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Tolle Schneeschuh-Runde zur Zastler-Hütte

3 Dezember 2010 5 Kommentare

Donnerstag, der 2. Dezember 2010: Der Wetterbericht hat für heute weitere Schneefälle mit „sonnigen Abschnitten“ versprochen. Ob wir die geplante Tour also wirklich würden durchziehen können, stand noch gar nicht fest.
Als wir unser Auto dann aber am Haus der Natur parkten, war über uns blauer Himmel und Claudia quittierte meinen fragenden Blick auch sofort mit Zustimmung: „Laß‘ es uns angehen..!“

Gemeint war die Große Feldberg-Runde, über Seebuck – Baldenweger Buck – Baldenweger-Hütte – Naturfreunde-Haus – Zastler Hütte und dann über den „Höchsten“ wieder zurück, zum Haus der Natur. Auf Schneeschuhen – je nach Schneeverhältnissen – eine Tour die richtig „Körner“ verbraucht.

Zur Zeit ist die Lawinen-Gefahr im Zastler-Loch noch nicht besonders hoch, da sich die großen Schneewechten an der Nordseite des Feldberg-Gipfels noch nicht völlig ausgebildet haben. Dafür ist aber auch der Schnee noch nicht überall verharscht und daher teilweise „tief“, was das Gehen, auch mit Schneeschuhen anstrengender macht.

Inzwischen komme ich schon etwas besser mit der Bindung meiner MSR Lightning Ascent zurecht und brauche daher nicht mehr ganz so lange, um die Edeltreter anzuziehen. Heute ist zudem Claudia mit dem Rucksack-Tragen dran. Ich hänge mir also nur die Kamera um, stecke den Garmin in die Tasche und komme ich mir so schon fast etwas „nackt“ vor, während ich Ihr bei den Bindungen helfe.

Jetzt, noch vor der eigentlichen Saison, ist am Feldberg unter der Woche nicht viel los. Als wir los ziehen herrschen jedoch optimale Bedingungen und selbst der Winterwanderweg, ab dem Haus der Natur, ist perfekt präpariert. Wir folgen ihm das kurze Stück, bis der Schneeschuh-Trail links abzweigt und stellen dort erfreut fest, dass die Schilder des Trails inzwischen auch mit Richtungspfeilen (zum nächsten Schild) ausgestattet worden sind. So kann man sich selbst nach starken Schneefällen, oder bei schlechter Sicht, noch gut orientieren.

Im Aufstiegsbereich ist der Schneeschuh-Trail inzwischen aber auch im Neuschnee gut zu erkennen. Nachdem ihn schon einige Schneeschuh-Wanderer frequentiert haben, zieht er sich als leichte Vertiefung durch den traumhaft schönen Winterwald.

Wo der Trail in die Falllinie zum Seebuck dreht, erreichen wir bald wieder den ursprünglichen Winterwanderweg, der hier zur Baldenweger-Hütte führt. Claudia möchte einen Schluck Tee trinken und wir genießen den phantastischen Blick, hinüber zu den Skihängen von Grafenmatt.

Dann nehmen wir den zweiten Teil des Aufstiegs zum Seebuck unter die Lightning Ascent. Der Hang ist hier nun wieder etwas steiler und die Oberfläche des Schnees bereits etwas verharscht. Schwierige Bedingungen, weil man immer wieder in den weichen Pulverschnee durchbricht, aber die MSR greifen super. Auch Claudia bemerkt den Unterschied zu unseren Inooks sofort: „Unglaublich, wie sicher die sogar hier halten..!“

Bisher ist der MSR Lightning Ascent dem Inook-Spitzenmodell wirklich in jeder Beziehung überlegen. Auch das nervende Klebenbleiben von Schnee unter dem Schneeschuh, ist bei ihm bisher noch nie vorgekommen!

Dann passieren wir die Bergwacht-Hütte und der Anstieg wird flacher. Direkt vor uns steht der Feldbergturm.

Oben angekommen, überqueren wir die „Nato-Straße“ und folgen dann dem Trail durch den Grüblesattel. Hier könnte man links, über den Winterwanderweg, wieder zurück zum Haus der Natur abkürzen.

Dann ziehen wir weiter hinauf, in Richtung „Höchster“ und halten uns kurz vor dem Gipfel rechts, hinüber zum Baldenweger Buck. Von hier aus haben wir einen tollen Blick, zum Feldberggipfel und auf seine Schneewechten, direkt über dem Zastler Loch.

Noch sind sie so klein und ungefährlich, das sogar ein paar Tourenski-Fahrer gerade ihre Spuren in den Pulverschnee des Steilhangs ziehen. Doch schon in wenigen Wochen wird das nicht mehr möglich sein, denn dann werden diese Wechten bereits wieder zu gefährlicher Größe angewachsen sein – wie jedes Jahr! Und dann gilt es auch wieder, einen deutlichen Sicherheits-Abstand zur Kante zu halten. Denn wer von dort oben dann noch hinunter sehen kann, zur Zastler Hütte, der steht bereits mit beiden Füßen über dem Abgrund!

Wir folgen den Orientierungs-Stangen auf der linken Hang-Seite des Baldenweger Buck, in Richtung Baldenweger Hütte/Naturfreunde-Haus. Hier ist die Schneedecke oft nur wenige Zentimeter dick, da der stramme Wind die Kuppe frei bläst. Dadurch bildet sich aber hinter seiner Ostseite auch eine weitere, gefährliche Schneewechte. Hier kam es im letzten Winter auch zu einem Lawinen-Unfall, als zwei Skitouren-Gänger ein Schneebrett lostraten.

Inzwischen führen uns die Orientierungs-Stangen zu einem steilen, tief verschneiten Hang. Tief unter uns liegt die Baldenweger Hütte und etwas links davon, das Naturfreunde-Haus. Hier ist es wichtig, abstand zum liks liegenden Wald zu halten, daher steigen wir schräg durch den Hang nach rechts ab.  Und auch hier sind wir wieder von der Griffigkeit unserer MSR überrascht. Da wir immer den direkten Vergleich zu unseren Inooks haben, einem ebenfalls sehr guten Hightech-Schneeschuh, können wir diese Unterschiede nun leicht feststellen.

Unten angekommen wenden wir uns – ohne Einkehr – direkt nach links und folgen dem schmalen Waldpfad in Richtung Naturfreunde-Haus/Zastler-Hütte. Während es oben gerade noch grimmig kalt war, ist es hier unten nun plötzlich überraschend mild und der Schnee ist daher auch ohne jede Harsch-Schicht. Selbst mit den Lightnings versinken wir daher wieder etwas tiefer, was das Gehen erneut anstrengender macht.

Ein wunderschöner Winterpfad lässt uns das aber rasch vergessen und führt uns hinunter, ins Zastler-Loch. Hier passieren wir die Zastler-Hütte und halten uns am Wegweiser dann rechts(!), vorbei am Holzkreuz mit dem Christus.
Achtung, hier auf gar keinen Fall links herum, in Richtung Feldberggipfel gehen! Dieser Weg führt fast auf seiner gesamten Länge direkt durch die Lawinen-Schneise unterhalb der Gipfel-Wechte!

Auch unsere Route, rechts herum, schneidet diese Lawinenbahn zweimal, jedoch nur in den Ausläufern. Trotzdem, bevor man diese Route angeht, unbedingt im Haus der Natur, oder direkt bei der Bergwacht nach der aktuellen Gefahrenstufe fragen!!!

Nach nur kurzer Strecke teilt sich unser Weg abermals: Die gelbe Raute führt nach rechts, hinüber zum Toten Mann. Wir halten uns daher links und folgen dem breiteren Forstweg (ohne Wegzeichen!) bergauf. Er umrundet die Flanke des Feldberges im Westen und führt dann über den Immisberg wieder nach Osten zurück, in Richtung Feldberggipfel.

Kaum haben wir den Wald verlassen, empfängt uns hier ein toller Ausblick hinüber, zum toten Mann. Noch ein kurzer Anstieg, dann dreht der Weg auf dem Immisberg nach Osten und gibt uns den Blick auf den Höchsten frei: Atemberaubend!

Blauer Himmel, Sonnenschein und unberührter Schnee laden dazu ein, den Gipfel in direkter Falllinie anzugehen. Dabei müssen wir zwar ein kleines Waldstück durch eine Schneise queren – was eigentlich nicht ganz korrekt ist, da man im Winter angehalten ist, zu Waldrändern stets einen Mindestabstand von 50m halten. Hier winke ich jedoch ab, da gerade mehrere Skitouren-Gänger (mit Hund) diese Schneise in Schussfahrt passiert haben. Kaum vorstellbar, dass hier nun noch Wild aufzuscheuchen wäre.

Wir verlassen den „Weg“, der rechts herum zur St. Wilhelmer Hütte führt und gehen geradewegs zum Gipfel hinauf. Dieser Aufstieg verbraucht noch einmal ordentlich „Körner“ und wir sind froh, dass wenigstens der Schnee hier wieder kräftig verharscht ist. Dafür sind wir aber auch wieder dem eiskalten Wind ausgesetzt und suchen oben sofort Schutz, im Lee der Fernmelde-Einrichtung. Ein heißer Tee tut uns hier „gut, bis in den kleinen Zeh“!

Dann verlassen wir unseren Windschutz wieder und folgen dem präparierten Winterwanderweg, zurück zum Seebuck.

Inzwischen ist es 15.30 Uhr und die Sonne steht schon ziemlich tief. Der ganze Gipfel-Kamm des Feldbergs ist daher völlig menschenleer und gehört uns nun ganz alleine. So genießen wir diese tolle Stimmung und die herrliche Aussicht, hinüber zu den Alpen. Dann werden wir aber plötzlich auf Wolken aufmerksam, die schnell und immer dichter werdend, aus dem Wiesental heraufziehen. Ich ziehe die Kamera heraus: Sollte ich endlich einmal mit Fotos festhalten können, wie der Feldberg innerhalb von wenigen Minuten sein (Wetter-)Gesicht völlig ändert?  Tatsächlich, nach kurzer Zeit ist der Feldbergturm bereits im Nebel verschwunden und wir tauchen bald darauf ebenfalls in diese Suppe ein!

Heute hält sich der Nebel jedoch in Grenzen und betrifft lokal auch nur den Seebuck-Gipfel mit dem Feldbergturm. Dort haben wir trotzdem kurz Mühe, die Orientierungs-Stangen zu finden, die den rechten Rand der Skipiste begrenzen. Dann führen uns diese aber sicher den Hang hinunter, und auch wieder aus dem Nebel heraus. Noch ein letztes Foto vom Sonnenuntergang, dann beenden wir unsere tolle Tour am Parkplatz, vor dem Haus der Natur.

Unser Fazit: Rundwanderung mit 11,3 km Strecke und 533 Höhenmetern im Anstieg. Sowohl die technischen, als auch die konditionellen Anforderungen (4,5 Std.) sind recht hoch, daher sollte die Tour von Schneeschuh-Einsteigern besser nicht ohne ortskundigen Führer angegangen werden!

Besonderheiten: Im Winter bitte Unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Achtung: Die Streckenführung berührt 2x den Lawinen-gefährdeten Bereich im Zastler Loch (siehe oben)! Vor Tour-Beginn daher unbedingt im Haus der Natur, oder bei der Bergwacht das O.K. einholen! Bei viel Neuschnee oder unstabiler Wetterlage lieber nicht durchführen!

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]


Größere Kartenansicht 


Der neue Schneeschuh-Gipfeltrail am FeldbergGroße Schneeschuh-Runde um den Feldsee

5 Kommentare »

  • Manu sagt:

    Also wer bei den tollen Bildern und dem tollen Bericht keine Lust auf Schneeschuhwandern bekommt, ist selber schuld. Super Ihr 2!! Weiter so!

  • Hartmut sagt:

    Hallo, sehr schöne Touren, aber könnt Ihr die GPS Datei nicht einfach bei der Tour zum download anhängen ? Format ist egal, da gibt es genügende Konvertierungsprogramme
    Der Umweg über Garmin Connect dauert ewig, besonders hier im Schwarzwald. Bis Karte etc. geladen sind, Interesse besteht doch nur an der GPX, was brauche ich die Karte von Garmin oder GE auf dem dem Rechner.Bildschirma, Karten habe ich lokal auf.
    Hartmut

  • Rainer sagt:

    Hallo Hartmut, danke für den Hinweis, den wir natürlich gerne aufgreifen! Bei allen neuen Berichten wird künftig ein Link zum direkten Download führen, die älteren Touren werden wir (nach und nach) „nachrüsten“!

  • Die schönsten Schneeschuh-Touren am Feldberg | Rainer & Claudia sagt:

    […] Tolle Schneeschuh-Runde zur Zastler-Hütte:  10,7 km / 512 Höhenmeter “Haus der Natur” – Baldenweger Buck – Naturfreunde-Haus – Zastler-Hütte und zurück. […]

  • Hanspeter sagt:

    Tolle Website mit interessanten Tipps für Schneeschuhtouren rund um den Feldberg, vielen Dank.

    Sicher werden wir von dem ein oder anderen Vorschlag Gebrauch machen.

    Grüße
    Hanspeter

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