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Hoher Tiefstapler im Süden – der „Blößling“

9 Dezember 2009 Kein Kommentar

Ein zarter Hauch von Eis auf dem Wasser macht deutlich, der Winter kommt..!

Obwohl es nur ein paar Grad über Null hatte, waren wir plötzlich kräftig am Schwitzen. Sollte das hier wirklich der unscheinbare „Hügel“ mit dem Gipfelkreuz sein, den wir eben noch von unten belächelt hatten? Ja, er war es..!

Auch wenn der „Blößling“ mit 1.310m sogar noch etwas höher ist, als der Schauinsland (1.284m), wird er wohl regelmäßig unterschätzt. Das liegt vermutlich daran, dass Bernau, als idealer Ausgangspunkt einer Blößling-Runde, selbst schon auf 900m Meereshöhe liegt. So sind es dann auch nur noch schlappe 400 Höhenmeter bis zum Gipfel..!

Blick zurück, auf BernauWir haben unser Auto am Sportplatz von Bernau (Wintercamping-Platz) geparkt und sind von dort aus der guten Beschilderung, Richtung Westen, gefolgt. Nach einem ersten Anstieg, wird die gewonnene Höhe aber gleich wieder völlig vernichtet, was ich gar nicht mag. Der Weg führt nämlich plötzlich wieder kontinuierlich bergab und erreicht dann an einem Steinbruch endlich die Landstraße (L 149) von Bernau nach Präg, womit wir aber auch schon wieder „ganz unten“ sind.

Links der Straße liegt hier ein kleiner Weiher mit Feuerstelle, dessen Oberfläche, zwei Tage vor dem rechnerischen Winteranfang, bereits eine zarte Eisschicht trägt.

Diese Höhenmeter werden alle wieder "vernichtet" werden..!Wir umrunden das Biotop auf der linken Seite und folgen dann dem breiten Forstweg auf die Westseite des Blößlings. Hier, auf seiner Rückseite, zieht der Weg nun wieder kontinuierlich bergauf. Nach einigen Kehren folgen wir, etwa auf halber Höhe, dem Schild „Gipfelpfad“. Ein wildromantischer Trampelpfad führt hier durch die Bergflanke, steil hinauf, in Richtung Gipfel. Das ist endlich wieder einmal Lustwandeln pur und mehr als nur eine Entschädigung, für den „Frust“, gleich zu Beginn unserer Tour! Hierfür schwitzen richtige Wanderer natürlich gerne!

Im oberen Bereich, knapp unterhalb des Gipfels, lichtet sich der Wald dann deutlich. Einerseits durch ältere Sturmschäden, andererseits aber auch durch gezielte Forstwirtschaft, wird hier der Blick über die benachbarten Gipfel des Südschwarzwaldes frei gehalten. Außerdem ist es ja Spätherbst, so dass auch kein Laub unsere Fernsicht mehr behindern könnte.

Unmittelbar unterhalb des Gipfels wird die Fernsicht kaum mehr behindert..!Fast oben! Schön zu sehen, der steinige Gipfelpfad..!Claudia vor der Schutzhütte am Gipfel..!

Ab dem Beginn des „Gipfelpfades“ ist der Blößling ein echtes Erlebnis und der Rundblick von ganz oben, bis hinüber zu den Schweizer Alpen, setzt dem Ganzen nur ein Sahne-Häubchen auf. In unserem Rücken trägt auch der Feldberg bereits ein zartes Weiß, der erste Schnee des Jahres. Wirklich schwer, sich von diesen Bildern los zu reißen!

Irgendwann treibt uns dann aber der stramme Wind, der hier oben über den Gipfel bläst, ins Lee. So setzen wir uns gemütlich an einen rustikalen Holztisch mit Bänken und packen unser Vesper aus. Im Windschatten lässt es sich gut aushalten und notfalls könnte man auch in der Gipfel-Hütte Schutz suchen. Hinter ihr liegt sogar Holz bereit, um ein Feuer machen zu können.

Vesperpause am Gipfel...Nachdem wir uns gestärkt und nebenher den Rückweg durchgesprochen haben, machen wir uns an den „Abstieg“. Nach kurzer Strecke über einen Forstweg, nimmt uns erneut ein schmaler Wurzelpfad auf und führt uns im Uhrzeigersinn um den Spitzenberg (1.218m) herum. Irgendwann wechseln wir dann wieder auf breitere Forstwege, die uns hinab führen, zum Sportplatz von Bernau.

Unser Fazit: selbst im Spätherbst ein tolles Erlebnis. Wie mag das wohl erst im Frühjahr, oder im Sommer sein?

Wer die Tour unbedingt mit einem Kinderwagen machen möchte, sollte den „Gipfelpfad“ auslassen und einfach auf dem breiten Forstweg bleiben. Man könnte die Lieben dann an der Wegespinne, oberhalb von „Innerlehen“ wieder treffen. Kindertrage wäre auch hier ideal!

Zum „Unterschätzen“ des Blößlings: die Tour ist auch ohne besondere „Kondition“ für jeden machbar. Man erwartet jedoch fälschlicher Weise eine sanft ansteigende Wanderung, einen größeren Hügel hinauf. Diese Erwartung ist jedoch falsch, da die anfangs erarbeitete Höhe gleich wieder vernichtet wird. Dann kommt der direkte Anstieg auf der Rückseite und der ist eben so, wie es einem Schwarzwald-Gipfel mit 1.300m entspricht: richtig steil! Aber 400 Höhenmeter sind für alle zu schaffen, schließlich kann man ja auch langsam machen und Pausen einlegen.

Unsere Empfehlung: eine ideale Tour für Einsteiger! Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig!

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