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Über den „Damenpfad“ auf den Kandel

31 August 2009 2 Kommentare

Wir hatten ihn eigentlich schon recht lange auf unserem „Wander-Plan“. Nun sind wir ihn endlich auch einmal gegangen – und waren spontan begeistert..!

Auf dem Damenpfad: Blick zurück nach Waldkirch und ins Elztal

Auf dem Damenpfad: Blick zurück nach Waldkirch und ins Elztal – und auf den Bereich des Windbruchs

Aber Achtung! Wer auf die Idee kommt, Damenpfad hier vielleicht mit „einfach“, oder „leicht“ zu übersetzen, der wird wohl recht bald eines Besseren belehrt werden: der Legende nach sollen früher nämlich fromme Frauen, Kandel-Damenpfadaus dem Waldkircher Damenstift „St. Margaretha, diesen Pfad benutzt haben, um im Kloster, in St. Peter zu beten. Ein Kirchgang von etwa 40 Kilometern Länge und einem Gesamt-Anstieg von etwa 1.500 Höhenmetern!

Der steile Pilger-Pfad gilt auch heute noch als der traditionelle Kandel-Zustieg, von Waldkirch aus.

Der Kandel, der Hausberg von Waldkirch, ist mit seinen 1.242 m schon ein gewaltiger „Brocken“ und teilweise recht steil. Trotzdem empfanden wir seine Begehung über den „Damenpfad“ als recht angenehm. Das mag vielleicht einerseits an unserer Grundkondition liegen, überwiegend aber wohl eher an der Tatsache, dass fast der gesamte Anstieg im kühlen Waldschatten verläuft. Ein kurzweiliger Wanderpfad, wie geschaffen für heiße Sommertage!

Angenehme Trampelpfade im kühlen Waldschatten

Angenehme Trampelpfade, im kühlen Waldschatten..!

Der Damenpfad beginnt idealerweise direkt an der Bushaltestelle in Altersbach, einem „Stadtteil“ von Waldkirch, in einem kleinen Seitental. Hier hat es auch einige Parkplätze direkt an der Straße, sowie am unmittelbar daneben liegenden Waldgasthaus Altersbach.

Wir hatten Glück, denn durch Windbruch war der Damenpfad wohl – im unteren Bereich – eine Zeit lang nicht begehbar gewesen und ist erst jetzt wieder völlig geräumt worden. Dieser untere Teil ist derzeit natürlich noch nicht besonders schön zu gehen und manchem Naturfreund mag dabei das Herz bluten. Aber lieber so, als über die viel befahrene, alte Kandelstraße ausweichen zu müssen.

Nachdem man unten (durch fehlende Schilder) einige Schwierigkeiten mit der Orientierung hatte, ist weiter oben nun wieder überall die gelbe Raute des Schwarzwaldvereins zu finden. Angenehm schattig zieht der Pfad jetzt, immer in leicht zu gehendem Anstieg, durch die Halde hinauf. Irgendwann erreichen wir dann ein Bänklein mit herrlicher Aussicht hinüber, auf den Großen Kandelfelsen (unserem ersten Zwischenziel) und den Kandelhof, unterhalb des Gipfels. Nur ein paar Minuten Rast, einfach zum Genießen.

Eine kurze Rast nur, einfach zum Genießen..!

Eine kurze Rast nur, einfach zum Genießen..!

Über wurzelige und steinige Trampelpfade geht es dann immer weiter hinauf, in Richtung großer Kandelfelsen. Die Kühle des Waldes verhindert jedoch ein Schwitzen, so dass man kaum trinken muss – und dem Körper somit natürlich auch keinen Brennstoff (Zucker) zuführt. Für uns beide ganz überraschend, stellt Claudia daher plötzlich fest, dass sie akut „unterzuckert“ und das Zittern ihrer vorgehaltenen Hand ist auch nicht zu übersehen! Der Frucht-, und Traubenzucker einer rasch vertilgten Banane geht aber sofort ins Blut und wir beobachten, wie die Alarmsignale des Körpers schnell wieder nachlassen! Nun sind es bloß noch einige Meter bis zum großen Kandelfelsen und dort hatten wir ohnehin eine größere Pause mit Vesper eingeplant!

(Eine Anmerkung in eigener Sache: Claudia ist keine Diabetikerin! Zur Unterzuckerung kommt es auch beim Gesunden, wenn durch größere Anstrengungen schnell(!) mehr Energie verbraucht wird, als der Körper sich aus den Reserven nachholen kann! Es handelt sich dabei also nicht um einen Insulinmangel!)

Kandel-Damenpfad Kandel-Damenpfad Kandel-Damenpfad

Die Bilder oben – Links; Claudia unterhalb des Großen Kandelfelsen. Hier wird geklettert und in deutsch und auch in englischer Sprache aufgestellte Schilder verleihen dem Ort internationalen Flair. Mitte; Claudia unterwegs zur besten Aussicht, oben auf dem Felsen. Rechts; der phantastische Ausblick, vom Großen Kandelfelsen in die Rheinebene. Im Hintergrund die Vogesen, davor Freiburg, so wie die Ausläufer von Elztal (rechts) und Glottertal (links).

Wer die Tour nur als einfache Strecke, hinauf zum Gipfel geht, sollte von hier aus nun unbedingt ein paar Meter zurück gehen, bis zum letzten Wegweiser und von dort aus dann einen kleinen Abstecher über den kleinen Kandelfelsen und die Thomashütte zu machen.

Macht man die Tour aber wie wir (so ist sie beispielsweise auch im Rother-Wanderführer beschrieben), kann man direkt hinauf gehen, zum Gipfel, um den kleinen Kandelfelsen dann im Abstieg zu besuchen.

Kandel-Damenpfad Kandel-Damenpfad Kandel-Damenpfad

Oben dann, an der Gipfelpyramide, hält man es sonntags kaum aus. Bei schönem Wetter kann hier jeder mit dem Auto direkt bis zum Kandelhof, dem Ausflugsrestaurant unterhalb des Gipfels fahren, um dann auf Pumps, über breite Wege, hierher zu staksen. Wir denken, die Bilder sprechen für sich und wer sich die dummen Sprüche über „schwere Rucksäcke“ und „alles viel zu anstrengend“ nicht anhören möchte, der verzichtet daher besser auf das Besteigen der niederen Gipfelpyramide und wirft statt dessen lieber einen Blick hinüber, zum Startplatz der Gleitschirm-, und Drachenflieger, denen man von hier aus ebenfalls sehr schön zuschauen kann. Der ganze Himmel hängt voll von ihnen.

(Wäre doch auch mal ’ne tolle Idee: von Waldkirch aus hier hoch wandern, und dann per Tandem-Flug, mit dem Gleitschirm, oder dem Drachen wieder hinab fliegen, ins Tal! Wenn diesbezüglich vielleicht schon mal jemand von Euch Erfahrung hat, immer her mit den Kommentaren!)

Zu Fuß halten wir uns jedoch von hier aus, direkt unterhalb der Gipfelpyramide, nach Südosten und folgen dem Breiten Weg, rechts hinab, weg vom Trubel. Aber Achtung: der nächste Wegweiser ist nun wirklich sehr verwirrend, weil er die Thomashütte in der entgegen gesetzten Richtung angibt (wieder hinauf, zum Gipfel)! Nicht verwirren lassen und einfach immer nur dem Josef-Seeger-Weg-II, hinab, in Richtung „Gummenhof“ folgen! Von dort aus ist es dann ein Katzensprung zum kleinen Kandelfelsen mit der Thomashütte.

Phantastische Rast an der Thomashütte, am kleinen Kandelfelsen

Phantastische Rast an der Thomashütte, am kleinen Kandelfelsen

Hier ist ein herrlicher Platz zum Rasten mit einer phantastischer Aussicht, hinab ins Glottertal und hinüber zum Toten Mann, so wie auch auf die ganze Feldbergregion. Am Horizont lassen sich sogar vereinzelte Alpengipfel ausmachen! Leider ist man an diesem herrlichen Plätzchen Erde aber nur selten alleine. Mit Gleichgesinnten ergeben sich jedoch manchmal auch richtig nette Vesper-Gespräche.

Von hier aus führt unsere kleine Gipfel-Rundtour dann zurück, zum großen Kandelfelsen und über den Damenpfad wieder hinunter nach Altersbach. Wer noch gerne ein paar schöne Fotos vom großen Kandelfelsen machen möchte, jetzt – am Nachmittag – steht die Sonne günstig!

Abschließend unbedingt erwähnt seien noch die unglaublich großen Stücke, „Schwarzwälder Kirschtorte“, im Waldgasthaus Altersbach. Mit einem Kännchen Kaffee, jetzt wohl genau das Richtige, zum Abschluss. Und über Kalorien muss sich nach dieser Tour ja ohnehin niemand Gedanken machen!

Unser Fazit: eine tolle, aber anstrengende Gipfel-Tour, speziell für die heißen Tage, da sie fast immer im Waldschatten verläuft. (Wieder mal!) nichts  für Kinderwagen und wer den Nachwuchs in der Rückentrage mit nimmt, sollte gut „gefrühstückt“ haben! Die Tour läßt sich als Rundwanderung, oder auch in einfacher Strecke gehen. Es sollte neben Trittsicherheit eine gewisse Grundkondition vorhanden sein, zudem sollte man auch unbedingt Vesper und ausreichend Getränke einpacken! Am Anfang ist etwas Orientierungs-Vermögen erforderlich, da durch den Windbruch zur Zeit noch die Wanderzeichen im unteren Bereich fehlen!

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg 1:50.000 des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg, Empfohlener Wanderführer: Rother, Schwarzwald Nord u. Mitte, Tour Nr. 5.

Hier findet Ihr die aktuelle Kachelmann-Wettervorhersage

Googlemaps

2 Kommentare »

  • Clemens Dold sagt:

    Eine sehr ausführlich, genaue Wanderbeschreibung einer wunderschönen Gegend mit ganz tollen Bildern. Macht richtig Lust und Laune die Tour auch mal zu begehen.
    Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß bei den Wanderungen und viel Erfolg mit der wirklich tollen Website.
    Gruß
    Clemens Dold

  • Rosario sagt:

    Erst mal ein Kompliment an die wirklich tolle Webseite.
    Ich bin der Tandempilot (Rosario C.) der Flugschule Skytec http://www.skytec.de, welche solche Flüge anbietet, mit über 200 Flugstunden/Starts pro Jahr.
    Wenn Ihr dies selber mal erleben möchtet wie ein Vogel schwerelos durch die Luft zu schweben, den Flug-Wind in Eurem Gesicht spüren wollt und hierbei über den Baumgipfel den Duft des Waldes genießen wollt, dann seit Ihr bei uns genau richtig. Geflogen wird hauptsächlich im Schwarzwald, meistens auf dem Kandel 1204m NN mit einem höhen Unterschied von ca. 800m, womit eine Mindestflugdauer von 15min garantiert werden kann. Weiterhin sei hier zu erwähnen, dass wir nicht auf die Flugzeit achten und je nach Thermik/Aufwinden eine durchschnittliche Flugzeit von über 30min haben!!! Nach Absprache können wir auch in den benachbarten Vogesen (Frankreich) fliegen, welche sich durch vielfältige Vegetation auszeichnen.
    Die Ausrüstung ist allein schon durch den Flugschulen-Betrieb immer auf dem neuesten Stand und wird in regelmäßigen Abständen über den gesetzlichen Rahmen hinaus gewartet, da wir Sicherheit Großschreiben.
    Weiteres hierzu auf http://www.skytec.de/gutschein.html .

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