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Felsen, Höhlen und Ruinen – Teil II.

15 Mai 2010 2 Kommentare

Von Neumühle, über die Ruine „Falkenstein“ nach Hausen im Tal und wieder zurück nach Neumühle – so war unser geplanter Wander-Verlauf, durchs obere Donautal. Ob wir das aber auch heute, mit „großem Gepäck“, schaffen würden? Es ist nur das Wetter, das uns zweifeln läßt, denn pünktlich zum Frühstück, hat es in Titisee-Neustadt begonnen, kräftig zu schneien. V a t e r t a g . . !

Wir möchten es eigentlich selbst nicht so recht glauben, aber im oberen Joostal fahren wir doch tatsächlich durch jungfräulichen Schnee. Der Schneefall geht, weiter unten, zwar bald wieder in kräftigen Regen über, aber unsere Stimmung vermag das auch nicht so recht aufzuhellen.

„So ein Sauwetter..!“, schimpft Claudia leise, denn auch am Himmel ist kein Lichtblick in Sicht. Bis zum Horizont ist alles Grau in Grau und die anderthalb Stunden Fahrzeit, ins Donautal, werden dann auch von kräftigem Dauerregen begleitet.

Auch die heutige Tour ist noch einmal als „Test“ für unser Westweg-Trekking gedacht und dabei werden wir uns das Wetter dann schließlich auch nicht aussuchen können. Also Augen zu und durch..!

Noch im Auto ziehen wir die Regenhosen an und ich stülpe zusätzlich eine Plastiktüte über die Fototasche – für alle Fälle. Das Stativ lasse ich diesmal gleich im Auto und die Regenhüllen haben wir schon zu Hause über die Rucksäcke gezogen. Claudia bläst die Luft ganz bedächtig durch die gespitzten Lippen, setzt ihren Hut auf und zieht die Kapuze hoch: „Taucheranzug..!“, schmunzelt sie, trotz des Wetters gut gelaunt und steigt aus.

Vom Wander-Parkplatz in Neumühle aus, überqueren wir die Donau und gehen dann etwa 200m entlang der Straße zurück, bis zum Bahnübergang. Rechts, direkt parallel neben den Gleisen (Noch vor dem Bahnwärter-Häuschen!) zieht der Trampelpfad bald steil und in Serpentinen aufwärts, in Richtung Ruine „Falkenstein“.

Claudia schnauft zwar etwas unter ihrer Last, lacht aber gleichzeitig: „Eigentlich geht es mir richtig gut!“ – ein Seitenhieb auf das Wetter. Und sie hat Recht, denn gut ausgerüstet, macht so eine Regentour sogar richtig Spaß!

Es ist eigentlich immer mehr eine rein psychische Überwindung, bei solchen Wetter-Bedingungen los zu ziehen, denn wir sind gut geschützt und bleiben daher meistens trocken. GoreTex-Schuhe, GoreTex-Jacken, wasserdichte Regenhosen und ein Hut mit kleiner Krempe (als zusätzlicher Brillenschutz) unter der Kapuze, machen den „Taucher-Anzug“, wie Claudia diesen Aufzug immer gerne bezeichnet, komplett! Zu Recht, denn nass kann man so eigentlich nur noch von „innen“, also vom eigenen Schweiß, werden!

Das Prasseln des Regens ist monoton und wir halten die Köpfe stets etwas gesenkt, um unsere Brillen zu schützen. An einer Grotte, dem ersten trockenen Plätzchen, seit wir das Auto verlassen haben, machen wir eine kurze Pause und trinken etwas heißen Tee.

Kaum wieder draußen, sind unsere Blicke wieder auf die Schuhspitzen gerichtet – kein Wunder, dass wir die Abzweigung des Weges übersehen. Bald führt uns nur noch ein schmaler, gefährlich schmieriger, Trampelpfad durch den Steilhang, hoch über Neumühle und uns wird klar, dass wir uns wohl verlaufen haben.

Wir drehen um und finden dann unmittelbar neben unserer „Pausen-Grotte“, den richtigen Weiterweg. Ein kurzes, steiles Stück, bringt uns hinauf, an die Abzweigung HausenThiergarten (und zur Ruine Falkenstein). Wir halten uns rechts und erreichen bald einen ersten Aussichtsfelsen mit herrlichem Blick hinüber, zum Lenzenfelsen. Inzwischen hat es sogar aufgehört zu regnen und wir bewältigen die letzten, schmierigen Meter, zur beachtenswert restaurierten Wehranlage. Nach einer kurzen Pause gehen wir das kurze Stück Weg wieder zurück und passieren erneut die Abzweigung, an der wir aus dem Tal herauf gekommen sind.

Der Weiterweg führt nun etwas vom Donau-Abbruch weg und wechselt ständig zwischen Wirtschaftsweg und Trampelpfad. Dann kehrt er unvermittelt an die Steilwand zurück und gewährt Geländer-gesichert, phantastische Tiefblicke, hinunter ins obere Donautal und hinüber, zum Lenzenfelsen. Bald sehen wir auch unseren Umkehrpunkt, Hausen im Tal und ganz hinten ist sogar Schloss Werenwag im Dunst erkennbar. Dann fängt es aber erneut an zu regnen und ganz zwangsläufig wird dadurch auch die Sicht wieder schlechter. Wir beschließen daher spontan, Schloss Hausen auszulassen und direkt nach Hausen i. T. abzusteigen. Von dort aus sind es dann immer noch fünf Kilometer, entlang der Donau, zurück nach Neumühle.

Diese fünf Kilometer sind relativ langweilig und wir trotten auf dem Wirtschaftsweg schweigend vor uns hin. Die einzige Abwechslung bietet die Sicht auf die Schaufelsen, über deren Rand wir gerade eben noch nach Hausen i. T. gewandert sind. Von hier unten wirken sie sogar noch um einiges beeindruckender, als von oben.

In Neidingen überqueren wir die Donau und gehen nun direkt unter dem Lenzenfelsen hindurch. Dann erleben wir aber eine echte Überraschung: Biberspuren! Der Weg nähert sich hier immer weiter dem Donau-Ufer, so dass wir die Verbiss-Schäden an den Uferbäumen deutlich sehen können. Und die sind doch recht beachtlich!

Wir nutzen die Gelegenheit für ein paar Fotos, die man nicht jeden Tag machen kann und schlendern dann fröhlich zurück zum Auto.

Sauwetter..? Sauwetter! Aber so im „Taucheranzug“ verpackt, war es einfach nur ein richtig toller Vatertag..!

Wer nun vielleicht gerne auch mehr über unsere erste Wanderung durch’s obere Donautal erfahren möchte, hier geht’s zum Bericht: Felsen, Höhlen und Ruinen – Teil I.

Unser Fazit: Erneut eine tolle Abenteuer-Tour, nicht nur für Vater und Sohn! Streckenlänge etwa 16,0 Km mit guten 200 Höhenmeter im (kurzweiligen!) Anstieg. Ruine Falkenstein unbedingt besichtigen (Toller Grillplatz!)! Auf die Kleineren immer ein wachsames Auge haben, vor allem im Bereich der Schaufelsen! Nicht für Kinderwagen geeignet! Kindertrage wäre wohl wieder mal ideal! Die Tour lässt sich als Rundwanderung bis nach Schloss Werenwag ausdehnen, für konditionsstarke Wanderer ist auch eine Rückkehr über den Lenzenfelsen denkbar!


Googlemaps

2 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Was für ein Kontrast zu Teil I Eurer Wanderung im Donautal. Aber ich glaube dass diese Landschaft bei so einem Wetter einen ganz besonderen Reiz entfaltet, wie Du Rainer es in diesem Bericht ja auch anschaulich beschreibst. Da kann man mal wieder sehen, was eine gute Wanderausrüstung wert ist. Aber vielleicht nehmt Ihr uns „Schönwetterwanderer“ mal bei Sonnenschein mit ins liebliche Donautal? Danke, dass Du uns mit diesem Bericht an Eurem Wanderleben teil haben läßt.

  • Manu sagt:

    Der Bericht ist echt klasse, da würdest Du sogar fast jeden Wandermuffel aus dem Loch holen 😉 Also ich glaub, dass ich fast ausversehen mitgehen würde… 😉

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