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Schneeschuh-Wandern: Tolle Tour am „Thurner“

19 Dezember 2009 3 Kommentare

Es war gerade genügend Pulverschnee in der Luft, um die Sonne zu verdecken. Tolle Bedingungen..!Schneeschuh-Gehen auf verharschtem Altschnee mit einer zarter Pulverauflage, das ist Vergnügen pur! Leichtigkeit, ohne jede Anstrengung! So ähnlich muss sich wohl auch Jesus gefühlt haben, als er einst übers Wasser gegangen ist..!

Während wir ein paar Wanderer noch bei jedem Schritt tief im Harsch einsinken sehen, bleiben unsere „Inooks“ von diesen Bedingungen völlig unbeeindruckt. Das Körpergewicht reicht gerade aus, ihr Profil in den Schnee zu drücken. Das Wetter: Leichter Schneefall, – 9,0°C!

20091217-Schneeschuh-Wanderung am Thurner 001-2Es ist gerade mal genügend Pulver-Schnee in der Luft, um die Sonne zu verdecken. Ab und zu sieht man sie aber doch kurz durchblinzeln und manchmal ist sogar etwas blauer Himmel zu erkennen – also wirklich traumhafte Bedingungen, um mit den Schneeschuhen zu Wandern. Wir haben das Auto gleich unten, am Wander-Parkplatz „Thurner“ abgestellt (kostenlos) und sind dann der Straße hinauf, zum Start der „Thurner-Spur“ (Loipe) gefolgt. Hier kann man ebenfalls parken, aber der Verein erhebt dafür beachtliche 4,- Gebühr.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, aber lasst es uns hier, gleich zu Beginn der Saison, noch einmal ganz deutlich sagen: bitte achtet stets darauf, gespurte Loipen niemals(!) zu betreten! Wir wurden von der „anderen Fakultät“ nur deswegen schon misstrauisch beobachtet, weil wir unsere Schneeschuhe in Richtung ihrer Loipe getragen haben! (Wir gehen mal davon aus, das wird seine Berechtigung haben..!)

Der Panoramarundweg Thurner folgt, vom Vereinsheim weg, dann zuerst einmal ein gutes Stück dieser Thurner-Spur. Wir halten uns aber ganz konsequent am linken Wegrand und erhaschen so auch bald ein paar Blicke, auf zufriedene (Langläufer-)Gesichter. (Es geht also durchaus auch miteinander, nicht wahr?)

Claudia zeigt das Richtungsschild "Panoramarundweg Thurner". Im Hintergrund die erwähnte "Holzbrücke".Leider kann der „Panorama-Weg seinem Namen bei dieser Witterung nicht gerecht werden. Bei klarem Wetter sieht man hingegen, schon im ersten Teil der Wanderung, bis hinüber zu Schauinsland, Rosskopf, Kandel und Brend. Bei klarer Sicht sind sogar die Vogesen zu erkennen.

Kurz nach einer niederen Holzbrücke, die ein kleines Sumpfgebiet überwindet, verlassen wir die Loipe und folgen dem Rundweg bergauf, zum Waldrand. Trotz deutlicher Minusgrade, ist uns inzwischen recht warm geworden und Claudia beschließt hier ganz spontan, eine erste „Schicht“ Funktionswäsche auszuziehen.

Zum besseren Verständnis: Wer mit Schneeschuhen wandert, der muss sich völlig anders anziehen, als beispielsweise zum Langlaufen! Während Langläufer durch den dynamischen Bewegungsablauf rasch ins Schwitzen geraten und ihnen so natürlich auch schnell warm wird, bewegt man sich auf Schneeschuhen meist gemächlicher und bleibt (ganz im Gegensatz zu Langläufern) auch öfter mal stehen. SchweißnasseClaudia ganz im "Zwiebelschalen-Look" - die oberste Schale muss weg! Kleidung würde einen dabei natürlich sofort frieren lassen und ist daher möglichst zu vermeiden.

So hat sich beim Schneeschuh-Wandern ein Anziehen nach dem „Zwiebelschalen-Prinzip“ bewährt. Anstatt nur einer einzigen, dicken Schicht Unterkleidung, trägt man mehrere Schichten, dünne, lange Funktionsunterwäsche (keine Baumwolle!). Darüber am Besten nur Fleece-Pullis und GoreTex-Jacken.

Zu Beginn einer Wanderung sollte man immer so angezogen sein, dass man unterwegs jederzeit eine „Schicht“ ausziehen kann, zusätzlich aber auch immer noch eine weitere Schicht im Rucksack haben („Reserve“), falls einem doch kalt wird! Wer sich daran hält, der wird – was die Temperatur angeht – immer auf der sicheren Seite sein!

Der Wanderweg zieht nun wieder hinunter, zur B-500, um sie am Michelehof zu überqueren. (Hier findet sich die erste, von drei ausgeschilderten Abkürzungen.) Nach dem Überqueren der Bundesstraße folgen wir dem gelben Richtungsschild (Ein Weg war hier nicht mehr zu sehen!) hinunter in den Wald. Der idyllische Trampelpfad verlässt den Wald aber bald wieder und zieht dann über Viehweiden aufwärts, stets mit freiem Blick in die umliegenden Täler.

Über Viehweiden zieht der idyllische Weg nach oben und gibt den Blick in die umliegenden Täler frei! Der Trampelpfad führt nach dem Überqueren der B-500 idyllisch durch den WaldClaudia bei der verdienten Pause, mitten im Wald. Kleine Iso-Matten schützen die wertvollsten Teile...

Oben überqueren wir erneut die B-500 und werden anschließend, parallel zur Bundesstraße, nach Süden geführt, in Richtung Ramshalde. Hier stoßen wir auf die zweite, ausgeschilderte Abkürzungs-Möglichkeit. Vorbei am Wanderheim, stapfen wir aber lieber in jungfräulichem Schnee bergauf und beschließen, oben eine verdiente Pause einzulegen. Heißer, süßer Tee, Vesperbrote und ein gekochtes Ei bringen die Kräfte rasch zurück und auch die Muskulatur erholt sich so wieder.

Claudia auf der Fahrenberger Höhe, beim Orientieren. Das verlangt im Winter deutlich mehr aufmerksamkeit, als im Sommer. Schneeschuh-Gehen beansprucht die Beinmuskulatur ganz anders, als normales Wandern, so dass die Wadenmuskulatur manchmal schon etwas „beleidigt“ reagiert. Aber nach wenigen Touren gibt sich das und man hat dann wieder „Ruhe“ bis zum Frühjahr, wenn man sich erneut umgewöhnen muss!

Ein Tipp noch zum Vesper: Nach stundenlangem Gehen bei deutlichen Minusgraden, sind Wurstbrote im Rucksack fast gefroren! Das kann man verhindern, indem man die Brote in Alufolie packt (glänzende Seite immer zum Brot!) und sie anschließend in die Ersatzklamotten, im Rucksack einwickelt. So bleibt das Vesper (erstaunlich lange!) angenehm temperiert!

Anschließend folgen wir dem Waldrand hinauf, zu einem „Schilderbaum“. Hier treffen wir auf den „Westweg“ und folgen ihm wieder nach Norden, in Richtung Thurner (Achtung: die Streckenangabe „3,0Km“ gilt nur, wenn man die dritte Abkürzung in Anspruch nimmt!). Bald erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung, die Fahrenberger Höhe. Ab hier geht es nun stetig bergab, so dass wir auch die dritte Abkürzung ignorieren und auch noch den Doldenbühl umrunden. Bald treffen wir wieder auf die Loipe, die uns dann zurück führt, zum Ausgangspunkt.

Die Daten der Tour: 11,5 Kilometer Strecke (ohne Abkürzungen) mit etwa 200 Höhenmetern im Anstieg. Wir benötigten insgesamt 5,0 Stunden (incl. Vesperpause und vielen Fotostopps!)

Unser Fazit: Nicht nur eine tolle Sommertour, sondern auch eine wirklich beeindruckende Schneeschuh-Wanderung! Unbedingt zum Nachmachen empfohlen!

Bitte nehmt jedoch auf das Wild Rücksicht, indem Ihr auf dem Weg bleibt(!) und verhaltet Euch auch der „anderen Fakultät“ gegenüber fair!


Googlemaps
 

3 Kommentare »

  • Manu sagt:

    Na, da geb ich Euch doch nächstes Mal meinen Hund mit, der hätte da auch Spass ;-)Überlegt nur mal, wie das unserem Basco gefallen hätte??? *wälz*

  • Jürgen Elbers sagt:

    Liebe Haas,

    ich bin heute durch den Hineis auf Ihr Feldberg-Buch im „Sonntag“ auf den Blog aufmerksam geworden. Das sind ja sehr schöne Touren, mindestens diese (und auch die bei St. Märgen/St. Peter) werden wir nachgehen. Hilfreich wäre vielleich eine Karte mit dem Wegverlauf, das Höhenprofil ist ja manchmal auch dabei.

    Weiterhin guten Mut

    Jürgen Elbers

  • Phillip sagt:

    Manu: Das ist ja eine tolle Idee, den Hund mitzunehmen! Daran hab ich ja noch gar nicht gedacht! Werde unseren dann auf jeden Fall auf die naechste Tour mitnehmen. Frage: Braucht der Hund auch Schneeschuhe? 🙂 🙂 🙂 haha!

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