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In den „Rhein-Auen“ bei Wyhl

16 April 2010 Ein Kommentar

Auf der zeitigen Suche nach dem Frühling kommt man natürlich an den Auwäldern der Altrhein-Arme nicht vorbei. Genau wie am Kaiserstuhl, hat die Natur auch hier einen deutlichen Vorsprung, gegenüber dem Rest von Baden-Württemberg, außerhalb der Rheinebene. Und wahrscheinlich ist er hier sogar noch etwas größer, als am Kaiserstuhl..!

Es ist später Vormittag, als wir den Parkplatz am Natur-Lehrpfad erreichen. Er befindet sich etwa einen Kilometer nordwestlich von Wyhl, direkt am Waldrand. Die Wanderstöcke lassen wir gleich im Auto, denn hier ist alles „topfeben“. Der Weg beginnt direkt neben unserem Auto und ist hervorragend beschildert.

Kaum in den Wald eingedrungen, erreichen wir einen ersten Teich, auf dem ein Schwan auf sein, im Schilf brütendes Weibchen, wacht. Wir respektieren seine „Besorgnis“ und ziehen nach einigen Fotos weiter.

Der Weg führt nun als „Trampelpfad“ durch den Frühlings-Wald. Wir gehen langsam und mit Bedacht, denn plötzlich ist überall Leben! Direkt über uns hämmert ein Buntspecht voller Inbrunst am Ast einer gewaltigen Pappel herum und auch im Gras raschelt es ständig. Wir sehen mehrere Grasfrösche, die gar keine große Scheu, vor uns zeigen. (Im Gegensatz zu den Laubfröschen haben sie eine braune Grundfärbung.)

Der Lehrpfad zieht nun, immer durch lichten Laubwald, nach Westen, in Richtung Rhein und auf ein davor liegendes Kieswerk zu. Kurz bevor wir es erreichen, knickt er jedoch ganz unvermittelt wieder nach Nordosten ab und führt uns zurück, zur Rheinstraße. (Achtung, werktags auf die im Akkord fahrenden „Kiesbomber“ aufpassen!) Hier, direkt am Straßenrand, stehen jedoch einige, sehenswerte Giganten der Maserpappel und unser Wanderfreund (heißt auch Rainer) fragt nachdenklich: „Was die wohl schon alles gesehen haben..?“ Ja, da könnte man wirklich etwas nachdenklich werden!

Da wir nun aber schon mal hier sind, wollen wir ihm natürlich auch noch unsere persönliche Aufwartung machen: dem „Vater Rhein“!

Wir folgen der Straße noch etwa 500m und stehen dann an seinem Ufer. Hier laden Bänke zum Verweilen ein und wir packen unser Vesper aus.

Unser Blick streift hinüber, ans andere Ufer: Frankreich! Aber auch direkt vor unseren Füßen tut sich einiges. Eine richtige Großfamilie Schwäne hat sich hier, unmittelbar vor dem Ufer, versammelt. Vermutlich sind sie es gewohnt, hier von den Passanten gefüttert zu werden, denn sie zeigen keinerlei Scheu vor mir, selbst als ich mich ihnen mit der Kamera nähere.

Wir folgen dem Rhein nun auf dem Deichweg einige Meter nach links, hinüber zum Kieswerk. Hier dringen wir wieder in den Auwald ein und schlendern dann zurück, zum Natur-LehrPfad (Vogelpfad). Auf unzähligen Tafeln findet man hier die einheimische Vogelwelt beschrieben, mit überraschend vielen, selten gewordenen Arten. Hier gibt es sie noch: Schwanzmeise und Eisvogel!

Vor allem dem Eisvogel kommen natürlich die vielen, stillen Wasserläufe, der Altwasser zu Gute! Aber auch dem Wanderer sind Teile davon, zur Beobachtung erschlossen. Über unzählige, teilweise abenteuerliche Stege und Brücken erreicht man auch die etwas abgelegeneren Wasserflächen und wer sich ruhig und leise bewegt, der wird bestimmt einiges zu sehen bekommen. Und natürlich sollte man stets auch sonst die Augen offen halten: von einem Steg aus sahen wir beispielsweise viele Muschelschalen, im flachen Wasser liegen. Claudia wollte es genauer wissen und legte sich auf dem Steg sogar auf den Bauch,

um einige der Schalen, im Wasser, erreichen zu können. Leider war sie uns völlig unbekannt und ließ sich auch im Internet nicht identifizieren. So schickten wir die Fotos, per Email, an Herrn Dr. Stefan Büchner, im Haus der Natur am Feldberg, in der Hoffnung, kompetente Hilfe vom Biologen zu erhalten. Er vermutet Kugelmuschel oder Erbsenmuscheln, ist sich aber auch nicht sicher. Daher unser Aufruf: wer diese Muscheln identifizieren kann, möge sich doch bitte melden!

Wenig später erreichen wir wieder einen Deich und wandern auf ihm zurück, zum Auto. Nicht jedoch, ohne unterwegs noch eine Station, an der demonstriert wird, wie man Wildbienen Unterschlupf durch Nisthilfen gewähren kann, besucht zu haben!

Unser Fazit auf  Neudeutsch: Dem Frühling entgegen! Nicht wirklich eine Wanderung, aber ein „oberaffengeiler“, etwas größerer Spaziergang, über einen NaturlehrPfad in den Rheinauen! Unbedingt zum Nachmachen empfohlen! Auf den vielen, abenteuerlichen Stegen und Brücken, haben ganz bestimmt auch die jungen „Racker“ ihr Erlebnis und genügend Gelegenheit, müde zu werden! (Vielleicht vorsichtshalber mal ein Handtuch einpacken!)

Leider wieder mal nicht für Kinderwagen geeignet und für Radler (Gott sei Dank!) verboten! (Sorry, aber manche Dinge sollte man eben einfach zu Fuß erkunden!)

Unser Tipp: Wer frischen Bärlauch liebt, der sollte unbedingt eine Tüte, oder einen Leinenbeutel mitbringen!!!


Google Maps

Ein Kommentar »

  • Annerose und Rainer sagt:

    Hallo Claudia und Rainer,
    was soll ich sagen, was soll ich schreiben?
    Danke, wieder eine super Seite, auf die wir jederzeit zurückgreifen können, wenn der Ausflug zu verblassen beginnt; so bleibt er auf jedenfall auch uns in guter Einnerung. Wit freuen uns schon auf weitere gemeinsame Unternehmungen.

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