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„Barfuß“, aber mit allen Sinnen..!

6 September 2010 3 Kommentare

Seid Ihr eigentlich schon mal barfuß über einen schlammigen Waldweg gegangen, auf dem noch so richtig das Wasser steht..? Oder habt Ihr vielleicht mal ausprobiert, wie es sich auf Tannenzapfen läuft? Oder auf Rinden-Mulch..?

Nein, wohl kaum – und wir natürlich auch nicht. Bis heute! Denn nun sind wir eingeladen, den Barfußpark „Mit allen Sinnen„, in Gutach zu besuchen…

Unterwegs nach Gutach-Schwarzwaldbahn (Nicht zu verwechseln mit Gutach im Breisgau!) sehen wir recht häufig zum Wolken-verhangenen Himmel hinauf und lassen auch das Außenthermometer kaum aus den Augen. Vorhin, am Kandel, zeigte es uns gerade mal noch 11,5° C an! Ganz schön „frisch“, um barfuß zu gehen. Aber dann scheint Petrus doch ein Einsehen zu haben, denn je weiter wir uns dem Gutachtal nähern, umso wärmer wird es: 19,5° C. Na also!

Heute sind wir mal zu viert, denn Alex und Julia begleiten uns. Und alle haben sich auf dieses Barfuß-Abenteuer so richtig gefreut, denn der Barfuß-Parcours ist immerhin volle 2.100 Meter lang. Da lohnt sich das Schuhe-Ausziehen doch schon mal..!

Wir werden von Peter Reichle, der den Park gemeinsam mit seiner Frau Margit führt, sehr freundlich empfangen und erhalten gleich den Schlüssel zu einem Schließfach, in dem wir alle nicht benötigten Utensilien, wie Schuhe und Strümpfe, wegschließen können. Und hier, am überdachten „Start“, bekommt man auch gleich den richtigen Eindruck von der Anlage: alles ist pico-bello sauber und wirkt sehr gepflegt! Hunde sind (aus hygienischen Gründen) auf der Anlage genauso verboten, wie das Rauchen. Die Vierbeiner werden aber am Eingang gerne in Empfang genommen und liebevoll betreut, bis man sie anschließend wieder abholt. Sogar Regenschirme werden den Gästen des Barfuß-Parkes kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn Petrus mal wieder keine Lust hat. Und wer kein eigenes Handtuch dabei hat, der kann nach dem fröhlichen „Gematsche“ sogar ein Einmal-Waschset erstehen.

Claudia hat auch heute ihren Tages-Rucksack dabei, in dem sie unsere vier Handtücher und noch ein paar weitere Utensilien verstaut hat. „Nein..!“, meint sie lachend als wir los ziehen wollen, „Den lasse ich lieber auf dem Rücken, sonst komme ich mir so nackt vor..!“

Gut gelaunt starten wir und und sind auch völlig unbedarft. Aber schon bei den ersten, vorsichtigen Barfuß-Schritten, über kalte Pflastersteine, verzieht Claudia das Gesicht und ich bemerke sogar, wie ich versuche, die Fußsohlen etwas hohl zu machen, um möglichst nur auf Zehen und Fersen zu gehen!

Ja, grinse ich still in mich hinein: hier stellt man plötzlich fest, dass für uns Mitteleuropäer inzwischen sogar schon ein ganz banales „Barfuß-Gehen“, zum „Outdoor-Abenteuer“ wird. Warmduscher..!

Wir folgen dem gepflegten Rundweg bergauf und erreichen schnell erste, sanfte „Hindernisse“: nur ein paar Meter groberen, festgetretenen Sand. Und selbst hier setzt man die Fußsohlen erst mal wieder recht bedacht auf den Boden – wir sind wirklich nichts mehr gewohnt!

Aber auch wenn’s am Anfang manchmal unangenehm piekst, oder vielleicht sogar mal leicht weh tut, wir haben die richtige Einstellung und sehen das Ganze recht positiv. Hier kann man sich endlich wieder mal ein wenig an die Natur anpassen und sich auf ursprünglichem Untergrund bewegen. Das gibt natürlich dem Organismus Gelegenheit, sich etwas abzuhärten und klar, die Fußsohlen werden dabei ebenfalls ordentlich massiert.

Und auch der Spaß-Faktor kommt hier nicht zu kurz: immer wieder müssen wir nämlich über uns selbst und unsere staksigen, ungelenken Bewegungen lachen!

Fröhlich und guter Dinge erreichen wir einen runden, gepflasterten Platz, mit im Kreis angeordneten Bänken. Hier kann man sich eiskaltes Wasser über die Füße rinnen lassen, was jeder zuerst einmal, nur mit einem erschrockenen: „Brrr..!“ quittiert.

Doch schon bald kann man wahrnehmen, wie sich der Körper immer schneller an die jeweilige „Unbil“ anpasst. Mehr noch! Plötzlich wird einem bewusst, dass man hier wieder einmal viel aufmerksamer in sich „hinein-hört“, als das sonst der Fall ist. Man ist nun nämlich gezwungen, auf alles zu achten, was einem der eigene Organismus – über im Alltag völlig brach liegende Rezeptoren – mitteilt! Erleben mit allen Sinnen – der Park trägt seinen Namen wirklich nicht zu Unrecht, denn das gewohnte Körperempfinden hat sich längst verändert!

„Kleinhirn an Großhirn..!“, schießt mir plötzlich ein uralter Sketch von Otto Walkes durch den Kopf und ich muss erneut in mich hinein schmunzeln!

Die Beschaffenheit des Rundweges verändert sich nun permanent: Mal fein, mal grob. Mal hart, mal weich. Mal richtig unangenehm, dann aber auch immer wieder sehr wohltuend. Es ist die kontinuierliche Veränderung, die den Pfad ausmacht. Und wenn es einem vielleicht doch mal zu „viel“ wird, dann reicht schon ein einfacher Schritt, auf den parallel verlaufenden Weg, um dieser „Marter“ zu entgehen.

Aber es wäre wohl nicht wirklich ein Park für alle(!) Sinne, wenn man die Restlichen auslassen würde: Das Sehen, Hören, Riechen und Tasten. Immer wieder unterbrechen daher auch „Fühl“-Stationen, „Duft“-Pavillons und Grotten zum „Verweilen“, den eigentlichen Barfußpfad. Liebevoll eingerichtete Plätzchen, an denen uns ruhige Musik, oder auch mal nur der langsame Farbwechsel der Beleuchtung, den Alltag vergessen lässt.

Und draußen ist dann plötzlich die Nase gefordert: Könnt Ihr vielleicht erschnuppern, wonach was es hier riecht? Nein? Dann hebt doch einfach den Deckel hoch und seht nach..! (Bildreihe unten, von rechts nach links!)

Und wer von uns hat eigentlich schon mal ein Wildschwein „gestreichelt“? Wohl keiner! An der nächsten Station könnt ihr daher auch mal den Unterschied zwischen deren drahtigen Borsten und dem weichem Fell eines Kaninchens, oder dem Fell eines Rehs „ertasten“. Alle Sinne kommen hier dran, keiner wird ausgelassen!

Der Barfuß-Park „Mit allen Sinnen“ ist jedoch nicht nur sehr phantasievoll angelegt und mit Liebe gepflegt, er liegt auch wunderschön eingebettet im lieblichen Gutachtal, einem Seitental des Kinzigtales, zwischen Hausach und Hornberg. Hier im Gutachtal ist zudem die ursprüngliche Heimat des berühmten „Bollenhutes„, der inzwischen Sinnbild für die gesamte Schwarzwald-Region geworden ist!

Es würde den Rahmen jedes Artikels auf unserer Seite Rainer & Claudia sprengen, wollten wir diesem tollen Erlebnis-Park ausführlich gerecht werden. Es gäbe noch so Vieles zu erzählen und wir haben zudem auch noch unzählige Fotos, die wir hier gar nicht alle zeigen können! Daher haben wir uns entschlossen, auf Flickr ein zusätzliches Foto-Album Mit allen Sinnen anzulegen, in dem Ihr noch viele weitere Bilder – natürlich in voller Auflösung von 3648 x 2736 finden könnt! Den Link dazu findet Ihr etwas weiter unten.

Für uns war dieser Besuch viel mehr gewesen, als nur ein unglaublich schönes Erlebnis und ich denke, hier auch für Claudia, Julia und Alex uneingeschränkt sprechen zu dürfen:

Wir hatten wieder einmal Gelegenheit, in unseren Körper hinein zu hören und ihn ganz bewusst zu fühlen – Mit allen Sinnen! Etwas, wozu man in unserer schnell-lebigen Welt doch längst viel zu selten „Zeit“ und „Gelegenheit“ hat. Daher können wir diese tolle Erfahrung nur weiterempfehlen..!

Vielen Dank Margit, vielen Dank Peter – für die freundliche Einladung! Wir werden sehr gerne wiederkommen!

Rainer Haas

Hier geht’s zum Fotoalbum auf Flickr

Und für alle, die gerne noch etwas mehr über unsere Aktivitäten erfahren möchten: Ab sofort findet Ihr alle Neuigkeiten, unsere geplante Vorhaben und sogar die derzeit gerade aktuelle Aktivität immer schon vorab auf Facebook! Dazu natürlich auch noch viele News über Rainer & Claudia! Besucht uns doch einfach mal..! Facebook


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3 Kommentare »

  • Julia sagt:

    Dieser Einladung sind wir sehr gerne gefolgt und haben es nicht bereut – im Gegenteil!
    Dieser Barfußpfad hat uns sehr sehr gut gefallen, von der netten Begrüßung bis zu den vielen liebevollen Details, die einem über die ganze Runde über immer wieder begegnen (nett geschmückte Wege, eine kleine Weide mit Ziegen innerhalb des Parks u.v.m.).
    Zudem ist der Rundweg sehr viel länger als erwartet, und wenn man wirklich mit allen Sinnen erlebt, ist man durchaus eine ganze Weile unterwegs.
    Scheee war´s 🙂

  • Rainer sagt:

    Sag‘ ich doch..! 🙂

  • Dodd'l sagt:

    wenn dem opa s’iner watscheln kann, wird das auf jeden fall mal zusammen gemacht, sprach die barfuß-liebhaberin 😉

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