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Endlich: Schnee am Feldberg..!

19 Dezember 2011 2 Kommentare

Nachdem wir am 1. Dezember oben am Feldberg noch Blumen fotografiert haben, war der Schnee natürlich längst überfällig. Nun kam der Winter aber mit aller Macht und bescherte uns so am Wochenende die erste Schneeschuh-Tour der neuen Saison. Vom Haus der Natur aus ging’s über den Seebuck zum Grüble-Sattel und wieder zurück.

Um 9.00 Uhr erreichen wir den großen Parkplatz beim Feldberger Hof. Hier herrscht bereits reger Betrieb, bei -4° C und leichtem Schneetreiben. Der Wind fegt uns aber kleine, harte Eiskristalle ins Gesicht, was eklig ist. Claudia kneift die Augen zusammen und angelt sich auch gleich die Schneebrille aus dem Rucksack. So geschützt und warm angezogen legen wir die Schneeschuhe an, schultern rasch die Rucksäcke und ziehen los. Der Rummel auf dem Parkplatz nervt..!

Vom Parkplatz aus folgen wir dem Schneeschuh-Trail über den präparierten Winterwanderweg, direkt hinter dem Haus der Natur und genießen schon nach wenigen Metern wieder eine erholsame Stille. Nur noch unsere Schritte sind zu hören und das feine, helle Prasseln, wenn der Wind die feinen Eiskristalle auf die hochgezogenen Kapuzen unsere Jacken bläst. Endlich mal wieder auf Schneeschuhen unterwegs..!

Schon nach kurzer Strecke leitet uns dann ein Pfeil nach links, und wir überqueren zuerst die Ski-Piste und danach auch noch die Liftspur des Zeigerliftes. Hier ist etwas Rücksichtnahme erforderlich, aber wie man auf dem Bild sieht, geht das alles auch sehr freundlich.

Gleich hinter der Liftspur führt uns der gut beschilderte Gipfeltrail dann durch einen tiefverschneiten Winterwald und wir ziehen durch jungfräulichen Tiefschnee aufwärts: Sehr schön, der Erste zu sein!

Wo der Schneeschuh-Trail in die Falllinie dreht, kommen uns dann leider auch schon wieder die ersten Snowbord-Fahrer entgegen: Tiefschnee-Enthusiasten, die sich an keine Spielregeln halten. Und sagt man etwas, bekommt man auch rasch einmal den Mittelfinger gezeigt!

„Schluck’s runter..!“, meint Claudia nur mit einer Anspielung auf meinen aufsteigenden Zorn und lacht.

Natürlich lassen wir uns den Tag nicht von anderen kaputt machen. Da aber jeder Snowborder ebenfalls immer gerne die eigene Spur in den Tiefschnee ziehen möchte, wird es überall am Feldberg wohl schon bald wieder so aussehen wie drüben, auf der Skipiste. Das ist schade, und so kommt in einem dann schon mal wieder der Wunsch nach einer Umwandlung des „Naturschutzgebietes Feldberg“, in einen Nationalpark auf. Aber das wird man ganz bestimmt auch weiterhin zu verhindern wissen..!

Nach kurzem Aufstieg durch anstrengenden Tiefschnee erreichen wir den Winterwanderweg (Loipe) zur Todtnauer Hütte und halten kurz an. Ich muss schmunzeln als ich sehe, dass Claudia genauso am Schnaufen ist, wie ich. Beide haben wir in den letzten zwei Monaten viel zu wenig unternehmen können, um unsere Kondition zu halten. Und die Skihosen sind seit dem letzten Winter auch schon merklich enger geworden!

Dann setzen wir zum Schluss-Spurt auf den Seebuckgipfel an. Hier wird der Trail nun noch einmal steiler und der Schnee noch tiefer. Zudem verschwinden die Bäume etwas weiter oben in einer dichten Suppe: Der Gipfel hüllt sich in Wolken!
Wir passieren die kleine Bergwachthütte und dienen dabei erneut einigen Snowbordern als willkommene Slalom-Stangen. Das wird sich weiter oben aber bald geben. Spätestens am alten Fernsehturm werden wir unsere Ruhe vor ihnen haben.

Von der Bergwachthütte aus führen uns Orientierungsstangen vollends hinauf, zum Seebuck-Gipfel. Wir folgen ihnen und erreichen den Turm so auf dem kürzesten Weg. Die Sicht beträgt hier oben nun keine 20 Meter mehr.
Im windgeschützten Eingang kratze ich das Eis vom Thermometer. Es zeigt uns winterliche -8° C. Zudem fegt hier oben ein strammer, Wind über den freien Feldberg-Kamm. So nutzen wir den Schutz des Turmes, um uns in aller Ruhe noch eine Tasse heißen Tee zu gönnen. Das ist unter diesen Bedingungen eine echte Wohltat, denn trotz der Kälte bekommt man beim Aufstieg doch rasch einen trockenen Hals!

Claudia versucht sich nebenher zu orientieren und schaut mich fragend an: „Und jetzt..?“, möchte sie von mir wissen. „Den Gipfel können wir uns bei dem Wetter doch eigentlich schenken..!“
Sie hat natürlich Recht. Oben am Höchsten in den Nebel zu schauen, bloß damit man erzählen kann, dass man wirklich ganz oben war? Nein!
Ich schlage daher vor, entlang der Orientierungs-Stangen noch bis zum Grüblesattel zu gehen und dort dann wieder dem Fahrweg hinunter zu folgen, zurück zum Haus der Natur. Claudia ist einverstanden und wir verlassen den alten Fernseh-Turm wieder.
Schon nach wenigen Meter hat ihn der Nebel bereits völlig verschluckt und Claudia (die den Feldberg wie ihre Westentasche kennt!) bleibt abrupt stehen: „Ich habe überhaupt keine Ahnung mehr, in welche Richtung wir gerade gehen..!“, gibt sie zu.

Achtung: Bei solchen Wetter-Bedingungen raten wir jedem Ortsunkundigen, die Tour aus Sicherheits-Gründen sofort abzubrechen! Bitte Bedenkt, man hat nun keine Wege mehr zur Orientierung zur Verfügung, denn die sind – wie meist auch die Wegezeichen – unter einer dicken Schnee-, und Eis-Schicht verborgen. Nur die Orientierungs-Stangen sind jetzt noch da, aber die nützen einem auch nicht viel, wenn man überhaupt nicht weiß, wo sie hinführen!

Mir ist jedoch bekannt, dass die Orientierungs-Stangen (links herum!) dem geteerten „Fahrweg“ zum Grüble-Sattel folgen. Trotzdem tun wir uns im oberen Bereich teilweise schwer, ihnen zu folgen. Und das, obwohl sie jeweils gerade mal 10m (!) auseinander stehen.

Irgendwann erreichen wir dann den Pfeil, der den Schneeschuhtrail (Gipfeltrail) hier rechts hinunter weist. Heute führt er aber nur ins Leere und Vorsicht: Die einzelnen Trail-Schilder sind hier absichtlich so weit auseinander gesteckt, dass man sie im Nebel nicht mehr sehen kann! Damit möchte man verhindern, dass Unkundige jetzt noch weiter gehen. Bitte glaubt uns: Man tut wirklich gut, sich daran zu halten..!

Etwa auf halber Strecke zum Grüblesattel wird die Sicht dann ganz langsam wieder etwas besser. Trotzdem wären wir beihnahe an der großen Abzweigung im sattel vorbei gelaufen! Der stramme Wind fegt uns hier oben ständig winzige Eiskristalle ins Gesicht und um sich einigermaßen zu schützen zieht man den Kopf dann so weit wie möglich zwischen die Schultern. So kommt man bei dieser Monotonie recht schnell in einen Trott, der einen etwas unaufmerksam werden lässt!

Ich bemerke den Fehler aber, als es vor uns plötzlich wieder leicht bergauf geht. (Hättet Ihr das auch bemerkt..?) Trotzdem muss ich einen Augenblick suchen, um den richtigen Weg zu finden. Ein Pistenbulli, der den Weg gerade heraufkommt und unterwegs ist zur Wetterstation, hilft uns dabei.

Nun haben wir einen frisch gespurten Winterwanderweg vor uns, dem wir sicher folgen können und je tiefer wir kommen, umso besser wird dann auch die Sicht wieder.
Der Einfachheit halber bleiben wir nun einfach auf diesem Weg und folgen ihm bis hinunter zum Parkplatz, am Haus der Natur wo unser erstes Schneeschuh-Abenteuer der diesjährigen Saison zu Ende geht.

Die Daten der Strecke: 3,8 kilometer, 163 Höhenmeter im Anstieg, Dauer: ca. 2,0 Std.

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]


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2 Kommentare »

  • Rainer Motte sagt:

    Hallo, Ihr beiden!

    Schöner Bericht. Aber wie man allen Ernstes Spaß daran haben kann, bei üblem Wetter durch den Schnee zu stapfen… Na ja, dieses „Vergnügen“ liegt mir persönlich ziemlich fern. Bin wohl eher der Warmduscher-Typ. Ich würde den Winter herzlich gern überschlagen (als geplagter berufstätiger Autofahrer und Räumpflichtiger) und freue mich auf den nächsten Frühling. Euch wünsche ich aber viele schöne Schneeschuh-Wanderungen und gute Berichte darüber!

    Viele Grüße!

  • Rainer sagt:

    Hallo Du (lieber) „Warmduscher“! Dir fehlen bestimmt nur die richtigen Klamotten und eine Claudia, die für die richtige, innere Einstellung sorgt. ;-))
    Spaß beiseite: Jedes Wetter hat seine ganz bestimmte Stimmung, von der wir uns immer wieder gerne überaschen lassen, und sie dann natürlich auch genießen! Nur: Man darf dabei (unter den Klamotten) weder nass sein, noch frieren..!
    Wir wünschen Dir frohe Weihnachten und ein gesegnetes, neues Jahr!
    Rainer und Claudia

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