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Der Panoramarundweg am Thurner

3 Mai 2011 Kein Kommentar

Vom Wanderparkplatz Thurner zum Michelehäusle und weiter zum Wanderheim des Alpenvereins. Dann hinauf zum „Land-Sitz“, einem urigen Bänklein am Fahrenberg, und um den Doldenbühl herum, zurück zum Wanderparkplatz.

Eine einfache Rundwanderung für die ganze Familie, jedoch nicht für Kinderwagen geeignet!
Strecke: 11,3 Kilometer, 309 Höhenmeter gesamt, Dauer: ca. 4 – 5 Stunden.

Müssten wir diese Tour in einem Satz beurteilen, dann würde er lauten: Ein wirklich tolles Panorama, leider serviert auf ziemlich langweiligen Wegen! Diesbezüglich gibt es weitaus Besseres, im großen Hochschwarzwald..!

Vor zwei Jahren waren wir von dieser Rundwanderung noch hellauf begeistert. Inzwischen hat sich diese Begeisterung aber leider etwas abgekühlt, da die Wegeführung teilweise der Thurner-Spur, einer bekannten Loipe, folgt und zunehmend unter deren „Expansions-Trieb“ leidet!

Und genauso, wie sich die Langläufer im Winter über die Fußspuren von Wanderern in ihrer Loipe ärgern (Was man durchaus verstehen kann!), ärgern wir Wanderer uns nun im Frühjahr eben wieder mal über die hässlichen Spuren der Loipen-Verbreiterung durch Waldarbeiter. (Könnt Ihr Langläufer das nun wenigstens auch ein wenig verstehen?)
Aber so hat eben jeder wieder mal sein Päckchen zu tragen und mit dem Schimpfen alleine, wird es ja wohl kaum besser werden!

Kurzum, der Panoramarundweg Thurner ist es – in großen Teilen – immer noch wert, umwandert zu werden. A b e r: Insider kennen weitaus bessere Wege mit einem vergleichbar schönen Panorama!

Jetzt, so zeitig im Frühjahr, hat sich die Natur am Thurner leider einfach noch nicht völlig vom „Winterbetrieb“ erholt. Aber in ein paar Wochen wird das bestimmt schon wieder ganz anders aussehen!

Unser Auto parken wir gleich unten, am Wanderparkplatz und folgen dann der Straße zu Fuß, hinauf zum Beginn des Panoramarundweges (Loipen-Start). Hier wandern wir nun dem Wiesenweg entlang, in den Wald hinein. Ein anmutiges Weglein führt uns gleich hier durch ein kurzes Stück Feuchtgebiet, in dem jetzt gerade unzählige Sumpfdotterblumenblühen.
Leider erreichen wir dann aber auch schon bald wieder die Langlauf-Loipe, die hier von Waldarbeitern eindeutig verbreitert (und „gesäubert“ wurde. Wir schenken uns jeden Kommentar dazu und lassen lieber die Fotos sprechen. (Siehe oben!)

Nach einer Weile können wir diesen „Acker“ dann endlich wieder verlassen und werden nun erneut (von etwas vielleicht zu gepflegten Wegen?) durch den Wald geführt. Da sich die Natur noch nicht völlig entwickelt hat, wirken diese Loipen auf Claudia und mich wie etwas Künstliches, ja schon fast Steriles!
Das heißt aber nicht, dass sich die Natur hier nicht entwickelt. Im Gegenteil, sie drückt sogar mit aller Macht und wer sich die Mühe macht, einmal etwas genauer hinzusehen, der wird bestimmt auch viel Interessantes finden! Zum Beispiel jungen Schachtelhalm..!

Langsam nähern wir uns wieder der B 500 und an einem Wegweiser bleibt es uns überlassen, ob wir sie überqueren wollen, oder lieber diesseits abkürzen.
Natürlich machen wir den Panoramarundweg komplett und wer dieses Stückchen, westlich der Bundesstraße auslässt, der versäumt auch bestimmt etwas! (Siehe erstes Foto oben!)

Am Michelehäusle, einem hübschen Schwarzwaldhof mit Gästezimmern, überqueren wir die Straße und werden dann auch gleich wieder rechts hinunter geführt, in Richtung Wald. Vorbei an einem Feuerlöschteich (Badesee) folgen wir den gelben Wegweisern zwischen die Bäume und halten uns dort gleich wieder links. Ein schmaler Pfad verbreitet sich rasch zum Wirtschaftsweg und führt uns dann erneut über bunte Wiesen aufwärts.

Auch dieser Bereich bietet uns ein wunderschönes Panorama. Gegen den Uhrzeigersinn dreht unser Weg über den Bergrücken hinauf und gewährt uns dabei tolle Aussichten. Wir sehen hinüber, zum Spirzen mit einzelnen Gehöften, aber auch hinunter, in Richtung Rosskopf und Freiburg. Leider ist es heute jedoch ziemlich diesig, so dass wir keine gute Fernsicht haben.

Wir passieren im weiteren Verlauf ein Gehöft, wo uns der Hofhund laut bellend entgegen kommt. „Keine Angst, der will nur Euer Vesper..!“, ruft uns eine Bäuerin vom Haus aus, fröhlich zu! Aber wir haben uns da mit ihrem Wachhund längst angefreundet. Ein nettes Wort und ein paar Streicheleinheiten wirken bei diesen, oft etwas vernachlässigten Tieren, meist wahre Wunder. Als wir weiterziehen begleitet er uns sogar noch eine ganze Weile, bevor er dann irgendwann wieder zum Hof zurück trottet.

Bald überqueren wir erneut die B 500 und befinden uns nun wieder auf der Thurner-Seite. Der Weg führt uns hier sachte durch das Wildmoos aufwärts, immer etwas parallel, aber außer Hörweite, der Bundesstraße. Beim Waldbauer werden wir dann erneut vom Hofhund empfangen, dieser erscheint uns diesmal jedoch etwas unfreundlicher und guten Worten gegenüber nur wenig zugänglich. In diesem Fall das Gekläffe einfach nur ignorieren und weitergehen! Reines Imponier-Gehabe..!

Wenige hundert Meter später gibt es dann erneut eine Möglichkeit, ein gutes Stück des Weges abzukürzen. Aber auch diese Einladung kommt für uns natürlich nicht in Frage. Wir folgen der regulären Beschilderung hinunter, zur B 500 und halten uns dann gleich wieder links hinauf, zum Vereinsheim des Alpenvereins. Hier haben wir bei unserer Panorama-Wanderung um Breitnau, durch die Unterführung auf die andere Straßenseite gewechselt.

Steil führt der Weg hier nun wieder aufwärts und wir unterbrechen den Aufstieg mehrfach, um etwas zu verschnaufen. Dann erreichen wir oben jedoch wieder den Wald und werden auf dem schon bekannten Pfad, durch ihn hindurch geführt. Auf der anderen Seite des Wäldchens erreichen wir dann erneut die Wiesen und genießen wieder einen tollen Ausblick, hinunter in Richtung B 500. Wir folgen nun den Wegweisern hinauf zum „Landsitz“, der urigen Bank an der Fahrenberger Höhe. Hier unterbrechen wir kurz, um etwas zu vespern und ein paar Schlucke Tee zu trinken.

Von hier aus führt uns dann der legendäre Westweg ein paar Meter abwärts und in den Wald hinein. Dort trennen sich unsere Wege dann aber schon wieder, um einen Kilometer später, erneut wieder zusammen zu führen.

Und hier sieht es nun wirklich schlimm aus. Man kann einfach nicht mehr darüber hinwegsehen, dass hier die Loipe auf das Doppelte(!) einer normalen Loipe, verbreitert worden ist! Klar, richtige Langläufer möchten heutzutage ja schließlich klassisch Langlaufen, und auch noch skaten können. Und das geht inzwischen natürlich nicht mehr gemeinsam auf einer kombinierten Loipe!

Dafür könnten Claudia und ich hier nun nicht nur einfach gemütlich nebeneinander hergehen, sondern wir können uns sogar an den ausgestreckten Händen halten, und fünf Radfahrer würden da dann auch noch durchpassen (gleichzeitig natürlich!): „Panorama“ also sogar mitten auf dem Waldweg – ein Schelm, der sich Böses dabei denkt..!

Irgendwie ist uns da aber auch schon wieder die Wanderlust vergangen und wir sind uns ziemlich sicher, dass es vielen anderen Wanderern ähnlich ergehen wird. Etwas gefrustet ziehen wir daher nur noch zum Waldrand und können uns überhaupt nicht mehr richtig an der geschundenen Natur erfreuen. Entlang der aussichtsreichen Vieh-Weiden kehren wir dann, noch schnell um den Doldenbühl herum , zurück zu unserem Auto auf dem Wanderparkplatz Thurner.

Unser Fazit ist hier dann auch einmal ein sehr Persönliches:

Da gibt man inzwischen sehr viel Geld aus, um Premium-Wanderwege anzulegen, die einen sehr hohen Anteil naturbelassener Pfade beinhalten müssen. Genau daran fehlt es jedoch inzwischen hier oben, auf dem Panoramarundweg Thurner, fast völlig.
Sicher, das Panorama ist ja wirklich – in alle Himmelsrichtungen – phantastisch. Aber betrachtet man einmal die Gesamt-Wege-Führung, auf denen man dieses Panorama als Wanderer heute noch erleben darf, dann winken Claudia und ich enttäuscht ab: Es gibt inzwischen viel schönere Touren, um solche Aussichten im Hochschwarzwald genießen zu können!
Und allen Verantwortlichen möchten wir hier auch gerne noch den Rat mit auf den Weg geben, doch niemals außer Acht zu lassen, dass für richtige Wanderer auch immer schon der Weg selbst, ein Groß-Teil ihres „Zieles“ ist!

Auf Rainer & Claudia findet inzwischen jeder Interessierte genügend Beispiele dafür und vielleicht vergleicht Ihr ja einfach einmal die Panorama-Wanderung um Breitnau (die sogar teilweise über die gleichen Wege führt!) mit dieser geschundenen Thurner-Tour. Dann wißt Ihr, auf was Claudia und ich hier, mit unserer Kritik aufmerksam machen wollen!

Empfohlene Wanderkarte: Freizeitkarte 505, Freiburg – Kaiserstuhl 1:50.000

ISBN 978-3-89021-598-3

Empfohlener Wanderführer: – keiner –

Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]


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