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Große Schneeschuh-Runde um den Feldsee

13 Dezember 2010 2 Kommentare

Es gibt mehrere Möglichkeiten, dem Feldsee auf Schneeschuhen einen Besuch abzustatten. Schon während der Anfahrt entscheiden wir uns für die längere Variante, mit etwa 10 Kilometern Strecke. Sie führt vom „Haus der Natur“ aus, steil hinunter zum Feldsee und dann – vorbei am Raimartihof – wieder hinauf zum Grüblesattel, und zurück zum „Haus der Natur“.

Nachdem gestern die Skisaison am Feldberg offiziell eröffnet worden ist, gleicht der große Parkplatz heute natürlich einem Ameisenhaufen. So nehmen wir die Schneeschuhe lieber unter den Arm und suchen erst mal das Weite. Am tief verschneiten Wanderweg, direkt hinter dem letzten Lokal, ziehen wir die „Bärentatzen“ dann an und ich schalte den Garmin ein.

Heute werden wir von einer Bekannten begleitet, die bisher noch nie auf Schneeschuhen unterwegs gewesen ist. Die Verhältnisse sind inzwischen für Einsteiger jedoch nahezu ideal, der Schnee ist tief und fest und auch die Temperatur liegt nur knapp unter „Null“.

Wir folgen dem steilen Pfad, der direkt hinunter führt, zum Feldsee. Das Schild: „Nur mit geeignetem Schuhwerk!“, lässt uns natürlich alle schmunzeln. Unser „Frischling“ hält sich erstaunlich gut und wir haben den Eindruck, dass ihr das Schneeschuh-Laufen richtig Spaß macht.

Obwohl der Weg tief verschneit ist, sind immer wieder große Stellen völlig schnee-, und eisfrei. Hier dringt +4°C warmes Quellwasser aus dem Boden und bringt die weiße Pracht zum Schmelzen. Wir umgehen diese Areale und achten darauf, mit den Schneeschuhen nicht ins Wasser zu treten. Wenn das geschieht, dann gefriert sofort Schnee unter dem nassen Schneeschuh fest, was sehr unangenehm ist!

Der Weg wird nun schmaler und quert einen steilen Hang. Hier muss man die Schneeschuhe schon mit Bedacht einsetzen, um sich nicht unversehens ein paar Meter weiter unten zu befinden. Aber einmal mehr bin ich von der Griffigkeit (Traktion) unserer MSR-Lightning überrascht, sie halten bombenfest. Jetzt also nur nicht stolpern!
Auch unsere Bekannte, die auf meinen alten Inooks unterwegs ist, hat keinerlei Mühe mit dem Queren des Steilhanges. Beide Marken verhindern sicher jedes seitliche Verrutschen des Fußes auf dem Schneeschuh (Hang-abwärts)!

Dann erreichen wir unten den Weg, der den Feldsee umrundet und halten uns links. Hier sei erwähnt, dass dieser Rundweg die Lawinenbahn der Schneewechte am Bismarck-Denkmal quert. Daher bitte unbedingt (vorher!) klären, wie hoch die Lawinengefahr gerade ist. Fachkundige Auskunft erhält man bei der Bergwacht und im Haus der Natur!

Leider haben wir etwas Pech mit dem Wetter, inzwischen hat es nämlich wieder angefangen zu schneien und mit dem Licht fürs Fotografieren ist es leider auch nicht mehr „weit her“. Aber auch die Auswirkungen des Tauwetter-Einbruchs der letzten Woche sind nicht zu übersehen: Der große Wasserfall vom Quellgebiet des Seebachs (Ur-Donau), oben am Grüblesattel, führt ganz gut Wasser. Mit ordentlichem Rauschen ergießt er sich durch die Karwand und strömt unten so breit in den Feldsee, dass wir Mühe haben, trockenen „Fußes“ hinüber zu kommen. Drüben kommt dann das kleine Brücklein, das den Bach bei normaler Schüttung überwindet.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Raimartihof und passieren unmittelbar davor ein kleines Sumpfgebiet (Feldseemoor) mit einigen Baum-Schnitzereien.

Wir passieren den Hof oberhalb und folgen dann dem Wanderweg links hinauf, in Richtung „Rinken“. Bald treffen wir auch auf die Loipe, die von rechts kommt und direkt zum Rinken führt. Natürlich achten wir darauf, die Spur nicht zu betreten, um keinen Ärger mit der anderen „Fakultät“ zu bekommen.

Unsere Bekannte (Sie möchte ihren Namen nicht genannt haben!) hält sich wacker. Bisher ist sie noch nicht einmal hingefallen – außergewöhnlich, beim ersten Mal!

Der Schneefall nimmt weiter zu und wir greifen zu den Teeflaschen. An eine größere Vesper-Pause ist bei diesem Wetter jedoch nicht mehr zu denken, dafür ist es einfach zu ungemütlich. Auch der Wind frischt langsam auf. Claudia sucht daher noch schnell einen Energie-Riegel, dann ziehen wir weiter.

Bald erreichen wir die erwartete Abzweigung, den Fernskiwanderweg Schonach-Belchen. Hier „wenden“ wir um 180° und folgen dem Pfad nun kontinuierlich bergauf, zurück zum Feldberg.

Kurz darauf werden wir von weiteren Schneeschuh-Wanderern eingeholt und Claudia wirft mir einen stillen Blick zu: Die „Kollegen“ haben völlig ausgelatschte Schneeschuhe an, die den Fersen überhaupt keinen Halt mehr bieten. Kurz darauf kommen wir mit ihnen ins Gespräch und unsere Vermutung bestätigt sich: Leihschneeschuhe! Trotzdem sind sie völlig begeistert, es ist ihr erstes Mal!

Der Schneefall nimmt noch weiter zu und als die normalen Brillen voller Wassertröpfchen sind, holen wir unsere Schutzbrillen heraus. Da diese im Rucksack aber inzwischen völlig durch gekühlt sind und wir – durch den langen Aufstieg – kräftig schwitzen, beschlagen sie natürlich zuerst einmal völlig. Mehr oder weniger Blind, suche ich daher nach dem rechten Weg..!

Auch das Fotografieren wird immer problematischer. Nach jedem Foto ist die Kamera richtig nass und ich traue mich bald nicht mehr, sie noch heraus zu holen!

Dann erreichen wir die Baumgrenze und stehen (wieder mal!) im Nebel! Obwohl ich mich hier recht gut auskenne, muss ich konzentriert suchen, bis ich die erste Orientierungsstange finde. Eine weitere ist jedoch nicht auszumachen.

Vom Sommer her weiß ich, dass der Weg hier dem Hang rechts herum folgt. Nun ist er jedoch völlig zugeweht und nicht mehr auszumachen. Vorsichtig versuche ich mich daher – immer auf gleicher Höhe – rechts zu halten und stoße dann auch bald auf die nächste Orientierungsstange.

Auf diese Weise kämpfen wir uns nun langsam von Stange zu Stange und erreichen dann irgendwann den Grüblesattel. Aufgrund des Wetters beschließen wir, direkt abzusteigen und den Seebuck-Gipfel auszulassen.
Man mag es nicht für möglich halten, aber selbst hier muss ich einen Augenblick suchen, um den breiten, gut ausgeschilderten Fahrweg zu finden. (Er ist inzwischen übrigens die offizielle Abkürzung des Gipfeltrails und mit Schneeschuh-Schildern markiert.)

Wir folgen dem Weg, der inzwischen ebenfalls im Begriff ist, zugeweht zu werden, und erreichen bald die Abzweigung, wo von rechts der Winterwanderweg von der Todtnauer-Hütte herüber führt.

Hier hebt sich der Nebel nun wieder etwas, wir sind beim Abstieg inzwischen wohl unten aus den Wolken herausgekommen. Bald treffen wir auch wieder auf andere Menschen und ziehen dann nur noch gemütlich hinunter, zum Haus der Natur. Dabei vermeiden wir es, den offiziellen Schneeschuh-Trail durch den Wald zu nehmen, sondern folgen dem Winterwanderweg. Für heute sind wir alle „satt“, denn das Orientieren „oben“ hat wieder mal ziemlich Körner verbraucht..!

Unser Fazit: Rundwanderung mit 10,6 km Strecke und 435 Höhenmetern im Anstieg. Sowohl die technischen, als auch die konditionellen Anforderungen können – abhängig von den jeweiligen Schneebedingungen –  recht hoch sein. Auch die Wetterbedingungen im Grüblesattel können hohes Orientierungsvermögen erfordern, daher sollte die Tour von Schneeschuh-Einsteigern nur bei stabiler Wetterlage, oder nicht ohne ortskundigen Führer angegangen werden!

Besonderheiten: Im Winter bitte Unbedingt die Wildruhezonen im Naturschutzgebiet beachten (siehe unten)! Den Plan bekommt Ihr als Faltblatt im Haus der Natur, Preis -,50 €.

Achtung: Die Streckenführung berührt bei der Umrundung des Feldsees den Lawinen-gefährdeten Bereich unterhalb des Bismarck-Denkmals! Vor Tour-Beginn daher unbedingt im Haus der Natur, oder bei der Bergwacht das O.K. einholen! Bei viel Neuschnee oder unstabiler Wetterlage lieber auf die Umrundung völlig verzichten und vorne am Feldsee vorbei gehen!

Hier findet Ihr derzeit verfügbare Feldberg-Webcams

Hier gibts die aktuellen Schneeberichte

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]


Größere Kartenansicht 


Tolle Schneeschuh-Runde zur Zastler-HütteHebelhof – Grüblesattel – Todtnauer-Hütte – Fahl

2 Kommentare »

  • Chris sagt:

    super Bericht mit tollen Bildern. Gruß an euch beide.

  • manu sagt:

    Hey Ihr. Sieht echt toll aus. Ich würde gerne, sollte es ausnahmsweise mal weiße Weihnachten geben, eine Probeschneeschuhrunde zu viert mit Hund unternehmen. Freuen uns auf Euch. Liebe Grüße, Manu, Dani und Gizmo

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