Home » Allgemein

Mehr Sicherheit beim Schneeschuh-Wandern!

1 Dezember 2010 Ein Kommentar

Wer sich auf Schneeschuhen in den Winter hinaus wagt, der erlebt noch echtes Outdoor-Feeling. Und das mit minimalem Aufwand und auch noch inmitten von Deutschland! Ganz besonders reizvoll sind die Schneeschuh-Touren natürlich am weitläufigen und Schnee-sicheren Feldberg.

Damit aus einem kleinen Abenteuer aber nicht plötzlich eine (lebens-) bedrohliche Situation entstehen kann, sollte man auch die damit verbundenen Gefahren kennen und sie richtig einschätzen können!

Ach was..!„, hören wir immer wieder, wenn wir ortsunkundige Schneeschuh-Wanderer auf die speziellen Gefahren am Feldberg aufmerksam machen wollen. „Ist doch nur der Schwarzwald!“  Am Feldsee erklärte uns sogar mal einer (den wir auf die gefährlich große Wechte, oben am Bismarck-Denkmal hingewiesen hatten, die er gerade in der Lawinen-Falllinie passieren wollte), dass man eine Lawine ja immer kommen hört und dann „halt ein wenig rennen muss!

Wer sich von solchen Denkweisen leiten lässt, der spielt am Feldberg Russisches Roulette! Nur drei Tage später ist genau diese Wechte dann nämlich als gewaltige Lawine zum Feldsee hinunter gedonnert und hat der Bergwacht auch gleich einen Großeinsatz beschert, weil anschließend ein Skifahrer vermisst wurde.

Lasst Claudia und mich hier bitte einfach einmal aufzeigen, worauf Ihr am Feldberg besser achten solltet, um stets auf der sicheren Seite zu bleiben:

Warme, wetterfeste Kleidung ist natürlich immer Grundvoraussetzung, um sich draußen wohl zu fühlen und schließlich wollen wir ja auch gesund bleiben! Baumwolle ist daher längst out. Blue Jeans sehen beim Schneeschuh-Wandern nämlich nicht nur ziemlich cool aus, sie werden es auch wirklich recht schnell! Dafür Verantwortlich ist die Eigenschaft von Baumwolle, Feuchtigkeit aufzusaugen, anstatt sie abzuführen. Ein absolutes No-Go!
Besser, und daher inzwischen in, ist Funktions-Bekleidung im Zwiebelschalen-Prinzip. Angefangen bei der Unterwäsche, trägt man mehrere dünne Lagen übereinander, und ebenfalls dünne Fleece-Pullis darüber. Das bietet uns die Möglichkeit, unterwegs jederzeit etwas ausziehen zu können, wenn uns zu warm werden sollte. Hat man dann auch noch eine weitere Lage in Reserve (Rucksack!), die man bei Bedarf zusätzlich anziehen könnte, so ist man auch bei den manchmal extremen Temperatur-Schwankungen des Feldberges, immer auf der sicheren Seite!
Darüber sind Wasser-abweisende, gefütterte Wanderhosen und GORE-TEX-Jacken, so wie eine warme Mütze und Skihandschuhe eine sinnvolle Ergänzung!

Schneeschuhe muss man sich nicht gleich kaufen, man kann sie in vielen Sportgeschäften vor Ort (sogar an Sonn-, und Feiertagen) leihen, um so vielleicht erst einmal in aller  Ruhe auszuprobieren, ob einem das Schneeschuh-Wandern überhaupt Spaß macht.
Die Bindungen von Schneeschuhen sind heute universal und passen zu jedem normalen Wanderstiefel. Wanderstöcke mit Schneetellern (notfalls auch Skistöcke) geben zusätzliche Sicherheit beim Gehen im unwegsamen Gelände und helfen zusätzlich, Kraft zu sparen.

Anfängern möchten wir gerne empfehlen, sich das erste Mal besser einer geführten Tour anzuschließen (Adressen für das Feldberg-Gebiet am Ende des Berichtes). Dort bekommt man nicht nur die Ausrüstung zur Verfügung gestellt, sondern hat auch noch einen erfahrenen Guide, der einen in den Umgang mit Schneeschuhen einweisen wird. Führt der Ausflug voraussichtlich in Tiefschnee, bitte niemals(!) ohne Gamaschen los ziehen! Sie sind der einzige, wirksame Schutz gegen nasse Füße. (Skihosen sind kein Ersatz!)

Wer bereits etwas Schneeschuh-Erfahrung besitzt und daher am Feldberg gerne mal auf eigene Faust losziehen möchte, den möchten wir durchaus ermutigen. Ihm aber auch ans Herz legen, sich stets gut auf die geplante Tour vorzubereiten!

Dazu gehört auch, sich eine aktuelle Wanderkarte des Gebietes zu besorgen (1:25.000 oder 1:50.000) und sich das Gelände (schon vorab!) geistig zu verinnerlichen. Man sollte später (auch ohne Blick in die Karte) jederzeit wissen, wo man sich „so in etwa“ gerade befindet und in welcher Richtung man wieder zurück kommt. Aber auch, in welche Richtung man sich auf gar keinen Fall wenden darf, z. B. wegen der gefährlichen Schneewechten! (Lebensgefahr! Infos über die jeweils aktuelle Lawinengefahr bekommt Ihr direkt im Haus der Natur, oder bei der Bergwacht!)
Verschlechtert sich die Sicht nun doch einmal überraschend, z. B. durch Schneefall, Nebel oder einen White-Out, dann kann man immer auf diese „Landkarte im Kopf“ zurückgreifen!

Ein zusätzlicher Kompass (oder ein Garmin) sind bei uns immer dabei! Nur sie können uns auch in der dichtesten Suppe helfen, die richtige Richtung zu bestimmen, um wieder sicher nach Hause zu finden!
Wer einen Garmin besitzt, der kann sich die GPX-Tracks aller unserer Schneeschuh-Touren über Garmin-Connect herunter laden, eine zusätzliche Orientierungshilfe. Die Links dazu findet Ihr immer auf den entsprechenden Seiten.

Damit sind wir auch schon beim Wetter angekommen: Claudia und ich würden niemals ohne eine aktuelle Vorhersage zu einer Feldberg-Tour aufbrechen. Wichtig ist dabei nämlich nicht nur, wie das Wetter morgens, beim Beginn der Tour ist, sondern vor allem, wie es sich im Tagesverlauf entwickeln wird: Ist beispielsweise mit neuen Schneefällen zu rechnen?

Dazu sehen wir uns schon am Abend vorher die regionale Wettervorhersage (SWR-Fernsehen) an, nutzen aber auch alle anderen Informations-Quellen, wie z. B. das Wetter-Gadget und die Feldberg-Webcams. Das Wetter-Gadget mit dem aktuellen Feldbergwetter (siehe oben) findet Ihr auf jeder Touren-Beschreibung auf „Rainer & Claudia“. Wir halten es aber (alleine) zu Wetterbeurteilung, für nicht ausreichend!
Hier gibt es zusätzlich noch die aktuellen Schneeberichte!

Erlaubt uns auch hier bitte noch eine ganz persönliche Anmerkung zum Thema Wetter: Claudia und ich haben am Feldberg schon mehrfach erlebt, wie das Wetter innerhalb von 10 Minuten(!) – von Sonnenschein, in dichtesten Nebel – umgeschlagen hat!
Einmal waren wir gerade oben – zwischen „Höchsten“ und Grüblesattel – unterwegs und wussten dann urplötzlich nicht mehr, wohin! Wir konnten noch nicht einmal mehr erkennen, in welcher Richtung es bergauf, oder bergab ging! Aber wir waren uns bewusst, dass wir uns in gefährlicher Nähe zu der großen Schneewechte, über dem Zastler-Loch, befanden!
In einer solchen Situation unbedingt: Stehenbleiben, denn jedes Richtungs-Raten könnte nun fatal werden!

Nur der Kompass hat uns in dieser Situation dabei geholfen, sicher zu den Orientierungs-Stangen zurück zu finden, die uns dann hinüber, zum Seebuck führen.

Noch schlimmer ist der sogenannte White-Out (Foto links!). Dabei handelt es nicht um Nebel, wie fälschlicher Weise meist angenommen wird, sondern vielmehr um ein metereologisches Phänomen, das überwiegend in den Polarregionen vorkommt. Aber leider auch am Feldberg!

Trotz Sonnenbrille könnt Ihr bei einem White-Out im Gelände plötzlich kaum noch Konturen erkennen, da sich alle Kontraste völlig auflösen! So seht Ihr vielleicht irgendwo einen schwarzen Strich im undurchdringlichem Weiß, könnt aber nicht mehr bestimmen, ob es sich dabei nun um einen Stock – unmittelbar vor Euch; um eine Orientierungs-Stange – etwas weiter weg; oder gar um den Fernsehturm – oben auf dem „Höchsten“ handelt!
Ihr seht aber leider auch nicht mehr, ob unmittelbar vor Euch gerade eine ebene Eisplatte, oder eine Senke mit weichem Pulverschnee ist. Im White-Out ist man nahezu Blind, die Tour daher unbedingt abbrechen! Achtung: Der White-Out kommt auch bei klarer Sicht und ohne Nebel vor!

Die Sonnenbrille haben wir bereits erwähnt. Sie ist ein weiteres Utensil, das unbedingt ins Feldberg-Gepäck gehört und dass sie fehlt, merkt Ihr spätestens bei blauem Himmel und Sonnenschein. Denn in Verbindung mit dem Schnee könnt Ihr Euch die Augen (auf 1.500m Höhe!) richtig „verblitzen“!

Bitte bedenkt schon bei der Planung Eurer Tour, dass Ihr im Winter meistens auch keinen Weg zur Verfügung habt, dem Ihr notfalls nach Hause folgen könntet! Seid Ihr jedoch stets auf solche Wetter-Phänomene vorbereitet, dann können sogar sie – bei kalkulierbarem Risiko – zum (unvergesslichen) Natur-Erlebnis werden! Und wer kann schon von sich erzählen, mal einen echten White-Out erlebt zu haben?

Geht nie alleine los, sondern immer mindestens zu zweit! Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit: Beim Schneeschuh-Wandern ist man sehr schnell weit abseits aller Wege und Pisten. Geschieht nun ein Unfall, z. B. ein Beinbruch, dann ist man alleine ziemlich hilflos. Auch ein Handy ist kein Ersatz, für einen Partner! Was, wenn der Unfall in einem Funkloch passiert? Ein Partner kann nun Hilfe holen, oder zumindest so weit gehen, bis er wieder Handy-Empfang hat.

Nehmt auf größeren Touren immer einen kleinen Tagesrucksack mit. In ihm sollte sich – neben einem Vesper und Heißgetränk(!) – alles befinden, was man benötigt, um notfalls ein paar Stunden in der Kälte aushalten zu können, bis Hilfe eintrifft! Also beispielsweise Reserve-Kleidung, vielleicht ein Biwaksack, aber auch Medikamente und Verbandszeug.

Achtet auf die Ruhetage der Hütten! Wer, entkräftet, oder in Not gekommen, eine Hütte ansteuert um Hilfe zu suchen, der wird sicher in wirklich ernsthafte Schwierigkeiten kommen, wenn diese (überraschend) geschlossen haben sollte!

Tourenplanung: Wer nur selten auf Schneeschuhen unterwegs ist, der kann sein  Leistungs-Vermögen nur schwer einschätzen. Kommen nun auch noch besondere, äußere Bedingungen hinzu (z. B. Neuschnee), dann erreichen Unerfahrene schnell die Grenzen ihrer physischen Leistungsfähigkeit! Plant Eure Touren daher stets mit Bedacht und sucht immer auch schon vorab nach möglichen Notausstiegen, über die Ihr Eure Tour sicher abkürzen könnt!

Für Einsteiger wirklich Ideal, ist der Start am Haus der Natur, am Feldberg. Hier könnt Ihr entweder dem ausgeschilderten Schneeschuh-Trail im Aufstieg durch den Wald folgen, oder aber auch erst mal gemütlich, über den Winter-Wanderweg, zum Grüblesattel aufsteigen. So kann sich hier jeder nach seinen Möglichkeiten frei entfalten und Erfahrung sammeln. Abkürzungen, um kräftesparend wieder nach Hause zu kommen, gibt es im vorderen Bereich des Feldberges (Seebuck/Grüblesattel) auch genügend. Weiterführende Touren, oder gar Streckenwanderungen, sollte man besser erst viel später und mit bereits gesammelter Erfahrung angehen. Oder sich einer erfahrenen Gruppe anschließen.

Besonderheiten: Im Winter bitte Unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Schneeschuhe leihen in Titisee-Neustadt u. Feldberg-Grafenmatt bei Intersport Ski-Hirt

Achtung: In Feldberg-Grafenmatt sind Verleih und Rückgabe auch an Sonn-, und Feiertagen möglich!

Derzeit bietet sich bei Intersport Ski-Hirt die Möglichkeit, den MSR Lightning Ascent (links) auszuleihen, um ihn einmal auf Herz und Nieren zu testen. Man sagt, es sei der beste Schneeschuh der Welt!  Mehr erfahren:

Hier noch die Links, über die Ihr Euch zu geführten Touren anmelden könnt.

Geführte Schneeschuh-Touren nur am Feldberg: Naturpark Südschwarzwald

Geführte Schneeschuh-Touren an Feldberg und Belchen: Zu empfehlen sind die Touren der SCHNEESCHUH Akademie Hinterzarten, so wie die geführten Touren von Original Schwarzwald

Alle drei Anbieter verfügen über kompetente Schneeschuh-Führer und technisch einwandfreies Material! 

Ein Kommentar »

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.