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„Altweiber-Sommer“ am Belchen

4 November 2009 4 Kommentare

Blick vom Belchenhaus über die Gipfel des Südschwarzwaldes, zu den AlpenWenn man die Bilder so sieht, mag man es eigentlich kaum glauben, aber sie entstanden wirklich am    1. November 2009!

Die Wettervorhersage machte es uns nicht leicht und beim Frühstück hatten wir noch keinen Plan. Keiner wusste so recht wohin. Einige kritische Blicke zum Himmel und über den Schwarzwald brachten dann aber rasch die Entscheidung: der Rauch aus den Kaminen „stand“ in den Tälern – Inversions-Wetterlage! Kalte Luft unten und Wärmere oben also, das versprach eigentlich recht gute Fernsicht von den höheren Gipfeln! So entschieden wir uns ganz spontan für den Belchen und haben damit wohl eine gute Wahl getroffen, wie unsere Fotos zeigen.

20071014-Große Belchen-Runde mit Alex 007Als wir an der Talstation der Belchen-Seilbahn ankamen, war der Parkplatz noch völlig leer. „Ob die wohl alle in der Kirche sind?“, schmunzelte Claudia gut gelaunt, während wir unsere Stiefel anzogen, es war Allerheiligen.

Von dort aus nahmen wir die klassische Route, die direkt nach der Talstation die Seilbahn-Trasse quert und dann, entlang der Skipiste (Donauwellen-Abfahrt), zum Belchenhaus hinauf führt. Schon bald sahen wir im Frühdunst die ersten Alpengipfel über dem Südschwarzwald hervorblinzeln. Die Fernsicht war wirklich atemberaubend und so konnten wir es kaum erwarten, diese Aussicht endlich von ganz „oben“ genießen zu dürfen.

Am Belchenhaus (das auf 1.360m Höhe liegende, höchste Gasthaus Baden-Württembergs ) angekommen, verschlug es uns dann auch fast die Sprache: die gesamte Alpenkette präsentierte sich uns hier in der Morgensonne und schien wirklich zum Greifen nahe. Und rechter Hand ragte gleich die ganze Gipfel-Kette der Vogesen durch die geschlossene Wolkendecke, die vor uns die gesamte Rheinebene bedeckte. Nur der Kaiserstuhl schob sich noch als kleine Insel dazwischen. So nah hatten wir Frankreich – von hier aus – noch nie gesehen!

Claudia vor dem BelchenhausClaudia am Belchengipfel mit Blick zu den Alpen

Nach einer kurzen Verschnaufpause, ein paar Fotos und einer Tasse Tee, brachen wir zur Gipfel-Runde auf. Wie immer, blies dort oben ein kalter, strammer Wind, der die meisten Besucher rasch wieder hinab trieb, in den „Windschatten“ der Gaststube des Belchen-Hauses. Wir wandten uns statt dessen nach Norden und umrundeten den Gipfel entgegen dem Uhrzeigersinn. Dann folgten wir, rechts herum, dem Westweg, der hier als schmaler Pfad durch die steile Halde schneidet und einen fast unglaublichen Blick ins herbstlich gefärbte, Kleine Wiesental frei gibt.

Der Blick aus der Belchen-Flanke, hinab, ins kleine WiesentalDer Wanderpfad führt nun steil hinab, zum Hohkelch-Sattel und von dort aus, als felsiger, verwurzelter Steig mit durchaus alpinem Charakter, zum Heideckfelsen. Von hier aus genießen wir einen bestechenden Blick, über die ganze Südflanke des Belchen und den weiterführenden Weg. Zudem wirken die großen und völlig frei stehenden Felskanzeln, unterhalb des Gipfels, von hier aus noch viel beeindruckender.

Das gemütliche Durchwandern der Südflanke, auf dem breiten, ebenen Wanderweg,  lässt sich wohl nur als Lustwandeln bezeichnen und am Böllener Eck sitzen dann auch gleich ganze Scharen von Wanderer in der Sonne, um zu rasten. Immer wieder begegnen uns nun auch welche, die wir schon am Gipfel getroffen hatten und die unsere Runde in der entgegengesetzter Richtung gingen.

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Am Böllener Eck folgen wir nun erneut wieder dem schmalen Pfad über die Viehweide, bergauf, in Richtung Gipfel und stoßen bald auf den gewaltigen Hohfelsen mit seiner beeindruckenden Aussicht. Hier muss man ganz einfach rasten, um das tolle Schwarzwald-Panorama in Ruhe zu genießen, was natürlich ganz zwangsläufig dazu führt, dass man nur ganz selten alleine ist.

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Erneut oben, am Belchenhaus angekommen, genießen wir noch einmal den Blick über die Gipfel des Südschwarzwaldes und hinüber, zu den Alpen. Nach einer kurzen Rast und einem Apfelsaft-Schorle machen wir uns auf den Rückweg, zum Auto. Was für ein Tag…

Abendlicher Blick vom Belchenhaus, hinüber zu den Schweizer Alpen

Unser Fazit: der Belchen wird völlig zu Recht als der „König des Schwarzwaldes“ bezeichnet. Auch wenn er „höhenmäßig“ etwas im Schatten des benachbarten Feldbergs steht, die Aussicht (Rundblick!), die er uns über den Südschwarzwald und die Rheinebene bietet, wird von keinem anderen Gipfel erreicht!

Idealer Ausgangspunkt für alle Belchen-Exkursionen ist die Talstation der Belchen-Seilbahn (kostenlose Parkplätze). Hier kann jeder für sich entscheiden, ob er den Gipfel zu Fuß, oder mit der Gondel erreichen möchte. Wer mit der Gondel hoch fährt, kann auch einen Kinderwagen mitnehmen. Der Gipfel-Rundweg ist bequem auch mit Kinderwagen (oder Rollstuhl) zu begehen. Aber auch die alte Belchenstraße (ab der Talstation für jeden Verkehr gesperrt!) bietet Gelegenheit, den Gipfel zu Fuß und mit einem Kinderwagen, oder Rollstuhl zu erreichen! Das aktuelle Gipfel-Wetter könnt Ihr jederzeit hier, über die Webcams sehen!

Wer den Belchen durch die Süd-, oder Nordflanke (Nordflanke im Winter wegen Lawinengefahr gesperrt!) umrunden möchte, sollte jedoch trittsicher sein. Die Wanderpfade sind teilweise etwas alpin, jedoch nie richtig ausgesetzt und stets hervorragend ausgeschildert. An erforderlichen Stellen sind sie sogar Geländer-Gesichert!

Vor allem der von uns beschriebene Rundweg durch die Südflanke des Belchen, verspricht jedem echten Wander-Genuß mit einem kräftigen Hauch von Abenteuer und ist daher unbedingt weiter zu empfehlen!

Wem der doppelte Gipfelaufstieg etwas zu anstrengend ist, der kann den ersten Aufstieg, von der Talstation zum Belchenhaus, auch mit der Seilbahn bewältigen. Allerdings würde man dann wohl wirklich etwas „versäumen“.

Googlemaps


Fröhliche Belchen-GipfelrundeHerbstliche Belchenrunde

4 Kommentare »

  • Tobi und Sandra sagt:

    Hallihallo…
    Superschöne Fotos mit einer traumhaft schönen Aussicht!
    Klasse Bericht!

  • Ilo & die Wölfe sagt:

    Beim Lesen und Bilder schauen mal wieder „Gänsehaut-Feeling“………………..
    Einfach nur wunderschön!!!!!

    Grüßleeeeeeee!!!

  • Manu sagt:

    Wann gibt es denn mal wieder einen neuen Bericht – *aufEntzugbin*

  • Tobi und Sandra sagt:

    Ja, z.B. vom wunderschönen Weihnachtsmarkt in Freiburg…

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