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„Outdoor“-Fotografie, bessere Fotos von unterwegs!

3 September 2010 2 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 1 von 4 in der Serie Outdoor-Fotografie - bessere Fotos von unterwegs

Fotos von tollen Landschaften, Tieren und Pflanzen, oder eben auch Fotos von Menschen, die diese Landschaften und die Natur gerade erleben, Wanderer, Trekker und Abenteurer – Outdoor-Fotografie.

Klassisch unterscheiden wir eigentlich nur in Landschafts-Fotografie und Natur-Fotografie, beides mit eher dokumentierendem Charakter. Sehr spezielle Bereiche der Fotografie, die mit hohem technischen Aufwand betrieben, überwiegend Profis vorbehalten bleiben.

Wir hingegen wollen gerne festhalten, was wir draußen so erleben. Oft, um anschließend auch andere daran teilhaben zu lassen. Die Motiv-Palette ist dabei breit gefächert und reicht vom Filius im heimischen Sandkasten, bis hin, zum mehrtägigen Trekking-Abenteuer, mit dazu gehörenden Fotos am Lagerfeuer. Im Gegensatz dazu, vermeidet man aber bei reinen Landschaftsaufnahmen das Ablichten von Personen sehr bewusst (was oftmals recht schwierig ist!).

Die meisten Outdoor-Fotos werden natürlich unterwegs, beim normalen Wandern geschossen. Und aus diesem Grund möchte ich mich diesem Thema nun auch gerne einmal ganz besonders widmen:

Wie schieße ich unterwegs bessere (Wander-)Fotos?

Im Gegensatz zu reinen Landschaftsaufnahmen sollen Wanderfotos zeigen, wie eine Landschaft erlebt wird. Aus diesem Grund muss ein Wanderfoto auch immer eine Person abbilden, um überhaupt in diese Kategorie zu passen!

Immer wieder bekomme ich aber Wander-Fotos gezeigt, auf denen sich diese Person (das eigentliche Motiv) irgendwo im Bild verliert. Und dabei kommt es dann häufig zu derartigen Konversationen:

Schau mal.., meine Frau am Feldberggipfel..!

Ach.., gut dass Du es sagst! Ich hätte sie gar nicht erkannt..!

Klar, ganz einfach deswegen nicht, weil sie beim Fotografieren mal wieder viel zu weit weg war! Solche Kommentare sollten daher bei jedem fotografierenden Wanderfreund immer sofort die Alarmglocken schrillen lassen, denn sie machen uns auf einen Kardinalfehler bei Wander-Fotos aufmerksam, der sich eigentlich leicht vermeiden lässt – eine viel zu große Distanz zum Motiv!

Ja.., aber mein Motiv war doch der Feldberggipfel gewesen..!“, kommt dann oft als Entschuldigung und ich muss auch hier sofort widersprechen. Nein, das Motiv war “Ehefrau am Feldberggipfel”, sonst wäre die Ehefrau doch gar nicht mit auf dem Bild gewesen! Es handelt sich bei solchen Fotos also entweder um eine sehr, sehr schlechte Landschafts-Aufnahme, oder um ein noch schlechteres Wanderfoto! Warum kauft man sich aber eine 12 Megapixel-Kamera, wenn man sein Motiv trotzdem immer nur auf ganzen 5 Megapixeln darstellt und somit, auf jedem Foto, ganze 7 Megapixel unbenutzt lässt? Lasst uns das künftig doch einfach besser machen.

“Ran, an’s Motiv..!”, heißt daher der erste Weg zur Besserung!

Aber halt, wir wollen ja tolle Wanderfotos schießen, die zeigen, wie wir diese Landschaft um uns herum erleben! Bevor wir unsere Lieben also vorteilhaft ablichten können, müssen wir uns zuerst einmal nach einer interessanten Landschaft für den Hintergrund umsehen! Diese Vorgehensweise ist aber eher unrealistisch, daher empfehle ich Euch für bessere Fotos doch lieber folgenden Ablauf:

1.) Genießt einfach Eure Wanderung, bis irgendwann die “Motivklingel” in Euch anschlägt und Ihr ein ganz bestimmtes Landschafts-Bild unbedingt einfangen wollt.

2.) Sucht Euch dafür die optimale Position und (wer hat) über das Zoom den besten Bildausschnitt.

3.) Erst dann(!) dirigiert Ihr Personen zusätzlich so in dieses Bild hinein, dass Sie das Landschafts-Motiv ergänzen. Dabei sollen sie zwar möglichst groß dargestellt werden, aber ohne(!) dabei die Landschaft zu verdecken, die Ihr gerne darstellen wollt! (Sie also vorzugsweise immer etwas am rechten/linken Bildrand platzieren – niemals zentral!)

Es gibt da einen kleinen Satz, mit dem ich meine Frau Claudia immer wieder an diese Vorgehensweise erinnere und sie gleichzeitig zum Schmunzeln bringe: “Kommt der Prophet nicht zum Berg, dann muss der Berg eben zum Propheten kommen!” Gemeint ist damit die Priorität der Reihenfolge beim Bildaufbau. Die Landschaft kann ich schließlich nicht dirigieren, da sie statisch ist. Also muss ich den Bildausschnitt immer ihr anpassen und anschließend halt Claudia (zum Propheten) hinzufügen..!

Auf die speziellen Belichtungs-Eigenschaften draußen, möchte ich in diesem Artikel noch nicht eingehen. Aber je nach Sonnenstand (Gegenlicht/Kontrast) muss man die Person dabei vielleicht noch etwas mit dem Blitz aufhellen! Den Focus, wenn möglich, stets auf die Person im Bild richten. Da man bei solchen Fotos meist im Weitwinkel-Bereich ist, reicht die Tiefenschärfe auch noch für den Hintergrund aus.

Wer die Tipps bis hierher beherzigt, der bringt künftig bestimmt schon ganz passable Wanderfotos mit nach Hause. Aber es geht natürlich noch besser!

Auf solchen Fotos kann man “Ihre Frau am Feldberggipfel” nun schon sehr gut erkennen, aber wie steht die denn da? Zornröschen hat sich professionell in Pose gebracht: Die Fäuste fest in die Hüften gestemmt, zürnt sie in die Kamera und vermittelt jedem Betrachter sofort überdeutlich, wie freundlich Sie sie da gerade hindirigiert haben..!

Merke: Die schönsten Wanderfotos sind immer die “Ungestellten“. Also Fotos, auf denen der ganz normale Bewegungsablauf “eingefroren” wurde! Um das zu erreichen, sucht man sich den optimalen Platz und den besten Bildausschnitt und lässt die Lieben dann ganz einfach ins Bild hinein “wandern”. Im richtigen Augenblick löst man aus und fertig ist das perfekte Wanderfoto!

Leider ist das, aufgrund von schlechten Lichtverhältnissen, aber nicht immer möglich und man muss sein Modell manchmal auch bitten, absolut ruhig zu halten..!  Solche Lichtverhältnisse erfordern oft sogar ein Stativ, um überhaupt noch brauchbare Ergebnisse zu erzielen. An diesem Punkt muss sich dann natürlich jeder selbst fragen, wie weit er den persönlichen Aufwand treiben möchte, um gute Wanderfotos mit nach Hause zu bringen.

Einen kleinen Tipp habe ich aber noch: verhindert bitte – wenn irgend möglich – dass Eure “Modelle” unterwegs weiße, oder schwarze Kleider tragen! Bilder mit weißen Blusen sind fast immer überbelichtet und das Weiß der Bluse meist ausgebrannt. Mit schwarzen Jacken und Hosen erreicht man hingegen das genaue Gegenteil! Wer gerne ausgewogene und lebendige Fotos von unterwegs haben will, der sollte sie auch farblich abstimmen. Und so beginnt die “Outdoor”-Fotografie eigentlich immer schon zu Hause, beim Anziehen..!

Diesen Artikel findet Ihr auch bei fotokasten unter http://blog.fotokasten.de/ 


„Outdoor“-Fotografie II. – mehr bessere Fotos von unterwegs..!

2 Kommentare »

  • Chris sagt:

    Besser kann man es nicht sagen. Dinge, die eigentlich völlig normal sind aber immer gerne vergessen werden. Sehr schöne Tipps.

  • Rainer sagt:

    zu Chris. Hallo Chris, schön dass Du Dich von unserem Beitrag angesprochen fühlst. Es muss nämlich gar nicht immer ein riesiger Fachartikel sein, um etwas zu bewirken..!

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