Home » Allgemein

Auf dem Felsenweg, hoch über dem Feldsee

24 August 2009 Ein Kommentar

Wahrscheinlich ist er der kürzeste, aller als „alpin“ ausgewiesenen Schwarzwald-Pfade. Dafür aber gleichzeitig auch einer der Schönsten und Interessantesten..!

Claudia beim "Lustwandeln", hoch über dem Feldsee...

Claudia einmal mehr beim "Lustwandeln" - mit unglaublichen Tiefblicken, hinab auf den Feldsee...

Was dem Felsenweg an reiner „Strecke“ fehlt, das macht er locker wieder mit ganz eigenen Vorteilen wett! Außerdem ist er leicht in die verschiedensten Feldberg-Touren zu integrieren, die ihn dann jeweils genauso idyllisch weiterführen.

Man sollte ihn aber auch nicht völlig unterschätzen und ihn bei Nässe lieber ganz meiden (Rutschgefahr!). Im Winter ist seine Begehung sogar ausdrücklich untersagt, was natürlich einen triftigen Grund hat: er führt in der Karwand direkt durch die gefährliche Lawinen-Schneise, unterhalb des Bismarck-Denkmals!

Steinmännchen markieren Besonderheiten

Steinmännchen markieren viele Besonderheiten

Die meisten Felsenweg-Touren werden wohl am Haus der Natur starten. In diesem Fall bietet es sich natürlich an, das Auto auch gleich dort, auf dem großen Parkplatz abzustellen.

Parken 3,- €/Tag, wird bei einer Gondelfahrt zum Seebuck hinauf verrechnet. Achtung: Parken über Nacht ist verboten

Und an dieser Stelle möchten wir Euch ans Herz legen, doch gleich noch einmal Geld auszugeben: Direkt im Haus der Natur ist für nur 5,- € der über EU-Mittel finanzierte Naturführer Faszination Feldberg zu erhalten. Eine Ausgabe die nicht nur die kommende Tour kräftig aufwertet, sondern sich auch im Hinblick auf jede weitere Feldberg-Wanderung lohnt! Überall am Wegrand (aller Feldbergpfade!) markieren Steinmännchen interessante Bereiche, deren Nummern man dann in diesem Naturführer, mit den entsprechenden Erklärungen und Fotos, wiederfindet. Und wer würde wohl ausgerechnet hier, auf dem Felsenweg, nach fleischfressenden Pflanzen suchen? Doch nur derjenige, der auch weiß, dass es sie hier, und zwar genau vor einem, gibt..! (Siehe Rundblättriger Sonnentau, Gelbe Tour Nr. 13)

Der Einstieg zum Felsenweg

Vom Parkplatz am Haus der Natur aus, statten wir noch kurz dem Kartenhäuschen an der Talstation einen Besuch ab, um gleich unser Parkticket zu bezahlen. Dann geht es von dort aus, immer am Waldrand entlang, hinauf in Richtung Bismarck-Denkmal. Etwa auf halber Höhe zweigt rechts ein unebener Wurzelweg in den Wald hinein ab – unser Einstieg zum Felsenweg. (Foto rechts)

Er umrundet von hier aus das Feldseekar etwa zur Hälfte und bietet immer wieder unglaubliche Tiefblicke, hinab auf Feldsee und Raimartihof. Aber auch hinüber, auf die recht beeindruckenden Felswände an der Nord-Westflanke des Feldsees. In kurzweiligem Auf und Ab geht es nun über Stock und Stein, ohne jemals wirklich anstrengend, oder gar „gefährlich“ zu werden. Dazu einfach immer nur auf dem Weg bleiben, so ist man auch immer in sicherer Distanz zur hier fast überall senkrecht abfallenden Karwand! (Und es herrscht ja ohnehin Wege-Gebot im ganzen Naturschutzgebiet.)

Irgendwann kreuzen wir dann die Lawinenbahn, direkt unterhalb des Bismarck-Denkmals. Aber wohl nur dem wirklich aufmerksamen Wanderer wird auffallen, wie sich hier die Vegetation plötzlich – und zwar auf nur wenigen Metern – total verändert! Hier ist alles dichter, grüner, wilder! Als ob sich die Natur hier ganz besonders angestrengt hätte, rasch den ihr im Winter streitig gemachten Platz, wieder einzunehmen. Und so ist es wohl auch!  Das Steinmännchen mit der gelben Nr. 16 verweist dann auch einmal mehr auf den Naturführer und dieser erklärt sehr verständlich, welche Spezialisten unter den Bäumen, sich überhaupt in dieser Todesschneise behaupten können und wie sie das anstellen. Das Büchlein in der Linken, Ästchen der Schluchtweide in der Rechten – Theorie, mal so richtig zum Anfassen, klasse..!

Feldberg - Felsenweg - Feldsee - Haus der Natur Felsenweg-Baldenweger Hütte-Zastler Hütte-Höchster Feldberg - Felsenweg - Feldsee - Haus der Natur

Das Bild oben links zeigt Claudia auf dem bereits wieder restaurierten Weg durch die „Lawinen-Schneise“, direkt unterhalb des Bismarck-Denkmals (August 2009). Auf dem Foto daneben befindet sie sich ebenfalls an dieser Stelle, (Mai 2009), noch mit Lawinen-Rest. Das rechte Foto dürfte hingegen veranschaulichen, warum man auch diesen „Felsenweg“ bei Nässe lieber meiden sollte: die Wurzeln werden dann nämlich verdammt rutschig!

Während der Weg nach Osten dreht, erreichen wir eine Wegespinne, das etwas überraschende Ende des „eigentlichen“ Felsenweges.Von hier aus könnte man nun links hinauf zum Grüble-Sattel und weiter zum „Höchsten“ gehen, genauso aber auch hinüber zum Rinken, um Baldenweger Hütte und Zastler Hütte zu besuchen. Wir haben für uns jedoch beschlossen, noch zum Feldsee abzusteigen und dort ein paar tolle Fotos zu schießen. Daher halten wir uns hier rechts, in Richtung Feldseeblick und bemerken in dieser Idylle überhaupt nicht, dass wir den Felsenweg bereits verlassen haben. Wer sich nun immer rechts hält, wird auf wunderbaren Trampelpfaden steil hinab geführt, zum Raimartihof. Eine kleine Abkürzung, zugegeben, aber auf diese Weise schenken wir uns auch ein gutes Stück, des doch recht langweilen, breiten Forstweges.

Wer unten dann aus dem Wald tritt, ist einfach überwältigt..!

Wer hier unten dann aus dem Wald tritt, der wird einfach überwältigt..!

Wir umrunden den See im Gegenuhrzeiger-Sinn und suchen uns ein schönes Plätzchen zum Rasten. Hier unten, am See, sind natürlich immer mehr Wanderer anzutreffen, als unterwegs, auf den Wegen. Aber sie verteilen sich rasch auf die kleinen, idyllischen Buchten. Und auch die „Feldberg-Rangers“ sind präsent, um das bestehende Badeverbot zu überwachen – gut so!

Ein wenig Abkühlung ist schon erlaubt..!

Aber ein wenig Abkühlung ist natürlich schon erlaubt..!

Der Grund: hier wachsen zwei außerordentlich selten gewordene Unterwasser-Farne, beides noch Eiszeitrelikte, die vom Aussterben bedroht sind. See-Brachsenkraut und Stachelsporiges Brachsenkraut. Beide gibt es nur noch hier und im Titisee. Der aufgewirbelte Schlamm durch den früheren Badebetrieb reduzierte sie im Feldsee aber derart, dass das Baden zu ihrem Schutz verboten werden musste. Naturfreunde verstehen das und halten sich daran! Übrigens: auch Hunde wirbeln im Wasser Schlamm auf..!

Nach kurzer Abkühlung und leichtem Vesper ziehen wir dann weiter und verlassen den See über den „steilen Weg“, der schnurstracks hinauf führt, zur Talstation und dem Haus der Natur. Noch einmal gehen wir auf richtig idyllischen Wegen, die den Begriff  „Felsenweg“ wohl ebenfalls verdient hätten! Und die hier sind nun richtig anstrengend, schließlich müssen wir jetzt die beim Abstieg „verschenkte Höhe“ wieder wett machen!

Ein Blick zurück, auf die Felsen der Karwand, über die unser Weg geführt hat

Ein Blick zurück, über den Feldsee und die Felsen der Karwand, über die unser Weg geführt hat

Wer, am Auto angekommen, noch Zeit und Lust hat, dem empfehlen wir auch mal einen Besuch im Haus der Natur. Die Dauerausstellung ist ganz bestimmt nicht nur für die Kid’s interessant und hinter dem Haus findet ihr zudem noch einen toll angelegten Feldberg-Garten. Hier kann man gerade auch die mit Abstand giftigste Pflanze Mitteleuropas in voller Blüte bewundern: den Blauen Eisenhut. Dieser gedeiht hier am Feldberg prächtig, aber Finger Weg!!! Der Organismus nimmt sein Nervengift Aconitin (beispielsweise beim Pflücken) selbst durch die gesunde Haut auf – mit wirklich schlimmen Folgen!

Unser Fazit: eine gemütliche Abenteuer-Runde, für alle Trittsicheren in der Familie. Wieder mal nichts für Kinderwagen und nicht bei Nässe! Im Winter ist die Begehung gänzlich untersagt – Lawinengefahr!

Kein Problem für nicht ganz Schwindelfreie, oder Wanderer mit Höhenangst: es gibt keine(!) ausgesetzten Stellen! Kein Problem für Kindertragen! Eine ideale Einsteiger-Tour auch für alle „Stadtmenschen“, die vielleicht mal ein paar Stunden keine Zebrastreifen mehr sehen wollen..! Schuhe..? In welchen habt Ihr denn den besten Halt?

Googlemaps 

Ein Kommentar »

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.