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Sonntag – 1. Wandertag im Rothauser Land

17 Juni 2012 2 Kommentare

Schon den Anreisetag gedachten wir zum Wandern zu nutzen, und haben uns daher mit Anita (Koordinatorin bei Rothaus) am Bahnhof Seebrugg verabredet. Dort können wir unser Auto – am Ende der für heute geplanten Rundwanderung – kostenlos abstellen. Dann fahren wir mit Anitas Auto gemeinsam hinauf nach Rothaus und trinken dort im Brauerei-Gasthof noch einen Kaffee. (Die Busverbindung ist auf dieser Strecke leider nicht besonders gut!)

Nach dem Kaffee geht’s dann los. Wir starten direkt am Hotel und halten uns an den Zäpfleweg der Brauerei Rothaus (Mittelweg). Er führt rechts hinter den Gebäuden herum, in Richtung  Dürrenbühl.

Oben an der Kuppe orientieren wir uns kurz. Von hier aus können wir hinüber sehen, zur Cyriak-Kapelle und folgen nun der wenig befahrenen Landstraße, und der Roten Raute mit dem weißen Strich, dem Wegzeichen des Mittelweges.

Wo sich die Straße gabelt, werden wir auf einen breiten Wirtschaftsweg geleitet, der uns nur kurz durch ein Wäldchen führt. Bald schon werden uns aber wieder phantastische Weitblicke über die offenen Weiden und Waldflächen des Hochschwarzwaldes gewährt.
Durch die ausgiebigen Regenfälle der letzten Woche besticht die Natur derzeit mit einem unglaublich satten Grün. Nur ganz selten haben wir das bisher einmal so intensiv bewundern dürfen, wie gerade jetzt! Selbst die von Natur aus dunkleren Fichten wirken, durch das helle Maigrün ihrer jungen Triebe, plötzlich um einiges freundlicher.

Unmittelbar neben dem Weg passieren wir dann eine Zapfenschmiede, in der wohl Buntspechte, oder vielleicht auch Eichhörnchen, sehr fleißig gewesen sind. Die Reste ihrer Malzeiten liegen jedenfalls unübersehbar direkt neben den Baumstümpfen.

Bald erreichen wir dann die von Faulenfürst heraufführende Landstraße, werden aber sofort wieder nach rechts, und von ihr weggeführt. So umgibt uns dann rasch wieder die „Ruhe“ des Waldes und ich möchte das hier gerne einmal zum Anlass nehmen, um auf den feinen Unterschied zwischen Ruhe und Stille hinzuweisen:
Wir alle schalten im Wald allgemein recht schnell ab, und so wird dann auch bald alles in uns (drinnen), so wunderbar ruhig..!
Um uns herum ist es dabei aber keineswegs still, denn unzählige Vögel veranstalten hier gleichzeitig ein schier unglaubliches Konzert. Selbst eine Nachtigall zwitschert zwischen vielen anderen Vogelstimmen, unüberhörbar laut, aus ihrem recht beeindruckendem Repertoire. Ruhe ja, aber Stille? Nein, keineswegs..!

Jetzt blühen aber gerade überall im Hochschwarzwald die Lupinen und bilden große, lila Farbtupfen zwischen sattem Grün. Aber auch welche in zartrosa sind immer wieder mal dazwischen, und ganz vereinzelt sogar ein paar Tiefrote..!
Claudia vermag sich kaum satt zu sehen und als wir nur kurz auf einem Bänklein verweilen, umgibt uns auch sofort das beeindruckene Summen unzähliger Bienen und Hummeln, die ihren Nektar sammeln.
Wer hier einfach nur „durchrennt“, ohne dies alles in sich aufzunehmen, der wird wohl ganz bestimmt viel versäumen..!

Längst wechseln sich nun immer wieder dichter Hochwald, mit großen, weiten Wiesenflächen ab und lassen uns so dieses typische Hochschwarzwald-Flair erleben. Immer wieder bleiben wir daher auch stehen, nur um diese unglaubliche Natur zu genießen. Und natürlich auch um das eine, oder andere Foto zu schießen. Wenn nicht hier, wann denn dann..?

Hier oben im Hochschwarzwald ist der Frühling natürlich immer ein paar Wochen später dran, wie beispielsweise unten, in Freiburg, oder gar am Kaiserstuhl. Dann kommt aber in jedem Jahr eine Zeit, in der die Natur hier oben plötzlich zu explodieren scheint und die in der Rheinebene rasch wieder einholt!
Das beeindruckt dann selbst uns jedes Jahr wieder auf’s Neue und wer es vielleicht noch nie erleben durfte, der sollte sich das unbedingt einmal ansehen..!

Oben, auf der Hochfläche erhaschen wir dann zum ersten Mal einen kurzen Blick hinunter, zu unserem heutigen Ziel, dem Schluchsee. Hier liegen am Wegrand gerade unzählige Fichtenstämme gestapelt, die in der Sonne einen unglaublichen Geruch nach frischem Harz verströmen.

Da könnte ich mich jetzt mit verbundenen Augen hinsetzen und für den Rest des Tages einfach nur noch riechen..!„, schmunzelt Claudia promt und setzt sich auf einen der Stämme.
Schnüfflerin..!“, schmunzle ich. Und: „Hast Du zufällig auch einen großen Schirm dabei..?“ Hinter ihr brauen sich inzwischen nämlich erste, dunkle Wolken zusammen und für den Nachmittag sind im Hochschwarzwald auch vereinzelte Gewitter angekündigt.

Wir ziehen weiter und erreichen bald „Hinterhäuser“. Hier verlassen wir den Mittelweg und freuen uns auf einen alten Bekannten: Unten, in Fischbach werden wir nämlich auf den Schluchtensteig stoßen, den wir bereits im letzten Jahr mit großem Gepäck und Zelt gewandert sind!
Da steigen unterwegs dann schon immer wieder tolle Erinnerungen in einem auf und Claudia kommt wortlos an meine rechte Seite und hakt sich unter. Nein, man muss eben nicht immer reden, um sich etwas zu sagen..!

Aber zuvor haben wir erst noch die knapp einhundert Höhenmeter Abstieg nach Fischbach vor uns, bevor es drüben dann gleich wieder steil hinauf geht, in Richtung Bildstein.
Mann..!„, stöhnt Claudia dann auch irgendwann. „An diesen Anstieg kann ich mich noch verdammt gut erinnern..!
Ja, mit 17 Kilogramm auf dem Rücken hinterlassen solche „Buckel“ schon einen bleibenden Eindruck..!

Nun ist es aber nicht mehr allzu weit, bis zum Bildstein (1.134m), und was dabei recht angenehm ist, wir kennen diesen Wegverlauf bereits. Auch im Wald schnaufen wir dann aber erst noch einmal kräftig, bis wir endlich die Abzweigung zum Aussichtsfelsen erreicht haben. Und auch dabei fällt natürlich wieder so mancher, dumme Spruch:
Du hast vielleicht blöde Hobbies..!„, werfe ich so meinem Zornröschen irgendwann kurzatmig an den Kopf, als wir in einem besonders steilen Stück vor uns hin keuchen.
Und morgen hasst Du mich dafür dann wieder.., gell?„, schnauft sie genauso kurzatmig zurück, mit einem deutlichen Seitenhieb auf den wohl morgen bevorstehenden Muskelkater.

Naja, was sich liebt, das neckt sich halt..! Und außerdem vergeht dabei auch die Zeit.

Dann ist endlich die Abzweigung zum Bildstein erreicht und wir freuen uns auf die bereits unterwegs abgesprochene Pause oben, mit toller Aussicht über den ganzen Schluchsee. Aber zuvor werden wir erst noch einmal so richtig gefordert und halten das natürlich auch im Bild fest:

Hier schmeckt uns der mitgebrachte Tee nun natürlich besonders gut und ich bin einmal mehr froh, dass ich mein Stativ über die ganze Strecke mitgeschleppt habe, denn ohne dieses wäre das Foto oben zum Beispiel nicht möglich gewesen! (Herzliche Grüße an Rainer M. – in solchen Augenblicken denke ich natürlich immer mit einem Schmunzeln an Dich!)

Nun lassen wir es aber bereits ganz gemütlich auslaufen, schließlich müssen wir nun nur noch zum Schluchsee hinunter und in Unteraha das Linien-Schiff besteigen. Dieses wird uns dann nach Seebrugg bringen, wo unser Auto auf uns wartet.
Der Abstieg hat es dann aber doch noch einmal ordentlich in sich und endlich unten angekommen, brennen meine Fußsohlen heftig. Aber wir schaffen sogar noch das frühere Schiff und sind daher fast eine ganze Stunde bälder dran, als geplant.

Die abkürzende Fahrt von Unteraha nach Seebrugg kostet pro Person gerade mal 5,50 Euro, was uns schon alleine das schöne Erlebnis auf dem Schiff wert ist! Und meine „Wasser-Ratte“ Claudia hat sich natürlich ganz besonders auf dieses Erlebnis gefreut, wie man auf den Bildern unten nur unschwer erkennen kann.

In der geräumigen Kabine der „St. Nikolaus“ gibt es unterwegs Getränke und Kaffee mit Kuchen. Wir genießen die tolle Fahrt aber lieber im Freien und halten uns daher im Heck, im Windschatten des Aussichtsdecks, auf.
Bald passieren wir den Zulauf des Speicherkraftwerkes und erreichen kurz darauf die Staumauer. Hier befindet sich ebenfalls noch eine Haltestelle, bevor das Ausflugsschiff uns vollends hinüber bringt, nach Seebrugg.

Hier verlassen wir die „St. Nikolaus“ und folgen dem Uferweg hinüber, zum Bahnhof Seebrugg. Unterwegs laden uns dann aber ein paar große, warme Felsen spontan dazu ein, am Ufer noch rasch unser Vesper zu verputzen und den restlichen Tee zu trinken. Anschließend ziehen wir vollends zu unserem Auto und fahren hinauf, nach Rothaus, um im Brauerei-Gasthof unser Zimmer zu beziehen.

Neben Anita, die uns dabei hilft, dass das Einchecken zügig abläuft, erwartet uns im Restaurant bereits Oliver Rumpf, unser Gastgeber und Geschäftsführer der Brauerei-Gaststätte. Er hat sonntags natürlich kräftig zu tun, daher gönnen wir uns auch erst mal nur ein schnelles „Tannenzäpfle“ (das berühmte Rothaus-Pils) vom Fass und eine „Biggi“ (Sanddorn-Orangen-Bionade, die es ganz exklusiv nur hier, an der Brauerei-Theke gibt!). Dann verabreden wir uns mit Anita zum Abendessen und gehen erst mal duschen.

Das Zimmer ist sehr gemütlich und riesig groß, mit tollem Fernseher (wichtig: Fußball-EM!). Während ich gleich mal das Laptop in Betrieb nehme und schon erste Bilder für Facebook in Lightroom hochlade, räumt Claudia noch rasch unsere Klamotten in den geräumigen Schrank ein. Die ausgiebige Dusche lässt dann anschließend aus den verschwitzten Wanderern wieder „Menschen“ werden, die sich (ohne negativ aufzufallen) ins Restaurant wagen können.
Hier setzen wir uns aber erst noch einmal an die berühmte Rothaus-Theke und nehmen ein zweites „Gedeck“ zu uns (siehe oben), während wir noch kurz auf Anita warten.

Die ist jedoch überpünktlich und so sitzen wir bald an einem Ehrenplatz im Restaurant und harren dort der „Dinge“, die da nun auf uns zukommen werden.
Und meine schlimmsten Befürchtungen sollten sich auch hier mal wieder bewahrheiten, denn der Versuch, gegen die Kochkünste von Reinhold Götte (dem Küchen-Chef) „anwandern“ zu wollen, wird für uns in den kommenden Tagen wohl aussichtslos sein!
Wir werden hier wohl kräftig zunehmen, das steht für uns beide nämlich schon nach der (tollen) Suppe fest..!

Hier mal ein Auszug aus der Speisekarte (Halb-Pension!):

Menü

Bunte Salate vom Buffet

angemachte Gemüsesalate
und gartenfrische Blattsalate,
hausgemachte dressings,
Bauernbrotkracherle und Sonnenblumenkerne

***

Aus dem dampfenden Suppentopf

Rahmsuppe vom Markgräfler Stangenspargel
mit Sahne und frischen Kräutern

***

Hauptgerichte zur Wahl

Wildschweinragout
in Wachholderrahm
mit Preiselbeerbirne,
mariniertes Rotkraut, Mandelbrokkoli
und geschmelzte Spätzle

oder

Medaillons vom Schweinefilet
in Weinbrandsahne mit Rosa Beeren,
Markgräfler Stangenspargel
mit holländischer Soße,
Kräuterpfannküchle und Petersiliekartoffeln

***

Unsere vegetarische Alternative

Markgräfler Stangenspargel
mit holländischer Soße,
Kräuterpfannküchle und Petersilliekartoffeln

***

Zum Abschluss etwas Süßes

Birne Helene
mit Vanilleeis,
Weißweinbirne, Schokosoße
und Schlagrahm

Was soll’s..?„, lacht Claudia da nur, an Anita gewandt. „In der übernächsten Woche sind wir in der Nagelfluh-Kette unterwegs, da wird sich das dann wohl ganz rasch wieder geben..!

Genauso sehe ich das auch und gönne mir daher gleich noch ein weiteres „Tannenzäpfle“. Wo bekommt man es denn schon so frisch wie hier, aus dem Fass? (Schön, wenn man nun nicht mehr fahren muss..!)

Irgendwann wird es dann deutlich ruhiger im Restaurant, nachdem sich immer mehr Tagesgäste verabschieden. Und auch für uns wird es irgendwann Zeit, zwei Stockwerke weiter nach oben zu gehen. Denn morgen steht die erste gemeinsame Wanderung mit Anita an und da freuen wir uns schon sehr darauf..!

Unser Fazit des ersten Tages:

Eine richtig tolle und überraschend anspruchsvolle Wanderung, von knapp 16 Kilometern Strecke, mit 366 Höhenmeter im Anstieg und 405 Höhenmeter im Abstieg. Unterwegs sehr abwechslungsreiches Hochschwarzwald-Panorama mit dem so typischen Flair!
Absolute Höhepunkte sind unterwegs der Bildstein, mit seinem phantastischen Blick über den Schluchsee, so wie die abschließende Schiffs-Fahrt, von Unteraha nach Seebruck.
Es besteht eine leidlich gute Busverbindung von Seebruck nach Rothaus.

Wir genießen es sehr, am Ende dieser Wanderung nicht mehr nach Hause fahren zu müssen, sondern sich statt dessen im Brauerei-Gasthof Rothaus verwöhnen lassen zu dürfen. Und als abschließende Kritik zum Essen gebe ich hier einfach nur noch den Spruch weiter, den ich von einem Nachbar-Tisch während des Essens aufgeschnappt habe:

Oh.., wenn doch nur der Buckel auch noch Bauch wäre..!„, meinte der feine Herr mit einem Stöhnen.

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2 Kommentare »

  • Rainer Motte sagt:

    Also, bei der Speisekarte keinen Hunger zu kriegen, ist schlechterdings unmöglich! Und wenn man auf der Wanderung neben Rucksack und Kameratasche auch noch ein -für manche Fotos in der Tat unverzichtbares- Stativ mitgeschleppt hat, schmeckt das Essen nochmal besser 😉

  • Rainer (author) sagt:

    Na also! Sag ich doch..! 😉

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