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Auf Schneeschuhen über den „Hochfirst“

21 Dezember 2009 Kein Kommentar

Claudia am Ufer des Titisee. Ein strammer Wind fegt den Schnee vom Eis - minus 21,5°C!Zugegeben, das erlebt man auch hier, im Hochschwarzwald, nicht alle Tage: minus 21,5°C! (In Worten: minuseinundzwanzigkommafünfgradcelsius..!) Ganz fasziniert starrten wir beide auf die Zahl, die uns das Außenthermometer im Auto anzeigte. „Aussteigen..!“, meinte Claudia nur knapp und blieb erst mal sitzen! Wahrscheinlich suchte sie noch nach einer Möglichkeit, die Sitzheizung mit hinaus zu nehmen..!

Doch, da muss man sich wirklich kurz überwinden, zumal unsere GoreTex-Jacken, Handschuhe und Mützen hinten im Kofferraum liegen! Aber wenn man die erst mal an hat, temperiert man sich relativ schnell und die kalten Finger werden durch das Gehen mit den Wanderstöcken auch recht gut durchblutet. Diesen Vorteil hatte ich bis heute noch gar nicht wahrgenommen.

Am Bahnhof von Neustadt. Bei minus 21,5°C wird das Aufraffen, sich anzuziehen, zur kleinen "Mutprobe"..!Wir haben das Auto in (Titisee-)Neustadt, direkt am Bahnhof, abgestellt. Unser Plan ist, von hier aus, den Hochfirst (1.200m) zu überschreiten und dann dem Querweg „Freiburg-Bodensee“ hinab zu folgen, nach Titisee. Von dort aus wollen wir mit Zug, oder Bus wieder zurück kehren, nach Neustadt.

Schon beim Überqueren der Gleise findet man hier die ersten Wegweiser, in Richtung Hochfirst (4,5 Km). Die „Mittelweg„-Raute leitet uns unter der B-31 hindurch, in ein stilles Bachtal. Hier folgen wir dem schmalen Pfad aufwärts und erreichen bald ein idyllisches Plätzchen, an dem eine Quelle gefasst ist, die hier aus dem Hang dringt. Durch die tiefen Temperaturen sind Fels und Bassin dick vereist. Leider ist die Schneelage viel schlechter, als von uns erwartet.

Immer wieder mal ist der Anstieg mal fast völlig schneefrei, da der dichte Hochwald viel davon abhält. Wo der schmale Pfad jedoch die schützenden Wipfel Der Aufstieg zum Hochfirst durch einen romantischen Winterwald. Zum Schneeschuh-Gehen liegt unten aber immer wieder mal zu wenig!verlässt, liegt dann fast wieder zu viel, um noch ohne Schneeschuhe zu gehen. So wechseln wir halt immer wieder: Schneeschuhe anziehen, Schneeschuhe ausziehen! Das ist jetzt mal so richtiges Winterwandern, anstatt nur einfaches Schneeschuh-Gehen bei prima Bedingungen. Wir können aber auch das genießen – und kalt ist uns schon lange nicht mehr.

Dann kommen wir oben, kurz unter dem Gipfel aus dem Wald heraus und haben schlagartig wieder die besten Bedingungen. Ein paar Wanderer schauen neidisch auf unsere Inooks, ohne Schneeschuhe ist das Gehen hier oben verdammt anstrengend. Wir erreichen das Gasthaus und beschließen, uns aufzuwärmen und einen belebenden Jagertee (Hier wirklich sehr zu empfehlen!!!) zu genießen.

Auch wenn wir nicht wirklich frieren, die Gesichtshaut spannt inzwischen fühlbar und eine warme Toilette ist manchmal auch nicht zu verachten…

Hier gibt es einen richtig guten Jagertee!Beim Abstieg hatten wir dann richtig tolle Schneeschuh-Bedingungen!20091220-Schneeschuh-Tour ueber den Hochfirst 010Drinnen kommt es bald zu üblichen „Hüttengesprächen“, mit anderen Wanderern, über Streckenverlauf und Wetter- (Schnee-) Bedingungen. Auf der anderen Seite hinunter soll es deutlich besser sein, erfahren wir und nach etwa dreißig Minuten machen wir uns wieder auf die Schneeschuhe.

Der Himmel hängt inzwischen „voller Geigen“:  das angekündigte Tief mit starken Schneefällen scheint bereits den Feldberg erreicht zu haben. Von dort schiebt sich eine recht bedrohliche Wolkenwand immer weiter herüber. Uns soll’s Recht sein..!

Claudia ist – wie immer nach einem Jagertee – so richtig ausgelassen und stürmt gutgelaunt voran, den teilweise recht steilen Pfad hinunter. Dann endlich, der unglaubliche Ausblick, hinab auf den zugefrorenen Titisee. Hier ist eine breite Waldschneise (Startplatz für Drachenflieger), die uns diese phantastische Aussicht ermöglicht.

Eine Waldschneise gibt uns einen phantastischen Blick auf den zugefrorenen Titisee frei. Darüber gut zu erkennen, das herannahende Tief.Jetzt, im Abstieg Richtung Titisee (3,5 Km), haben wir tatsächlich deutlich bessere Bedingungen, für die Schneeschuhe und nach einer guten Stunde stehen wir am Ufer des Titisees.

Das Tief kommt nun immer näher und der Wind ist inzwischen so stark geworden, das meine – zum Fotografieren ausgezogenen – Handschuhe einfach wegfliegen. Keine Chance, sie zurück zu holen!

(Ganz persönlich an Elke und Rainer: ich sehe Euch bis hierher grinsen! 🙂 )

Zugegeben, diese Tour hat den üblichen (Wander-Wetter) Rahmen etwas gesprengt, aber trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – war sie o b e r a f f e n g e i l ..!

Unser Fazit: Eine ganz tolle Schneeschuh-Wanderung! Streckenführung und Landschaft bieten ein wirklich phantastisches Winter-Wander-Erlebnis! Bei nur ganz wenig mehr Schnee, unbedingt zum Nachmachen empfohlen!

Strecke insgesamt 8,0Km, 400 Höhenmeter im Anstieg. Die gesamte Strecke ist gut ausgeschildert. Auch für Einsteiger gut zu bewältigen! Unbedingt auch den tollen Jagertee, oben, im Gasthaus probieren (3,10€)!

Fahrpreis für Bahn, oder Bus 2,10€ – alle 40 Minuten.

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