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Hebelhof – Grüblesattel – Todtnauer-Hütte – Fahl

21 Dezember 2010 Kein Kommentar
 Dieser Artikel ist Teil 4 von 13 in der Serie Die schoensten Schneeschuh-Touren am Feldberg

Man mag es kaum glauben, aber diese Tour einmal auf Schneeschuhen zu gehen haben wir uns bereits im Sommer vor genommen. Damals – völlig ohne Schnee – hat aber alles ganz anders ausgesehen, als jetzt und so wurden wir nun auch prompt von unerwarteten Problemen beim Orientieren überrascht!

Und dabei konnte uns diesmal auch der Garmin nicht wirklich helfen, denn wir mussten ganz einfach diesen schmalen Trampelpfad durch den Wald finden, der sich jetzt unter einem Meter Schnee versteckte..!

Wir parken unser Auto auf dem geräumten Parkplatz vor der Bergwacht-Hütte, direkt gegenüber dem Hebelhof (Jugendherberge). Es ist Donnerstag und wir sind rechtzeitig dran. Wer an Wochenenden aber erst mal ausschlafen möchte, der wird hier ganz sicher kein Glück mehr haben! Also unbedingt früh dran sein!

Wir schnappen Rucksack und Schneeschuhe und marschieren ein paar Meter zurück, um dort die Straße zu überqueren. Eine geräumte Sackgasse, an deren Ende gewaltige Schneeberge zusammen geschoben worden sind, ist unser Startpunkt. (Wahrscheinlich ist es besser, der Straße rechts hinauf zu folgen. Sie müsste direkt auf den gesuchten Weg führen!)

Beim Anziehen der Schneeschuhe fluchen wir einmal mehr über die beschissenen Verschlüsse der MSR-Lightnings! Wie kann ein derart toller Schneeschuh nur mit so billigen Riemen an den Bindungen ausgestattet sein? Beide brechen wir wieder unsere Daumennägel ab und ich fluche deutlich vernehmbar. (Inzwischen ist das Problem gelöst, denn wir haben einen guten Trick gefunden! Mehr davon im nächsten Bericht!)

Dann suchen wir uns einen Weg über die hohen Schneeberge und müssen die MSR auch gleich wieder loben: Hat man sie erst einmal an, sind es wohl wirklich die besten Schneeschuhe der Welt mit einer unglaublichen Traktion – da rutscht überhaupt nix..!

Unmittelbar hinter den Schneebergen zieht ein tief verschneiter Weg direkt hinter den Häusern links hinauf, dem wir erst einmal folgen. Konzentriert suche ich dabei nach dem schmalen Trampelpfad, der – von rechts hinten und hangabwärts – im spitzen Winkel auf unseren Weg stoßen muss. Ich hatte gehofft, zumindest die enge Schneise zwischen den Bäumen zu finden, durch die er herunter führt. Leider sind die ganzen Äste aber so schwer mit Schnee belegt, dass sie nun viel weiter herunter reichen, als ohne. Hier ist daher nichts zu finden!

So treffe ich die Entscheidung, mich (in der grob geschätzten Richtung) zum Weg durch zu schlagen. Dazu müssen wir uns im Wald, querfeldein rechts hinauf halten und dann einfach nur noch „gerade aus“ gehen, bis wir den Weg kreuzen, der schließlich irgendwann von rechts unten herauf kommen muss!

Achtung: Diese Wege werden regelmäßig von Skitouren-Gängern benutzt und sind daher gut zu erkennen, selbst wenn es zwischenzeitlich schon wieder etwas geschneit hat. Seht Euch also den anfänglichen Tour-Verlauf auf der Googlemap (unten) ganz genau an!

Wir haben Glück, denn ich sehe plötzlich Skispuren, etwas unterhalb unserer eigenen Route: Der schmale Trampelpfad, den wir anfangs gesucht haben! Ihm folgen wir nun und stoßen schon nach knappen 100 Meter auf den etwas stärker frequentierten Weg, der von rechts unten herauf führt. Nun ist es ziemlich einfach den Skispuren zu folgen, die uns direkt hinauf, auf den Winter-Wanderweg zur Todtnauer-Hütte führen.

Direkt an der Abzweigung zu Todtnauer-Hütte erreichen wir diesen und folgen ihm hinauf, zum Grüblesattel. Hier wird es nun wieder zunehmend neblig und wir können uns bald nur noch „über den Daumen“ orientieren, da wir wieder mal keine 50 Meter weit sehen können!

So folgen wir eben zuerst einmal den Orientierungs-Stangen, die den Verlauf des Fernskiwanderweges hinüber zum Belchen markieren. Als dieser dann links die Halde hinab zieht, hole ich den Garmin heraus und orientiere mich zusätzlich am Hang-Verlauf: Um zur Todtnauer-Hütte zu gelangen gilt es nun, nur ganz langsam Höhe abzubauen. Wenn wir hier zu steil absteigen, dann kommen wir viel zu früh auf den breiten Winter-Wanderweg hinunter. Sind wir hingegen zu flach, dann kommen wir statt dessen an der St. Wilhelmer Hütte heraus, was wir natürlich ebenfalls vermeiden möchten.

Unter normalen Umständen und bei guter Sicht, wäre die Orientierung hier recht einfach. Aber jetzt, in dieser „Suppe“, wird sie einmal mehr zur Herausforderung.

Ich sehe die Sache aber längst sportlich und lotse Claudia hinter mir her. Der Schnee ist ziemlich tief und verleitet zum „Abwärtsgehen“, was deutlich leichter ist. Und irgendwann zeigt mir der Garmin dann auch, dass wir bereits viel zu weit „unten“ sind. Nun wird es richtig anstrengend, denn wir müssen wieder etwas an „Höhe gewinnen“ – im tiefen Neuschnee eine echte Tortur! Teilweise ist der Schnee so leicht und pulverig, dass wir dabei – trotz Schneeschuhen – bis zu den Knien einsinken!

So legen wir eben öfter kurze Pausen ein und haben so Gelegenheit, uns immer wieder umzusehen und diese phantastische Winterlandschaft in uns aufzunehmen.
Die einzeln, oder in kleinen Gruppen stehenden Bäume tragen hier oben immense Schneelasten und sind teilweise von dicken Eispanzern umgeben. Wie Schemen tauchen sie immer wieder an Sichtgrenze aus dem Nebel auf.
Der Nebel scheint inzwischen noch dichter zu werden und ich brauche einmal mehr den Garmin. Fast ohne Sicht reicht die Hangneigung alleine zur Orientierung kaum noch aus, aber wider Erwarten stimmt die Richtung zur Todtnauer Hütte immer noch!

Irgendwann laufen wir dann – mangels Sicht – in die Sackgasse einer Waldschneise. Wir müssen kurz durchs Unterholz, um wieder auf die freie Fläche des Hanges zu kommen und Claudia fackelt nicht lange. Sie zwängt sich durch die Krone eines umgestürzten Baumes. Und auch hier – zwischen den vielen Ästen – lassen sich die MSR wieder unglaublich leicht und präzise führen.

Dann stoßen wir ganz überraschend auf einen kleinen Teich, der völlig eisfrei ist. Er wird von „warmem“ Quellwasser gespeist und könnte zur Gefahr werden, wenn er doch mal so weit zufriert, dass er völlig von Schnee bedeckt wird. Ganz sicher wird seine Eisdecke aber auch dann keinen Menschen tragen und mit Schneeschuhen in ihm einzubrechen könnte lebensgefährlich sein! Daher das Gelände vor sich immer ganz genau ansehen: Eine ebene (Schnee-)Fläche am Hang ist absolut „unnatürlich“ und bedeutet Gefahr! Immer umgehen!!!

Wir durchqueren noch ein kleines Wäldchen, dann sehe ich unter uns plötzlich Schemen von Orientierungs-Stangen im Nebel. Wir halten darauf zu und als ich den breiten, heute unpräparierten Winterwanderweg erreiche, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen: Links sehe ich im Nebel gerade noch die Umrisse der Todtnauer-Hütte und etwas rechts von uns ist eben noch die Laurentius-Kapelle zu erkennen! Wir sind genau dort heraus gekommen, wo wir es wollten: Am Weg zur St. Wilhelmer-Hütte, an der Abzweigung hinunter, zum Fahler Wasserfall mit der Bushaltestelle.
Claudia schüttelt schmunzelnd den Kopf und schenkt uns einen heißen Tee ein: „Ich hatte keine Ahnung mehr, wo wir sind..!“, gibt sie nebenher zu.


Der Weg hinunter ist nun ein wahrer Genuss: Auf dem gewalzten Schnee (Versorgungs-Weg der beiden Hütten, der täglich mit Schneemobilen befahren wird!) gehen unsere MSR-Lightnings fast schon alleine. Eine leichte Pulverschnee-Auflage nimmt den Schneeschuhen jeden Widerstand!

Unterwegs bewundern wir noch mächtige Eiszapfen an einigen Felswänden, Quellwasser das hier aus dem Boden tritt und dann zu gewaltigen Kaskaden gefriert.

Bald sind wir unten und nehmen die MSR zufrieden ab. Welch ein Erlebnis! Und genau gegenüber, auf der anderen Straßenseite, ist die Bushaltestelle des Südbaden-Bus, der uns wieder zurück bringt zum Hebelhof und unserem Auto.

Unser Fazit: 7,15 Kilometer mit 218 Höhenmeter im Anstieg und 466 Höhenmeter im Abstieg. Eine tolle Tour, die mit einer Dauer von ca. 3,0 Std. auch nicht zu anstrengend ist (wenn man hinter dem Grüblesattel nicht im Tiefschnee wieder etwas aufsteigen muss!). Dafür stellt sie am Anfang und bei schlechter Sicht echte Anforderungen an das Orientierungsvermögen! Ohne Garmin wären wir nach dem Grüblesattel im Nebel viel zu steil abgestiegen und hätten den Winter-Wanderweg daher auch wieder viel zu früh erreicht (Was aber auch nicht schlimm gewesen wäre!)!

Öffentliche Verkehrsmittel: Rückkehr zum Auto mit Südbaden-Bus ab Haltestelle „Abzweigung St. Wilhelmer-Hütte“, in der Haarnadelkurve am Fahler Wasserfall. Preis 2,20 Euro / Person.
Fahrzeiten: Fährt Mo. – Fr. stündlich, immer 20 Minuten nach der vollen Stunde. Sa. So. u. Feiertag halbstündlich, immer 20 und 50 Minuten nach der vollen Stunde.

Besonderheiten: Im Winter bitte Unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Empfohlene Karte für den Garmin: Topographische Karte Süddeutschland, 1:25.000

Empfohlener Winter-Wanderkarte: Faltblatt Wintersport im Naturschutzgebiet Feldberg (siehe oben).

Weiterhin: Freizeitkarte 505, Freiburg i. Br./Kaiserstuhl, 1:50.000 ISBN-13:978-3-89021-598-3

Hier geht’s zu den derzeit verfügbaren Feldberg-Webcams

Hier findet Ihr die aktuellen Schneeberichte

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Große Schneeschuh-Runde um den FeldseeKleine Schneeschuh-Runde um den Feldsee

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