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Feldbergaufstieg von Menzenschwand

6 August 2011 2 Kommentare

Auch diese Tour haben wir – auf Grund des unbeständigen Sommers – mehrere Wochen vor uns hergeschoben! Sie führt uns ebenfalls durch „Neuland“ und schon die Beschilderung des Pfades verspricht mal wieder richtiges Abenteuer: Alpiner Pfad – gutes Schuhwerk erforderlich!
Die Strecke: Menzenschwand – Caritashaus – Talstation Feldbergbahn – Höchster – Todtnauer Hütte – Hebelhof – Menzenschwander Wasserfall – Menzenschwand; 19,7 Kilometer mit 874 Höhenmeter im Anstieg!

Menzenschwand beeindruckt uns immer wieder, wie schön es doch im Albtal liegt! Erst einmal im Talgrund angekommen, scheinen die Berghänge hier links und rechts immer steiler und höher zu werden, je weiter man der schmalen Straße ins Tal hinein folgt.

Kurz nach Menzenschwand-Hinterdorf parken wir auf dem großen Wanderparkplatz und lassen dies Landschaft erst mal auf uns wirken. Nicht ein einziges Auto ist hier noch zu hören.
Wir orientieren uns kurz, dann folgen wir der Straße ein paar Meter zurück, bis uns der zweite(!) Wegweiser links hinauf schickt: Schwarzenberg – Hochkopfhütte.

Ein schmales Sträßlein führt hier aufwärts, das jedoch schon bald in einen idyllischen Wiesenpfad übergeht, der uns dann entlang von steilen Ziegenweiden leitet.
Hier verweilen wir kurz und schießen einige Fotos von den jungen Zicklein, die uns mit ihren Kletterkünsten über die Felsen ziemlich beeindrucken. Man weiß gar nicht so recht, wo man zuerst hinschauen soll: rechts bergauf zu ihnen, oder doch lieber links bergab, ins unbeschreiblich schöne und beschauliche Albtal!
Links am Hang machen zwei Gleitschirm-Flieger gerade ihre ersten „Hüpfer“ ins Tal, wir hören jedoch nur leise die Glocken der Ziegen unmittelbar über uns, sonst herrscht hier absolute Sonntags-Ruhe – und das an einem Donnerstag!

Der schmale Pfad steigt nun fühlbar an, bietet jedoch ausreichend Gelegenheiten, um immer wieder „sinnvoll“ zu verschnaufen: Hier wachsen ungewöhnlich viele Preiselbeeren und in den feuchteren Bereichen sehen wir sogar mehrere Exemplare des fleichfressenden Fettkrautes. Leider ist das Licht für Makroaufnahmen im Hangschatten noch zu schlecht und der Boden auch viel zu nass, um sich für gute Fotos hinzuknien. Claudia will es trotzdem versuchen, aber ich winke ab.

Auch Erika finden wir hier nun häufig und in beiden Formen: Lila und weiß. Und dazwischen natürlich jede Menge Heidelbeeren.
Claudia ist dann auch bald wieder am Futtern und hängt daher immer wieder etwas zurück. Das gibt mir die Gelegenheit, mich genauer umzusehen und so finde ich plötzlich frische Fußspuren von großen Hirschen(!), direkt auf unserem Pfad. Auch die Größe der Losung spricht für ausgesprochen kapitale Exemplare, aber leider ist nirgends mehr etwas von ihnen zu sehen!

Der Pfad führt nun spannend weiter aufwärts und durch mehrere Vieh-Gatter hindurch (Bitte unbedingt wieder schließen!). Es ist immer noch so still, dass wir hier oben sogar noch das Rauschen der Alb-Wasserfälle, von unten aus dem Tal hören können, unglaublich. Sie werden wir am Ende unserer Rundwanderung besuchen.

An einem breiten Wirtschaftsweg im Wald, erklärt ein leicht verwittertes Holzschild unseren „alpinen Pfad“ dann leider für beendet und ein recht malträtierter Holz-Abfuhrweg führt uns statt dessen weiter aufwärts. Wo der Holzeinschlag endet, wird aber auch er sofort wieder wild und naturbelassen – als ob der alpine Pfad hier wieder weiter führen würde!

Immer schmaler werdend, führt er uns nacheinander über ein Paar hübsche Bächlein und auch an unzähligen, blühenden Weidenröschen vorbei. Wunderschön und nass(!), denn es hat in der Nacht geregnet und wir streifen nun beim Gehen das ganze Wasser vom hohen Gras, am Rande des engen Trampelpfades ab. Gamaschen wären jetzt ideal, aber es geht auch so – vorausgesetzt die Schuhe sind dicht! Wer hier unter solchen Bedingungen jedoch mit niederen Wanderschuhen, oder gar mit Turnschuhen unterwegs ist, der hat wohl richtig schlechte Karten..!

An der Hochkopf-Hütte erreichen wir dann den breiten Westweg und folgen ihm in Richtung Caritashaus am Feldberg-Pass. Kurz bevor wir es erreichen, genießen wir an einem Aussichtspunkt noch einen herrlichen Blick zurück, nach Menzenschwand und hinab ins Albtal, aus dem wir herauf gestiegen sind. Da uns inzwischen der Magen knurrt, machen wir hier auch eine erste, kurze Pause.

Dann überschreiten wir beim Caritashaus die B317. Der Westweg (Ostvariante) folgt hier links der Bundesstraße in Richtung Grafenmatt, während wir diese nun rechts, an der Bushaltestelle überqueren. Auf der anderen Seite führt ein breiter Wirtschaftsweg abwärts zum Raimartihof. An der ersten Abzweigung folgen wir aber gleich dem Weg nach links, zur Feldbergbahn-Talstation. Über diesen Weg gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer vielleicht, dass einem an manchen Stellen die Heidelbeeren fast in den Mund hinein wachsen..!

Ab der Talstation erwartet uns dann der übliche „Betrieb“! Die meisten Besucher des Feldbergs fahren hierher, und parken auf dem großen Parkplatz am Haus der Natur, um dann mit der Gondel hinauf zu fahren, zum Bismarck-Denkmal. Wir halten uns aber gleich rechts und folgen dem (wirklich!) steilen Fußweg hinauf, zur Bergstation.

Oben angekommen, sind auch wir etwas außer Atem und verschnaufen kurz bei einem Blick hinunter, zum Feldsee. Hier oben drängen sich aber wahre Menschenmassen und Claudia dreht sich abrupt um:
„Nichts wie weg hier..!“, stöhnt sie mit einem unmutigen Kopfschütteln und zieht los. Dieser Rummel ist halt nicht unsere Welt.

Wir folgen nun dem breiten Spazierweg (um das Wort „Wandern“ zu vermeiden!) hinunter in den Grüblesattel, denn hier sind tatsächlich wieder einige Damen in Pumps unterwegs. Claudia grinst nur wortlos, aber ich könnte wohl sogar wörtlich zitieren, was sie gerade denkt..! Und dass wir rechts gerade einen wunderschönen Blick auf das Quellgebiet der Urdonau haben, ahnt von denen ohnehin niemand..!

Vom Grüblesattel aus ziehen wir dann zügig hinauf zum Höchsten und verziehen uns dort – nach einem kurzen Pflichtbesuch am Gipfelpunkt – sofort wieder hinunter, in Richtung Todtnauer Hütte. Aber selbst auf diesen schmalen Pfaden, über die Hochweiden, ist heute kräftiger Ausflugs-Betrieb.

Unten, an der Todtnauer Hütte angekommen, halten wir uns daher auch sofort wieder links, um nun den Feldberggipfel schnellstmöglich im Süden zu umrunden. Auf halber Strecke stoßen wir dann auf den ebenfalls breiten Pfad, der hier vom Grüblesattel herunter kommt und kurz dahinter führt unser Weg dann auch schon hinab, zum Hebelhof (JuHe) und damit auch endgültig weg, von den Menschenmassen auf den Hauptwegen..!

Unterwegs ergattern wir ein freies Bänklein und machen noch eine zweite, kurze Vesperpause. Von hier aus genießen wir einmal mehr einen herrlichen Blick ins obere Wiesental und hinüber zum Grafenmatt, Herzogenhorn und Silberberg. Aber uns wird dabei auch deutlich, dass wir noch ein ordentliches Stück Weg vor uns haben und das Wetter ist inzwischen ziemlich wechselhaft und es ist recht schwül geworden. Es könnte also durchaus auch noch kräftig etwas von oben herunter kommen!

Am Hebelhof, direkt an der Bushaltestelle, erreichen wir dann wieder die B317. Nachdem wir sie überquert haben führen uns Wegezeichen ein Stück parallel zu ihr, bevor wir ihre direkte Nähe an der Menzenschwander Hütte wieder verlassen. Nun verläuft unser Weg etwas unterhalb der Bundesstraße durch den Feldberg-Südhang und ausgerechnet hier finde ich das, was ich heute schon die ganze Zeit über vermisst habe: Blühende Silberdisteln! Hier wachsen sie nun in großen Mengen, sind aber noch ganz am Anfang ihrer Blütezeit..!


Nach einigen Fotos folgen wir dem Weg nun immer weiter in Richtung Caritashaus, bis uns ein Holzschild(!) rechts in die Wald-Halde hinunter schickt. Und hier überrascht uns nun ein weiteres Mal ein wirklich idyllischer Pfad! Auch dieser Abstieg ins Albtal ist für uns nun wieder absolutes Neuland für uns.

Nun ist es nicht mehr weit, bis wir den Menzenschwander Wasserfall erreichen. Links des geteerten Weges führt uns eine unscheinbare schmale Treppe in die Schlucht dort hinunter, wo sich die Alb in mehreren Kaskaden über die Felsen stürzt. Hier verweilen wir nun natürlich noch einmal, um ein paar tolle Fotos für diesen Bericht zu schießen.

Der Besuch des Menzenschwander Wasserfalles ist ein würdiger Abschluss dieser tollen Feldberg-Tour und wir empfehlen, sich dieses Highlight unbedingt bis zum Schluss der Wanderung aufzuheben! Wenn es im Sommer warm und schwül ist (wie bei uns!), dann empfindet man es als äußerst angenehm, sich nun in der Kühle der Schlucht etwas „herunter zu temperieren“..!

Es sei hier auch erwähnt, dass die Wasserfälle im Zeitraum von Mai bis Oktober zudem immer Mittwochs, Samstags und Sonntags, abends auch mit Beleuchtung bestaunt werden können! Ein tolles Schauspiel und zudem völlig kostenlos, daher immer einen kurzen Ausflug wert!

Als wir die Kühle der Schlucht verlassen, empfängt uns draußen sofort wieder die Schwüle des Sommertages. Aber von der Klamm auf eine normale Betriebstemperatur herunter gekühlt, ist es nun nur noch ein Klacks, auch noch den letzten Kilometer bis zum Auto zu bewältigen. Wir können es sogar schon stehen sehen!

Am Parkplatz angekommen, kommt Claudia dann an einem hübschen Schwarzwald-Brünnele nicht vorbei..! Sie kühlt sich noch einmal richtig ab, bevor sie ins warme Auto steigt..!

Unser Fazit: Ein wunderschöner, jedoch recht anstrengender Feldbergaufstieg, den kaum einer kennt. Unterhalb der B317 wunderschön still, darüber dann leider etwas „unruhig“ durch Feldberg-Besucher. Im Bereich der B317 zudem etwas Geräuschkulisse durch Verkehr, aber erträglich, da man abgelenkt wird. Kostenlose Wander-Parkplätze in Menzenschwand-Hinterdorf (Da könnten sich die Abzocker in Schluchsee mal ’ne Scheibe abschneiden!). Für Wanderer ohne Berührungsängste sehr zu empfehlen!

Strecke: Rundwanderung mit 19,7 Kilometer Strecke und 874 Höhenmetern im Anstieg. Dauer: ca. 6 bis 7 Stunden.
Durch den relativ langen und steilen Auf- und Abstieg ist eine gute Grundkondition erforderlich! Trittsicherheit, keine Chance für Kinderwagen – mit Kindertrage möglich!

Kleidung: Neben Regenjacken und Regenhosen gehört dazu am Feldberg – neben einem Pulli – auch immer ein Sonnenhütchen! Achtung nach Regen – eventuell Regenhose, oder Gamaschen einpacken! Wer in kurzen Hosen loszieht, der sollte unbedingt auch eine lange Hose zum Wechseln einpacken. Am Feldberg gibt es auch im Sommer – vor allem nach Gewittern – teilweise heftige Temperaturstürze!

Einkehr: In Menzenschwand, so wie in diversen Lokalen an der Feldbergbahn-Talstation und in der Todtnauer Hütte, dann wieder am Hebelhof.

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg im Breisgau – Naturpark Südschwarzwald 1:50.000 ISBN 978-3-89021-598-3.

Empfohlener Wanderführer: Faszination Feldberg (5,-€). Zu erhalten im Haus der Natur (auch am Wochenende geöffnet) oder im Buchhandel. ISBN-13:978-3-9810632-1-9

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]



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Über die Zastler Eislöcher zum Feldberggipfel

2 Kommentare »

  • Melanie sagt:

    Hallo ihr Beiden 🙂

    mit Begeisterung verfolge ich euer Blog und damit eure Exkursionen im Schwarzwald schon seit einigen Monaten.
    Ich freue mich schon, einmal den Schwarzwald zu besuchen und dann evtl. eine eurer Touren nachzuwandern.
    Aber für dieses Jahr ist erst mal Seefeld/Leutasch in Tirol angesagt.

    Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß bei Euren Wanderungen und hoffe auf weitere tolle Berichte aus Eurer Heimat.

    Herzliche Grüße aus Franken
    Melanie

  • Rainer sagt:

    Hallo Melanie, herzlichen Dank für Deine liebe Mail! So tolle Fans wie Du sind natürlich die allerbeste Motivation für uns, um das Blog weiter zu führen! Herzliche Grüße aus dem Hochschwarzwald, Rainer und Claudia!

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