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Über den „Felsenweg“ bei Oberried –

11 August 2009 5 Kommentare

beeindruckende Hochschwarzwald-Atmosphäre auf idyllischen Pfaden..!

Oberried-Felsenweg-Toter Mann

Ihn mit dem Alpinen Pfad am Feldberg zu vergleichen, wäre nicht gerecht. Er ist anders, auch kürzer, aber auf seine Weise nicht minder schön. Und von Oberried aus zu ihm aufzusteigen, ist dann auch schon wieder vergleichbar schweißtreibend! Dafür hat man ihn oben aber fast für sich alleine und die Wenigen, mit denen man ihn noch teilen muss, die tun das gerne, denn sie haben die gleiche (Tor-)Tour hinter sich, wie wir…

Direkt über uns, an den beeindruckenden Felswänden der Wilden Schneeburg, hängen am Wochenende immer deutlich mehr Kletterer, als auf dem schmalen Pfad Wanderer unterwegs sind. Da für sie jedoch nicht der „Weg“ das eigentliche Ziel ist, erreichen sie ihr Klettergebiet schneller von oben, über die Zufahrt zur G’fällmatte, einem idyllisch gelegenen Schwarzwaldhof.

Direkt vom Weg aus kann man den Kletterern zusehen

Direkt vom Weg aus kann man hier den Kletterern zusehen

Wir hatten eigentlich geplant, die Tour von Oberried aus, über den Felsenweg zum Toten Mann-Gipfel zu machen und dann wieder über die Stollenbacher Hütte und die Zastler-Seite nach Oberried abzusteigen. So ist die Tour auch in der 1:50.000er Freizeitkarte (Nr. 505), des Landesvermessungsamtes Freiburg eingezeichnet. Die Wanderung (wie im Rother Wanderführer vorgeschlagen) noch über den Feldberggipfel auszudehnen (wunderschön!), empfehlen wir hingegen nur bei einer Strecken-Wanderung von Oberried aus, zum Haus der Natur am Feldberg. 1100 Höhenmeter sind recht ordentlich, vor allem dann, wenn man sie anschließend auch wieder hinunter muss! Und wer von Oberried aus aufsteigt wird uns sicher bald beipflichten, der Tote Mann ist ein Berg ohne Ende…

Das Auto haben wir in Oberried, ganz in der Nähe des Gasthofes Goldener Adler, abgestellt und sind dann einfach die nächste Straße links hoch marschiert (Rother Wanderführer). Dort wird man bald von einem Richtungsweiser empfangen (Zu den Wanderwegen). Nun geht es erst mal recht gemütlich dahin, bis ein Fahrweg links, nach oben abzweigt.

Claudia am Beginn des Felsenweges

Claudia am Beginn des Felsenweges

Nach etwa dreißig Minuten Anstieg erreichen wir dann einen Schilder-Baum, der uns rechter Hand auf den „Felsenweg“ weist. Nach wenigen Metern ignorieren wir eine unbeschilderte Abzweigung links hoch und halten uns stets auf dem breiten (Fahr-)Weg, der als Felsenweg ausgeschildert war. Das einzig Auffallende an ihm: er ist eigentlich zu grün, um stark befahren, oder begangen zu werden. Und ganz unvermittelt wird aus diesem Forstweg dann auch ein schmaler Felsenpfad, der seinem Namen alle Ehre macht! Bald zieht er wildromantisch unter den recht beeindruckenden, senkrechten Felswänden von Schneeberg und Wilder Schneeburg hindurch. Interessiert sehen wir hoch, zur „anderen Fakultät“, an den Seilen. Aber bitte Vorsicht, hier könnte vielleicht auch mal etwas von oben kommen – kein guter Platz zum Verweilen!

Immer wieder führen nun Trampelpfade zwischen den Felsen in die Halde hinein, die wir besser ignorieren. Es sind die Zustiege der Kletterer, die sich hier ihr eigenes „Wegenetz“ anlegen.

Oberried-Felsenweg-Toter Mann

Hinter Claudia sehr schön zu sehen, der "Felsenweg"

Der Felsenweg zieht nun in einigen Serpentinen, steil durch die Halde hinauf. Fotografieren zu wollen, stelle ich fest, ist ein recht gutes Argument, wenn man mal verschnaufen muss und ich schmunzle in mich hinein, als ich die dicken Schweißperlen auf der Stirn eines deutlich jüngeren Wanderers sehe, den ich auf dem schmalen Pfad an mir vorbei lasse. Einige Zeit und etliche Höhenmeter später treten wir dann oben aus dem Wald. Rechter Hand liegt nun der sehr schön restaurierte G’fällmattenhof, heute ein Ferienhaus.

Oberried-Felsenweg-Toter Mann20090809-Oberried-Felsenweg-Toter Mann 006 Oberried-Felsenweg-Toter MannAchtung, hier ist eine wichtige Schlüsselstelle der Wanderung, bei der man sich (von der anderen Seite kommend) sehr leicht verläuft, weil das Wanderzeichen am Baum (gelbe Raute) vom Weg aus nicht zu sehen ist. Prägt Euch deshalb für den Rückweg lieber genau ein, wo Ihr den Wald verlassen habt! Es ist uns nämlich selbst passiert, dass wir – von hier aus – versehentlich den, verführerisch breiteren, oberen Weg gewählt haben, anstatt dem schmalen Trampelpfad über die Wiese, direkt oberhalb des Hauses. Und so standen wir dann etwas weiter unten, plötzlich neben den Kletterern (oben!) auf den Felsen..!

Hier bin ich Gast, hier darf ich's sein..!

Stollenbacher Hütte: hier bin ich Gast, hier darf ich's sein..!

Damit sich diese Tour richtig „lohnt“, sollte man sie von hier aus ruhig noch in Richtung Toter Mann weiter führen. Dort beginnen nun – Mitte August – gerade die Silberdisteln zu blühen, Heidelbeeren und Himbeeren wachsen einem fast in den Mund und Waldameisen haben ihre Hügel inzwischen zu teilweise beachtlichen Burgen ausgebaut.

Auf dem Rückweg empfiehlt sich dann noch eine gepflegte Einkehr mit wirklich erwähnenswert(!) freundlicher Bedienung in der Stollenbacher Hütte.

Wer von hier aus nun gerne auf der Zastler-Seite nach Oberried zurückwandern möchte, sollte unbedingt einen Blick in die Karte werfen, da wir keine Wanderzeichen gesehen haben, die uns diesen Weg gewiesen hätten. Ein drohendes Unwetter im Nacken und noch 10km Rückweg zum Auto vor uns, sind wir einfach dem „Herdentrieb“ folgend, ohne groß zu suchen, den anderen Wanderer hinterhergestiefelt.

Waldameisen am Toten Mann Silberdisteln am Toten Mann Blühende Silberdistel am Toten MannUnser Fazit: eine spannende Wanderung über einen romantischen Felsenweg – recht anstrengend, aber auch wunderschön. Die im Rother Wanderführer vorgeschlagene Route, zusätzlich noch über den Feldberg-Gipfel, sollten nur wirklich konditionsstarke Wanderer angehen. Für diesem Fall würden wir vielleicht sogar ein, oder zwei Übernachtung im Gasthof Goldener Adler in Oberried empfehlen. Dort hat man die optimale Startposition und das Auto ist auch gleich versorgt.

Bitte bedenkt aber bezüglich der Höhenmeter, dass man bei einer Rundwanderung auch jeden Einzelnen immer wieder hinunter muss und das geht oft ärger in die Beine, als der eigentliche Aufstieg!

Bis zum Toten Mann sind es ca. 950, mit dem Feldberggipfel sogar 1100 Höhenmeter!

Auf dem Felsenweg selbst ist Trittsicherheit erforderlich, vorsicht bei Nässe! Nichts für Kinderwagen, auch mit einer Kindertrage dürfte die Tour (aufgrund des langen Anstiegs) sehr anstrengend werden!

Claudia und ich träumen davon, den Felsenweg irgendwann einmal in eine längere Streckenwanderung einzubauen und diese von Oberried aus, über den Felsenweg zum Toten Mann und dann weiter über die Zastler-Hütte am Feldberg und den Feldberg-Gipfel, bis zum Haus der Natur zu gehen! Dafür sind jedoch eine gute Vorbereitung und eventuell sogar zwei Autos erforderlich! Natürlich werden wir darüber berichten!

Karte:

5 Kommentare »

  • Richard Krieg sagt:

    Hallo Claudia und Reiner,
    eure Touren sind einfach gute und wertvolle Hinweise, wenn man eigene Touren plant. Den Weg, den Ihr beide sehr dramatisch schildert,habe ich heute begangen. Es war an den Felsen viel Betrieb. Den 3,6 km langen mit der gelben Raute des Schwarzwaldvereins beschilderte Weg habe ich vom Zipfeldobel aus ganz gemütlich in 90 Minuten bis zur Gfällmatte gemacht und bin dann über die Felsenpfade der Kletterer wieder abgesteigen und war iun 45 Minuten zurück.
    Der Weg durch den Zipfeldobel bis zum Beginn des Felsenwegs ist 1,6 km lang und bei der ersen Abzweigung im Dobel fehlt ein Wegzeichen; an muss sich links halten.
    Ich bereite gerade eine Tour für den DAV vor, die ich näcshe Woche mache und über den Toten Mann zum Alpinen Pfad, über den Feldberggipfel und den Gründlesattel zum Felsenweg über dem Feldsee führe.
    Danke für Deine Hinweise und
    weiterhin gute Touren
    Richard

  • Rainer (author) sagt:

    Hallo Richard,

    herzlichen Dank für Dein Kompliment! Genau so wollen wir unser Blog gerne auch gesehen wissen: wir berichten regelmäßig über aktuelle Wander-, und Ausflugsziele und geben Tipps für kurzweilige „Outdoor“-Aktivitäten. Tolle Ideen – zum Nachmachen, oder auch zur Inspiration, um eigene Exkursionen zu gestalten..!

    Herzliche Grüße aus dem Hochschwarzwald,

    Rainer mit Claudia

  • Ulrich sagt:

    Hallo Claudia und Rainer,

    wir sind gestern vom Feldberg kommend über den Toten Mann nach Oberried abgestiegen. Der laut Karte interessanteste Weg lief über den Felsenpfad nach unten. Bis zum G’fällmattenhof war es auch gar kein Problem den Weg zu finden. Aber dann hören plötzlich die gelben Rauten auf zu existieren. Wir fanden uns auf abenteuerlichen Pfaden wieder, die beängstigende steil nach unten abfielen. Nach einigen Minuten und etlichen Höhenmetern weiter unten haben wir wohl vernünftigerweise wieder kehrt gemacht. Nasses Laub und glitschige Felsen haben uns dazu bewogen. Die von Euch als Schlüsselstelle bezeichnete Stelle sollte zumindest in dieser Richtung besser gekennzeichnet werden. Leider mussten wir dann auf der asphaltierten Strasse die letzten und damit langweiligen Kilometer ins Tal laufen.
    Ulrich

  • Rainer (author) sagt:

    Lieber Ulrich,
    offensichtlich ist Euch genau der Fehler passiert, vor dem wir im Bericht gewarnt haben! Die richtige Route (schmaler Wiesenpfad!) führt etwas weiter links, ziemlich nahe am Haus vorbei. Dort steht ein einzelner, großer Baum, an dessen Stamm das Wegzeichen angebracht ist! (Ich denke, Ihr seid statt dessen geradeaus weiter gegangen, richtig?)
    Dein Kommentar hört sich aus unserer Sicht auch etwas vorwurfsvoll an. Bitte bedenke aber, dass wir diese Wege weder gestalten, noch beschildern! Wir haben in unserem Bericht lediglich eine tolle Wanderung beschrieben und auf die Gefahr, eines Verlaufens an dieser Stelle, sogar ausdrücklich hingewiesen! Daher hoffen wir, dass Du nicht uns dafür böse bist..?
    Liebe Grüße, Rainer mit Claudia

  • Felix sagt:

    Hallo Claudia und Rainer,
    danke für den schönen Bericht. Bin gerade auf Eure sehr interessante Homepage gestossen und lese mich langsam aber sicher durch. Ich hätte zwei Fragen zu der hier beschriebenen Tour: Von welchem Rother Wanderführer sprecht ihr? Ich habe den „Rund um Freiburg“, aber die Tour kann ich nirgends finden. Vielleicht könnt Ihr mir auf die Sprünge helfen. Ausserdem wollte ich wissen, ob die Freizeitkarte 505 lohnenswert ist. Bislang habe ich mich tatsächlich mit Rother, Handy-GPS und Internet ganz gut durchgekämpft. Ich stehe nämlich vor der Frage, ob es irgendwie sinnvoll machbar ist, den Felsenweg zu begehen und anstatt auf den Feldberg auf den Schauinsland zu laufen (von dort über Horben nach Freiburg ist mir bekannt), finde aber nicht einmal zu dem Felsenweg an sich nennenswerte Informationen im Internet (daher auch der Besuch auf dieser Seite). Falls die Karte hier Aufschluss gibt, also der Felsenweg auch drin steht, würde ich sie mir noch besorgen.
    Danke für Eure Hilfe und Grüße
    Felix

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