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Schneeschuh-Wandern: Der Gipfeltrail am Feldberg

15 Dezember 2009 Kein Kommentar

Auf dem Schneeschuh-Trail II, unterwegs zum FeldberggipfelEndlich war es wieder so weit: wir konnten die Schneeschuhe heraus holen und zur ersten Tour der neuen Saison starten. Klar, dass die hinauf führen sollte, auf den Feldberg. Am Gipfel wurden 20cm Schnee gemeldet, am Feldberger Hof immerhin noch 15cm.

Das Kachelmann-Wetter sagte jedoch für den Nachmittag „oben“ Temperaturen bis minus 11°C, Wind und weitere Schneefälle voraus. Dem entsprechend rüsteten wir uns natürlich aus. Über mehrere Schichten langer Funktions-Unterwäsche kamen die dickeren Fleece-Pullis und Thermo-Hosen, in den Rucksack ausreichend heißer, gesüßter Tee. So ausgestattet machten wir uns dann vom Haus der Natur aus auf den Weg.

Der Schneeschuh-Trail am FeldbergUm 10.00 Uhr war der große Parkplatz (Im Winter kostenlos!) schon recht voll, was uns jedoch nicht weiter berührte. Wir folgten dem gut ausgeschilderten Schneeschuh-Trail hinauf, in Richtung Aussichtsturm. Er verläuft im Aufstieg immer parallel zur gut präparierten Skipiste und folgt dem lichten Waldrand. Der Wind trug aber leider nicht nur das nervige Heulen der Schneekanonen unangenehm laut zu uns herüber, bald tauchten auch die ersten Snowbord-Fahrer unmittelbar vor uns, zwischen den Bäumen, auf. Freaks, immer auf der Suche nach neuem „Tiefschnee“. Dass sie dabei auch uns den Weg „bahnten“ interessierte sie genau so wenig, wie unsere Gefährdung durch ihr Verhalten. Als ich einen von ihnen auf das Schild des Schneeschuh-Trails hinwies, deutete er nur ein lockeres „In-die-Hand-Spucken“ an und warf es sich über die Schulter. Doch, echt cool, diese Brüder..!

Gipfel in Sicht! Rechts im Hintergrund die WetterstationSollte aber seitens der Verantwortlichen hier nicht schnell eingegriffen werden, dann können wir diesen wirklich tollen Schneeschuh-Trail, leider nicht mehr empfehlen! Immer wieder kamen uns nun ganze Gruppen Snowborder und Skifahrer entgegen so dass wir teilweise schon dachten, wir würden eine Skipiste hinauf stapfen. Seid da bitte wirklich vorsichtig und haltet Euch mit Kindern lieber ganz von diesem Abschnitt fern! Man kommt schließlich auch anders auf den Berg!

Endlich oben angekommen, umrundeten wir dann traditionell erst mal das Bismarck-Denkmal, um vielleicht noch einen kurzen Blick auf den Feldsee zu erhaschen. Aber Fehlanzeige, unter uns war nur dicke „Suppe“! Zudem blies ein strammer Wind aus Nordost. So zogen wir halt die Kapuzen hoch und ließen uns hinüber „treiben“, in Richtung Grüble-Sattel.

In diesem Bereich ist das Gehen recht anstrengend, da der Trail immer dem nach rechts abfallenden Hang folgt und man sich ständig darauf konzentrieren muss, die Schneeschuhe möglichst „waagerecht“ in den verharschten Schnee zu drücken. Wer zu wenig Übung hat, kann aber jederzeit auch auf den ebenen Fußweg, oben auf dem Kamm, ausweichen.

Kurz vor dem Gipfel: schnelle Wetterwechsel zwischen Sonne und WolkenFast oben! Im Hintergrund die "Zastler-Seite" des FeldbergsUnterwegs vom "Höchsten", hinab zur St. Wilhelmer HütteKaum hatten wir das Bismarck-Denkmal und die Liftstation hinter uns gelassen, fühlten wir uns auch wieder „völlig alleine auf der Welt“. Hier war – außer uns – wirklich niemand mehr und bald hörten wir nur noch unsere eigenen Schritte. Das war es, was wir mit den Schneeschuhen immer wieder auf“s Neue suchen: die Einsamkeit und diese unglaubliche Ruhe..!

Oben am Gipfel treffen wir dann auf zwei tapfere Wanderer, die sich (ohne Schneeschuhe!) von Fahl aus, hier herauf gekämpft haben. Und auch ein paar Tourengeher mit Skiern stoßen noch zum „Gipfel-Treffen“. Einige Schlucke heißer Tee und ein kurzer Austausch über die unterschiedlichen Wetterbedingungen auf den einzelnen Bergseiten, dann trennen sich die Wege wieder.

Wildromantisch: dick vereiste Büsche und Bäume auf dem Weg hinunter, zur St. Wilhelmer HütteHinunter, in Richtung St. Wilhelmer Hütte kommen wir nun endlich ins Lee des Gipfels und auch die Sonne kommt hier etwas beständiger heraus. Auf dem Kamm hatte sich das Wetter, bis gerade eben noch, etwa drei Mal pro Minute geändert. Sonne, dichter Nebel, Sonne – unglaublich!

Der Weg hinab in Richtung St. Wilhelmer Hütte / Stübenwasen, ist auf Schneeschuhen eigentlich immer ein tolles Erlebnis. Hier herrschen meist optimale (Tiefschnee-)Bedingungen. Wer hierher kommen will, der muss sich das eben „erarbeiten“! Lifte gibt es hier nicht und so sind dann auch nur ein paar wenige Spuren im Schnee zu sehen: von Wanderern, Schneeschuh-Gängern und Tourenski-Gehern.

Leider haben die Hütten derzeit noch Betriebsferien, wir hätten sehr gerne noch irgendwo einen guten Jagertee getrunken. So machen wir uns halt, ohne Jagertee, über den breiten Winterwanderweg, wieder auf den Rückweg, zum Haus der Natur.

Nach der Todtnauer Hütte (im Hintergrund) zieht der Schneeschuh-Trail noch einmal steil hinauf..Inmitten der Natur: Claudia betrachtet Wildspuren...Schwer zu finden: Schneeschuh-Trail Markierung ohne Richtungspfeil.Kurz nach der Todtnauer-Hütte zieht der Schneeschuh-Trail aber noch einmal links hinauf, in die Bergflanke. Dieser Teil des Trails ist unglaublich anstrengend zu gehen und dürfte wirklich jedem, der sich diese Tortour nun noch zutraut, auch noch die allerletzten, „überschüssigen“ Kräfte entziehen. Der Weg (der wirklich keiner ist!) ist zwar sehr schwierig zu begehen, führt dafür aber mitten hinein, in die unberührte Natur des Feldbergs. Hier findet man dann auch bald Wildspuren. Unser Tipp: ganz langsam gehen und so nicht nur die eigenen Kräfte schonen! Auf Weidedrähte achten, die hier im Schnee liegen!

Leider ist dieser Teil des Schneeschuh-Trails relativ schlecht ausgeschildert. Es fehlen vor allem die Richtungs-Pfeile zum nächste Schild, so dass diese manchmal wirklich nur durch Zufall zu finden sind. Im Notfall eben einfach abbrechen und sich dann nach rechts hinunter durchschlagen, zum breiten Wanderweg in Richtung Haus der Natur!

Unser Tipp: eine wirklich ganz tolle Schneeschuh-Tour, die einem leider durch rücksichtslose Snowbord-Freaks im Aufstiegsbereich, zunehmend vermiest wird.

Für Ungeübte kann am Grüble-Sattel direkt wieder zum Haus der Natur hinab abgekürzt werden (Seebuck-Trail). Er hat eine Länge von etwa 3,0km und bewältigt dabei insgesamt 170 Höhenmeter im Anstieg. Dauer ca. 2 Stunden.

Der längere Gipfel-Trail führt von hier aus weiter zum „Höchsten“ und dann hinunter zur St. Wilhelmer und Todtnauer Hütte. Von dort aus geht’s über den breiten Wanderweg, oder eben auch oben, durch die Bergflanke, wieder zurück. Strecke: etwa 9,0 Kilometer mit 320 Höhenmeter. Dauer ca. 3,5 Stunden.

Karte: Schneeschuh-Trails

Winterkarte Naturschutzgebiet Feldberg

Wer den Gipfel-Trail ohne Führung angeht, sollte unbedingt eine ordentliche Grundkondition und – neben einiger Erfahrung im Umgang mit Schneeschuhen – auch etwas „Feldberg-Erfahrung“ besitzen! Kostenlose Flyer mit den Touren-Vorschlägen gibt es im Haus der Natur.

Schneeschuh-Tipps direkt vom Haus der Natur


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