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Phantastische Neujahrs-Runde über den „Höchsten“

3 Januar 2011 Kein Kommentar
 Dieser Artikel ist Teil 6 von 13 in der Serie Die schoensten Schneeschuh-Touren am Feldberg

Claudia hat sich auf diese Schneeschuh-Wanderung ganz besonders gefreut, da die Strecke für uns beide „neu“ war: Vom Rinken zur Zastler-Hütte und von dort – über den Immisberg – hinauf, auf den „Höchsten“. Danach wieder hinunter zum Grüblesattel und über den Fernskiwanderweg zurück, zum Rinken.
9,6 Kilometer mit 428 Höhenmetern – bei Kaiserwetter und auf verharschtem Altschnee ein wahrer Genuß..!

Um am Neujahrs-Tag schon um 8.00 Uhr aufzustehen, sollte man einen guten Grund haben. Aber wir wussten bereits während des Silvester-Feuerwerks, was uns heute erwarten würde.

Es war kalt und sternenklar. Von einem Parkplatz der B 500 sahen wir hinunter, nach Freiburg. Während rechts, das Feuerwerk von St. Märgen klar zu sehen war, erhellten die Raketen von St. Peter und von Freiburg nur eine geschlossene Wolkendecke von unten: Große, milchige Leuchterscheinungen, die in schneller Folge und in allen Farben hin und her sprangen. Und über uns prangte die Milchstraße, so hell und klar, wie wir sie schon lange nicht mehr gesehen haben – Prosit Neujahr..!

Schon der erste Blick aus dem Fenster lässt Claudia dann am Neujahrs-Morgen auch jubeln: Sonnenschein, blauer Himmel und im Tal immer noch dichter Nebel. Es wird wohl ein phantastischer Tag werden! Wir richten Frühstück, Vesperbrote und heißen Tee zum Mitnehmen und beeilen uns, „raus“ zu kommen.

Es ist noch kaum ein Auto unterwegs, als wir Hinterzarten passieren und die schmale Straße über Alpersbach zum Rinken hinauf fahren. Kurz vor der Schranke suchen wir uns einen günstigen Parkplatz und tragen unsere Schneeschuhe die paar Meter, bis zum Beginn des Winterwanderweges. Am großen Wegweiser legen wir die MSR-Lightnings dann an und ich aktiviere den Garmin. Schon von hier aus haben wir einen phantastischen Blick auf den „Baldenweger Buck“ und den dahinter liegenden „Seebuck“, zwei der insgesamt vier Feldberg-Gipfel.

Nach wenigen Einhundert Meter erreichen wir dann das Wege-Kreuz mit den Wegweisern und halten uns rechts hinunter. Hier betreten wir nun das Naturschutzgebiet Feldberg und halten uns daher an die ausgewiesenen Winterwanderwege (siehe Faltblatt „Wintersport im Naturschutzgebiet Feldberg“).
Der Wanderweg ist fest gewalzt und eigentlich könnte man auch sehr gut ohne Schneeschuhe auf ihm gehen, aber die Alurahmen der Lightnings verhindern das lästige und kraftraubende Rutschen beim Abrollen über den Fußballen.

So ziehen wir über den schattigen Waldweg abwärts und erhaschen immer wieder einige Blicke hinunter, auf die geschlossene Wolkendecke unter uns. Dann teilt sich der Weg und wir folgen dem nicht zu übersehenden Schild, in Richtung Zastler Hütte. Bald haben wir den Hang des Baldenweger Buck so weit umrundet, dass uns die Sonne wieder erreicht und auch der Blick hinauf, zum „Höchsten“ frei wird – wir sind an der Zastler Hütte angekommen.

Claudia ist inzwischen so warm geworden, dass sie eine Schicht ihrer Funktionsbekleidung auszieht (Zwiebelschalen-Prinzip). Unterdessen beobachte ich, wie zwei Tourengeher den direkten Weg zum Baldenweger Buck hinauf ziehen. Genau dieser kleine Wald, durch den sie nun gehen, ist ein Auerhahn-Schutzgebiet und im Faltblatt auch eindeutig als Schutzzone ausgewiesen. Da fragt man sich schon, ob sie es wirklich nicht wissen, oder ob es ihnen einfach nur egal ist..?

Wir ziehen weiter und halten uns dann rechts, um den Lawinen-gefährdeten Hang unterhalb der Gipfelwechte zu queren. Hier führt der Weg nun durch die Ausläufer des gefährdeten Bereiches hindurch und man tut gut daran, einen prüfenden Blick nach oben zu richten. Danach sollte man sich sputen.
Übrigens, wer dabei gar keine Angst hat, der kann sich ja beim Queren des Hanges mal Gedanken darüber machen, warum hier wohl überhaupt keine Bäume wachsen und warum das Gestrüpp rechts unter ihm so seltsam „verbogen“ ist..!

Kaum ist der Lawinenhang gequert, teilt sich der Weg und die gelbe Raute weist nach rechts: Das ist jedoch der Weg hinüber, zum Toten Mann mit Stollenbacher Hof. Wir halten uns daher links und folgen dem Weg aufwärts, zum Immisberg (ohne Schild!), einem kaum bekannten Schwarzwald-Gipfel von immerhin 1.373 m! Wo wir den Wald verlassen ist sein Gipfel fast erreicht.

Hier sehen wir rechts, etwas unter uns, den Gipfel des „Tote Mann“ (1.298 m) und direkt rechts von uns die tief verschneite Wiese, die vom Hüttenwasen hier herauf führt. Linker Hand schaut man direkt hinauf, zum „Höchsten“ (1.493 m) mit dem Fernmeldeturm, der sich rot-weiß vor dem tiefen Blau des Himmels abhebt. Welch ein Kontrast, über dem Schnee..!

Heute halten wir uns nach dem Überschreiten des Immisberges wieder rechts des kleinen Wäldchens und folgen den Schneeschuh-Spuren durch die Falllinie, direkt hinauf zum Gipfel. (Bitte nicht durch die schmale Waldschneise gehen – Schutzgebiet!) Der Schnee ist tief, aber total verharscht und mit den MSR-Lightnings gut zu gehen. Die rutschen auch am steileren Hang keinen Millimeter. Noch vor wenigen Tagen sind wir hier beim Gehen immer wieder durch die oberste Harsch-Schicht eingebrochen, was ziemlich anstrengend ist. Inzwischen ist sie aber stabil genug, um unser Gewicht (mit den Schneeschuhen) zu tragen.

Claudia bleibt immer häufiger stehen, um die unglaubliche Aussicht in sich aufzunehmen – phantastisch! Und alles scheint uns heute auch ganz alleine zu gehören, die „anderen“ schlafen wohl immer noch..! Noch ein kurzer Schluck heißer Tee, dann gehen wir den Gipfel an.

Als wir oben ankommen, sind wir dann doch überrascht, denn am Gipfel ist ganz schön was los! Mit einem fröhlichen: „Ein gutes Neues, allerseits..!“, betrete ich das Plateau und ernte damit ein vielstimmiges Echo.
Heute ist es hier oben völlig windstill und so angenehm warm, dass wir unser Vesper auspacken und den phantastischen Weitblick genießen: Über uns spannt sich ein blauer Himmel und knapp unter uns liegt ein dichtes Wolkenmeer, das im Westen bis zu den Vogesen und im Süden bis zu den Alpen reicht. Die gesamte Alpenkette (750 Kilometer!) ist heute von hier aus zu überblicken! Schwer, sich davon los zu reißen!

Irgendwann brechen wir dann aber doch auf und folgen dem breiten, gewalzten Weg hinunter, Richtung Grüblesattel. Auf Höhe des Mittelbucks ziehen wir dann direkt links hinunter, zum Quellgebiet der Ur-Donau (Seebächle), was sogar jetzt (durch das „warme“ Quellwasser) etwas eisfrei ist. Dann folgen wir dem Skifernwanderweg Schonach – Belchen in den Winterwald hinein.

Dieser Weg ist nun ebenfalls noch einmal ein kleines Highlight, auch wenn er bereits ziemlich ausgetreten ist. Es fehlt inzwischen einfach etwas Neuschnee am „Berg“. Schmal und in sanften Windungen führt der Pfad hinunter zur breiten Loipe, die vom Raimartihof zum Rinken zieht.

Hier gilt es nun noch einmal, aufmerksam zu sein und der Orientierung etwas Beachtung zu schenken: Wir erreichen das Wegedreieck „Felsenweg“ (Im Winter gesperrt, da er genau durch die Lawinenrinne der Seebuck-Wechte führt – Lebensgefahr!) und der Westweg-Variante zum Rinken. Sie führt durch das wichtigste Auerhahn-Schutzgebiet über dem Feldsee und sollte daher ebenfalls unbedingt gemieden werden!

Der richtige Weg knickt hier scharf links ab und ist daher leicht zu übersehen. Nach kurzer Orientierung bin ich mir jedoch sicher, richtig zu gehen und folge ihm! Noch einmal können wir nun einen wunderschönen Abstieg genießen und treffen unterwegs sogar noch auf eine große Gruppe Schneeschuh-Wanderer, unter der Führung der Schneeschuh-Akademie Hinterzarten, was natürlich zu einem tollen „Hallo“ führt! Wer sich als Neuling ihnen anschließt, der ist ganz bestimmt in guten Händen!

Bald erreichen wir dann den breiten Weg im Tal und folgen ihm hinüber zum Rinken, wo ein toller Wandertag zu Ende geht! Wenn das Jahr so weiter gehen sollte, wie es für uns begonnen hat, dann wären wir damit völlig einverstanden…

Unser Fazit: 9,6 Kilometer mit 428 Höhenmetern im Anstieg. Eine tolle Tour, die mit einer Dauer von ca. 4,5 Std. für eine durchschnittliche Kondition (abhängig von der Schneebeschaffenheit!) auch nicht zu anstrengend ist.

Ist der Anstieg zum Höchsten erst geschafft, dann geht es nur noch bergab. Bei schlechter Sicht oder viel Neuschnee sollte man die Tour lieber verschieben, da sie dann nicht nur sehr anstrengend, sondern auch recht gefährlich werden kann (Lawinengefahr im Zastler-Loch!). In diesem Fall unbedingt im Haus der Natur, oder der Bergwacht nachfragen. Auch die Hütten-Wirte kennen sich mit der Lawinengefahr recht gut aus!

Besonderheiten: Im Winter bitte unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Empfohlene Hintergrund-Karte für den Garmin: Topographische Karte Süddeutschland, 1:25.000

Empfohlene Winter-Wanderkarte: Faltblatt Wintersport im Naturschutzgebiet Feldberg (siehe oben) und Freizeitkarte 505, Freiburg i. Br./Kaiserstuhl, 1:50.000 ISBN-13:978-3-89021-598-3

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Kleine Schneeschuh-Runde um den FeldseeGipfel-Überschreitung vom St. Wilhelmer Tal

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