur (auch am Wochenende geöffnet) oder im Buchhandel. ISBN-13: 978-3-9810632-1-9

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Die schönsten Wander-Abenteuer am FeldbergFeldberg: Eine Schlechtwetter-Lösung..!

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