Home » Allgemein

Schluchten, Wasserfälle und ein Klettersteig – am Karlsruher Grat

12 Juli 2009 4 Kommentare
Herrliche Tiefblicke schon zu Beginn der Kletterstrecke

Herrliche Tiefblicke, schon zu Beginn der Kletterstrecke..!

Tolles „Familien-Kraxeln“ am Karlsruher Grat.

Diese kurzweilige Tour würde man wohl eher im Allgäu erwarten, als hier, im Nordschwarzwald. Noch nicht einmal die Namen wollen so recht ins Bild passen: Edelfrauen-Grab, Gottschlägbach-Klamm, Bosensteiner Eck, Brennte Schroffen. Dabei zählt sie zu den abwechslungsreichsten und naturschönsten Wanderungen im ganzen Schwarzwald.

Verwitterte Schilder weisen uns den Weg

Verwitterte Schilder weisen uns den Weg

Einigermaßen trittsicher sollte man für diese Tour natürlich schon sein und auch besser, die Kinder etwas an der „kürzeren Leine“ zu führen. Absolute Schwindelfreiheit ist hingegen nicht erforderlich, nur eine eventuelle Höhenangst sollte man, an einigen ausgesetzten Passagen, vielleicht schon unterdrücken können.

Wer diesbezüglich Probleme hat, kann die ganze „Kletter-Passage“ aber auch über den normalen Wanderweg zum Bosensteiner Eck umgehen und dann seine „Kraxler“ am Ende der Kletterstrecke wieder in Empfang nehmen. Lediglich bei Nässe sollte man auf diese Tour lieber ganz verzichten, denn dann herrscht erhöhte Rutschgefahr!

Talort ist Ottenhöfen. Wir parken am Kieswerk und folgen dem Gottschlägbach in die gleichnamige Klamm, die im Sommer angenehm kühl bleibt. Über Treppen und Brückchen erreicht der Weg, an einem schönen Wasserfall, zunächst das Edelfrauengrab. Der Sage nach wurde die Bosensteinerin hier von ihrem Gatten eingemauert, weil sie – nach der Geburt von Siebenlingen – sechs der Neugeborenen habe töten wollen.

Am Edelfrauengrab

Am Edelfrauengrab

Der geländergesicherte Felssteig folgt nun dem Wildbach aufwärts, der hier eine Gefällstufe von 100 m überwindet. Oben mündet der Steig dann auf einen Weg, dem wir bis zum Karlsruher Grat folgen.

Unterwegs passieren wir noch einen kuriosen Selbstbedienungs-Kiosk, an dem sich hinter Fensterläden, jeder mit quellwasser-gekühlten Getränken versorgen kann. Das Geld wirft man, entsprechend einer Preisliste, einfach abgezählt    in eine Kasse.

Irgendwann weist uns dann ein verwittertes Schild nach rechts, zur Kletterpartie. Wer sich das nicht antun möchte, sollte sich hier einfach links halten und dem normalen Wanderweg zum Bosensteiner Eck folgen. Am Ende der Kletter-Partie führen dann wieder beide Wege zusammen. Für die Kraxler hingegen beginnt nun eine leichte Kletterpartie im 2. Schwierigkeitsgrad.

Leichte Felskletterei im 2. Schwierigkeitsgrad.

Leichte Felskletterei im 2. Schwierigkeitsgrad.

Der Pfad – von dem nun auf den Felsen teilweise kaum mehr etwas zu sehen ist –  führt uns immer den Grat entlang und wechselt dabei ständig die Seite. Für Trittsichere Wanderer und bei trockenem Wetter(!) überhaupt kein Problem. Zudem muss niemand ganz nach vorne, direkt an den Abgrund. Und auch die Kinder solltet ihr an ausgesetzteren Passagen bitte etwas zurückhalten!

Mit der Zeit bekommt man dann auch einen Blick, für die etwas abgewetzteren Stellen am Fels, die den eigentlichen Weiterweg markieren. Und wenn Ihr wirklich mal kurz den Überblick verlieren solltet: immer nur dem Grat entlang! Oder einfach nur den „anderen“ hinterher, denn ganz für sich alleine ist man hier bei schönem Wetter natürlich nie! Und auch noch ein ganz persönlicher Tipp: Ihr solltet hier bitte keine Glasflaschen in den Rucksäcken haben, denn die werden an den Felsen teilweise ganz schön malträtiert! PET-Flaschen sind deutlich leichter und gehen zudem längst nicht so schnell kaputt…

Am Karlsruher Grat Am Karlsruher Grat Am Karlsruher Grat

Ein Reiz des Karlsruher Grates liegt natürlich in seinen wunderbaren Tiefblicken ins Gottschlägtal, aus dem wir heraufgekommen sind. Und einen schöneren Platz, als hier oben im Sonnenschein zum Rasten, werdet Ihr auf dieser Tour wohl nicht finden!

Herrliche Tiefblicke vom Grat, hinab ins Gottschlägtal

Herrliche Tiefblicke vom Grat, hinab ins Gottschlägtal

Am Ende des Grats treffen wir dann wieder auf den Wanderweg mit seinen Markierungen, und hoffentlich auch auf die Lieben, die ihm gefolgt sind. Er zieht sich nun hinüber zum Bosensteiner Eck, mit dem Kernerhof. Hier ist eine Einkehr möglich.

Aber noch einmal genießen wir am „Brennte Schroffen“, einer kleinen Aussichtskanzel, herrliche Tiefblicke auf Ottenhöfen, die Schwarzwaldvorberge und die Rheinebene. Hier ist nun auch schon der Endpunkt unserer kleinen Abenteuer-Wanderung gekommen. In Ermangelung eines interessanteren Rückweges, drehen wir einfach um und folgen dem gleichen Weg ans Auto. Und wer nun keine Lust mehr zum Klettern hat, folgt ganz einfach dem normalen Wanderweg Richtung Ottenhöfen. Er verläuft im Waldschatten, ein paar Meter unterhalb des Felsgrates. Achtung: am Ende des Grates führt ein recht unscheinbarer Trampelpfad wieder links hinauf(!), zum Beginn der Kletterpartie. Den auf gar keinen Fall verpassen, sonst habt Ihr Euch verlaufen!

Unser Fazit: eine tolle Abenteuer-Tour mit den Kids! Und wenn man sie an der „kurzen Leine“ führt, kann überhaupt nichts passieren!

Trittsicherheit ist erforderlich (so alt sollten auch die Kinder sein!), absolute Schwindelfreiheit jedoch nicht. An einigen ausgesetzten Stellen sollte man jedoch eine eventuelle Höhenangst überwinden können!

Besondere Bergausrüstung (Seil, Klettergurt, Helm) braucht Ihr nicht! Stabiles Schuhwerk sollte aber bitte jeder tragen, denn selbst in Trekking-Sandalen werdet Ihr auf dieser Tour keinen Halt finden!

Und leider auch hier wieder einmal der schon bekannte Wermutstropfen: bitte nicht mit dem Kinderwagen probieren! Selbst wenn Ihr den Klettersteig umgehen wollt, die vielen Treppenstufen des Gottschlägtales sind damit kaum zu bewältigen. Ein guter Trage-Rucksack, wäre hingegen schon richtig klasse..!

Anfahrt: 

4 Kommentare »

  • Birgit sagt:

    Ich bin den Karlsruher Grat auch schon 2x gegangen und stimme Deinen Auführungen zu, bin aber der Meinung, dass Teleskopstöcke da oben nichts zu suchen haben, bzw. sogar gefärlich sein können(s. Fotos)

    Gruß
    Birgit

  • Andreas Keßler sagt:

    Hallo,

    wir wollen am Sonntag mit 2 Kindern (6 + 11 Jahre) auf den Karlsruher Grat.
    auf Basis Ihres tollen Berichtes, habe ich nun doch noch 2 Fragen. Wäre super wenn Sie mir darauf kurz
    eine kurze Rückantwort geben und mir so weiterhelfen…..

    – wie lange dauert die Tour ungehr?
    – was bedeutet die Kinder an der kurzen Leine halten? Gibt es Sicherungsmethoden, die ih bei den Kindern
    wenden kann? Klettergurte haben die beiden Kinder noch nicht. Ich und meine Frau haben Klettergurte.

    Für eine kurze Rückantwort wäre ich sehr dankbar (am besten via Mail).

    Vielen Dank schon im voraus!

    MfG
    Andreas Keßler

  • Ulrike sagt:

    Wow was für eine tolle Rundtour,heute war ich zum ersten Mal dort und mir hat es sehr gefallen *freu*.

  • Erik sagt:

    Hallo,

    wir fahren in 3 Wochen nach München. Dort würden wir auch gerne einen Klettersteig aufsuchen. Könnten Sie da einen bestimmten Steig empfehlen?

    LG

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.