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Steinabruck – Le Hohneck – Schiessrothried

9 August 2010 Ein Kommentar

Noch einmal Vogesen – und wieder eine echte Hammer-Tour, hinauf auf den höchsten Gipfel des Vogesen-Hauptkammes (Le Hohneck 1.363 m).

Ursprünglich war diese Wanderung als „Drei-Seen-Tour“ geplant und erstreckt sich dann über 23,0 km, mit 1.100 Höhenmetern. Leider wurden wir unterwegs aber vom Wetter dazu gezwungen, den Lac d‘ Altenweiher auszulassen. Trotzdem war auch unser zweiter Abstecher in die Vogesen, ein unglaublich schönes Wander-Erlebnis. Unbedingt nachmachen..!

„Einmal hin, alles drin..!“ Immer wieder habe ich unterwegs diesen Werbe-Slogan im Kopf und wenn man ihn auf irgend eine Wanderung beziehen möchte, dann wohl auf diese hier! Wir hatten nämlich nicht nur alle Wetter, sondern auch alle Wege-Arten, alle Vegetationszonen – bis hoch hinaus, über die Baumgrenze. Dazu Brücken, Stege, wunderschöne Bergseen, Bächlein und Wasserfälle. Und auch diesmal haben wir wieder Gämsen beobachten dürfen! In den Felshängen, direkt unterhalb des Hohneck, waren gleich mehrere Rudel von ihnen unterwegs. Doch von vorne..!

 

Zuerst suchten wir einmal nach Steinabruck. In der Annahme, dass es sich um eine kleine (ausgeschilderte) Ortschaft handelt, überquerten wir die Brücke mehrfach, bis uns ein paar freundliche Elsässer aufklärten: „Dees isch die steinerne Bruck därt (dort!)..!“

O.K., wir sind angekommen und parken unser Auto auf dem Parkplatz, zwischen Fecht und der Landstraße Metzeral – Mittlach. Hier ist auch eine Bushaltestelle.

Nach dem Überqueren der Brücke führt uns der Wegweiser nach links, auf einen breiten Wirtschaftsweg. Eine Abzweigung passieren wir links, von rechts werden wir dann heute Abend zurückkommen. Die Wege sind hervorragend ausgeschildert und ein „Verlaufen“ ist eigentlich kaum möglich. Trotzdem empfehlen wir die Karte des Club Vosgien 1:50.000, Nr. 6/8 – Colmar, Munster, Hohneck. (16,- € im deutschen Buchhandel.)

Der breite Weg wird nun schleichend schmaler und führt dann letztlich als Felsenpfad durch das idyllische Wormsatal. Von hier aus blicken wir steil hinauf, auf die beeindruckenden Hänge des Petit Hohneck. „Elfhundert Höhenmeter..!“, schmunzelt Claudia bei diesem Anblick nur. Ja, inzwischen ist es recht warm geworden und ich beginne ordentlich zu schwitzen.

Bald taucht unser Pfad aber in den kühlenden Schatten des Waldes ein. Vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, kämpfe ich nun jedoch wieder mit ganz anderen „Problemen“:  der Belichtungszeit. Die elfhundert Höhenmeter haben auch mir so viel Respekt abgerungen, dass ich das Stativ doch lieber im Auto gelassen habe. Und nun muss ich eben zusehen, wie ich trotzdem an „verwacklungsfreie“ Fotos komme. Inzwischen habe ich jedoch auch darin einiges an Routine gewonnen.

Der schmale Pfad zieht kontinuierlich bergauf und Claudia ist nebenher immer häufiger damit beschäftigt, Himbeeren zu pflücken. „Wenn man damit erst mal anfängt“, meint sie belustigt, „dann kann man fast nicht mehr aufhören..!“

Wir passieren einen kleinen Kaskaden-Wasserfall und ich verfluche mich längst, weil ich unten auf das Stativ verzichtet habe. Das Licht ist inzwischen nämlich noch schlechter geworden und dann fängt es zu allem Überfluss auch noch an zu regnen.

Nein, das war auch kein kleiner Schauer mehr, sondern schon ein richtiger Landregen. Unter Bäumen geschützt, ziehen wir lieber unsere Regenjacken an, kurz bevor wir den Lac du Fischboedle erreichen.

Direkt am Weiher ist ein kleiner Pavillon, in dem sich nun viele „Wanderer“ (dichtgedrängt) versammelt haben. Zumindest diejenigen, die auch für eine solche Bergwanderung keinen Regenschutz einpacken, wenn unten – beim Abmarsch – gerade die Sonne scheint..!

Claudia grinst nur.  Direkt am Wasser herrscht gerade eine unglaubliche Stimmung, denn auch so ein Regen hat ‚was! Wir nehmen die tollen Eindrücke in uns auf und ziehen dann weiter. Unterwegs hört es aber bald wieder auf, zu regnen und wir ziehen die Jacken schnell wieder aus, weil wir darin – durch das ständige Bergauf-Gehen – kräftig schwitzen.

„Jäckelsche anziehe – Jäckelsche ausziehe..!“, frotzelt Claudia noch gut gelaunt,

bis ich sie auf die schwarze Wolkenwand aufmerksam mache, die sich inzwischen am Himmel hinter uns zusammenbraut. Als dann auch noch erste Windböen, kräftig durch die Baumkronen über uns rauschen, beschließen wir, an der Kerbholz-Verzweigung lieber die Abkürzung hinauf, zur Ferme-Auberge Kastelbergwasen zu nehmen und auf den Besuch des Lac d‘ Altenweiher zu verzichten. Im Lokal würden wir notfalls Schutz finden.

(Zur Erklärung: Der Weg hinunter, zum Lac d‘ Altenweiher führt durch ein altes Waldgebiet und die Gefahr von Windbruch durch Gewitterböen war uns einfach zu groß! Der Weg hinauf jedoch, zum Kastelbergwasen ist völlig baumfrei, da er bereits über der Baumgrenze verläuft!)

Wir haben jedoch Glück, denn die Wolkenwand scheint sich zu verziehen. Inzwischen hat es aber derart abgekühlt, dass wir unsere Fleece-Pullis anziehen.

An der Ferme-Auberge Kastelbergwasen angekommen, sehen wir, dass sie vom sonntäglichen Ausflugsverkehr (Man kann mit dem Auto hierher fahren!) und von Schutz suchenden Wanderern völlig überfüllt ist. Nein, so nötig haben wir Schutz im Augenblick noch nicht und ziehen daher weiter!

Auf schmalen, ausgetretene Pfaden, geht es nun über Viehweiden in Richtung Le Hohneck-Gipfel. Hier gibt es sehr viele, wilde Stiefmütterchen. Diese Kleinode sind deutlich kleiner, als die bekannten Kulturformen und kommen in verschiedenen Farben vor. Während wir noch fotografieren, kommt aber schon die nächste Dusche herunter und auch der Wind nimmt wieder zu! Claudia holt sich nun sogar ihre Regenhose heraus. „Da geht wenigstens kein Wind durch..!„, rechtfertigt sie sich ohne Grund, denn sie hat ja Recht.

Immer häufiger begegnen wir nun sichtlich frierenden Wanderern, in kurzen Hosen und Turnschuhen, oder Sandalen. Aber auch viele Frauen in dünnen Sonnen-Tops und extrem kurzen Röckchen sind heute hier oben unterwegs und man kommt sich in Regenkleidung beinahe schon etwas „overdressed“ vor. Aber wir wissen natürlich nur zu gut, wie es ist, wenn man mit nasser, ungeschützter Haut, kaltem Wind ausgesetzt ist! Auch wir haben das nämlich schon erlebt. Aber eben nur ein einziges Mal, danach hatten wir unsere Lektion gelernt..!

Kurz vor dem Gipfel dann die Überraschung: Gämsen! Mehrere Rudel bewegen sich direkt unter den Felsen des Le Hohneck durch die steilen Wiesenhänge – bestimmt mehr als 30 Tiere! Leider sind sie für Fotos viel zu weit entfernt, aber manche Dinge muss man eben auch direkt anschauen!

Wir genießen dieses Schauspiel eine ganze Weile und immer mehr Wanderer gesellen sich interessiert hinzu. Aber auch das Wolkenspiel um die Hohneck-Spitze darüber ist filmreif: nur etwa 500 m Luftlinie von uns entfernt, war sie gerade noch in der Sonne zu sehen, nun ist sie schon wieder völlig, in milchigem Weiß, verschwunden. Was für ein Tag – welch eine tolle Wanderung..!

Dann erreichen wir endlich den höchsten Punkt unserer Tour, den Le Hohneck (1.363 m). Claudia hat Hunger und droht zu unterzuckern, aber ins Restaurant wollen wir nicht, denn auch hier herrscht mächtiger Sonntagsrummel, da man hier ebenfalls mit dem Auto herkommen kann. So statten wir dem geografischen Gipfel nur einen kurzen Besuch ab und sehen uns dann nach Windschatten um. Inzwischen scheint zumindest wieder die Sonne und wir haben eine tolle Fernsicht, hinunter in die Rheinebene, aber auch hinüber zu den Schwarzwaldgipfeln, unserer Heimat.

Wir haben den Gipfel inzwischen zwar überschritten, aber es hilft uns nichts, wir müssen zuerst noch etwas absteigen, um einigermaßen windgeschützt vespern zu können. An einer wilden Felsformation, direkt neben dem Weg, finden wir dann, was wir suchen: Ein tolles Plätzchen, windgeschützt und sonnig, mit herrlichem Blick, hinunter auf den Lac de Schiessrothried, unserem nächsten Ziel.

Von hier aus führt nun ein unglaublich abwechslungsreicher Pfad, ziemlich steil hinunter, zum Stausee. Die folgenden sechs Bilder, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind alle innerhalb dieser kurzen Strecke gemacht und vermitteln vielleicht einen kleinen Einblick, in diese großartige, urwüchsige Landschaft!

Von hier aus ziehen wir weiter, nun immer nur noch bergab, zum Lac d‘ Fischboedle. Ihn haben wir bisher ja leider nur im Regen gesehen, inzwischen scheint aber wieder die Sonne und wir freuen uns auf ihn. Auch hier machen wir noch ein paar tolle Fotos im Trockenen, dann bringt uns ein bequemer Weg (Rotstrich) zurück zum Auto. Kurz nach dem Stausee kann man an der Abzweigung wählen, welchen Weg man zurück nimmt:

Wir empfehlen, auch nun wieder „links“  zu wählen, dann kommt man über eine Variante zum Auto zurück (Wir kommen dann dort von „rechts“ herunter, wo wir uns gleich heute Morgen, für den linken Weg entschieden haben!). Unterwegs kommen wir noch durch einen kurzen Tunnel, an dessen überhängender Seite manchmal Bergsteiger üben! Die im Fels befestigten Haken sind deutlich zu sehen.

Unser Fazit: Eine echte Hammer-Tour für geübte Wanderer mit einer guten Grundkondition! Unbedingt festes Schuhwerk (Trekking-Sandalen gehören da nicht dazu!) tragen und Regenschutz (Möglichst Jacke und Hose!) einpacken! Ein warmer Fleece-Pulli wiegt nicht viel und könnte ebenfalls nützlich sein!

Wir haben für die (abgekürzte!) Tour immerhin noch gute acht Stunden(!) benötigt, allerdings sehr gemütlich, mit vielen Fotostopps und einer ausgedehnten Pause.

An genügend Getränke und auch an ein Vesper denken! Die Tour nicht mit zu kleinen Kindern unternehmen! Kinderwagen nicht möglich!

Wirklich nur für trittsichere Wanderer mit guter Grundkondition und ohne Bewegungseinschränkung, Schwindelfreiheit ist nicht erforderlich!

Handys besser ausschalten (Ausland!)

Höhenmeter: Im Anstieg 1.213m (Abstieg gleich, da Rundwanderung!)

 

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