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Endlich: „Schnee-Alarm“ am Feldberg..!

26 November 2010 4 Kommentare

Seit Wochen lagen die neuen MSR Lightning Ascent Schneeschuhe, die uns zum Testen zur Verfügung gestellt worden sind,  nun schon „griffbereit“ zu Hause. Gleich daneben die Stöcke mit Schneetellern und unsere Gamaschen. Nur eines fehlte leider beständig: Der Schnee..!

Jetzt kam er endlich und bescherte uns am Feldberg auch sofort allerbeste Bedingungen. Gleich ein halber Meter unberührter Pulverschnee erwartete uns gestern – und wir waren heuer die Ersten!

Optimale Bedingungen also, um die neuen „Bärentatzen“ mal so richtig zu testen..!

Immer wieder hörten wir, der MSR Lightning Ascent sei der beste Schneeschuh der Welt. Ob das wirklich stimmt? Wir wollten es genauer wissen und besorgten uns zwei Paar, dieser teuren „Edeltreter“ bei InterSport Ski-Hirt, in Titisee-Neustadt (Siehe Artikel: Jetzt den MSR Lightning Ascent am Feldberg testen!)

Die 299,- Euro für das etwas schlankere Damenmodell und die 329,- Euro für das größere Herrenmodell heben den MSR schon mal eindeutig in die „Oberklasse“. Nun musste er uns aber am Feldberg auch davon überzeugen, dass er dort tatsächlich hin gehört. Erst dann würden wir ihn „adoptieren“! Ob er das wohl schafften wird?

Donnerstag, der 25. 11. 2010. Kurz vor Zehn parken wir direkt vor dem Haus der Natur, am Feldberg. Die Schneebedingungen sind klasse, aber das Wetter mies: -6,0°C, Schneefall, Nebel und ein kräftiger Wind empfangen uns! Neben Handschuhen und Mützen ziehen wir daher auch gleich die Kapuzen der GoreTex-Jacken hoch.

Dann erleben wir aber eine kleine Überraschung: Ein Herr kommt auf uns zu und stellt sich freundlich als zuständiger Revier-Förster vor. Nach einer kurzen Begrüßung bittet er uns ins Haus der Natur hinein und zeigt uns drinnen dann den Verlauf des neu gesteckten Schneeschuh-Gipfeltrails. Er führt nun nicht mehr unmittelbar neben der Skipiste auf den Seebuck hinauf, sondern etwas weiter südlich, parallel zum Westweg. (Wir werden ausführlich darüber berichten!)

Wieder am Auto, holen wir die Schneeschuhe erneut heraus und legen die Gummi-Riemen der Bindung aus aus. Diese sind recht „filigran“ und mit Handschuhen nur schwer zu handhaben! Claudia müht sich mit ihren dünnen Odlo-Handschuhen sogar vergeblich ab, so dass sie sich von mir helfen lassen muss. Und ich schaffe es dann auch erst, als ich meine Handschuhe ganz ausziehe!

Diese Ösen der Gummi-Riemen können (neu!) nicht wirklich überzeugen, aber vermutlich werden sie sich durch den Gebrauch etwas weiten und dann leichter zu schließen sein. (Sollte jemandem vielleicht ein hilfreicher „Trick“ bekannt sein, dann nichts wie her damit!)

Nachdem uns beiden mehrfach die Daumennägel abgebrochen sind, haben wir inzwischen selbst einen Trick gefunden: Steckt Euch einen alten Kaffeelöffel ein! Mit Hilfe seines Stils lassen sich die Ösen der Gummibänder leicht über die Sicherungsstifte drücken!
Und hier auch gleich vorweg genommen: Die Bindungen lassen sich hervorragend öffnen, so dass man am Ende einer Tour sehr schnell und ohne jede Anstrengung aus den Bindungen schlüpfen kann!

Dann ziehen wir los und folgen dem toll präparierten Wanderweg hinter dem Haus der Natur. Der Wind treibt uns den Schnee ins Gesicht und eigentlich ist mir eher nach Glühwein-Trinken, aber schon die ersten Schritte mit dem MSR überraschen mich und auch Claudia lässt ein erstauntes „Whow..!“ vernehmen. Man hat kaum das Gefühl, Schneeschuhe an den Füßen zu haben! Die Lightnings sind nicht nur superleicht, sondern erlauben auch ein fast völlig normales Abrollen des Fußes, beim Gehen!

Im Gegensatz zum gewohnten Inook Onix-Carbon, und dem Onix-Lady (Mit denen wir immer sehr zufrieden waren!), befindet sich das Gelenk der Bodenplatte beim MSR deutlich näher unter dem Fußballen, was ein leichteres Abrollen, ohne fühlbaren Widerstand ermöglicht. Ein wesentlicher Schritt hin, zum „normalen“ Gehen! Und obwohl sich die neuen Lightnings – vom Gewicht her – nicht wesentlich von den gewohnten Inooks unterscheiden, hat man mit dem Neuen nun doch das Gefühl, einfach weniger Schneeschuh „am Fuß“ zu haben!

Bis hierher haben sie uns also schon mal überzeugt und das anfängliche Gefummel mit den Riemen der Bindung ist bereits vergessen. Aber noch etwas fällt mir auf und wird von Claudia sofort bestätigt, als ich sie darauf aufmerksam mache: Die Bindungen sitzen bombenfest am Schuh und verhindern jedes verrutschen des Fußes auf dem Schneeschuh!

Das haben wir (mit billigeren Modellen) auch schon ganz anders erlebt, was dann letztendlich zum Kauf des Inook geführt hat, der eine stabile Bodenplatte unter dem Schuh besitzt. Es gibt nämlich nichts Nervenderes, als beim Queren eines Hanges, bei jedem Schritt mit dem Fersen auf dem Schneeschuh „hangabwärts“ zu rutschen. Das kostet unnötig Kraft und macht auch keinen Spaß! Beim MSR Lightning Ascent ist davon aber überhaupt nichts zu spüren!

Was für mich etwas gewöhnungsbedürftig ist: Der patentierte Alurahmen des MSR greift nicht nur im Harsch deutlich besser, als der Kunststoffrahmen des Inook, sondern leider auch auf dem anderen Schneeschuh! Immer wieder werde ich durch ein leichtes Ratschen daran erinnert, etwas breitbeiniger zu gehen und ein paar Mal lande ich dann im Tiefschnee sogar auf den Knien. Ich hatte mich dazu verführen lassen, in der Spur von Claudia genauso schmal zu gehen, wie sie es mit dem schlankeren Damenmodell kann. Das aber besser zu lassen, habe ich schnell gelernt und vermeide es bald automatisch!

Inzwischen zieht Claudia, die (heute ohne Rucksack) vorausgeht, recht steil bergauf, in direkter Falllinie zum Feldbergturm. Wir sehen längst keine Wegmarkierungen mehr, sondern gehen einfach nur noch aufwärts. Oben muss schließlich richtig sein und die Suppe wird immer dichter, je höher wir kommen. Wir sehen kaum noch 10 Meter weit!

Und hier, im steilen Tiefschnee-Hang, spielt der MSR seine Trümpfe dann auch so richtig aus:

  • Ich sinke im puderfeinen Pulverschnee deutlich weniger ein, als vom Inook her gewohnt. Die recht große Auflagefläche des „Dreißigers“ (MSR Lightning-Ascent 30 Men) verhindert das wirksam.
  • Da sich das Gelenk der Bodenplatte näher unter dem Fußballen befindet, ist ein Ballen-Gehen (steil bergauf) weitaus weniger anstrengend, als beim Inook. Die Harschkralle unter der Schuhspitze ist zudem größer und kann so auch viel effektiver eingesetzt werden.
  • Die aufklappbare Steighilfe des MSR Lightning Ascent ist einfach zu bedienen. Sie ist außerdem auch um einiges höher, als die des Inook und erleichtert so das Bergauf-Gehen noch einmal zusätzlich.

Wir sehen den Turm auf dem Seebuck erst, als wir ihn schon fast erreicht haben. Nur ein Schatten im Nebel, rasch suchen wir Windschatten im Eingangsbereich. Claudia zieht eine der beiden Thermoskannen aus der Außentasche meines Rucksacks und schenkt uns einen heißen Tee ein. Der tut jetzt so richtig gut, auch wenn uns vom Aufstieg eigentlich recht warm ist!

Dann müssen wir uns entscheiden: Weitermachen, oder abbrechen? Eigentlich wollten wir vom Bismarck-Denkmal aus, dem Schneeschuh-Trail II folgen und über Grüblesattel, „Höchsten“, St. Wilhelmer Hütte und Todtnauer-Hütte, wieder zum Haus der Natur zurückkehren. Aber ich habe inzwischen bereits Mühe, die nächste Orientierungs-Stange zu sehen.

Das Bismarck-Denkmal finde ich dann auch nur noch mit dem Garmin und Claudia klatscht fröhlich in die Hände, als endlich die Silhouette vor uns auftaucht: „Teufelskerl..!“, schmunzelt sie leise.

Für mich ist das aber einmal mehr wieder nur eine Bestätigung dafür, am Feldberg (im Winter!) sicherheitshalber immer den Garmin (mit hinterlegter Karte Deutschland Süd, 1:25.000) dabei zu haben! Das Wetter schlägt hier oben oft so schnell um, dass sich sogar Ortskundige mit der Orientierung  schwer tun. (Bei „null“ Sicht wohl kein Wunder, zumal man im Winter auch keinen „Weg“ mehr hat, dem man noch folgen könnte!) Und im Winterhalbjahr bringt einen jedes Verirren ganz schnell in akute Lebensgefahr, wie die traurige Statistik beweist!

(Eine ganz persönliche Anmerkung: ein Garmin mit der beschriebenen Karte ist bei Ski-Hirt ebenfalls recht preiswert zu leihen!)

Inzwischen wird es aber immer widerlicher und die Sichtweite beträgt gerade mal noch 5 Meter! So entscheide ich mich für einen Abbruch und auch Claudia pflichtet mir sofort bei. Wir drehen also um und suchen wieder den Weg zurück, zum Feldberg-Turm.

Den direkten Weg hinunter, über die Ski-Piste, möchten wir gerne vermeiden, da augenblicklich alle Schneekanonen laufen und auch die Pistenbullis am Präparieren sind. Die sehen uns in dieser Suppe ganz bestimmt nicht und wer rechnet auch jetzt schon mit zwei verrückten Schneeschuh-Läufern, die bei diesem Sauwetter unterwegs sind?

Unsere Spuren, vom Feldbergturm herüber, ans Bismarck-Denkmal sind ebenfalls längst wieder zugeweht und so muss ich den Garmin erneut heraus holen, um zum Feldbergturm zurück zu finden. Mit seiner Hilfe erreichen wir dann irgendwann die Orientierungsstangen, die den rechten Rand der Ski-Piste begrenzen. Ihnen folgen wir nun einfach nur noch bergab, in Richtung Feldberger Hof/Haus der Natur.

Und auch bergab trumpfen die MSR wieder richtig auf: Claudia (ohne Gepäck) fängt plötzlich an zu laufen. Das sieht richtig spielerisch und leicht aus und ich schieße ein paar Fotos von ihr. Hier unten wird die Sicht wieder deutlich besser und wir können nun zumindest wieder ständig drei, der Orientierungs-Stangen sehen.

Aber nur ein paar Meter daneben hat man wieder keinerlei Anhaltspunkte mehr dafür, in welche Richtung man sich wenden soll!

Endlich am Auto angekommen sind wir dann auch heilfroh, wieder unten zu sein und ziehen ein Fazit: Trotz des Wetters, war es ein toller Ausflug! Die Schneeverhältnisse am Berg sind ungewöhnlich gut und auch die Pisten, so wie die Winterwanderwege, sind hervorragend präpariert!

Und die MSR Lightning Ascent? Ach so ja.., die sind natürlich längst „adoptiert“! (Und wir geben sie auch nicht mehr her!)
😉

Zum Artikel: MSR Lightning-Ascent Schneeschuhe jetzt am Feldberg testen!

Zu Ski-Hirt

4 Kommentare »

  • Manu sagt:

    Oh man, das sieht so richtig toll aus – aber warum kann man denn nicht eine Kombination aus Schnee und Sommer haben?? Ich würde Euch auf jeden Fall gerne mal wieder begleiten. 😉 Danke für den tollen Bericht!!

  • Chris sagt:

    Super Bericht!
    Ja, wenn sogar in Plochingen 4 cm Schnee auf dem Balkon liegen, müsst ihr richtig was abbgekommen haben.

    Supi!

    Grüßle

  • Rainer sagt:

    Hallo Chris, danke für den netten Kommentar! Ja, wenn Du morgens nach Hinterzarten fährst, dann ist unterwegs überall „kollektives Schneeschippen“ im Gange! 😉

  • Rainer sagt:

    Hallo Manu! Schnee und Sommer ist schwierig, aber Schnee und Sonne kriegen wir hin! Bis bald! 😉

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