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Die Narzissenroute im Perlenbachtal (Variante)

28 April 2013 5 Kommentare
 Dieser Artikel ist Teil 1 von 3 in der Serie Zur Narzissenblüte in der Eifel

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Die Narzissenroute durch das Perlenbachtal ist der wohl bekannteste Rundweg durch die herrlichen Narzissenwiesen der Eifel. Die hier dargestellte Variante – die uns von Willi Gülpen, einem einheimischen Wanderführer empfohlen wurde – wertet sie aber noch einmal deutlich auf! Durch gelb gesprenkelte Wald-, und Wiesentäler führt sie uns so direkt über die grüne Grenze, nach Belgien..!  

IMG_1079Aus dem Hochschwarzwald kommend, sind es gute 500 Kilometer Anfahrt bis in die Eifel. Und nach fünf Stunden Autofahrt hat man dann auch genug und braucht zwingend eine Unterkunft. Wir haben uns natürlich bereits von zu Hause aus im Internet umgesehen, und eine sehr preiswerte und wunderschöne Ferienwohnung gefunden. Zwei getrennte Zimmer, mit kleiner (perfekt ausgestatteter) Küche, Bad und WC, für ganze 35,- Euro die Nacht!
Familie Mathar empängt uns kurz nach zwölf Uhr mittags sehr freundlich, mit frisch gebrühten Kaffee und Monschauer Dütchen, einem (selbst gebackenen!) Biskuitgebäck, das mit Sahne gefüllt und mit Erbeeren verziert ist.

IMG_1078Ach, da lebt die Seele doch gleich wieder auf und schon bald erwacht neuer Tatendrang in uns. Wir haben natürlich im Vorfeld auch die Wettervorhersage aufmerksam verfolgt, und die verheißt für morgen leider nichts Gutes! Erst für Mittwoch und Donnerstag ist wieder Sonnenschein angekündigt, danach dann aber schon wieder Regen. So wollen wir den heutigen, sonnigen Anreisetag auch unbedingt noch für eine erste Runde durch die Narzissenwiesen nutzen..!

Um Eins (13.00 Uhr) sind wir abmarschbereit und lassen uns vom Navi zum Nationalpark-Tor führen. Hier (in Monschau-Höfen) sind genügend Parkplätze und die ausgeschilderte Narzissenroute beginnt hier ebenfalls.
Natürlich haben wir schon zu Hause ausgiebigig recherchiert und sind dabei auf die Wanderseite von Willi Gülpen, einem einheimischen Wanderführer gestoßen. Dort fanden wir auch die hier dargestellte Variante der Narzissenroute, die etwa vier Kilometer länger ist und noch zu weiteren, herrlichen Narzissenwiesen, direkt an der Belgischen Grenze führt. Warum einem aber ausgerechnet diese schönsten Narzissenwiesen des ganzen Perlenbachtales auf der klassischen Narzissenroute vorenthalten werden, ist für uns nicht nachvollziehbar.

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Wir folgen dem Weg leicht abwärts und passieren im Wald eine erste Wegegabel, an der wir uns links halten. Der angenehm zu gehende Pfad führt uns durch lichten Wald und senkt sich dann in ein Bachtal. Bevor wir dort die Kreisstraße 25 überqueren, finden wir bereits erste, vereinzelte Narzissen am Wegrand. Hinter der Straße folgen wir dem Weg weiter, bis zu einem weiteren, großen Wegekreuz. Hier halten wir uns erneut links und spazieren nun neben dem Furthbach in ein idyllisches Tal hinein.

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Hier, und vor allem im Perlenbach, soll es sogar noch vereinzelt Flussperlmuscheln geben. Zumindest tut man alles dafür, um sie wieder heimisch werden zu lassen. Irgendwann stoßen wir dann auf einen weiteren (Vor-)Frühlings-Blüher: Seidelbast! Ein wirklich stattliches Exemplar leuchtet mit seinen unzähligen, rosa Blüten herrlich aus den sonst eher triesten Farben heraus, und ist so natürlich auch „Tankstelle“ für unzählige Bienen!

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Wir machen ein paar Fotos, dann ziehen wir weiter. Nun mehren sich langsam auch die „gelben Sprenkel“, überall im Unterholz: Narzissen! Waren sie zuerst nur ganz vereinzelt in Erscheinung getreten, werden es nun immer mehr. Und hier und da sehen wir sogar schon größere Gruppen, die sich – nach und nach – dann auch zu kleinen Wiesen gruppieren. Wie schön..!

IMG_1110Claudia und ich sind völlig aus dem Häuschen und schießen natürlich Bild um Bild. Wo es ohne Gefahr für die Narzissen möglich ist, verlassen wir manchmal den Weg auch ganz vorsichtig, um noch bessere Perspektiven zu bekommen. Den Pflänzchen gilt dabei aber stets unsere ganze Sorge und wo sich vielleicht auch nur die unscheinbaren Triebe einer jungen Narzisse im Gras verstecken könnten, ist für uns schon absolute Tabu-Zone!
Bald erreichen wir das östliche Ende des Rundweges und die Narzissenroute knickt nach rechts weg, wieder in Richtung Süden. Durch lichte Waldstücke hindurch, werden wir nun an immer neuen Narzissenwiesen vorbei geführt.

Der inzwischen zum breitIMG_1119en Wirtschafts-Weg mutierte Pfad interessiert uns jetzt schon längst nicht mehr. Er ist inzwischen völlig zum Mittel zum Zweck geworden und dient jetzt ausschließlich noch der Fortbewegung.
Wer will denn hier nun auch noch ans „Wandern“ denken? Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt längst nur noch den Narzissen – und ihretwegen sind wir ja schließlich auch hierher gekommen..!

Wir folgen immer noch der Narzissenroute, wissen jedoch, dass sie hier nun irgendwo erneut rechts wegknicken wird, und so dann direkt durch den Wald wieder zurückführt, ins Perlenbachtal. In diesem Bereich sind jedoch nur noch wenige Narzissen zu finden, weshalb wir uns auch für die Weg-Variante von Willi Gülpen entscheiden, die hier einfach gerade aus weiterführt.

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Noch einen guten Kilometer, dann werden wir auf ihr die grüne Grenze nach Belgien erreichen, wo es wohl die größten Narzissenwiesen geben soll.
Gespannt gehen wir daher weiter und suchen aufmerksam nach der erwarteten Abzweigung – vergebens! Wahrscheinlich hat jemand das Wegzeichen der Narzissenroute entfernt, denn ganz unvermittelt erreichen wir nun in einem Bachgrund die Grenze nach Belgien. Und wir sind beide sprachlos über den unglaublichen Narzissenreichtum in diesem Tal: Die Wiesen sind mit unzähligen, gelben Blüten gesprenkelt! Genauso haben damals auch die Fotos ausgesehen, wegen der wir heute hierher gekommen sind!

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Wir überqueren den kleinen Bach mit einem großen Schritt und folgen dem Weg in die Narzissenwiese hinein. Dann gebietet uns jedoch plötzlich ein großes Schild unmissverständlich „Halt“! Hier überschreiten wir nämlich die Grenze ins Lager Elsenborn, einem belgischen Truppenübungsplatz. Sind die roten Schilder auf den großen Warntafeln aufgeklappt, dann ist der Durchgang wegen Scharfschießens der Belgischen Truppen verboten und man tut (im eigenen Interesse!) gut daran, sich an diese Gebote zu halten! Außerdem wurden wir von Willi Gülpen darauf aufmerksam gemacht, dass die belgischen Sicherheitskräfte hier hart durchgreifen würden – also Vorsicht.

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Etwas enttäuscht, aber nicht wirklich unzufrieden kehren wir zurück nach „Deutschland“ und fotografieren eben hier weiter. Ganz langsam bemerke ich aber, dass das Licht zum Fotografieren nachläßt. Die Sonne scheint zwar noch immer, aber sie steht bereits merklich tiefer. Und es wird inzwischen auch deutlich kühler. Noch sind wir zwar ärmellos unterwegs, aber der Wind lässt uns im Schatten doch schon etwas frösteln. So machen wir uns langsam auf den Rückweg, durchs Perlenbachtal.

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Aber gerade hier hat es immer wieder prächtige Narzissenwiesen, die ein zügiges Voran-Kommen doch merklich bremsen: Immer wieder bin ich nämlich auf den Knien, um zu fotografieren. Inzwischen ist die erste Speicherkarte längst voll und auch der erste Kamera- Akku bereits gewechselt. Aber genau deswegen sind wir ja hierhergekommen, nicht wahr?

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Irgendwann hat aber alles einmal ein Ende und ich packe die Kamera endgültig weg. Aber auch hier empfinde ich es wieder faszinierend, wie schnell der Mensch doch bei zuviel an Superlativa abstumpft: Zuerst haben wir uns noch über jede einzelne, der ersten Narzissen gefreut – und nun laufen wir sogar an großen Narzissenwiesen vorbei, ohne überhaupt noch den Kopf zu drehen. Tsts..! Aber morgen ist ja auch noch ein Tag, nicht wahr? Schon bald sind wir so wieder am Auto und fahren die wenigen Kilometer nach Rohren, zu unserem Domizil. Duschen, eine Kleinigkeit essen, dann planen wir noch gemeinsam die nächste Narzissen-Tour für morgen und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Mal sehen, was der kommende Tag für ein Wetter parat haben wird…

Unser Fazit: In der Variante(!) ein ganz toller Narzissenspaziergang durch den Nationalpark Eifel!

Strecke: (knapp 16 Kilometer, 433 Höhenmeter in An-, und Abstieg, Dauer: 5 bis 6 Stunden.

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]

HD-Perlenbachtal


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Im Narzissental von Loki Schmidt (Oleftal)

5 Kommentare »

  • Markus sagt:

    Hallo Ihr beiden

    Angeregt, durch eure Herrlichen Bilder werde ich morgen am 1 Mai eine Tagestour dorthin machen. Und im kommenden Jahr kommen dann die anderen Strecken dran, sicher kann man sie auch im Sommer mal gehen, die Landschaft bleibt ja gleich schön.

    An der Ahr Blühen bald die Orchideen, denen werde ich auch einen Besuch abstatten, so wie im letzten Jahr 😉

    Morgen Abend werde ich berichten wie es war 🙂

    Liebe grüße Markus

  • Rainer (author) sagt:

    Viel Spass, Markus! Geh‘ früh los, es wird wohl recht voll werden! LG Rainer

  • Markus sagt:

    Wie du schon gesehen hast, war ich heut dort gewesen, und es war mehr oder weniger schon um 10uhr dort unten voll, die Parken auch an der Mühle, und kommen von allen Seiten.

    Es war trotzdem einfach Toll gewesen, man muss die Leute nur Ignorieren! Die Landschaft allein schon wuuunderbar 🙂

    Auf dem hin und rück weg, habe ich dann noch zur linken also anderen seite was von narzissenwiesen gelesen, also auf der anderen seite von höfen. Ich schätze mal das wäre die andere Tour von euch?

    ich schätze aber das es das letzte Wochenende gewesen ist wo so toll alle oder die meisten Blühen.

  • Rainer (author) sagt:

    Hallo Markus, wenn sie heute nicht alle aus der Hütte kommen, wann denn dann? Nein, unsere zweite (und dritte) Route ist westlich von Hollerath, etwas weiter im Süden! Schau mal auf die Googlemap!

  • Zur Narzissen-Blüte in der Eifel | Rainer & Claudia sagt:

    […] Die Narzissenroute im Perlenbachtal (Variante) Wunderschöne Rundwanderung zu den schönsten Narzissenwiesen des Perlenbachtales:16,0 Kilometer, 433 Höhenmeter – Zeit: 5 bis 6 Std. […]

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