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Der wohl naturschönste Feldberg-Aufstieg

18 September 2010 Kein Kommentar

Vom Bahnhof Himmelreich, über die Höfener Hütte zum Hinterwaldkopf. Und von dort aus dann weiter, über Rinken und Baldenweger Buck, hinauf zum „Höchsten“ (1.493m). Von dort ist es dann nur noch ein Katzensprung – über  Grüble-Sattel und Seebuck – hinunter, zur Bushaltestelle am Feldberger Hof.

Mit 18,36 Kilometer Länge und knackigen 1.258 Höhenmetern der wohl Längste, aber bestimmt auch schönste Feldbergaufstieg!

Abweichend vom Rother Wanderführer, beginnen wir unsere Tour nicht in Kirchzarten, sondern folgen gleich vom Bahnhof Himmelreich aus der gelben Raute, unter der Straße (Unterführung) hindurch.

Diese Variante ist zwar 1,5 km kürzer, als die von Rother vorgeschlagene Route, wer sich jedoch die Mühe machen möchte, einen kurzen Blick in die Karte zu werfen, der wird schnell feststellen, dass diese 1,5 km überwiegend nur durch Kirchzarten hindurch führen. Mag sein, dass diese Tour anfangs etwas „leiser“ ist, denn unsere Strecke führt zuerst einmal ein paar Meter neben der viel befahrenen B 31 her, bevor uns ein Wegweiser rechts hinauf schickt. Dann entfernen aber auch wir uns rasch vom Straßenlärm und etwas später werden ohnehin beide Wege wieder zusammenführen.

Der Pfad folgt nun für eine Weile dem Hang und steigt dabei leicht an. In diesem Bereich haben wir immer wieder mal tolle Blicke, auf das noch verschlafene Himmelreich.

Dann, nach einem kurzen Stich,  überschreiten wir einen breiten Forstweg und folgen seiner Abzweigung (Immer in Richtung Höfener Hütte!) bergan. Der Name „Schuhseppleweg“ bringt uns natürlich zum Schmunzeln.

Nach einer Weile eintönigen Anstieges, dürfen wir den breiten Wirtschaftsweg dann wieder verlassen. Nun geht es – scharf rechts – in Serpentinen steil hinauf. Bald wird aber auch dieser Pfad wieder flacher und ist dann recht angenehm und abwechslungsreich zu gehen.

Aber noch einmal wird er zum Forstweg, bevor wir an einer Wegespinne auf die „Autobahn“ mit der blauen Raute stoßen, die von Kirchzarten herauf führt. Wir halten wir uns nun links und achten auf den schmalen Stich, der schon nach 50m wieder steil, rechts hinauf führt. Ihm folgen wir in Richtung „Höfener Hütte“ (Kleines Schild) und bleiben so an der gleich folgenden Abzweigung auch auf dem linken, unteren Pfad!

Ihm folgen wir nun eine ganze Weile, und sehen dann plötzlich, dass es vor uns „heller“ wird: Wir sind am Waldrand angekommen und sehen vor uns einen wunderschönen Weg, der den vor uns liegenden Hang durch die Hochweiden quert. Und an seinem Ende liegt die Höfener Hütte!

Nach wenigen Metern müssen wir aber erneut stehen bleiben und linker Hand einfach die phantastische Aussicht bewundern: Das „zweite“ Tal ist das Höllental, von dessen Ausläufern wir hier herauf gestiegen sind.

Wir passieren die Höfener Hütte (Einkehr möglich!) und folgen dem idyllischen Wurzelpfad hinauf, in das nächste Waldstück. An seinem Ende, so wissen wir von früher, werden wir dann vor dem letzten Gipfelanstieg zum Hinterwaldkopf (1.198m) stehen, und der hat es noch einmal so richtig „in sich“!

Zunächst genießen wir aber noch den schattigen Waldpfad, der ebenfalls merklich aufwärts führt. Inzwischen ist es an sonnigen Stellen recht warm geworden und wir schwitzen. Gleichzeitig weht aber auch ein tückischer, kühler Wind – optimale Bedingungen um sich einen „Zug“ zu holen!

Schon eine ganze Weile folgt unser Wurzelpfad, auf der rechten Seite, nun schon der Baumgrenze, dann wird es endlich auch „vorne“ etwas heller. An einem Wegweiser, den eigentlich keiner braucht, verlassen wir das Wäldchen. Der Schluß-Anstieg zum Hinterwaldkopf ist nicht zu übersehen: Direkt vor uns zieht der Pfad über saftige Weiden steil hinauf, bevor er ganz oben dann noch einmal ein paar Prozente zulegt! Und die gehen dann auch so richtig in die Knochen!

Wir verschnaufen für einen Augenblick und beobachten zwei Wanderer, die es fast geschafft haben. Erst oben werden wir erfahren, dass die Frau hoch schwanger ist und nur noch vier Wochen „vor sich“ hat. Alle Achtung!

Dann gehen auch wir diese letzten Meter an und ich muss ganz zwangsläufig an den Farrenkopf und den Westweg denken: Das hier ist fast vergleichbar – zumindest dann, wenn man es gerade unter den Füßen hat!

Ich lenke mich etwas ab, in dem ich nebenher nach Silberdisteln suche: Hier muss es ganz einfach welche geben! Und richtig, ich sehe gleich mehrere Stöcke! Eine willkommene Gelegenheit, um kurz stehen bleiben zu können und Claudia ebenfalls darauf aufmerksam zu machen!

Wer unsere Berichte verfolgt, der weiß wohl, dass ich wirklich sehr leidenschaftlich wandere. Aber in solchen Augenblicken frage ich mich dann auch schon das eine, oder andere Mal: „Was tust Du hier eigentlich..?“

Diese Augenblicke sind jedoch recht selten und auch immer wieder genau so schnell verflogen, wie sie zuvor aufgekommen sind! So auch dieses Mal, denn kaum ist der höllisch steile Schlussanstieg überwunden, fällt mein Blick hinüber, zum Feldberggipfel: Von hier aus ist er nun zum ersten Mal zu sehen und scheint auch schon greifbar nahe. Dort wollen wir hin! Nur noch etwa fünf Kilometer, und rund 300 Höhenmeter..!

Kaum oben, ist der Anstieg dann auch schon wieder völlig vergessen, denn Claudia überrascht mich mit einem lecker belegten Laugen-Croissant. Und ich revanchiere mich bei ihr mit einem hart gekochten Ei, von dem wiederum sie nichts wusste..! Dazu noch erfrischenden, grünen Tee – leicht gesüßt. So herrlich können die Tage, bei uns zu Hause, im Hochschwarzwald sein! Und so billig…

Heute, am Sonntag ist hier ziemlich viel los, da der Gipfel von der anderen Seite her einfacher zu erreichen ist. Wir suchen uns ein Plätzchen, im Windschatten des Krieger-Denkmals, das an die Gefallenen aus dem ersten Weltkrieges erinnert und genießen einfach den Augenblick.

Dann ziehen wir, frisch gestärkt hinunter zur Wege-Spinne an der Hinterwaldkopfhütte. Gerade aus geht es nun zuerst einmal dem breiten Waldweg entlang, immer aufwärts. Dann ist die Kuppe überschritten und wir schlendern ein paar Höhenmeter bergab. Ziemlich weit vor uns sehe ich eine kleine Wanderergruppe rechts

in den Wald schwenken. Dort geht es nun erst mal sehr idyllisch, immer weiter hinauf, in Richtung Rinken. Irgendwann bleibt Claudia dann völlig verzückt vor blühendem Erika stehen.  Wir können manchmal auch solche ganz einfachen „Banalitäten“ genießen.

Dann erreichen wir den Rinken mit der „Rinkenklause“ und dem „Jägerstüble“. Über die asphaltierte Straße wandern wir die paar Meter bis zur Wegespinne. Hier halten wir uns (entgegen der Schilder!) rechts und kürzen über einen steilen Pfad ein gutes Stück Straße ab. Dann ziehen wir hinauf, zur Baldenweger Hütte und weiter, hinauf zum Baldenweger Buck. Steil führt ein schmaler, felsiger Pfad in Serpentinen hinauf, in Richtung „Höchsten“.

Als wir oben über die Kuppe kommen, sehen wir endlich auch den weiteren Wegverlauf, bis hinüber zum Gipfel. Dort machen wir noch einmal eine kurze Pause und freuen uns auch über die vielen Preiselbeeren, die hier im Gipfelbereich des Feldberges wachsen.

Inzwischen ziehen auch die ersten Wolken von den Vogesen herüber, genau wie es die Wettervorhersage prophezeit hat und wir sind auf Augenhöhe – sehr beeindruckend!

Dann ziehen wir über den Grüblesattel hinüber zum Seebuck und werfen vom Bismarck-Denkmal aus noch einen abendlichen Blick hinunter, auf den Feldsee.

Steil und steinig führt unser Weg nun hinunter, zum Haus der Natur und der Bushaltestelle am Feldberger Hof. In diesem Bereich erfreuen wir uns am Laub der unzähligen Heidelbeer-Sträuchern, bei denen bereits der Indian-Summer Einkehr gehalten hat, mit  einer phantastischen Herbstfärbung! Und jetzt, im Gegenlicht der Abendsonne, scheinen ihre Blätter schon fast zu glühen!

Wir erreichen die Bushaltestelle und fahren hinunter ins Bärental, wo wir in die Dreiseenbahn/Höllentalbahn umsteigen und zurück fahren, nach Himmelreich.

Was für ein toller Wandertag..!

Unser Fazit: Eine wunderschöne Tagestour, die etwas Kondition erfordert! Trittsicherheit sollte, vor allem bei Nässe, vorhanden sein! Nicht mit Kinderwagen machbar – Kindertrage wäre hingegen wieder mal ideal! Unbedingt an ausreichend Vesper und Getränke denken, oder Einkehr in Betracht ziehen! Im Feldberggebiet zudem immer einen Pulli, so wie Regenkleidung einpacken!

Empfohlener Wanderführer: Rother, Schwarzwald Süd, Tour Nr. 06 (In abgewandelter Form!) ISBN 3-7633-4217-6

Empfohlene Karte: Freizeitkarte 505, Freiburg i. Br./Kaiserstuhl, 1:50.000 ISBN-13: 978-3-89021-598-3

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