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Fuchsbandwurm-Gefahr an Waldbeeren – nur Legende?

15 Juli 2009 4 Kommentare

Offensichtlich, denn die Wissenschaft winkt ab..!

Bisher haben wir immer nur die oberen gepflückt..!

Aus Angst vor Fuchsbandwurm-Eiern haben auch wir bisher immer nur ganz oben gepflückt..!

Zugegeben, auch wir essen schon lange keine Beeren mehr direkt aus dem Wald. Höchstens noch solche, die mindestens 60 bis 80 cm über dem Boden wachsen. Und nun sollen wir plötzlich jahrelang umsonst auf die schönsten Walderdbeeren und Heidelbeeren verzichtet haben?

Anscheinend, denn dem Fachblatt „Münchner Medizinische Wochenschrift“ (2007, Nr. 29–30, S. 18) sagte Peter Kern, Infektionsmediziner am Uniklinikum Ulm: „Es gibt keinen Beleg dafür, dass beim Verzehr von Waldbeeren ein Risiko besteht, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren.“

In Ulm befindet sich der deutsche Stützpunkt des europäischen Echinokokkose-Zentrums. Hier zählt man lediglich 20 bis 25 Fälle pro Jahr, für ganz Deutschland!

Und auch der Molekularbiologe und Fuchsbandwurm-Experte Klaus Brehm von der Universität Würzburg meint wörtlich: „Dass man sich von Beeren den Fuchsbandwurm holen kann, gehört ins Reich der Legenden. Es ist für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich so mit der Echinokokkose, der Fuchsbandwurmkrankheit angesteckt hat.

Dafür warnt die Wissenschaft inzwischen vor allzu sorglosem Umgang mit Hunden und Katzen, denn diese infizieren sich beim Herumschnüffeln leichter. Die Eier gelangen dann bei infizierten Tieren durch das Streicheln auf die Haut des Menschen und werden so leicht mit der Nahrung aufgenommen. Und die Zahlen sprechen für sich: 70% der Infizierten sind nachgewiesener Maßen Hunde-, oder Katzenhalter!

Den Liebling also unbedingt regelmäßig entwurmen und das Händewaschen nach dem Streicheln nicht vergessen!

Unser persönlicher Tipp: die Heidelbeer-Zeit kommt ja erst noch und auch die Walderdbeeren sind gerade erst richtig reif geworden! Da haben wir in diesem Jahr wohl so einiges zum Nachholen..! 

4 Kommentare »

  • Ralph sagt:

    Das hat mir ein Forstwirt vor längerer Zeit auch schon gesagt. Seitdem essen meine Kinder und ich bedenkenlos auch niedrig hängende Früchte.

  • Jörg Rapp, Bezirkswegewart des SWV im Zweitälerland sagt:

    Spontan dazu würde ich sagen: Wenn der Fuchskot massenweise, nach einer Mäuseinvasion, vertrocknet rumliegen würde und in seine Bestandteile zerfällt, könnte ihn vielleicht der Wind so verwirbeln und diesen Staub in die Beerensträucher tragen, dass ihn der Heiberer amend aufnimmt.

    Noch was anderes: Vor solchen Dingen fürchte ich mich eigentlich nicht, obwohl mal eine Viehbremse an meinem Oberschenkel eine solche Fraßspur hinterließ, dass deren Schorf noch jahrelang als verhornter Hubbel zu sehen war.

    Kürzlich bemerkte ich abends, nach dem Markieren bei den Tennenbacher Soldatengräbern in feuchtwarmer Witterung, eine Zecke an meinem linken Oberarmm kurz vor der Achselhöhle. Doris, meine Frau, entfernte sie mir, weil ich das Biest (ob Zecker oder Zecke) nicht richtig sehen konnte. Heut morgen wollte ich deshalb zum Arzt, verschob aber den Gang, weil ich sah, dass kein runder Hof drum rum war. Jetzt, nachdem ich einen Cutiplast-Verband gemacht habe mit einem Bepanthenauftrag, fängts an zu jucken. Wenns schlimmer werden sollte, geh ich Montag zu meinem Medicus. Doris hatte mal eine Borreliose, die sie ganz schön lange beschäftigte.

  • Jörg Rapp, Bezirkswegewart des SWV im Zweitälerland sagt:

    Nomool ich: Hallo Claudia, des ischt aber a netts Bild, au wämmer di gar net richtig siaht. A richtige Heiberere!

    Als wir letzten Sonntagabend im Schildwendetheater im Jostal waren,
    bemerkte ich, dass der Baardialekt fast derselbe ist wie der Breitnau-Saiger, d.h. auch ein großes Areal belegt, von der Hintereck an.

  • Rainer sagt:

    Hallo Jörg! Aber auch dann wäre wieder kein Beweis für eine direkte Infektion mit dem Fuchsbandwurm durch den Verzehr von Waldbeeren geliefert..! 😉

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