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La Chiusa, unsere landestypische Unterkunft im Casentino

20 Oktober 2013 Kein Kommentar

IMG_5421Die Einladung aus der Toskana kam per Email und relativ spät im Jahr. Aber gerade das machte auch ihren Reiz aus:

„Wir leben hier im Nationalpark Foreste Casentinesi, haben eine kleine Landherberge (www.la-chiusa.com) und glauben, dass dieses Naturparadies bestimmt vielen Menschen gefallen könnte, wenn sie nur mal den Weg hierher finden würden. Also dachten wir an einen Kuhhandel: Toskanische Gastfreundschaft gegen was Geschriebenes im Blog. Wenn Ihr mal Lust haben solltet auf Ruhe, Wanderungen in jahrhundertealten Wäldern und toskanisches Flair – Ihr seid herzlich eingeladen! Besonders schön ist es im Herbst (Ende September), wenn die Hirsche rund um’s Haus röhren und sich langsam der Wald verfärbt.“ schrieb uns Biggi.
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Nicht nur Claudia fühlt sich von dieser sympathischen Offenheit spontan angesprochen und nur wenige Emails später, sitzen wir Anfang Oktober im Auto, in Richtung Italien!

La Chiusa liegt in der Toskana, 40 Kilometer östlich von Florenz und direkt an der Straße von Stia zum Passo della Calla. (Wer gerne in Google-Earth genauer nachsehen möchte, einfach folgende Koordinaten ins Suchfeld eingeben: 43.81634083 11.74601555 )
730 Kilometer sind es von Süddeutschland aus, bis La Chiusa – das meiste leider über gebührenpflichtige Autobahnen. Trotzdem halten sich die Kosten für die lange Anfahrt in Grenzen: Da ist einmal die Autobahn-Vignette für die Schweiz (33,- €), und für Italien dann insgesamt noch einmal 26,70 € (2,10 + 2,80 + 21,80) einfach. Für beide Strecken macht das also 86,40 €. Dazu kommen dann noch einmal knapp zwei Tankfüllungen.
Aber diese Investition lohnt sich genauso, wie der Stress der knapp zehnstündige Anfahrt! Und wenn kleine Wandergruppen beispielsweise im Kleinbus anreisen, dann kann man nicht nur diese Kosten umlegen, sondern sich beim Fahren auch noch abwechseln. Und gerade für solche Gruppen hält man in La Chiusa spezielle Mehrbett-Zimmer, mit interessanten Preisen parat.

IMG_0367Wir kommen am frühen Abend an und sind spontan begeistert. Schon beim Aussteigen hören wir nämlich die ersten Hirsche röhren, und das auch noch verdammt nahe!
Jaja..!„, meint Biggi dann auch lachend, nach der ersten Begrüßung. „Die stehen immer gleich da drüben, am Waldrand..!
Claudia zeigt mir verstohlen die aufgerichteten Haare auf ihrem Unterarm, eine Reaktion auf das markdurchdringende Gebaren der Rothirsche.
Gänsehaut-Feeling..!„, lache ich nur. Aber so laut haben wir das bisher auch noch nie gehört. Und immer wieder kracht es drüben am Waldrand auch mal heftig, wenn die Geweihe der Platzhirsche gegeneinander schlagen.

IMG_5406Biggi führt uns auf unser Zimmer im ersten Stock. Ein großes Dreibett-Zimmer hat sie für uns gewählt, mit Dusche und WC, und direktem Blick auf die Wiese am Waldrand.
Da könnt Ihr sogar schon vom Zimmer aus immer wieder Rot-, und Dam-Hirsche beobachten..!„, schmunzelt sie freundlich und zieht sich wieder zurück. Abendessen ist um halb Acht.
Claudia räumt nur noch rasch unsere Kleider in den Schrank, dann zieht es uns auch schon wieder hinunter, vor’s Haus. Nach der langen Fahrt möchten wir uns unbedingt noch etwas die Beine vertreten, bevor es dunkel wird.
Kurz darauf lernen wir auch Scipio kennen, Biggi’s italienischen Ehemann. Biggi ist Deutsche, lebt aber schon seit über 20 Jahren im Casentino. Gemeinsam mit ihren Kindern betreuen die beiden hier die wunderschöne Landherberge La Chiusa, die bereits im Nationalpark Foreste delle Casentinesi liegt. (Scipio wird übrigens als „Schipio„, und La Chiusa als „La Kiusa“ ausgesprochen!)

IMG_5968-2Auch Scipio und die Kinder sprechen prima Deutsch, so dass es hier zu keiner Zeit Probleme mit der Verständigung gibt. Man kann also auch jederzeit bedenkenlos von Deutschland aus in La Chiusa anrufen (0039-0575-509066). Die Nummer wird dabei komplett, also inklusive der führenden Null gewählt! (Eine zusätzliche „Billig-Vorwahl“ reduziert die Kosten dabei deutlich!)

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Scipio ist eigentlich Wanderführer mit Leib und Seele, was man in jeder Unterhaltung über das Casentino sofort spürt. Er hat auch unsere 6 Wanderungen für uns ausgesucht. Hier ist er eben zu Hause und kennt sich natürlich auch entsprechend aus. So hält er für seine Hausgäste stIMG_5260ets die besten Wander-(Insider)-Tipps parat! Leider hat er inzwischen kaum noch Zeit, auch selbst mal wieder raus zu kommen, da er sich im Haus um das Essen kümmert. Biggi ist für die Zimmer und das Frühstück zuständig ist. Und dafür backt sie nebenher auch noch ein ganz phantastisches (Bio-)Brot zum Frühstück, und immer wieder tolle Kuchen.
Auch die Marmeladen sind alle selbst gemacht, entweder von Biggi, oder ihren Freundinen. Denn jeder kocht hier im Casentino ein, was er gerade hat – dann wird getauscht! Außerdem ist La Chiusa ein wahres Schlaraffenland für Käse-Liebhaber! Und für alle Dinge, die man vielleicht gerade nicht seIMG_5263lbst herstellen kann, kennt man hier jemanden, der das wiederum besonders gut kann! Man muss also eigentlich gar nicht extra erwähnen, dass hier wirklich alles landestypisch ist – und das trägt zur „Entschleunigung“ der Gäste ganz wesentlich bei! Wir lassen uns jedenfalls von Biggis innerer Ruhe sehr gerne anstecken..!

Scipio verwöhnt die Hausgäste abends zudem leidenschaftlich mit typischen, toskanischen Gerichten, wobei es stets vier Gänge gibt (Halbpension)! Trotzdem ist das Essen so „leicht“, dass wir (selbst mit einer Flasche Rotwein täglich!) beide abnehmen.

IMG_5240Gleich am ersten Abend trumpft er dabei richtig auf: Als Vorspeise serviert uns Biggi Bruschetta mit Auberginen, danach Maccaroni mit Olivensoße. Als weiteren Gang gibt es Schweinesteaks mit leckerem Fenchel-Gemüse, und als Dessert dann einen echten, toskanischen Klassiker: Cantucci mit Vin Santo, (heiligem Wein)! Das Mandelgebäck ist wie Zwieback doppelt gebacken und wird in einem Gläschen des sehr süßen Dessert-Weines „eingetunkt“ – Klasse..!

(Dem Essen werden wir uns in den einzelnen Tagesberichten natürlich wieder ganz ausführlich widmen.)

IMG_6028Besonders erwähnenswert sind aber auch noch die von Biggi täglich frisch gerichtete Vesper-Pakete, speziell für Wanderer (Gegen einen kleinen Aufpreis!). Die sind so reichhaltig, dass wir Biggi schon nach einem Tag einbremsen müssen, weil wir die (wirklich tollen!) Brote gar nicht alle schaffen! Zudem kocht uns Biggi auch noch täglich frischen Tee für unterwegs, was Ihr jedoch mit ihr persönlich absprechen solltet. (Wir hatten dafür extra Teebeutel und Zucker mitgebracht, um ihr damit nicht auf der Tasche zu liegen!

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Und auch noch eine weitere, ganz persönliche Bitte haben wir: Bitte richtet Euch keine Vesperbrote vom Frühstückstisch! Das ist auch hier nicht üblich und würde Biggi bestimmt sehr treffen, wenn sie vielleicht auch nichts dazu sagen würde! Beide, Biggi und Scipio versuchen es hier nämlich wirklich jedem recht zu machen, was nicht immer ganz einfach ist. Das sollte man nicht ausnützen..!

IMG_5381Macht besser das Fenster zu, damit Ihr schlafen könnt..!“ meint Biggi noch mit einem Lächeln, als wir uns am ersten Abend zurück ziehen. Aber das tun wir natürlich nicht. Statt dessen liegen wir noch lange wach und hören ganz begeistert dem unglaublichen Konzert der Hirsche zu. Inzwischen röhren die großen Platzhirsche nämlich aus allen vier Himmelsrichtungen, und die Nächsten stehen wohl gerade mal 150 Meter weit vom Schlafzimmerfenster entfernt..!

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