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Mittwoch – 4. Wandertag im Rothauser Land

20 Juni 2012 Kein Kommentar

Ein erster Blick aus dem Fenster kann mir nur ein griesgrämiges: „Hmmm..!“ entlocken. Es pisst schon wieder..! Und das ausgerechnet heute, wo wir doch gerne mit Oliver Rumpf, dem Geschäftsführer der Brauerei-Gaststätte Rothaus eine Kurzweilige Runde über den Roten Fuchs (Rappenfelsen) drehen möchten..!
Oliver ist eigentlich kein typischer Wanderer und daher für Regenwetter wohl auch nicht optimal ausgestattet – mal sehen..!

Die Zahnbürste im Mund, sehe ich nebenher schon mal nach unseren eigenen Stiefeln, die Claudia gestern noch mit Zeitungspapier ausgestopft hat und bin überrascht: Die sind völlig trocken! Und zwar innen und außen..!

Siehst Du..!“ freut sie sich über ihren Erfolg, „Nicht alle Tricks  von früher sind schlecht..!

Nun, das habe ich ja auch nie bezweifelt! Schon mein Opa hat mir das mit dem Zeitungspapier einst gezeigt, als ich noch ein kleiner Bub war. Ich hätte nur nicht gedacht, dass es so gut funktioniert!
Kurz darauf gehen wir hinunter, zum Frühstück.

Dort überrascht mich Claudia dann mit einem Teller Spiegeleier und Speck. „Mal sehen, ob die mir auch dann gut tun, wenn ich sie selbst esse..?“ frotzelt sie, mit einem Seitenhieb auf meine dummen Sprüche von gestern und vorgestern.

Bald erscheint dann auch schon Anita und setzt sich noch für eine Tasse Kaffee zu uns.
Es hat inzwischen aufgehört zu regnen..!„, lässt sie uns wissen.
Hoffen wir, dass das auch so bleibt..!“ erwidert Claudia etwas nachdenklich. Sie hat immer noch etwas Angst, dass Oliver vielleicht kneifen könnte.
Wie auf Kommando erscheint der aber nun ebenfalls im Restaurant und hat allerbeste Laune. Und er freut sich auf die Tour mit uns!

Anita holt eine WanderKarte aus ihrem Büro und zeigt Oliver, was wir nun mit ihm vorhaben: Eine interessante, nicht zu lange Tour – ideal für gestresste Manager.
Diese Tour haben Claudia und ich zwar schon vorab für unsere Wandertage im Rothauser Land aufgegriffen, aber ursprünglich stammt die Idee dazu von Anita. Sie geht sie immer, um eben mal abzuschalten, oder auch um Probleme zu bewältigen, gesteht sie uns.
Leider kann sie uns heute aber ebenfalls nicht persönlich begleiten, da sie sich wieder um Brauerei-Führungen kümmern muss.

Kurz bevor wir starten, erscheint dann noch Reinhold Götte aus der Küche und überreicht Claudia heimlich ein „Lunchpaket“ für Oliver. Das haben die Köche ganz speziell für ihren Chef gepackt und Claudia soll es ihm unterwegs überreichen..! Für solche Spässe ist die natürlich immer zu haben und Anita und ich grinsen uns ebenfalls eins!

Dann fahren wir mit unserem Auto zum Wander-Parkplatz zwischen Staufen und Brenden, oberhalb der Rappenfelsen und starten unsere gemeinsame Tour. Leider hat es aber doch noch nicht völlig aufgehört zu regnen, denn immer wieder fallen ein paar Tropfen. Die sind aber selbst für Oliver zu verschmerzen und für mich kein Grund, die Canon wegzupacken. Leider ist der Himmel aber ziemlich grau, so dass ich mit den Belichtungszeiten wohl keine „großen Sprünge“ machen kann.

Dann ziehen wir los und ich verlasse mich dazu ausnahmsweise einmal auf den Garmin. Schon zu Hause habe ich auf ihn den GPS-Track unserer letztjährigen Tour über den Rappenfelsen mit Anita hochgeladen.
Da ich ihn aber eigentlich immer nur zum Aufzeichnen von Touren für unseren Blog verwende, ist das reine Orientieren mit ihm für mich immer doch etwas ungwohnt. Ich bin da eher der konservative Typ, der gerne mit Karte und Kompass unterwegs ist. Lediglich im Winter, beim Schneeschuhwandern im Hochschwarzwald, verlasse ich mich fast ausnahmslos auf ihn. Dann sind die Wege und Pfade aber unter einem Meter Schnee vergraben und meist auch keine Wegezeichen mehr zu sehen.

Wir folgen also der Linie auf seinem Display erst mal über breite Forstwege. Das ist ideal zum Einlaufen für Oliver. Claudia und ich wissen aber, dass sich das bald ändern wird. So freuen wir uns erst einmal über die unglaublich reingewaschene und sehr aromatische Luft, die selbst Oliver beeindruckt. Und immer wieder lässt er sich auch von den riesigen Ameisenhaufen fesseln, die hier direkt neben dem Weg stehen.

Und dann erleben wir plötzlich eine echte Überraschung: Direkt am Wegrand wächst ein wunderschöner Steinpilz, und das Mitte Juni!
Nun, ich weiß natürlich, dass Pilze das ganze Jahr über wachsen (sogar im Winter!) aber so demonstrativ wurde mir das bisher noch nie vor Augen geführt!

Nimm ihn doch einfach mit und bringe ihn Reinhold..!„, lacht Oliver. „Der soll ihn heute Abend für Euch zubereiten..!
Nun, das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Für alle Fälle habe ich immer einen kleinen Leinenbeutel im Rucksack, der uns nun gute Dienste leistet.
Am Späneplatz verlassen wir dann die breiten Wege und lassen uns vom Garmin auf schmale Wiesenpfade leiten, die derzeit aber kaum als solche zu erkennen sind. Außerdem wurden sie von freundlichen Holzarbeitern auch noch mit einigen Baumstämmen verlegt, über die wir erstmal hinwegsteigen müssen.

Durch den ausgiebigen Regen der letzten Woche ist die Natur hier oben nun buchstäblich „explodiert“ und viele Trampel-Pfade sind daher kaum mehr auszumachen, so verwachsen sind sie. In ein paar Wochen werden dann aber schon wieder so viele Wandererfüße auf ihnen gegangen sein, dass man alle wieder gut erkennen kann.

Zwischen Pestwurz-Blättern und herrlichem Schachtelhalm suchen wir unseren Weg in den Bannwald des Schwarza-Tals hinein und bald erreichen wir den felsigen Pfad, der uns hinaufführen wird, zum Rappenfelsen.
Hier geht nun die eigentliche Wanderung auch erst so richtig los. Der Weg bis hierher war sozusagen nur das „Aufwärmen“ gewesen!

Ein schmaler Pfad führt uns in einer Waldhalde nun langsam aber stetig aufwärts und ein Schild weist darauf hin, dass wir Bannwald-Gebiet betreten. Hier entsteht der Urwald von morgen, denn keiner greift in Bannwald mehr in den natürlichen Kreislauf der Natur ein. Was umfällt, das bleibt einfach liegen!

Links über uns stehen inzwischen beeindruckende Felsen in der Halde, während es rechts vom Weg genauso steil hinunter geht. Irgendwo dort unten im Tal fließt die Schwarza, wissen wir. Aber von hier aus ist weder etwas von ihr zu sehen, noch zu hören.

Dann neigt sich die Halde rechts des Weges aber plötzlich steil nach unten und wird ganz überraschend zur nahezu senkrechten Felswand. Völlig ausgesetzt zieht unser Pfad über den Felsabbruch hinweg und vermittelt uns so mal wieder einen Hauch von echtem Wander-Abenteuer.
Immer etwas links am Felsen haltend, überwinden wir die kurze Passage und ich bitte die Beiden, mir doch auch noch Gelegenheit zu geben, einige Fotos zu schießen. Die sind zwar leider etwas statisch, da Claudia und Oliver – wegen der langen Belichtungszeiten – völlig ruhig halten müssen, zeigen aber doch noch einiges vom Weg.

Dann schlängelt sich der Felsenpfad noch ein kurzes Stück – sich in der Halde immer links herum haltend – um den Rappenfelsen herum und führt in eine steile Halde. Hinter einem, gegen den Felsen gestürtzten Baum, unter dem wir gebückt hindurch müssen,  sagt uns eine Holztafel, dass wir ihn erreicht haben.

Hier ist nun erneut ein wunderschönes Plätzchen zum Verweilen und Claudia und ich denken wieder Mal dasselbe:
„Hier würde ich sehr gerne auch einmal im Zelt übernachten..!“,
raunt sie mir nämlich zu.

Ganz bestimmt werden wir aber irgendwann auch noch einmal bei schönem Wetter hierher kommen, schon alleine der Fotos wegen. Und vielleicht hat dann ja auch Anita wieder Zeit, um uns zu begleiten, denn schließlich ist es „ihr“ Weg. Zumindest für uns!
Und es sind wirklich sehr oft diese kleinen Geheimtipps von Insidern, die uns die schönsten Wanderungen bescheren, die wir ohne sie hier gar nicht präsentieren könnten!

Über eine Geröllhalde ziehen wir weiter und erreichen dann kurz darauf den breiten Silberhaldenweg, der von rechts unten hier heraufführt.

Wir folgen diesem Wirtschaftsweg nun aufwärts und halten uns dabei immer links.
Inzwischen kommt erneut ein kleiner Schauer von oben herunter, der uns aber – Dank dichter Baumkronen – nicht sonderlich beeindruckt. Fast hätten wir durch ihn aber unsere Abzweigung verpasst, weil wir mal wieder mit eingzogenem Genick unterwegs waren.
Oberhalb einer Viehweide folgen wir dem Forstweg gerade in Richtung Landstraße, als es erneut zu regnen beginnt, diesmal aber stärker.
So macht das Wandern natürlich keinen Spass mehr, zumal Oliver nur mit leichten Turnschuhen ausgestattet ist. Und da er ohnehin noch eine abklingende Mittelohr-Entzündung auskuriert, wollen wir nichts riskieren und brechen die Tour ab.
In direkter Luftlinie lasse ich mich vom Garmin zur Straße zurückführen, der wir dann noch wenige hundert Meter, bis zum Auto folgen.

Achtung: Zum Nachwandern der kompletten Runde um den „Roten Fuchs“ habe ich unten sowohl die Googlemap, als auch den Download, mit dem GPS-Track unserer letztjährigen Wanderung mit Anita „bestückt“!

Am Auto angekommen ist Oliver dann, trotz des schlechten Wetters, völlig von unserer kleinen Wanderung fasziniert! Er kann sich sogar selbst eingestehen, dass er – ohne es überhaupt zu bemerken(!) – unterwegs wunderbar abgeschaltet hat und im Kopf mal wieder so richtig „sauber“ geworden ist!

Ihr habt Recht..!“ meint er daher anschließend auch, ziemlich nachdenklich geworden. „Man müsste so ‚was wirklich öfter machen..!

Dann hat Claudia aber noch die Überraschung seiner Köche für ihn. Leider konnten wir unterwegs keine richtige Rast machen, um es ihm dort zu überreichen, wie wir es eigentlich geplant hatten. Aber heute hätten wir dazu noch nicht einmal eine trockene Bank gefunden.
Trotzdem ist das Gelächter groß, als er endlich sein spezielles Lunch-Paket auspackt. Was von außen nämlich wie ein belegtes Brötchen aussieht, enthält innen lauter Dinge, die ein Wanderer unterwegs nicht wirklich braucht: Gummibärchen, Brause-Stangen, usw..!

Wieder im Hotel angekommen, verbringenen wir den restlichen Nachmitteg damit, auf dem Zimmer rum zu lümmeln und im Restaurant Kaffee zu trinken. Nebenher kümmere ich mich mit dem Laptop noch um die Bearbeitung einiger Fotos für Facebook, so wie um die Beantwortung von Emails.
Und dann steht ja auch schon wieder die nächste „Runde“ gegen Reinhold Götte um unsere Fett-Pölsterchen an. Siehe unten..!

Heute macht er es uns natürlich ganz besonders schwer: Gleich nach unserer Ankunft habe ich ihm nämlich den Steinpilz in die Küche gebracht, von dem er völlig fasziniert war! Und der passt auch noch hervorragend zur heutigen Menü-Karte. Es gibt nämlich Gebratene Poulardenbrust auf Champignon-Austernpilzragout. Reinhold schlägt vor, dass er uns die Pilze einfach gegen unseren Steinpilz austauscht. Na denn..!

Menü 

Bunte Salate vom Buffet
angemachte Gemüsesalate
und gartenfrische Blattsalate,
hausgemachte Dressings,
Bauernbrotkracherle und Sonnenblumenkerne

***

Aus dem dampfenden Suppentopf

Badische Kartoffelsuppe
mit Speckkracherle

***

Hauptgerichte zur Wahl

Gebratene Poulardenbrust
auf Champignon-Austernpilzragout
mit Tomatenwürfeln,
Gemüse vom Freiburger Markt
und Bandnudeln

oder

Schwarzwälder Forellenfilets
von der Forellenzucht „Tress“ in Lauchringen
in Tomaten-Kräuterbutter gebraten,
frühlingsfrische Gemüsegarnitur
und Petersilliekartoffeln

***

Unsere vegetarische Alternative

Schwarzwälder Käserahmspätzle
mit Gemüsewürfelchen
und knusprigen Röstzwiebeln

***

Zum Abschluss etwas Süßes

Frische Erdbeeren
mit Vanilleeis
und Schlagrahm

Da ich das mit der Speisekarte nun einmal angefangen habe, werde ich es auch weiterhin durchziehen. Und Reinhold Götte und sein Team haben das auch verdient, denn das Essen im Brauerei-Gasthof Rothaus ist einfach phantastisch!

Und hier ist er nun einmal ganz persönlich, inmitten seines Reiches:

Reinhold Götte, Küchen-Chef im Brauereigasthof Rothaus. Nach dem Essen statteten wir ihm einen Besuch ab, um uns für die Zubereitung unseres Steinpilzes zu bedanken..!

Unser Fazit des Tages: Leider wieder ein nasser Tag. Trotzdem können unsere Fotos zeigen, wie wunderschön dieser Abstecher zum Rappenfelsen im Schwarza-Tal ist.

Schwierigkeit: Leichte Rundwanderung mit knappen 5 Kilometer Weglänge. Trittsicherheit erforderlich, Kinder besser an der „kurzen Leine“ halten! Höhenunterschied etwa 250 Meter, Dauer: ca 3,0 Stunden.

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]


Größere Kartenansicht 

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