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Rund um den Nonnenmattweiher

28 September 2011 4 Kommentare

Nach unserer Stippvisite in Balderschwang, sind wir nun wieder in heimischem Revier unterwegs: Am Nonnenmattweiher und damit auch (fast) schon immer in Sichtweite zum Belchen. Ihm werden wir uns in nächster Zeit aber noch eingehender widmen..!
Nonnenmatt
leitet sich von Nonnen und Matte ab, aber ein Schelm der „Übles“ dabei denkt, denn als Nonnen (Nunnen) bezeichnete man hier früher das weibliche Mastvieh und die Matten sind ganz einfach Wiesen.

Schon der erste Blick auf die Karte läßt Claudia zu Hause jubilieren: Es wird heute nämlich wieder einmal auf ihren geliebten Westweg gehen..! Unsere Tour zum Nonnenmattweiher startet am Wanderparklplatz vor dem Haldenhof, einem beliebten Ausflugsziel. Hier haben wir auf unsererem Westweg-Trek damals (abends) noch einmal Trinkwasser ergänzt uns sind dabei sehr freundlich behandelt worden!

Schon als wir aussteigen um unsere Wanderstiefel anzuziehen, sind sofort alle Erinnerungen wieder da und ich kann den schweren Touren-Rucksack auf meinem Rücken schon fast wieder spüren. Unglaublich, wie sich einem manche Dinge einprägen..!

Gleich vom Auto weg folgen wir dem Pfad wieder links über den Hügel, der auf der anderen Seite direkt zum Gasthaus hinunter führt. Claudia geht voraus und ich habe teilweise Mühe, ihr zu folgen. Erst oben, an einem etwas verwahrlosten Garten bleibt sie stehen und zeigt mir dort wilde Stiefmütterchen. „Genau wie in den Vogesen..!“, meint sie nur und ist etwas enttäuscht, weil ich sie nicht fotografiere. Aber kultiviert sind sie für mich genauso wertvoll, wie beispielsweise ein Edelweiß im Blumentopf.

Am Haldenhof weisen uns dann Wegzeichen über die Straße und danach gleich wieder rechts hinunter. Ein hübsches Bänklein lädt uns schon gleich hier – in bestem Alemannisch – zum Verweilen ein! Wir machen ein schnelles Foto und ziehen dann – dem breiten Weg folgend – in Richtung Nonnenmattweiher.

Ab hier sind auch wir nun wieder einmal in „Neuland“ unterwegs, denn an diesem Schwarzwald-Karsee waren wir bisher auch noch nie gewesen. Macht aber nix: Claudia hat im Wanderführer nur gelesen, dass man dort baden darf und hat daraufhin sofort ihre Badesachen eingepackt (Zur Erinnerung: Es ist der 25. September im Hochschwarzwald..!). Wir folgen dem breiten Wirtschaftsweg um die Ausläufer von Heubronn herum und werden dabei auf die einsetzende Herbstfärbung des Waldes aufmerksam: Lange wird dieser „Sommer“ wohl nicht mehr dauern..! Das stört uns aber nur wenig, denn Claudia und ich können jeder Jahreszeit etwas Schönes abgewinnen!

Kaum haben wir das Tal umrundet, können wir wieder zurücksehen, auf unseren Parkplatz. Dort ist inzwischen wohl kein einziger, freier Stellplatz mehr zu ergattern. Aber noch etwas anderes fesselt von hier aus nun unseren Blick: Der Belchengipfel! Ganz deutlich ist rechts daneben sogar das weiße Belchenhaus zu erkennen.

Nach einer Weile erreichen wir dann, über einen abwärts führenden Pfad, den idyllisch daliegenden Weiher. Hier ist leider (10.00 Uhr!) schon ganz schön etwas los. Als ob er das Ziel einer größeren Sternwanderung wäre, strömen Spaziergänger und Wanderer gleichsam aus allen Himmels-Richtungen heran. Claudia kann das von Ihrer Ehrenrunde natürlich nicht abhalten. Genauso wenig, wie die recht herbstliche Wassertemperatur von nur 17,0° C! („Brrrr…!“, höre ich sie aber kurz schnauben, als sie hinein geht!)

Nach dem kurzen Abenteuer hängt sie den Badeanzug dann mit dem Microfaser-Handtuch – zum Trocknen – wie eine Trophäe, außen an den Rucksack, und wir ziehen weiter. Leider führen hier überwiegend nur breite Wege um den Weiher herum und auch durch die umgebenden Hänge aufwärts. Aber trotzdem hat die Tour „was“!

Wir kämpfen uns nun zuerst einmal die paar Höhenmeter hinauf zum „Weiherfelsen“, der uns dann einen bestechenden Tiefblick hinunter, zum Karsee bietet. Vorne angekommen, weicht Claudia auch prompt erst wieder ein Stück zurüch und zieht die Luft durch die Zähne..!

Sie fängt sich aber rasch wieder und wir schießen ein paar tolle Fotos, bevor wir unser Vesper auspacken und die herrlichen Aussicht genießen: Denn auch hier liegt uns der Belchengipfel wieder genau gegenüber..!

Wir bekommen bald Gesellschaft von einem weiteren Wanderer-Pärchen und unterhalten uns auch noch eine Weile angeregt, bevor wir uns verabschieden und in Richtung „Jungholz“ weiterziehen. Nun müssen wir dem Weg, den wir zuvor gekommen sind, zuerst einmal wieder 800m zurück folgen, dann führt uns der (leider immer noch breite) Weg weiter, in Richtung Spähnplatz.

Hier stoßen wir nun erneut auf den Westweg und Claudia nimmt es mit einem breiten Schmunzeln zur Kenntnis. Aber auch ich kann mich sofort wieder an diese Streckenteil erinnern. An einer Bank nehmen wir dann noch einmal die Rucksäcke ab und holen die letzten Brote heraus.

Als wir aufbrechen finden wir – mitten auf dem Weg – ein Eselsohr, eine doch relativ seltene Pilzart. Und dass  dieses Exemplar hier so groß werden konnte, ist eigentlich kaum zu glauben, denn schon beim Fotografieren werden wir von einigen Mountainbikern fast umgefahren!

Dann erreichen wir die Straße zum Haldenhof und Claudia strahlt, als sie auf der anderen Seite wieder den schmalen Trampelpfad sieht, der durch die Weide führt: „Weißt Du noch..?“, fragt sie mich erneut und ist schon wieder völlig in ihrer Westweg-Erinnerung versunken. Ja, ich kann mich ebenfalls noch gut an diese Passage erinnern und muss mir daher eingestehen: Doch, der Westweg hat was..! Irgendwann werden wir diese Tour ganz bestimmt wiederholen!

Wir passieren kurz darauf den Platz, an dem wir damals gezeltet haben und überqueren dann die Straße ein weiteres Mal. Hier führt uns nun ein Weg über eine Viehweide abwärts, zum Haldenhof.

Unser Fazit: Eine recht einfach zu bewältigender Rundwanderung, die aber, mit Nonnenmattweiher und Weiherfelsen, durchaus ihre Highlights hat.
Ideal für ungeübte, mit Kindern und/oder auch für Einsteiger ohne Kondition geeignet! Viel Interessantes liegt unterwegs im Detail (wie z. B. das Eselsohr), also immer mal wieder genauer hinschauen!
Der persönliche Tipp von Claudia: In der wärmeren Jahreszeit die Badesachen nicht vergessen!

16,0 Kilometer mit 476 Höhenmeter im An-, und auch wieder im Abstieg (da Rundwanderung!). Dauer:  ca. 6,0 Std. (Gemütlich und mit vielen Foto-Stopps!)
An Vesper, Getränke und Wetterbekleidung denken!

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]



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4 Kommentare »

  • Schorsch sagt:

    Hey Claudia u. Rainer,
    Ihr hättet auch direkt vom „Nonni“ auf einem klitzekleinen Trampelpfad zum Felsen hoch steigen können anstatt auf der Forstautobahn aussen rum zu gehen. Oder mag Claudia wegen der Ausgesetztheit auch keine Wander-Singletrails in Steilhängen? Ich denke doch, Ihr habt ja auch den „alpinen Pfad“ am Feldberg begangen und beschrieben. Also, nächstes mal die DIRETTISSIMA, o.k.?
    Liebe Grüsse
    vom Schorsch

  • Rainer sagt:

    Hallo Schorsch, danke für den Tipp! Wenn wir zum allerersten Mal eine vorgegebene Wanderroute gehen, halten wir uns immer an die Vorgaben. Natürlich geben wir Dir im Nachhinein aber Recht, Deine Empfehlung wäre viel schöner zu gehen gewesen! Aber das ist ja das Schöne an einem „Blog“, dass auch Insider jederzeit ihre wertvollen Tipps einbringen können und dann alle davon provitieren. Danke Dir!

  • Ulrike sagt:

    Hallo Rainer und Claudia,

    heute habe ich die Wanderung rund um den Nonnenmattweiher genossen, besonders die sehr schöne Aussicht vom Weiherfelsen.Ich bin tatsächlich den klitzekleinen Trampelpfad zum Felsen hoch gewandert allerdings ist der Weg sehr steil, verläuft immer im Schatten. *freu*
    Der Blick zum Belchengipfel hat mich immer begleitet war das ein Erlebnis.

  • Rainer (author) sagt:

    Weiter so, Ulrike! Es gibt noch so viele, herrliche Plätze in unserer Heimat, vielleicht trifft man sich unterwegs ja mal..?

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