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Cascades du Bockloch – Grand Ventron

7 August 2012 Ein Kommentar

Für heute haben wir uns gleich noch eine weitere Vogesen-Tour vorgenommen: Von der Cascade du Bockloch aus, wollen wir hinauf wandern, zum Grand Ventron. Oben werden wir dann wieder auf die Blaustrich-Markierung stoßen, der wir auch gestern schon zurück gefolgt sind, zum Schluchtpass. Heute werden wir ihr nach Süden folgen, bis wir auf eine weitere Schutzhütte stoßen. Von dort aus wird uns dann der Gelbe Punkt wieder hinunter führen, zum Lac de Kruth-Wildenstein.

Wir sind auch heute früh dran. Als wir gegen Neun unser Auto am Lac de Kruth-Wildenstein parken, sind wir die Allerersten am See. Dabei ist er ein sehr beliebtes Badeziel für die ganze Umgebung. Also für diese Tour unbedingt auch die Badesachen für eine abschließende Erfrischung einpacken! (Die können im Auto bleiben!)

Wir haben auf den Rother Wanderführer (Vogesen) gehört und unser auto in der Nordwest-Ecke des Sees geparkt, direkt unterhalb der Cascades du Bockloch.
Die Franzosen haben das Parkproblem am See einfach dadurch gelöst, dass sie die Straße hinter dem See zur Einbahnstraße gemacht haben. (Nord – Südrichtung!) So steht die rechte Fahrbahnhälfte nun – über große Strecken hinweg – zusätzlich zum Parken zur Verfügung.

Jetzt ist es auch am Wasserfall noch ruhig und wir können völlig ungestört fotografieren. Allerdings haben wir aber bereits jetzt ziemliche Probleme, mit dem Kontrast zwischen den schattigen Partien, und den hellen Bereichen, in die bereits die Sonne einfällt. So ist ein Teil des Bildes stark überbelichtet, während der andere Teil völlig unterbelichtet ist. So waren die Fotos oben – ohne anschließende Korrekturen in Lightroom – erst mal völlig unansehnlich.

Wir schießen daher vorsichtshalber auch ganze Blendenserien, und wenden uns dann irgendwann wieder unserer Wanderung zu.

Gleich rechts neben dem Wasserfall führt ein schmaler Steg über den Bach, das durch die felsige Bocklochrinne herunter kommt. Steil und felsig, verheißt uns der folgende Aufstieg dann aber mal wieder richtig, großes Wanderfeeling. In wilden Serpentinen führt uns ein schmaler Pfad nämlich durch die steile Halde aufwärts.
Und auch hier sind die Wege wieder hervorragend ausgeschildert. Ein blaues Kreuz führt uns hinauf, in Richtung Kamm. Dann verlaufen wir uns aber kurz, weil wir (mal wieder) nicht auf die Wegführung achten! Der Pfad führt uns nämlich plötzlich aus dem Wald heraus und quert eine beeindruckende Blockhalde.

Diese begeistert uns dann derart, dass wir das Wegzeichen (etwas links oberhalb des Pfades!) völlig übersehen. Hier knickt der Weg nämlich scharf nach links weg und bleibt im Wald! (Also nicht in die Blockhalde hinein gehen!)
Nach einer Weile wird uns der Fehler dann ebenfalls klar, denn unser Pfad wird nun immer mehr zum schmalen Wildwechsel. Außerdem kommen plötzlich auch keine Wegzeichen mehr und wir drehen um.

Wieder in der Blockhalde angekommen, sehen wir dann das übersehene Wegzeichen schon von Weitem. Es führt uns rechts hinauf.
Der Pfad bleibt nun weiterhin im Wald und wir sind auch bald so richtig froh, über diesen Schatten: Der Wetterbericht hat für heute nämlich Temperaturen von 32 bis 35°C vorhergesagt! Das spüren wir bereits jetzt und dabei ist es gerade mal halb elf.
Kurz darauf überqueren wir einen breiten Weg, und ich nehme das Angebot der Sitzbank dort für einen augenblick dankbar an: Nur etwas Verschnaufen und ein kurzer Blick in die Karte!
Wenige Meter weiter geht es dann auch gleich wieder in die steile, und hier zunehmend felsiger werdende Waldhalde hinein. Dieser Aufstieg ist nun zwar recht anstrengend, was aber vom Erlebniswert des Weges schon im Ansatz wieder egalisiert wird. Wir genießen jedenfalls jeden, einzelnen Meter.
In diesem Bereich gibt es nun auch viel Rippenfarn, den wir bereits vom heimischen Feldberg kennen. Seine steil aufrecht stehenden, jungen Wedel übernehmen das Aussähen der Samen, während die älteren, flach am Boden liegenden Wedel für die Fotosynthese sorgen.

Dann erreichen wir ein idyllisches Plätzchen an einem Bach und nehmen für einen Augenblick die Rucksäcke ab. Während ich etwas Tee trinke und ein paar Fotos schieße, erfrischt sich Claudia mit dem eiskalten Wasser. Der Bach fließt von hier aus ebenfalls durch die Bockloch-Rinne hinunter, zum Wasserfall.

Kurz darauf ziehen wir wieder weiter und erreichen auf einem breiteren Weg die Refuge Hinterbockloch, eine tolle Schutzhütte. Sie bietet (direkt neben einem Bach gelegen!) alles, was der Wanderer auf einer mehrtägiger Tour braucht: Wetter-Schutz, Wasser und Wärme, denn sie verfügt sogar über einen Ofen! Und oben, auf dem Dachboden (pico-bello sauber!) kann man nachts behütet schlafen, ohne Angst haben zu müssen, irgendwann von Wildschweinen besucht zu werden.

Natürlich ist auch sie „verraucht“, aber das ist eben der Preis für einen Ofen und stört richtige Trekker daher nur wenig.
Claudia ist jedenfalls sofort begeistert und würde am Liebsten gleich hierbleiben. Bevor ich noch die Kamera ausgepackt habe, ist sie auch schon oben, auf dem Dachboden.

Diesbezüglich hat der Club Vosgien dem Schwarzwald-Verein wohl noch so Einiges voraus. Allerdings dürfte das auch in der völlig anderen Mentalität begründet liegen: Hier, in Frankreich sind Trekker eben noch etwas völlig Selbstverständliches!

Kurz hinter der Schutzhütte führt uns dann das rote Dreieck weiter aufwärts. Ihm werden wir nun folgen, bis wir oben auf dem Kamm wieder auf den Blaustrich stoßen. Er kommt vom Col du Bockloch herüber.

Als wir ihn dann oben erreichen, folgen wir ihm direkt nach Süden, in Richtung Grand Ventron (1.204m). Noch einmal geht es hier aufwärts, bis wir den Waldschatten verlassen und über die freien Wiesen der Hochfläche den Gipfel erreichen.
Der Pfad wird zuvor jedoch noch einmal um einige Nuancen wilder. Fast so felsig wie ein Gebirgspfad, windet er sich hier oben durch lichte Wälder mit uralten Bäumen und führt dazwischen auch immer wieder mal durch ausgedehnte Heidelbeer-Felder. In der Sonne liegende Büsche tragen bereits dicke, vollreife und daher zuckersüße Früchte, die einem zudem auch noch fast direkt in den Mund wachsen.
Wir können dann auch garnicht anders, als immer wieder mal kurz stehen zu bleiben und einige davon zu pflücken. Und hat man damit erst einmal angefangen, ..!

Am Gipfel brennt die Sonne dann aber wirklich gnadenlos vom Himmel, denn es ist schon nach Mittag. Den einzigen Schatten spendet nur der schmale Tisch der Orientierungs-Tafeln und bevor Claudia es überhaupt bemerkt, sitze ich auch schon darunter.
Als sie es sieht lacht sie nur und fotografiert mich dort. Auch zwei französische Wanderer, die den Gipfel kurz nach uns erreichen, müssen schmunzeln.

Wir halten es hier oben dann auch nicht lange aus, sondern sehen uns nur kuz um. Der Blick hinüber, auf die weiteren Gipfel des Vogesen-Kamms, ist von hier aus natürlich bestechend!
Über weite Chaumes, die Hochweiden der Vogesen (siehe erstes Foto, ganz oben!), ziehen wir dann hinüber, zum Petit Ventron (1.136m), dem etwas tiefer liegenden Nachbar-Gipfel. Nur eine kleine Senke trennt die Beiden und hält auf ihren Waldlichtungen ebenfalls noch einmal zuckersüße Heidelbeeren für uns parat.

Nach dem Petit Ventron bleibt der Pfad immer oben auf dem Kamm und zieht in leichtem Auf und Ab hinüber, zum Tête du Chat Sauvage (1.153m). Unterwegs genießen wir zwischen uralten Buchen immer wieder phantastische Tiefblicke hinunter, in die steile Bergflanke.

Dann geht es plötzlich wieder steil hinunter. Über wilde Serpentinen führt unser Pfad einmal mehr in der Bergflanke abwärts, bis wir eine idyllische Wiese (Chaume des Vintergés) erreichen.

„Stopp..!“, sage ich hier spontan zu Claudia, denn ich brauche dringend eine Pause. Meine Fußsohlen brennen inzwischen höllisch, denn diese Art von Abstieg „mögen“ sie überhaupt nicht!
Auf einem Baumstamm sitzend, ziehe ich Stiefel und Socken aus und kühle die Fußsohlen erst mal im feuchten Gras. Claudia schmunzelt zwar, aber welch eine Wohltat..!
Nebenher betreibe ich dann gleich noch ein kurzes Kartenstudium und sehe so, dass wir nun nicht mehr weit von der nächsten Schutzhütte entfernt sind. Dort wechselt unser Pfad dann auf die Markierung „Gelber Punkt“ und führt uns wieder hinunter, zum Lac de Kruth-Wildenstein.

Anfangs geschieht das noch über einen schmalen Trampelpfad, der sich in abenteuerlichen Serpentinen durch die steile Waldhalde hinab windet, dann führt er jedoch irgendwann auf einen breiten Fahrweg, der es leider nicht mehr lohnt, die Kamera noch heraus zu holen.
Zügig erreichen wir das Ufer des Stausees, und folgen der Einbahnstraße am westlichen Ufer nach Norden, zu unserem Auto. Hier ist inzwischen so richtig „was“ los, denn es herrscht viel Badebetrieb.

Aber auch Claudia geht nun noch eine Runde schwimmen, während ich artig am Ufer sitze und auf sie warte. So sieht sie dann leider auch die kleine Ringelnatter nicht, die sich nur wenige Meter von mir entfernt durchs Wasser schlängelt und dann im Uferdickicht verschwindet..!

Unser Fazit: Eine tolle Vogesentour für Wanderer mit guter Grund-Kondition. Rundwanderung, Strecke: 16,5 Kilometer, 735 Höhenmeter sowohl im Anstieg, als auch im Abstieg!

Einkehr: Auberge de la Chaume du Grand Ventron, etwas abseits der Strecke. Trotzdem genügend Flüssigkeit mitführen! An Sonnenschutz denken! Wer Badesachen im Auto deponiert, kann im Lac de Kruth-Wildenstein zum Abschluss schwimmen gehen.

Empfohlene Karte: 1:50.000 Club Vosgien – Nr. 6

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Ein Kommentar »

  • Otto Hildebrand sagt:

    Liebe Claudia & Rainer,

    haben gestern die Tour gemacht (14. Mai 2015). Danke für Eure tolle Beschreibung, ist wirklich eine sehr schöne Tour. Die vielen Bilder sind sehr hilfreich man hat sofort ein Wieder – Erkennungswert und man ist sicher das man auf dem richtigen Weg ist. Vielen Dank

    Tanja und Otto

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