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„Morgenstund‘ hat Gold im Mund!“…,

16 November 2009 2 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 11 von 14 in der Serie Die schönsten Wanderabenteuer am Feldberg

…sagt man, aber böse Zungen ergänzen meist sofort: „Und Blei im A….!

Zugegeben, manchmal muss man sich ganz schön überwinden, um die warmen Federn frühmorgens, noch in der Dunkelheit, zu verlassen. Aber dafür erlebt man dann auch immer wieder einmal diese ganz bestimmten Augenblicke, die einen das rasch vergessen lassen und wirklich für alles entschädigen.

Der Wecker holte uns recht unsanft, mit irgendwelchen, belanglosen Verkehrsnachrichten aus dem Schlaf. Im Schlafzimmer war es stocknacht, nur die Ziffern des Radioweckers glühten in der Dunkelheit. Freitag der 13. (November), morgens um halb fünf!

Claudia musste um sechs Uhr kurzfristig für eine Kollegin einspringen und da der Wetterbericht für heute eine Föhn-Lage angekündigt hat, habe ich beschlossen, sie im Geschäft abzusetzen und dann gleich weiter zu fahren, an den Feldberg. Föhn bedeutet meist eine hervorragende Fernsicht von höheren Schwarzwald-Gipfeln, das wollte ich ausnützen um den Sonnenaufgang zu fotografieren.

Zehn Minuten nach sechs war ich an der Feldberg-Talstation angekommen und völlig „alleine auf der Welt“. Die Temperatur betrug zwar unglaubliche +7°C, aber da es in der Nacht kräftig geregnet hatte, war es nass und ungemütlich! Die Windchill-Temperatur lag bestimmt um einiges tiefer.

Ich schulterte den Rucksack mit dem Fotostativ und hängte die Kameratasche vorne an den Schultergurten ein. Dann stapfte ich in die Dunkelheit hinein. Mein Ziel war der „Höchste“, der eigentliche Feldberggipfel (1.493m) mit der Wetterstation.

Bald herrschte „Büchsenlicht„, so dass ich auf die Stirnlampe verzichten konnte. Der breite Wanderweg, hinauf zum „Grüble-Sattel“, war gut zu erkennen. In meinem Rücken färbte sich der Himmel zudem immer stärker. Aus dem anfänglichen, hellen Streifen, schob sich inzwischen ein unglaublich intensives Rot, immer höher und nötigte mich zur Eile. Die Zeit wurde  knapp, wenn ich den Sonnenaufgang oben nicht verpassen wollte!

Dann war ich endlich angekommen und baute hektisch die Kamera auf. Wie erwartet, fegte ein kräftiger Wind über den Gipfel und rüttelte derart am leichten Hama-Stativ, dass ich befürchtete, Böen konnten es, samt der Kamera, umwerfen. Der Himmel glühte inzwischen in allen Farben und zeigte die gesamte Alpenkette in einem unglaublichen Licht! Dieses Foto wollte ich jetzt haben, um jeden Preis!

Um keine reine Landschafts-Aufnahme, sondern ein richtiges „Wanderfoto“ zu erhalten, versuchte ich mich, über den Selbstauslöser, selbst am Bildrand zu platzieren. Das vermittelt erfahrungsgemäß noch mehr „Bildtiefe“, erfordert aber auch kleinere Blenden, um die notwendige Tiefenschärfe zu erhalten! Bei derart „schlechtem“ Licht bedeutet das, fotografieren mit langer Belichtungszeit und leichter Gegenlicht-Aufhellung, durch den Blitz..!

Das Foto ganz oben ist nun das Ergebnis des beschriebenen Aufwandes. Es ist das Beste einer ganzen Serie, von denen viele unscharf sind, weil der Wind am Stativ gerüttelt hat. Wer sich nun jedoch fragt, ob es das „wert“ war, dem möchte ich gerne sagen: „Ja, das war es!“

Sich ein ausgefallenes Foto anzuschauen, ist nämlich das Eine. Es aber selbst zu schießen und dabei auch die ganze Stimmung in sich aufzunehmen, das andere! Daher ist dieses Foto auch wirklich ausgefallen. Zumindest für mich…!

Aber wie denkt Ihr darüber? 


Über den Alpinen Pfad zum FeldberggipfelVon Hinterzarten zum Feldberggipfel

2 Kommentare »

  • Ilo & die Wölfe sagt:

    Recht haste 😉 – mal wieder ein wunderschönes Foto und ein toller Bericht!

    Grüßleeeeee!

  • Tobi und Sandra sagt:

    Hammer Foto!!! Super gemacht, Rainer!

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